Schönes Jugendbuch mit innovativen Ideen
Gestohlene VergangenheitAn ihrem 18. Geburtstag passieren Alisha merkwürdige Dinge. Seit einem Jahr sind ihre Eltern tot und sie muss sich zunehmend verstellen, weil ihr Umfeld ihre andauernde Trauer nicht mehr toleriert. Doch ...
An ihrem 18. Geburtstag passieren Alisha merkwürdige Dinge. Seit einem Jahr sind ihre Eltern tot und sie muss sich zunehmend verstellen, weil ihr Umfeld ihre andauernde Trauer nicht mehr toleriert. Doch nun benimmt sich ihr bester Freund plötzlich merkwürdig und greift sie an, Funken sprühen im wahrsten Sinne des Wortes, ihr Ex-Freund David nähert sich ihr wieder an und erzählt etwas von Geheimnissen und ihr Großvater möchte sie plötzlich sehen. Und zu allem Überfluss scheint Alisha ein Flashback oder eine Vision einer längst vergangenen Zeit zu haben. Was hat das alles zu bedeuten?
Das Buch beginnt sehr mysteriös und man kann sich zunächst keinerlei Reim auf die Ereignisse machen, da man direkt in die Handlung geworfen wird. Der Klappentext suggeriert ein eher historisches Setting, die Geschichte geht jedoch in eine ganz andere, sehr überraschende Richtung (aber durchaus mit historischen Anteilen). Überhaupt gibt es viele überraschende und auch interessante Aspekte, die teils innovativ, teils gewohnt, aber in neuem Kontext dargeboten sind. So hat dieses Buch auf jeden Fall etwas Besonderes. Mal davon abgesehen, dass es einen Cliffhanger gibt, der zusätzlich zum Lesen des Folgebandes animiert.
Der Schreibstil ist flüssig, geradlinig und beschreibt die Umgebung bildhaft. Die romantischen Teile sind ... sehr romantisch. Und auch oft sehr prickelnd. Die Anziehung zwischen Alisha und ihrem Gegenpart ist sehr überzeugend und glaubhaft.
Ein bisschen gehadert habe ich mit den Figuren. Die 18-jährige Alisha ist fast unfehlbar, nimmt sich sofort jeglicher Verantwortung an, fügt sich sofort in ihr Schicksal und glaubt alles ziemlich schnell, ohne die Dinge anzuzweifeln oder zu hinterfragen. Durch die Voraussicht ihrer toten Eltern ist sie perfekt auf jegliche Eventualität vorbereitet; sogar auf den Schwertkampf. An einer Stelle ist dies sehr bezeichnend beschrieben: "Keine Ahnung, warum ich weiß, in welche Richtung wir müssen [...]". Auch die Menge an Figuren war für mich etwas hinderlich, da ich irgendwann ein wenig den Überblick verlor. Aber das hat das Lesevergnügen letztendlich nicht übermäßig getrübt.
Insgesamt war dieses Buch überraschend, fesselnd, spannend, prickelnd und machte definitiv Lust auch auf den nächsten Band. Trotz ein paar kleiner Kritikpunkte für mich persönlich, ist der erste Band der Immergrün-Saga ein gelungenes Debüt.