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Veröffentlicht am 25.07.2023

Grenzen zu setzen – für ein gesünderes Ich

Du musst nicht allen gefallen
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Meine Meinung und Inhalt

"Die Angst vor eigenen Grenzen bedeutet, ein Problem mit ihnen zu haben und auch die Grenzen anderer Menschen zu respektieren. Man kann keine Angst vor Grenzen haben und gleichzeitig ...

Meine Meinung und Inhalt

"Die Angst vor eigenen Grenzen bedeutet, ein Problem mit ihnen zu haben und auch die Grenzen anderer Menschen zu respektieren. Man kann keine Angst vor Grenzen haben und gleichzeitig behaupten, dass man die Grenzen anderer Menschen respektiert. Das schließt sich gegenseitig aus. Ein Nein ist keine Bestrafung oder die Verlängerung Ihres Leidens, es ist einfach ein Nein. Wenn Sie erkennen, wann Ihnen ein Nein und Grenzen unangenehm sind, kommen Sie dem Ballast hinter Ihrer Reaktion näher und können sich bewusst für eine andere Reaktion im Rahmen Ihrer Grenzen entscheiden" (ZITAT)



Willst du immer allen gefallen, kannst schwer nein sagen und versuchst, die Erwartungen anderer zu erfüllen? Dann geht es dir wie vielen anderen Menschen, sogenannten People Pleaser. Die gute Nachricht: Bei People Pleasing handelt es sich um ein Verhaltensmuster, das du mit etwas Training ablegen kannst.


"People Pleasing ist das bewusste und unbewusste Unterdrücken der eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Erwartungen, Gefühle und Meinungen, um andere Menschen an erste Stelle zu setzen und so Aufmerksamkeit, Zuneigung, Bestätigung, Liebe oder Anerkennung zu bekommen oder Konflikten, Kritik, Enttäuschungen, Verlust, Zurückweisung oder dem Verlassenwerden aus dem Weg zu gehen." (ZITAT)


People Pleasing bezeichnet das toxische Verhalten, die Bedürfnisse, Erwartungen, Wünsche und Gefühle anderer Menschen über die eigenen zu stellen, um zu gefallen und Ablehnung zu vermeiden.



In ihrem Ratgeber „Du musst nicht allen gefallen“ bringt die Bloggerin, Podcasterin und Coachin Natalie Lue ihren Leserinnen die heilende und transformative Kraft des Nein-Sagens näher.

Mir persönlich hat das Buch wirklich gut gefallen. Es war informativ, aufschlussreich und in einigen Passagen entdeckt man sich selbst wieder. Die Kapitelaufteilung und die Erklärungen haben mir sehr gut gefallen, ebenso die Hilfestellungen und Ratschläge.

Lue geht auch auf mögliche Hindernisse und Rückschläge ein, die auf dem Weg zur Selbstbefreiung auftreten können. Sie ermutigt ihre Leser, sich nicht zu entmutigen, sondern beharrlich an ihrer persönlichen Entwicklung zu arbeiten. Dieser positive und motivierende Ansatz macht dieses Buch zu einem wertvollen Begleiter auf dem Weg zu einem erfüllten und authentischen Leben.

Dank eines ausführlichen Selbsttests, welchen die Autorin mit eingepflegt hat, erfährt man auch, welcher People Pleaser Typ in einem steckt. So kann man sehr einfach die eigenen Verhaltensmuster und Gewohnheiten aufdecken und verbessern. Natalie Lue hat dafür ein fundiertes und leicht anwendbares 6-Schritte-Programm entwickelt mit Übungen, Impulsen und einer Portion Spaß.


"Du musst nicht allen gefallen" ist ein kraftvolles und ermutigendes Werk, welches meine Leseempfehlung erhält


"Ich fürchte, nicht gemocht zu werden, Ärger zu bekommen, Gefühle zu verletzen, wie ein »schlechter« oder »selbstsüchtiger« Mensch zu wirken oder zurückgewiesen, verlassen oder ausgeschlossen zu werden, wenn ich Nein sage, Bedürfnisse kommuniziere, Grenzen setze oder ehrlich bin.(ZITAT)



Die britisch-irische Natalie Lue ist Autorin, Speakerin und Künstlerin und begann ihre Schreibkarriere im Jahr 2004. In Folge einer toxischen Beziehung, die sie in ihrem persönlichen Blog verarbeitete, wurde ihr zum ersten Mal bewusst, dass sie Menschen immer zufriedenstellen möchte und dadurch sogar krank wurde. Fortan lernte sie selbst Grenzen zu ziehen, half tausenden Leidensgenoss
innen und gründete 2005 ihren Blog Baggage Reclaim. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen einen Weg aus dem zwanghaften People-Pleasing zu weisen. Ihre Ratschläge finden sich in der New York Times, der Cosmopolitan und in zahlreichen Podcasts und Shows. Diverse Magazine, unter anderem die Women’s Health, bezeichnen sie als eine der führenden Mental Health Coaches. Auf ihrer Baggage Reclaim Website bietet sie Kurse, Bücher, Ratschläge und einen gleichnamigen Podcast an, der sich großer Beliebtheit erfreut. Natalie Lue lebt in Caterham, Surrey, mit ihrem Mann, zwei Töchtern und einem Cockapoo.

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Veröffentlicht am 03.07.2023

Billy und Dogge

Mit zitternden Händen
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Meine Meinung und Inhalt

Farid stand näher an der Tür. Drei Sekunden lang war es still. Das Einzige, was man hörte, war die trommelnde Waschmaschine.
»Scheiße, Douglas«, sagte Farid schließlich. ...

Meine Meinung und Inhalt

Farid stand näher an der Tür. Drei Sekunden lang war es still. Das Einzige, was man hörte, war die trommelnde Waschmaschine.
»Scheiße, Douglas«, sagte Farid schließlich. Er nannte ihn sonst niemals Douglas. Niemals, niemals. Nicht einmal, wenn er sauer war. »Was hast du getan?« (ZITAT)


Billy und Dogge sind seit Kindesbeinen eng befreundet. Dass sie aus sehr unterschiedlichen Elternhäusern kommen, hat sie nie gestört. Während Dogge meist von seinen wohlhabenden Eltern allein gelassen wurde, ist Billy, aus einer Einwandererfamilie stammend, umgeben von einer Bastion der Liebe aufgewachsen. Als kriminelle Banden Billys Wohnviertel mehr und mehr beherrschen, werden sowohl Dogge als auch Billy rekrutiert. Allzu gerne schließen sich die beiden an - angelockt durch schnelles Geld und leichten Zugang zu Drogen. Doch dann will Billy mit Hilfe seiner Mutter aussteigen ...


Für mich ein sehr gelungener spannender und ebenso emotionaler Roman mit ausgeklügelter Ermittlungsarbeit. Es zeigt auf, wie schnell man auf die falsche Bahn kommen kann, wenn man die falschen Leute trifft und ihnen vertraut. Das Verhalten von Billy und Dogge berührt auch andere Menschen im Umkreis und sorgt für Chaos, Unruhe und Trauer. Die Entwicklung der Freundschaft und das Abrutschen in die Kriminalität beschreibt Malin Persson Giolito auf zwei Zeitebenen; in der Gegenwart wird ermittelt und der Frage nachgegangen, ob und weshalb Dogge auf Billy geschossen haben könnte und in der Vergangenheit wird das soziale Umfeld und die Aufwuchsbedingungen der beiden beleuchtet und näher betrachtet.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, ebenso das gewählte Cover.



Malin Persson Giolito wuchs in Stockholm auf. Nach ihrem Jurastudium arbeitete sie bei der EU in Brüssel. Dort lebt sie heute mit ihrer Familie. Seit dem sensationellen Erfolg des Romans IM TRAUM KANNST DU NICHT LÜGEN (verfilmt von Netflix) widmet sie sich ganz dem Schreiben. Ihr neuer Roman MIT ZITTERNDEN HÄNDEN setzt die Erfolgsgeschichte in jeder Hinsicht fort: Nr-1-Bestseller, begeisterte Kritiken und erneut Vorlage für eine Netflix-Serie.


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Veröffentlicht am 07.06.2023

Hass, Rache und Selbstjustiz

Terra Alta
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Meine Meinung und Inhalt

"Ihnen wurden Augen, Fingernägel, Zähne und Ohren ausgerissen, die Brustwarzen abgeschnitten, sie wurden aufgeschlitzt und ausgeweidet." (ZITAT)

Melchor Marin, der Sohn ...

Meine Meinung und Inhalt

"Ihnen wurden Augen, Fingernägel, Zähne und Ohren ausgerissen, die Brustwarzen abgeschnitten, sie wurden aufgeschlitzt und ausgeweidet." (ZITAT)

Melchor Marin, der Sohn einer Prostituierten mit einem unbekannten Vater, arbeitet für ein kolumbianisches Drogenkartell in Barcelona. Als er während einer Razzia festgenommen wird und im Gefängnis von der Ermordung seiner Mutter erfährt, flüchtet er sich in die Welt der Bücher – und beschließt, wie sein Idol aus seinem Lieblingsroman, Polizist zu werden.


Jahre später ermittelt Melchor in der kargen Landschaft der Terra Alta, wo die Spuren des Bürgerkriegs noch sichtbar sind. Die beschauliche Region wird erschüttert, als ein altes Unternehmerpaar grausam ermordet wird.

Dieser Krimi, rund um die Macht der Rache und die Schatten der Vergangenheit, konnte mich durchaus fesseln.



Javier Cercas, geboren 1962 in Ibahernando in der spanischen Extremadura, lebt als Schriftsteller, Publizist und Universitätsdozent in Girona. Mit seinem Roman »Soldaten von Salamis« wurde er international bekannt. Heute ist sein Werk in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Für »Der falsche Überlebende« (S. Fischer 2017), erhielt er u.a. den Prix du livre européen 2016 und den chinesischen Taofen-Preis 2015 für das beste ausländische Buch. Sein Roman »Terra Alta« wurde mit dem Premio Planeta 2019 ausgezeichnet. Zuletzt erschien »Die Erpressung. Terra Alta 2«.

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Veröffentlicht am 07.06.2023

Nik Pohl ermittelt wieder

Am Faden des Spielers
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Meine Meinung und Inhalt

"Am Faden des Spielers" ist bereits der fünfte Band rund um den Privatermittler Nik Pohl von Alexander Hartung.

Drehort ist in diesem Buch auch wieder mal München. Dort werden ...

Meine Meinung und Inhalt

"Am Faden des Spielers" ist bereits der fünfte Band rund um den Privatermittler Nik Pohl von Alexander Hartung.

Drehort ist in diesem Buch auch wieder mal München. Dort werden zwei Polizisten erschossen aufgefunden. Zuerst deutet alles auf den polizeibekannten Kriminellen Kevin Cuizek als Täter hin. Kurz bevor dieser bei einer Geiselnahme getötet wird, versichert er jedoch Nik Pohl, dass er nicht für den Mord verantwortlich sei.

Niks Misstrauen ist geweckt. Er findet immer mehr Anhaltspunkte für seine These, dass Kevin in eine Falle gelockt wurde. Er hat keine Ahnung, wer der wahre Täter ist – doch dieser scheint Nik sehr gut zu kennen und kommt ihm gefährlich nahe.


Für mich ist "Am Faden des Spielers" ein solider Krimi, der mich gut unterhalten und gefesselt hat. Mit dem Protagonisten wurde ich nicht ganz warm, jedoch hat er mich, durch seine teilweisen unkonventionellen Methoden, überraschen können.


Alexander Hartung wurde 1970 in Mannheim geboren. Schon während seines Volkswirtschaftsstudiums begann er mit dem Schreiben und entdeckte seine Liebe zu Krimis. Mit den bisher erschienen sieben Bänden der Jan Tommen-Serie eroberte er die Bestsellerliste. Mehrere Bücher waren #1 Bild-Bestseller und belegten den ersten Platz im Kindle-Gesamtranking. Im Juni 2019 hat Alexander Hartung die Grenze von einer Million verkauften Büchern überschritten.

Nach seinem ganz anders angelegten Thriller »Ich werde nicht ruhen« begann er im Jahr 2018 eine Serie um den unangepassten Münchner Ermittler Nik Pohl, von der es momentan vier Bücher gibt. Der aktuelle Band heißt „Vom Ende der Stille“. Seit 2021 schickt Alexander Hartung die Polizistin Alina Grimm in Hamburg auf Verbrecherjagd.

Aktuell lebt der Autor mit Frau und Kindern in seiner Geburtsstadt Mannheim.

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Veröffentlicht am 22.05.2023

Lebenskrise eines ehemaligen Szenepaars

Das leichte Leben
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Meine Meinung und Inhalt


"„Wenn es hart auf hart kam, war seine Mutter da, ja – aber auch das war nur eine nerdige Fantasie. Denn wann war es schon mal hart auf hart gekommen in seinem Leben? Alles, ...

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"„Wenn es hart auf hart kam, war seine Mutter da, ja – aber auch das war nur eine nerdige Fantasie. Denn wann war es schon mal hart auf hart gekommen in seinem Leben? Alles, wirklich alles, war weich an ihm, der übergewichtige Körper, die wachsweiche Seele, das Gesicht, der Wille – und selbst wenn er fiel, fiel er weich. Hart war es nie für ihn gewesen.“ (ZITAT)


Zuletzt legte der Schriftsteller und Dramatiker Thomas Melle mit dem Bestseller "Die Welt im Rücken" Zeugnis über seine bipolare Erkrankung ab. In seinem neuen Roman "Das leichte Leben" schildert er nun den Zerfall einer Familie – und webt erneut ein feines Netz der Selbstreferenzen.

Jan und Kathrin hatten mal alles, ihr leichtes Leben ließ sie schweben durch eine Welt, die dem schönen Paar vor allem wohlgesonnen war. Doch dieser Zustand ist ihnen abhanden gekommen. Zu schnell verändert sich die Welt um sie herum und sie selbst fühlen nur Stillstand, sind gefangen in den Konventionen der Ehe und des bürgerlichen Lebens. Kathrin war mal eine gehypte Schriftstellerin, heute fristet sie ihr Dasein als Aushilfslehrerin und versucht, sich bei einer Sexparty wieder zu spüren. Jan, ein berühmter TV-Journalist, wird geplagt von einem anonymen Erpresser, der Nacktfotos von ihm als Internatsschüler verschickt. Während ihr Mann panisch fürchtet, dass sein schreckliches Geheimnis ans Licht kommen könnte, begehrt Kathrin ausgerechnet den wunderschönen und mysteriösen Freund ihrer Tochter Lale, der dazu noch ihr Schüler ist.

Vor zwanzig Jahren waren Kathrin und Jan ein bekanntes Szene-Paar. Gemeinsam kosteten sie die letzten Wellen der Spaßgesellschaft aus: Drogen, Partys, Exzess. Sie versicherten einander, es könnte ewig so weitergehen: "Das leichte Leben". Und als Leser merkt man schnell, dass dieses Leben so nicht ewig weiter gehen wird. Man spürt, den schmalen Grat, die Gefahr, dass das Geheimnis ans Licht zu kommen vermag.





Thomas Melle wurde 1975 in Bonn geboren. In Tübingen, Texas und Berlin studierte er Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie. 2004 schloss er das Studium mit dem Grad des Magisters ab. Mit Stücken wie "Haus zur Sonne" (2006) oder "Das Herz ist ein lausiger Stricher" (2010) gehört er zu den wichtigsten deutschen Theaterautoren. Im Jahr 2011 veröffentlichte er seinen Debütroman "Sickster". Mit dem 2014 erschienen "3000 Euro" stand Melle auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, sein aktuelles Werk "Die Welt im Rücken" schaffte es 2016 sogar auf die Shortlist.

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