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Veröffentlicht am 08.12.2018

Ein Buch ohne roten Faden

Elfenkrone
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Auf "Elfenkrone" bin ich aufgrund des grossen Hypes und den zahlreichen positiven Bewertungen auf Goodreads aufmerksam geworden, die nach dem Erscheinen des englischen Originals überall aufgetaucht sind. ...

Auf "Elfenkrone" bin ich aufgrund des grossen Hypes und den zahlreichen positiven Bewertungen auf Goodreads aufmerksam geworden, die nach dem Erscheinen des englischen Originals überall aufgetaucht sind. Da ich YA Fantasy liebe und Fae als Wesen bisher sehr interessant gefunden habe, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch an das neuste Werk von Holly Black.
Vor ein paar Monaten, kurz nachdem das englische Original erschienen ist, habe ich schon einmal einen Versuch gestartet und wollte das Buch im Zuge einer Leserunde lesen. Bei knapp 20% ist es aber dann irgendwie bei mir in der Versenkung verschwunden, weil mich der Plot bis dahin nicht fesseln konnte und ich irgendwann einfach vergessen habe, weiterzulesen. Als ich erfahren habe, dass das Buch auf Deutsch erscheint, wollte ich Elfenkrone noch einmal eine neue Chance geben - bei all den guten Bewertungen muss es ja schliesslich gut sein, oder? Na ja, das dachte ich zumindest...
Nachdem ich das Ebook auf Deutsch erhalten hatte, habe ich noch einmal voller Elan in die Geschichte gestartet und war überrascht, wie wenig mir vom Inhalt nach nur wenigen Monaten hängen geblieben ist. Sowohl die Story, als auch die Charaktere (und davon gibt es sehr viele) waren mir völlig fremd. Doch ich wollte mich davon nicht beirren lassen. Ironischerweise habe ich es wieder bis ungefähr 20% des Ebooks geschafft, als ich eine erste Pause einlegen musste, weil ich keine Lust mehr hatte, weiterzulesen. (Mir ist erst im Nachhinein bei einem Vergleich mit meinen Leseupdates auf Goodreads aufgefallen, dass ich damals an einem ganz ähnlichen Punkt aufgehört habe weiterzulesen).

Man wird als Leser direkt ins Geschehen hinein geworfen: Judes Eltern werden ermordet, es erfolgt ein Zeitsprung und sie und ihre Geschwister(?) leben im Reich der Feen, in dem man sich als Leser praktisch selbst zurechtfinden muss. Es gibt bis dahin keinen ersichtlichen roten Faden, der mir zumindest eine annähernde Richtung vorgegeben hätte, in die sich der Plot entwickeln will. Das Geschehen plätschert vor sich hin und es tauchen viele verschiedene Namen von Charakteren auf, die ich aufgrund von fehlenden Hintergrundgeschichten nur schwer auseinander halten konnte. Selbst zu Jude konnte ich keinen Zugang aufbauen (ich war mir anfangs nicht mal sicher, ob sie eine Frau oder Mann ist), was für mich eher für eine schlechte Charakterisierung spricht. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Autorin das Worldbuilding fast gänzlich weglässt und es für mich als Leser deshalb schwierig war, mich in der Welt der Fae zurechtzufinden. Man erfährt zwar hier und da über ein paar Gespräche von Jude, was im gegenwärtigen Zeitpunkt stattfindet, aber wieso und weshalb die Fae sich so verhalten und wie deren Welt aufgebaut ist, bleibt dem Leser vorenthalten.
Die fehlenden Erläuterungen zu den einzelnen Charakteren, der Welt und der Hintergrundgeschichte hat es mir extrem schwer gemacht, einen Zugang zur Geschichte zu finden. Ich wollte diesmal aber nicht so schnell aufgeben und habe mich dann noch bis zu 40% des Buches durchgequält, bevor ich endgültig aufgegeben habe, das Buch oder die fehlende Handlung verstehen zu wollen. Da dies bereits mein zweiter Versuch ist und mich das Buch beide Male nicht packen konnte, gehe ich nicht davon aus, dass ich das Buch noch gut finden würde. Dafür ist der Einstieg in das Buch in meinen Augen missglückt. Ich kann auch beim besten Willen nicht verstehen, wie der Hype um das Buch zustande gekommen ist, denn "Elfenkrone" war eines der schlechtesten Bücher, das ich in diesem Jahr gelesen habe. (Oder es zumindest versucht habe).


Fazit:
Ein Buch über Fae, das leider scheinbar ganz ohne roten Faden oder Worldbuilding auskommen muss und mich deshalb nicht fesseln konnte. Ich kann den Hype um das Buch beim besten Willen nicht verstehen und ich habe zweimal versucht, einen Zugang zu der Geschichte und den Charakteren zu finden, der beide Male missglückt ist. Bei knapp 40% habe ich das Buch abgebrochen, weil ich mich nicht länger durch eine Lektüre durchquälen wollte, die mir offensichtlich keinen Spass macht und deren Handlung nur so dahinplätschert. Von mir gibt es für das Buch 1.5 Sterne, das ich aufgrund der Idee mit der Feen-Welt auf 2 Sterne aufrunde. Man hätte aus der Grundlage aber viel mehr machen können. Dieser Versuch wirkte auf mich eher chaotisch und ziellos.

Veröffentlicht am 02.07.2023

Grenzt schon an ein Plagiat der Hunger Games Trilogie...

Gameshow – Der Preis der Gier
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Fangen wir zunächst mit dem Positiven an und das ist das absolut atemberaubende Cover, das sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat und ein wahrer Blickfang ist. Es sieht wahnsinnig hochwertig ...

Fangen wir zunächst mit dem Positiven an und das ist das absolut atemberaubende Cover, das sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat und ein wahrer Blickfang ist. Es sieht wahnsinnig hochwertig aus und hat mich direkt neugierig auf den Inhalt des Buches gemacht.

Und mit dem Stichwort "Inhalt" wären wir auch schon bei den Kritikpunkten, denn der Inhalt konnte mich bedauerlicherweise überhaupt nicht überzeugen. Und das lag in erster Linie daran, dass ich beim Lesen richtiggehend schockiert war, wie dreist die Autorin hier eigentlich wohl die berühmteste Dystopie des letzten Jahrzehnts kopiert hat: Die Hunger Games.
Vielleicht wäre ich weniger überrascht gewesen, wenn ich mir die Inhaltsangabe vor dem Lesen angesehen hätte, aber der Einstieg in Gameshow ist bei mir wirklich sauer aufgestossen, weil ich den Eindruck hatte, ich wäre wieder in Panem gelandet. Und dabei will ich dem Buch nicht mal vorhalten, dass es Ähnlichkeiten mit der berühmten Bestseller-Trilogie gibt, denn es gab in den letzten Jahren einige Bücher aus dem Dystopie-Genre, die sich offensichtlich durch das berühmte Werk haben inspirieren lassen. Aber was hier teilweise 1:1 kopiert wurde, ist an Dreistigkeit wohl nicht zu überbieten: Angefangen bei dem Plot, der wirklich absolut gar keine Innovation aufweist, denn es geht darum, dass unsere jugendliche Protagonistin unfreiwillig als Teilnehmerinnen einer Gameshow teilnehmen muss, bei der es um Leben oder Tod geht. Na, klingelt da was? Dabei hat die Autorin zu allem Übel noch die gleichen Begriffe wie Suzanne Collins verwendet, wie etwa Gameshow vs. Hunger Games oder Die Protagonistin Cass vs. Ka(tni)ss, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Die Games spielen natürlich in einer Arena, auf die sich die Spieler:innen vorbereiten können, sich Teams bilden und man mit Sympathiepunkte höhere Wetteinsätze gewinnen kann. Also exakt so, wie die Hunger Games ablaufen. Und natürlich gibt es auch Distrikte - äh Entschuldigung - ich meine natürlich gesellschaftliche Einteilungen nach Farben, denen die jeweiligen Bewohner New Londons angehören.
Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, wie so ein dreister Abklatsch es geschafft hat, einen Verlag zu finden? Das Buch kann eigentlich fast schon als Plagiat bezeichnet werden, was mich unfassbar enttäuscht - und, wie man der Rezension anmerkt, auch wütend gemacht hat.

Ich habe das Buch auch bloss zu Ende gelesen, weil ich es auf Spotify als Hörbuch gefunden und es so nebenbei hören konnte. Und ich wollte meine Meinung nicht vorschnell bilden und bis zum Ende durchhalten, um meiner Bewertung mehr Gewicht geben zu können.
Bedauerlicherweise hat sich mein Standpunkt mit fortlaufender Geschichte jedoch nicht verbessert, sondern durch die Häufung an Kritikpunkten eher noch verschlechtert.
Abgesehen von der geklauten Idee, konnte nämlich auch das Worldbuilding überhaupt nicht überzeugen. Im Gegensatz zu Panem, habe ich bis zum Schluss nicht begriffen, wie diese Welt in New London genau funktioniert, und die Autorin macht sich auch keine Mühe, irgendwelche Erklärungen zu liefern. Ausserdem hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass wir uns im Jahr 2126 befinden, denn die Techniken aus dem Buch haben eher wie aus der aktuellen Gegenwart gewirkt.
Auch die Charaktere konnten mich überhaupt nicht überzeugen, neben unserer langweiligen Protagonistin Katniss - äh sorry - ich meine Cass, die eigentlich gar keinen aktiven Part in der Handlung übernimmt, sondern von allen Nebencharakteren durch die Handlung geführt und in die richtige Richtung gewiesen werden muss, blieben die ganzen Nebencharaktere absolut blass und gesichtslos. Selbst Cass' Insta Love Interest Jax scheint keinerlei Persönlichkeit zu besitzen, ausser, dass er halt ein Love Interest ist. Charaktertiefe, Stärken, Schwächen oder irgendwelche Eigenheiten, die den Personen Wiedererkennungswert geben, sucht man hier vergeblich.
Der Schreibstil ist sehr simpel gehalten und leider bleibt die Story absolut spannungsarm. Im Mittelteil befindet sich unsere Protagonistin Cass sehr lange Zeit im Camp der No Clans und während dieser Zeit passiert eigentlich rein gar nichts, bis dann endlich das langersehnte (Hunger) Game losgeht, das jedoch wenig überraschend hinter den Erwartungen zurückbleibt, und weder Action, noch Spannung bereithält.
Man kann also abschliessend festhalten, dass mich der Inhalt auf ganzer Linie enttäuscht hat.

Fazit:
Alles in allem ist dieses Buch wohl mein Flop des Jahres und ich kann nur jedem empfehlen, statt dieses Buches die Hunger Games Trilogie zu lesen - nicht nur, dass der Plot der gleiche ist, er ist noch dazu viel besser ausgearbeitet und übertrifft Game Show in allen Aspekten. Von mir gibt es deshalb nur einen enttäuschten Stern.

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Veröffentlicht am 14.07.2020

Dünne Story mit einem vorhersehbaren Plot im Fanfiction-Stil

Dunkelglanz - Obsession
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So langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich meine früheren Rezensionen zu JLAs Büchern bei jedem ihrer Neuerscheinungen kopieren könnte. Und das liegt vermutlich daran, dass sich jede ihrer Geschichten ...

So langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich meine früheren Rezensionen zu JLAs Büchern bei jedem ihrer Neuerscheinungen kopieren könnte. Und das liegt vermutlich daran, dass sich jede ihrer Geschichten wie ein Abklatsch eines ihrer anderen Bücher anfühlt. Wobei ich hier die Autorin noch soweit in Schutz nehmen kann, das dieses Buch im Englischen bereits 2013 erschienen ist, was man der Qualität des Buches leider auch anmerkt. Und trotzdem habe ich es satt, jedes Mal die immer gleiche Geschichte lesen zu müssen. Und das war leider auch bei Dunkelglanz wieder der Fall.

Das Buch spielt im Lux-Universum, in dem auch Armentrouts berühmte Obsidian-Reihe spielt und erzählt die Geschichte von Serena und Hunter. Serena ist ein Mensch, der beobachten muss, wie ihre beste Freundin von Leuchtwesen umgebracht wird. Nach diesem Vorfall trifft sie auf Hunter, der als Arum nichts anderes als ein Alien ist. Hunter macht es sich zur Aufgabe, Serena vor den Lux zu schützen, die sich nach dem Vorfall auf die Suche nach ihr gemacht haben, um sie "zum Verschwinden zu bringen", damit das Geheimnis um ihr wahres Wesen bewahrt wird. In dieser turbulenten Zeit kommt es schliesslich noch dazu, dass Hunter und Serena sich näher kommen...

Ja, was soll ich sagen. Die Story war so platt und vorhersehbar, dass sie sich eher als Fanfiction geeignet hätte, anstatt einem eigenständigen Buch. Der Geschichte fehlt es an jeglicher Tiefe und Spannung, denn es passiert auf diesen 320 Seiten gefühlt gar nichts, bis auf ein paar langweilige Sexszenen, die durch den peinlichen Dirty Talk der beiden Protagonisten ein solches Fremdschäm-Potenzial hatten, dass ich sie überspringen musste. Dass es sich um eine konstruierte Insta-Liebe handelt, muss wohl nicht erwähnen. Die Gefühle zwischen den beiden waren für mich die ganze Zeit über nicht spürbar, dafür musste ich so oft lesen, wie Hunters Genital "bretthart" ist, dass ich am liebsten laut los geschrien hätte. Das hatte schon fast Groschenroman-Niveau.
Positiv fand ich nur, dass Hunter mal nicht der typische Bad-Boy war, aber trotzdem fehlte es sowohl ihm, als auch Serena an Tiefgang. Beide Protagonisten blieben für mich bis zuletzt so blass, dass sie durch jeden anderen x-beliebigen Charakter hätten ausgetauscht werden können. Sie hatten für mich keinerlei Wiedererkennungspotenzial.

Zuletzt muss ich auch noch eine kritische Stelle anmerken, die auch im englischen Original bei vielen Leser*innen sauer aufgestossen ist - und sie wurde ausgerechnet von einer Frau geschrieben! Es folgt ein klitzekleiner Spoiler! Und zwar geht es um die Szene, in der Serena schläft und Hunter in ihr Zimmer kommt und ihre Brust streichelt, WÄHREND SIE SCHLÄFT! Das ist nicht nur ein sexueller Übergriff, da Serena ja offensichtlich nicht ihr Einverständnis dafür gegeben hat, sondern insgesamt auch einfach creepy - und JLA will dies noch tatsächlich als sexy verkaufen.
Nein. Einfach nein. Spätestens seit #metoo ein absolutes No-Go.

Das ist jetzt eine sehr harte Kritik und wenn ich nicht schon so viele Bücher der Autorin gelesen hätte (die einst zu meinen Lieblingsautorinnen gezählt hat!), dann wäre meine Bewertung sicher wohlwollender ausgefallen. Aber ich kann diese immer selbe Geschichte ohne jegliche Substanz einfach nicht mehr lesen. Und das ist schade, denn der Schreibstil der Autorin finde ich wirklich sehr gut und liest sich jedes Mal sehr flüssig. Nur reicht das nicht, wenn der Plot dahinter nicht überzeugen kann.

Fazit:
Leider konnte mich "Dunkelglanz - Obsession", wie schon viele andere Bücher der Autorin, nicht überzeugen. Die Story ist platt und vorhersehbar und bietet im Vergleich zu JLAs anderen Büchern nicht wirklich etwas Neues. Es wird die immer selbe Geschichte erzählt, die ich einfach nicht mehr lesen kann. Hinzu kommen peinliche Sexszenen, inklusive einer sehr fragwürdigen Szene, die eigentlich als sexueller Übergriff zu werten ist, hier aber als "sexy" verkauft wird. Das Buch liest sich eher wie eine schlechte Fanfiction. Für mich eine weitere Enttäuschung, die dazu geführt hat, Armentrout von der Liste meiner Lieblingsautorinnen zu streichen. Dieses Buch hat in meinen Augen leider nicht mehr als einen Stern verdient.

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