Roman einer Sylter Jugend - das steht auf dem Bucheinband... einen Roman habe ich aber leider nicht vorgefunden, eher ein als unterhaltsame Riesenkolumne getarntes Sachbuch über Sylt - im Wandel der Zeit.
Zugegeben, ...
Roman einer Sylter Jugend - das steht auf dem Bucheinband... einen Roman habe ich aber leider nicht vorgefunden, eher ein als unterhaltsame Riesenkolumne getarntes Sachbuch über Sylt - im Wandel der Zeit.
Zugegeben, ich gehöre wahrscheinlich zu den sehr wenigen Menschen in Deutschland, die von Sylt so gut wie gar nichts wissen. Für mich war die Lektüre nicht nur unterhaltsam, sondern tatsächlich lehrreich.
Susanne Matthiessen gewährt in ihrem Essay Einblicke in das Sylt ihrer Kindheit, ihrer Jugend, der Zeit ihrer Großeltern und letztendlich auch in das Sylt der Corona-Pandemie. Wir erfahren etwas über die Umweltkatastrophen der 80er Jahre, über die Punker-Invasion, die so gar nicht zwischen die superreichen Touristen passen.
Sie erzählt vom Ausverkauf der Insel, vom absurden Wahn des Kultstatus-Urlaubes... aber auch, dass die original Sylter irgendwie kauzig geblieben sind.
Matthiessen springt unchronologisch von Anekdote zu Anekdote, die man mal laut lachend dann wieder staunend und hin und wieder kopfschüttelnd zur Kenntnis nimmt.
Für alle, die mehr über Sylt wissen möchten.
Zwei sehr verschiedene Charaktere treffen per Zufall aufeinander, weil sie auf der Such nach derselben Person sind. Man erfährt ein bisschen was über die Geschichte des spanischen Bürgerkrieges und den ...
Zwei sehr verschiedene Charaktere treffen per Zufall aufeinander, weil sie auf der Such nach derselben Person sind. Man erfährt ein bisschen was über die Geschichte des spanischen Bürgerkrieges und den Flüchtlingen, die sich nach Mexiko absetzten, es gibt ein wenig Action, es gibt ein wenig Spannung, es gibt philosophische Betrachtungen und es gibt vor allem eines: eine wunderbar lyrische Sprache.
Müller ist ein Wortakrobat, der herrliche Beschreibungen und Formulieren benutzt, von denen ich nicht genug bekommen konnte.
Die Handlung ist spannend, das Ende leider viel hastiger als der Rest des Romanes, aber auch gut und nicht so vorhersehbar, wie ich das etwa in der Mitte des Buches noch dachte.
Für mich allerdings gingen Sprache und Handlung nicht ganz zusammen, zeitweise hatte ich das Gefühl zwei Bücher parallel zu lesen.
Da dies ein Debütroman ist, wird es spannend sein Marco Müllers schriftstellerisches Wachstum beobachten zu dürfen.
Selten hat mir ein Buch so viel abverlangt wie dieses, und das ist nicht nur der schweren Thematik geschuldet. Es geht um eine Familie, die schöner, priviligierter und glücklicher kaum sein könnte, und ...
Selten hat mir ein Buch so viel abverlangt wie dieses, und das ist nicht nur der schweren Thematik geschuldet. Es geht um eine Familie, die schöner, priviligierter und glücklicher kaum sein könnte, und dem gerade erwachsen gewordenen Sohn, der von einem Tag auf den anderen von der Bildfläche verschwindet.
Er taucht einige Zeit später völlig verändert wieder auf, dann wieder für lange Zeit ab... bis schließlich die Psychiatrie anruft - Diagnose Schizophrenie.
Soweit kurz und straff worum es geht, ohne etwas vorwegzunehmen.
Was macht das mit einer Familie, wenn ein Mitglied psychisch schwer erkrankt, vor allem das wird in diesem Buch thematisiert.
Das und dieses absolut magische Buchcover, haben mich extrem angesprochen und ich habe vorab schon sehr viele positive Rezensionen gelesen.
Mich hat dieser Roman schwer zwiegespalten, denn auf der einen Seite fand ich ihn stilistisch gut geschrieben, vor allem die Hilflosigkeit und Zerrissenheit Marlens (Mutter des erkrankten jungen Mannes) waren schmerzhaft spürbar. Wir erfahren diese Geschichte ja aus ihrer Sicht... und genau da hatte ich mein erstes Problem:
Ich kam mit Marlen einfach nicht klar, ich fand sie weder besonders sympathisch noch konnte ich ihre Aktionen (vielmehr noch ihr Nichthandeln) nachvollziehen. Es taten sich beim Lesen für mich so viele Fragen auf, die mich extrem beschäftigt haben... einige werden am Ende des Buches "beantwortet", aber eher so nach dem Motto "Na halt WEIL". Meine Fragen konnten also nur unbefriedigend abgeschmettert werden oder aber wurden teilweise gar nicht beantwortet. Näher darauf eingehen kann ich in dieser Rezension leider nicht, weil ich spoilern würde.
Ein weiteres Problem war für mich das doch eher sehr spezielle Lebensformat der Familie, ich konnte mich damit nicht einmal annähernd identifizieren: reich, überpriviligiert, First-World-Problems (den schizophrenen Sohn natürlich ausgenommen), weisse Reiche in Marokko, isoliert von der marokkanischen Wirklichkeit.... nunja, es machte mir die Menschen nicht wirklich sympathischer.
Das Ende des Buches hat mich kopfschüttelnd zurück gelassen (ich hab mir sogar verzweifelt an die Stirn gepatscht), das war mir dann einfach zu viel an Spiritualität und ich bin mir nicht sicher, ob es dem ernsten Thema Schizophrenie wirklich gerecht wird. Und genau da habe ich mein drittes Problem:
Ist dies eine authentische, eine biografische Erzählung, eine Geschichte die im näheren Umfeld der Autorin passierte? Es mag Leser*innen geben, denen es egal ist, hauptsache es ist eine gut erzählte Geschichte. Mir ist das nicht egal, weil ich immer gerne wissen möchte, wie ich ein Buch einordnen soll. Warum sich eine Autorin dieses und keinem anderen Thema widmet. Und immerhin ist eine psychische Erkrankung ein ernsthaftes Thema, über das man sich gut informieren sollte, wenn man darüber ein Buch schreibt. Ist es autobiografisch, dann sehe ich es als Erfahrungsbericht mit all den Gefühlen, die damit einher gehen....
Und genau da stehe ich vor einer Wand, ein aufklärendes Nachwort hätte ich für mich sehr hilfreich gefunden.
Ich kann nicht behaupten, dass das Buch schlecht wäre, das ist es ganz sicher nicht. Aber durch die Figur der Mutter war es für mich manchmal wirklich schwer zu lesen.
Sollte es sich um eine wahre Geschichte handeln, so hoffe ich sehr, dass Marlen sich mittlerweile selbst professionelle und SERIÖSE Hilfe geholt hat, denn diese hat sie bitter nötig.
Ich schätze das Buchprogramm des C.H.Beck Verlags sehr und durfte da schon einige literarische Perlen für mich entdecken.
„Wir Töchter“ und ich konnten aber leider gar nicht zueinander finden und ich muss ...
Ich schätze das Buchprogramm des C.H.Beck Verlags sehr und durfte da schon einige literarische Perlen für mich entdecken.
„Wir Töchter“ und ich konnten aber leider gar nicht zueinander finden und ich muss gestehen, dass ich es nach der Hälfte abgebrochen habe.
Woran das lag?
Cover und Klappentext hatten mich sehr angesprochen, ich liebe Generationengeschichten, aber in diesem Fall kam ich mit der Art des Erzählens kaum klar. Wir lernen in der Hauptsache drei Frauen kennen: Grossmutter, Mutter und Enkeltochter, polnischstämmig. Abekdotenhaft erfahren wir aus deren Kindheit und Leben. Leider nicht linear und gespickt mit vielen polnischen Wörtern, Sätzen und sogar Liedtexten - meist ohne Übersetzung. Ich neige dann beim Lesen immer dazu, die Wörter richtig lesen zu wollen… allerdings kann ich kein Polnisch. Krampfhaft habe ich mich dann dazu gezwungen, diese Stellen zu ignorieren. Da ich zu den Protagonistinnen keinen richtigen Bezug aufbauen konnte hatte ich immense Probleme zu erkennen über wen ich jetzt grade lese und wann das jetzt spielt. Die Kapitel geben leider am Anfang auch keinen Hinweis auf das Jahr und die Person. Es wird viel gekocht und eingeweckt, sehr viel! Und immer wenn ich dachte, dass das Buch mich endlich gepackt hat, kam entweder der nächste Personenwechsel oder wieder eine nicht enden wollende Aufzählung diverser kulinarischer Genüsse.
Ich fand es einfach nur anstrengend.
Schade, für mich hat es leider nicht gepasst.
Zuerst die positiven Dinge: Das Cover der deutschen Ausgabe ist schlicht und ergreifend toll, ich liebe es ja schon sehr, wenn sich unter dem Schutzeinband nochmal ein schönes Cover befindet.
Der Schreibstil ...
Zuerst die positiven Dinge: Das Cover der deutschen Ausgabe ist schlicht und ergreifend toll, ich liebe es ja schon sehr, wenn sich unter dem Schutzeinband nochmal ein schönes Cover befindet.
Der Schreibstil war sehr ansprechend und es war schnell fertig gelesen.
Der Plot hätte mir an sich gut gefallen, ebenso das Setting (Irland geht immer)… doch da waren mir einfach zu viele Klischees und ProtagonistInnen, die mir nicht tief genug waren. Alle Männer sind böse und behandeln ihre Frauen wie den letzten Dreck, nur der Pfarrer ist toll.
Und beim Schluss blieb mir die Spucke weg, die Moral von der Geschichte gehört für mich einfach in die Restmülltonne.
Kein Buch für Frauen, die auch nur einen Hauch von Feminismus in sich tragen.