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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2023

Träume sind Schäume..

Wo du mich findest
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An und für sich mag ich die Bücher von Anne Barns, aber mit diesem Exemplar habe ich mich nicht anfreunden können. Wenn man so will, fing es gleich mit dem Cover an. Ich will nicht lange um den heißen ...

An und für sich mag ich die Bücher von Anne Barns, aber mit diesem Exemplar habe ich mich nicht anfreunden können. Wenn man so will, fing es gleich mit dem Cover an. Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden. Das Cover haut mich nicht vom Hocker. Eine Frau mittleren Alters lässt sich im Wasser treiben. Ihre Augen sind geschlossen, sie scheint vor sich hin zu träumen.

Um verpasste Chancen und romantische Träume dreht sich die Handlung, in der eine Frau mittleren Alters (in den Wechseljahren) im Fokus steht. Das Geschehen wird aus der Ich-Perspektive geschildert. Für mein Empfinden steckt die Heldin mitten in einer tiefen Sinnkrise. Ob eine (erträumte) Beziehung zu einem anderen Mann sie zu neuem Leben erwecken kann?

Nein, das neue Buch von Anne Barns hat mich nicht überzeugt. Für mein persönliches Empfinden ist ihre Geschichte viel zu verkitscht und rosarot eingefärbt; sie ist und bleibt absolut unrealistisch. Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, dass eine erwachsene Frau in die Gedanken- und Gefühlswelt eines pubertierenden naiven Mädchens abgleitet, wenn sie einen (ihr völlig unbekannten) Mann erblickt. Die naiven Idealisierungen und Projektionen der Protagonistin sind schwer zu ertragen. Schade!

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Opa werden ist nicht schwer...

Lass das mal den Opa machen! (Der Offline-Opa 2)
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Die humorvollen Bücher um die "Online-Omi" Renate Bergmann gehören zu meiner Lieblingslektüre. Was liegt näher als ihrem männlichen Pedant, dem "Offline-Opa" Gunter Habicht, eine faire Chance zu geben? ...

Die humorvollen Bücher um die "Online-Omi" Renate Bergmann gehören zu meiner Lieblingslektüre. Was liegt näher als ihrem männlichen Pedant, dem "Offline-Opa" Gunter Habicht, eine faire Chance zu geben? Immerhin stammen diese litarischen Protagonisten aus der erfolgreichen Schreibwerkstatt von Torsten Rohde in Berlin...

Das humorvolle Cover hat mir gut gefallen. Der ewig grantelnde Opa schiebt einen schnittigen Designer-Sportwagen durch den Park, und die mit allen Wassern gewaschene Omi freut sich sichtlich über das zufrieden glucksende Kindchen. Somit sind die zentralen Figuren im Fokus des Betrachters. Schön umgesetzt!

Der witzige Titel nimmt den von sich selbst überzeugten Gunter Habicht auf die Schippe. Wird er es schaffen, seinem Enkelchen die müffelnden Windeln zu wechseln, ohne in Ohnmacht zu fallen?

Inhaltlich hat mich der locker-flockig geschriebene humorvolle Roman etwas enttäuscht. Denn es geht in erster Linie um die erste Schwangerschaft von Mareike, der einzigen Tochter von Gunter und Brigitte Habicht. Der "Offline-Opa" gibt zu allen wichtigen und unwichtigen Themen seinen mehr oder weniger sachkundigen Kommentar ab. Die sarkastischen Bemerkungen über schwangere Frauen zielen manchmal unter die Gürtellinie, aber sie sind amüsant zu lesen, wenn man nicht selbst davon betroffen ist. Leider bleibt die erhoffte Interaktion mit dem ersten Enkelchen auf der Strecke. Was nicht ist, kann noch werden. Hoffen wir mal auf die Phantasie von Torsten Rohde.

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Veröffentlicht am 06.07.2022

Fischbrötchen und Schokoküsse

Fischbrötchen und Schokoküsse
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Moin!

Mit ihrem neuen Buch "Fischbrötchen und Schokoküsse" präsentiert die erfolgreiche Selfpublisherin Jane Hell bereits den vierten Band aus ihrer "Förderliebe"-Reihe, die rund um Eckernförde, eine ...

Moin!

Mit ihrem neuen Buch "Fischbrötchen und Schokoküsse" präsentiert die erfolgreiche Selfpublisherin Jane Hell bereits den vierten Band aus ihrer "Förderliebe"-Reihe, die rund um Eckernförde, eine kleine Hafenstadt an der Ostsee, angesiedelt sind:



»Er fährt wie der letzte Henker und schimpft die ganze Zeit nur, weil er sich gestern für mich eine Hose anziehen musste.«

Marina lebt mit Mitte zwanzig behütet bei ihren Eltern in München.
Als die sie bitten, endlich auszuziehen, und sie unerwartet ihren Job verliert, gerät ihr geregeltes Leben aus den Fugen. Um irgendein Einkommen zu haben, muss sie ein Stellenangebot auf einem Gutshof an der Ostsee annehmen, obwohl sie normalerweise strikt allen lebensverändernden Entscheidungen aus dem Weg geht. Marinas neuer Arbeitsplatz, der malerische Hof von Frau Larssen, liegt weit abseits direkt am Strand der Eckernförder Bucht. Ein traumhafter Ort, wäre die Verwaltungsarbeit nicht so ein Chaos. Zusätzlich ist Marina ohne Führerschein auf Tim-Ove angewiesen, den Großneffen ihrer neuen Chefin. Und der verhält sich Marina gegenüber unerklärlich sprunghaft. Zu gern würde sie wissen, was dahintersteckt. Erzählt er ihr immer die ganze Wahrheit über das Anwesen? Und was bedeutet dieses Flattern in Marinas Bauch, wenn er ihr mal wieder auf den Geist geht?


Wer nicht über das bunte Cover und den witzigen Titel grinsen muss, sollte zum Lachen in den Keller gehen. Jane Hell setzt ihre locker-leicht geschriebene "Förde-Liebe"-Reihe mit einem neuen abgeschlossenen Ostsee-Roman fort, der um Mut, Liebe und das Leben am Meer kreist.

Das Geschehen wird aus der Ich-Perspektive von Marina, genannt: Mari, vermittelt, einer 25jährigen Immobilienkauffrau, die nach einer beruflichen Bruchlandung das kuschelige heimische Nest in München verlässt und einen Job auf einem mitten im Nirgendwo gelegenen herabgewirtschafteten Gutshof an der Ostsee annimmt.

Auch wenn mir die (vorhersehbare) humorvolle Liebesgeschichte gefallen hat, muss ich einige Punkte bemängeln, die mir die Lektüre etwas verleidet haben. Für mein Empfinden eignet sich die etwas chaotische, tollpatschige und überängstliche Protagonistin nicht als Identifikationsfigur; es ist mir sehr schwergefallen, mit ihr warm zu werden. Sie wirkt wie ein überbehütetes Kind, das an Mamas Rockzipfel hängt und vor seinem eigenen Schatten Angst hat, nicht wie eine erwachsene Frau, die einen Studienabschluss (B. A.) und praktische Berufserfahrungen vorweisen kann. Der erzwungene Ortswechsel tut ihr gut, aber an der Ostsee gerät sie laufend in haarsträubende Situationen; die Situationskomik wirkt manchmal etwas überstrapaziert. Auch mit ihrem "Love-Interest" Tim-Ove, dem gutaussehenden Großneffen der alten Gutsherrin, der sich als Entwickler von Apps durchs Leben schlägt und (Spoiler) aus edlen Motiven das Vermögen seiner Großtante verzockt, hatte ich meine Schwierigkeiten, sein großkotziges Auftreten und die markigen Sprüche, die seine tiefen, wahren Gefühle für Mari verschleiern sollte, gingen mir auf die Nerven. Schade!

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Kalter Kaffee...

Café Meerblick
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Nach ihrem ersten Norderney-Roman "Pension Herzweh" legt Christin-Marie Below ihren zweiten Norderney-Roman "Café Meerblick" vor, der von einem weiteren Neuanfang auf Norderney erzählt.

Das in warmen ...

Nach ihrem ersten Norderney-Roman "Pension Herzweh" legt Christin-Marie Below ihren zweiten Norderney-Roman "Café Meerblick" vor, der von einem weiteren Neuanfang auf Norderney erzählt.

Das in warmen Farben gehaltene Cover punktet mit einem eindrucksvollen Naked-Cake; der Leuchtturm ist ein echter Eye-Catcher. Insel-Romane erfreuen sich großer Beliebtheit; insoweit kann man mit einer bekannten Nordsee-Insel nichts falsch machen. Christin-Marie Below ist auf Nummer Sicher gegangen; ihr neuer Roman spielt wiederum auf Norderney und schenkt ihren Leserinnen ein Wiedersehen mit den Protagonisten aus ihrem ersten Roman.

Christin-Marie Below setzt auf ein bewährtes Konzept, das sie von ihrer erfolgreichen Mutter übernommen haben mag. Man nehme eine Prise Tragik, Freundschaft, Liebe, Kuchen und Meer - mit dieser gefälligen Mischung kann man nichts falsch machen. Das Werk wird schon aufgehen - beziehungsweise auf dem Markt verkauft werden.

Christin-Marie Below erzählt eine nette, zuckersüße Geschichte für zwischendurch, die sich als leichte, triviale Strandlektüre eignet. Meinen persönlichen Geschmack hat sie nicht getroffen. Für mein Empfinden ist dieser Insel-Roman flach und weichgespült; Christin-Marie Below malt die Welt in rosaroten Farben, sämtliche Konflikte werden im Handumdrehen auf Norderney gelöst, alle Menschen auf ihrer Lieblingsinsel sind herzensgute, liebenswerte Menschen, die eine psychisch angeschlagene Touristin aus dem Ruhrgebiet, die sich ihren Kindheitstraum erfüllen will, mit offenen Armen empfangen und in ein glückliches Leben auf der Lieblingsinsel begleiten. Massiv gestört hat mich die falsche Gewichtung des Inhalts. Während die enge Freundschaft zwischen Mona und Sophie großen Raum einnimmt, kommt die versprochene Liebesgeschichte mit Tjark viel zu kurz. Von großen Gefühlen habe ich in dieser Romanze nichts merken können.

Alles in allem fällt mein persönliches Fazit durchwachsen aus. Dieser (sprachlich) simpel gestrickte Roman ist leichte Kost. Daran können die netten Rezepte im Anhang nichts retten. Wenn ich Kuchen backen will, greife ich zu einem Backbuch, nicht zu einem Frauenroman. Sorry!

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Veröffentlicht am 09.01.2022

Vater und Tochter

Perfect Day
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Mit ihren Psychothrillern "Liebes Kind" und "Marta schläft" hat Romy Hausmann die Bestseller-Listen gestürmt. Nun erscheint ihr drittes Buch "Perfect Day", das von einer schockierenden Geheimnis erzählt.

Seit ...

Mit ihren Psychothrillern "Liebes Kind" und "Marta schläft" hat Romy Hausmann die Bestseller-Listen gestürmt. Nun erscheint ihr drittes Buch "Perfect Day", das von einer schockierenden Geheimnis erzählt.

Seit vierzehn Jahren verschwinden Mädchen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Rote Schleifenbänder weisen der Polizei den Weg zu ihren Leichen. Vom Täter fehlt seit vierzehn Jahren jede Spur. Eines Abends wird der international renommierte Philosophieprofessor und Anthropologe Walter Lesniak im Beisein seiner Tochter Ann verhaftet. Die Anklage: zehn Morde an jungen Mädchen. „Professor Tod“ titelt die Boulevardpresse. Doch Ann wird die Unschuld ihres Vaters beweisen. Für sie und die LeserInnen beginnt eine Reise in die dunkelsten Räume der menschlichen Seele …

Das schlichte Cover ist in Schwarz- und Weiß-Tönen gehalten und zeigt ein verschwommenes Herz, das auf ein verknittertes Blatt Papier gemalt scheint. Der kurze Titel besteht aus zwei Worten, die in einer kindlich anmutenden Schreibschrift auf das Papier geschrieben sind. In seiner äußeren Aufmachung sind Cover und Titel bewusst an die bereits erschienenen Bücher angepasst worden; insoweit ist ein klarer Wiedererkennungswert in den Buchhandlungen gegeben.

Der neue Psychothriller "Perfect Day" von Romy Hausmann spielt in Berlin. Das Geschehen wird aus mehreren Perspektiven vermittelt und spielt auf mehreren zeitlichen Ebenen; die Handlung wird regelmäßig durchbrochen von den Aufzeichnungen eines heranwachsenden Mädchens, von den Gesprächen eines Tatverdächtigen mit einem Journalisten und den Gedankengängen einer unbekannten Person, deren Identität im letzten Drittel des Buches gelüftet wird.

Im Mittelpunkt steht Ann, eine junge Studentin, die einzige Tochter des verwitweten, alleinstehenden Gelehrten Walter Lesniak, der unter dem dringenden Tatverdacht steht, mehrere kleine Mädchen ermordet zu haben. Ann ist von der Unschuld ihres Vaters überzeugt, will auf eigene Faust ermitteln und macht sich mit einem zwielichtigen Journalisten auf die Suche nach der Wahrheit.

Im Gegensatz zu den zwei bereits erschienenen Büchern von Romy Hausmann hat mich dieser Psychothriller nicht begeistern können. Für mein Empfinden handelt es sich um ein komplexes, tiefgründiges Buch, das sich mit einem seltenen Phänomen auseinandersetzt und zum Nachdenken anregt; allerdings geht das erklärte Anliegen von Romy Hausmann klar zu Lasten der Spannung. Mit den Bestsellern "Liebes Kind" und "Marta schläft" wird "Perfect Day" nicht mithalten können. Schade!

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