Profilbild von shizu_reads

shizu_reads

Lesejury Star
offline

shizu_reads ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit shizu_reads über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2023

Anders und nicht für jeden etwas

Nichts in den Pflanzen
0

Das war definitiv absolut anders als erwartet. Was genau ich erwartet habe, kann ich gar nicht so richtig erklären. Fakt ist aber, dass mich das Buch absolut überrascht hat.
Es ist etwas ganz eigenes, ...

Das war definitiv absolut anders als erwartet. Was genau ich erwartet habe, kann ich gar nicht so richtig erklären. Fakt ist aber, dass mich das Buch absolut überrascht hat.
Es ist etwas ganz eigenes, irgendwie surreal und weird.
Die Geschichte läuft über zwei Zeitlinien gleichzeitig, die innerhalb eines Jahres spielen und sich im Verlauf immer mehr annähern. Das war faszinierend, denn einerseits wusste man bereits was passiert ist, und erfährt dann häppchenweise wie es dazu gekommen ist.
Für mich war es wie ein Sog, sozusagen ein Tunnel aus Wörtern. Sehr überraschend und sprachlich wirklich top.
Die Protagonistin ist eher eine Antiheldin. Sie ist destruktiv, manipulativ und hat nicht wirklich positive Eigenschaften. Sie reitet sich immer mehr in den Mist, so dass man sie als Leser eigentlich nur kräftig schütteln möchte. Dabei wird auch die eine oder andere Grenze überschritten, die einen dann sprachlos zurücklässt.
Ich hab mich immer nur sehr schwer losreißen können, es war wie ein sprichwörtlicher Unfall: man will gar nicht hinsehen, aber kann einfach nicht wegschauen.
Es ist also kein Buch für jeden, aber wenn man sich darauf einlassen kann, ist es etwas ganz besonderes. Ich konnte mich einlassen und fand es gut, anders, aber trotzdem gut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2023

Eine andere Sichtweise auf das Thema

Überwintern. Wenn das Leben innehält
0

Ich hatte etwas ganz anderes erwartet, als ich das Buch begonnen hatte. Die Autorin schreibt hier keine fiktive Geschichte, sondern berichtet aus ihren eigenen Erfahrungen und mischt diese mit sehr informativen ...

Ich hatte etwas ganz anderes erwartet, als ich das Buch begonnen hatte. Die Autorin schreibt hier keine fiktive Geschichte, sondern berichtet aus ihren eigenen Erfahrungen und mischt diese mit sehr informativen und interessanten Geschichten die das Thema Winter beinhalten. Wie beispielsweise wie sich Bienen im Winter verhalten, was für einen positiven Effekt Winterbaden hat und noch vieles mehr.
Auch wenn das Thema, die eigenen und ganz persönlichen Winter, eher ein ungemütliches ist, ist das Buch nicht bedrückend. Im Gegenteil, die Autorin zeigt anhand der Beispiele auf, dass jeder immer mal wieder einen Winter durchläuft und sich dieser unterschiedlich stark ausprägt. Das muss nicht gleich eine handfeste Depression sein, sondern kann auch einfach nur eine Zeit des Rückzugs sein. Und das man sich ein wenig darauf einstellen kann, sich vorbereiten und auch nach ein paar durchlebten Wintern weiß, dass er irgendwann aufhört.
Ein wichtiges Buch, dass zeigt, dass wir und die Gesellschaft es akzeptieren müssen, dass nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Die Natur macht es uns ja wundervoll vor.
Es liest sich flüssig und immer dann wenn ich dachte: jetzt schweift sie komplett vom Thema ab, kam der Wendepunkt zurück zum eigentlichen Thema.
Es ist informativ, gut geschrieben und bringt einem das Thema gut nahe ohne den Zeigefinger zu erheben. Es bringt einen zum Nachdenken und Überdenken.
Klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2023

Witzig, mit leichtem Tiefgang

Hirn gegen Hayley
0

Ich hab schon Tränen gelacht bei Hayley's Videos, daher musste ich auch ihr Buch lesen.
Hayley schildert in leichter Sprache verschiedene Situationen aus ihrem Leben. Allen voran natürlich das Hauptthema: ...

Ich hab schon Tränen gelacht bei Hayley's Videos, daher musste ich auch ihr Buch lesen.
Hayley schildert in leichter Sprache verschiedene Situationen aus ihrem Leben. Allen voran natürlich das Hauptthema: ihr Hirn. Dieses kommentiert nämlich alles, gibt teilweise auch seltsame Ratschläge oder produziert hirnrissige Gedanken. Das spannende dabei, dafür gibt es einen Begriff: intrusive Gedanken. Und jetzt geht es mir wie Hayley: ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Diese Stimme aus dem Off haben erstaunlich viele Menschen, aber die wenigsten sprechen darüber.
Hayley mixt in ihrem Buch wirklich witzige Geschichten mit ein paar Punkten, die einen zum Nachdenken bringen. Wie beispielsweise das Thema Körper: "Es ist nicht leicht, sich in den eigenen Körper zu verlieben. Ich glaube, gerade Frauen fällt das schwer, nachdem sie in einer Medienwelt aufgewachsen sind, die sie mit Bildern und Meinungen bombardiert hat, wie ein Körper aussehen sollte und was "unattraktiv" ist.". Sehr berührt hat mich ihr Umgang mit der Trauer und wie individuell diese bei jedem ist.
Allgemein also eher ein leichtes Buch, mit viel Witz und eben auch etwas Tiefgang. Manches traf nicht ganz meinen Humor, aber im Großen und Ganzen hab ich es gerne gelesen und kann es weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.07.2023

Ein Epos findet sein (vorläufiges) Ende

Der Engelsturm
0

Der letzte Band der großen Schwerter Reihe. Es ist wirklich ein Epos, ein anderes Wort fällt mir dafür einfach nicht ein. Genauso ist es ein Grundstein der Fantasy, nachdem man es gelesen hat, sieht man ...

Der letzte Band der großen Schwerter Reihe. Es ist wirklich ein Epos, ein anderes Wort fällt mir dafür einfach nicht ein. Genauso ist es ein Grundstein der Fantasy, nachdem man es gelesen hat, sieht man bei vielen anderen woher die Inspiration kam.
Es ist ein Backstein mit über 850 Seiten, ähnlich wie Band 2 und 3 und trotzdem kam es mir wesentlich mehr vor.
Der Einstieg war super leicht, und dank der Zusammenfassung der vorherigen Bände ist man auch wieder schnell im Thema drin. Ich hab Highfantasy wirklich ein wenig vermisst und mich in Osten Ard gleich wieder zu Hause gefühlt. Der Stil ist sehr ausführlich, dabei aber nicht langweilig aber leider streckenweise langatmig. So ab der Hälfte zog es sich etwas. Die Zeitlinie verläuft relativ schnell und wenn vor zwei Kapiteln noch eine Schlacht bevorstand, ist sie zwei weiter bereits abgeschlossen. Aber es zieht sich leider doch sehr, bis endlich alle lang gesponnen Fäden endlich zusammen laufen.
Die Charaktere entwickeln sich unterschiedlich, Simon und Miriam bleiben leider eher nervig und naiv. Selbst nach allem was sie durchgemacht haben ist er weiterhin Ruhmesgeil und sie naiv und trotzig. Da sind mir Josua umd Isgrimnur wesentlich lieber. Trotzdem passt es gut in die Story. Achtung kleiner Spoiler: Absolut unverständlich war mir allerdings Simons neue, ruhige und bedachte Art und Weise nachdem der Krieg vorbei ist, vorher noch totales Mondkalb und dann zwei Tage später der Weise.
Wer Fantasy mag oder gar liebt sollte es unbedingt lesen. Es hat einfach so viele tolle Elemente, fernab von Orks und Elfen, sondern mit eigenen und stimmigen Fabelwesen. Die Story ist über 4 Bände mit je 850+ Seiten wahrlich ein Berg von Wörtern, aber es lohnt sich so sehr. Auch wenn sich das Finale etwas zieht, es ist ein großartiges Werk.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2023

Ein ganz besonderer Wälzer, auf den man sich aber einlassen muss

Babel
0

Babel war eines der Bücher, worauf ich mich dieses Jahr enorm gefreut habe.
Mich hat der Stil sofort gefangen genommen, die Liebe zum Wort, der Sprache sowie deren Herkunft und Entwicklung. Genauso die ...

Babel war eines der Bücher, worauf ich mich dieses Jahr enorm gefreut habe.
Mich hat der Stil sofort gefangen genommen, die Liebe zum Wort, der Sprache sowie deren Herkunft und Entwicklung. Genauso die Welt mit der Silber-Magie, den Dark Academy Vibes und dieses Cover, die Prägung auf dem Buchdeckel - alles genau mein Geschmack. Es ist ein Wälzer, liebevoll auch Backstein oder Totschläger genannt. Man braucht Ausdauer, wenn einen der Stil und die Welt nicht sofort vereinnahmt, sonst macht einen das schon mal lesetot. Ich fühlte mich sofort wohl mit allem und flog nur so über die Seiten. Und kennt ihr das Gefühl, wenn man nicht will, dass dem Protagonisten etwas passiert oder man ihn von Dummheiten abhalten möchte? Mir ging es mit Robin so, ich hätte ihn so gerne behütet in seiner Bubble gelassen und einfach nur über den Campusalltag weiterlesen können. Aber ist halt nicht schöne, heile Welt und das zeigt die Autorin auch schonungslos. Man bekommt es mit Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung, Ausbeutung und noch einigem mehr zu tun. Es ist kein leichtes Buch, und vieles beruht auf wahren Gegebenheiten (z. B. der Opiumhandel in China). Ich konnte es nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern musste immer mal wieder drüber nachdenken, was ich grade gelesen habe.
Das einzige Manko war für mich das etwas zähe Ende. Es ist ein passendes und sehr schlüssiges, aber da hab ich dann doch einen langen Atem gebraucht. Vielleicht hätten es so 100 bis 200 Seiten weniger, es etwas entspannter gemacht.
Kurzum, es ist ein besonderes Buch, nichts für Zwischendurch oder wenn man nur leichte Lektüre gewohnt ist. Man muss sich drauf einlassen und auch selbst mindestens ein wenig Liebe für Wort und Sprache haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere