Das Buch war mal anders! Und ich mochte es! Unsere Protagonistin ist ungewöhnlich und doch fand ich sie einen wirklichen tollen Charakter. Die Autorin wirft und mitten in ihr Leben hinein, mitten rein ...
Das Buch war mal anders! Und ich mochte es! Unsere Protagonistin ist ungewöhnlich und doch fand ich sie einen wirklichen tollen Charakter. Die Autorin wirft und mitten in ihr Leben hinein, mitten rein zwischen verschwundenem Vater, problematischem Stiefvater, Rassismus, Wut und vielem mehr. Der Wandel von Jiwon im Laufe des Buches wird schon am Anfang angeteasert und doch kommt es noch heftiger als man am Anfang vielleicht vermuten würde, denn die ganzen unterdrückten Gefühle von Jiwon nehmen immer grausigere Züge an. Die Kategorisierung Feministischer Horror hat das Buch wirklich nicht umsonst. Am Ende wird das Buch auch nochmal richtig intensiv, es gibt verschiedene Möglichkeiten wie sich das ganze auflösen lassen würde und den Weg den die Autorin schlussendlich eingeschlagen hat fand ich sehr passend.
Alles in allem ein sehr anderes aber sehr tolles Buch, das mich mit seinem Horror und seinen feministischen Zügen sehr überzeugt hat. 4,5 Sterne ⭐️
Mae muss zu ihren Großeltern in eine Kleinstadt mitten in den Sümpfen Louisiana ziehen nund dort Sozialstunden ableisten - der einzige Weg einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Als kurz nach ihrem Eintreffen ...
Mae muss zu ihren Großeltern in eine Kleinstadt mitten in den Sümpfen Louisiana ziehen nund dort Sozialstunden ableisten - der einzige Weg einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Als kurz nach ihrem Eintreffen ihre Kindheitsfreundin Shelly nach einer Party tot aufgefunden wird, beginnt Mae in den Geheimnissen des Dorfes zu graben und stößt dabei auf die ein oder andere verdächtige Person und gerät dabei selbst in Gefahr.
Das Setting ist bildgewaltig und wunderschön beschrieben, was dem flüssigen, bildhaften und spannenden Schreibstil zu verdanken ist. Das Setting trägt auch generell sehr zum Vibe des Buches bei - eine Kleinstadt in der zwar jeder jeden kennt, aber doch jeder seine Geheimnisse hütet, die Spannung zwischen der Normalen und Reichen Bevölkerung und nicht zuletzt die Sümpfe und Landschaften Louisiana machen das Buch zu etwas ganz besonderem, auch wenn unsere Protagonisten Mae zuerst nicht so begeistert davon ist.
Mae ist ein interessanter, nicht ganz einfacher - wenn auch nachvollziehbarer Charakter (außer das mit den Büchern, das geht wirklich nicht). Sie hatte es nicht ganz leich im Leben und muss sich nun in der bekannten aber doch neuen Umgebung erst einmal zurechtfinden. Einige ihrer Handlungen sind vielleicht nicht ganz nachvollziehbar, aber sie ist immerhin ein Teenager, der zu lange Dinge selbst regeln musste. Da jeder im Dorf so seine Geheimnisse hat, ist sie mit ihren Ermittlungen auf sich allein gestellt, findet jedoch zum Glück auch irgendwann die Unterstützung die sie braucht. Auch die anderen Charaktere der Kleinstadt sind vielschichtig gestaltet, sodass man die ganze Zeit mit Mae miträtselt, weil es eben so viele Verdächtige gibt.
Der Spannungsbogen hält sich über das Buch hinweg, da immer neue Indizien und Beweise zu Tage kommen, auch wenn wir zwischendurch auch Maes Alltag kennenlernen. Auch hier trägt das Setting der Kleinstadt im Sumpf für mich wieder zum Spannungserhalt bei. Den ein oder anderen Plotttwist habe ich wirklich nicht kommen sehen und habe mich stellenweise wirklich sehr vom Buch überraschen lassen.
Ich fand sehr angenehm, dass die Love Story nur einen kleinen Anteil des Buches einnimmt und das Rätsel um den Mord stets im Vordergrund steht. Das Kleinstadt-Setting bietet mit seinen so unterschiedlichen Charakteren so viele Verdächtige und es bleibt stets spannend, da nichts so ist wie es scheint. Eingebunden in die wunderschöne Sumpflandschaft ergibt sich für mich ein rundes Bild, das mit Mae und ihrem starken Charakter abgerundet wird.
Für mich eine klare Leseempfehlung für alle die Lust auf Louisiana Setting, Kleinstadt Geheimnisse und eine junge Ermittlerin haben.
Lilly und ihr Vater betreiben ein Antiquariat, das dafür bekannt ist verloren gegangene historische Gegenstände wiederzufinden. Dies gelingt den beiden indem sie in die Vergangenheit reisen und die Gegenstände ...
Lilly und ihr Vater betreiben ein Antiquariat, das dafür bekannt ist verloren gegangene historische Gegenstände wiederzufinden. Dies gelingt den beiden indem sie in die Vergangenheit reisen und die Gegenstände so in die Gegenwart bringen. Lilly neuer Auftrag sieht eine Reise direkt auf die Titanic vor, auf der sie nicht nur ein Schmuckstück finden soll sondern auch auf Ray trifft, der wie viele andere Passagiere vom Unglück der Titanic noch keine Vorstellung haben...
Fazit:
Mir hat der Schreibstil und auch die Geschichte des Zeitreisens sehr gut gefallen. Die Vergangenheit und auch die Charaktere werden sehr greifbar dargestellt, auch wenn nicht alle von der sympathischen Sorte sind. Lilly war mir hingegen sehr sympathisch und auch ihre Gedankengänge konnte man sehr schön nachvollziehen. Der Philosophie der Familie zum Zeitreisen hat mir auch sehr gut gefallen und macht sie direkt sympatisch, weil sie sehr sensibel mit dem Thema umgehen. Es wurde schnell klar, dass nicht nur Lilly sondern auch die Autorin sich intensiv mit der Vergangeheit beschäftigt haben - Lilly um sich bestmöglich zu integrieren und die Autorin um das Ganze für uns Lesende spannend und fühlbar zu gestalten. Die Lovestory nimmt trotz der spannenden Handlung stellenweise sehr viel Raum ein, ist für aber an die zeitlichen Verhältnisse angepasst und sehr süß und gefühlvoll dargestellt. Die Geschichte war für mich durch die sehr erlebbaren Beschreibungen durch Lillys Augen sehr faszinierend. Die Geschichte ist bis auf einige Situationen für mich eher ruhig und gibt cozy Vibes. Gegen Ende kommt dann nochmal Spannung auf, sodass ich das Buch nicht mehr weglegen wollte. Für mich ist es ein gelungene Geschichte in die man sehr gerne eintauchen möchte um die Gegenwart mal kurz ein bisschen vergessen zu können.
Mir hat das Setting sehr gut gefallen und ich bin gespannt wie es im nächsten Teil mit Lilly weitergeht.
Lily ist 17 und wächst als Tochter chinesischer Einwanderer im China Town San Franciscos der 50er Jahre auf. Sie interessiert sich sehr für wissenschaftliche Themen und merkt schon bald, dass sie weder ...
Lily ist 17 und wächst als Tochter chinesischer Einwanderer im China Town San Franciscos der 50er Jahre auf. Sie interessiert sich sehr für wissenschaftliche Themen und merkt schon bald, dass sie weder in das typische Frauenbild der Gesellschaft passt, noch romantisches Interesse an den Jungen in ihrem Alter hat. Sie freundet sich mit der Außenseiterin Kath an, die eine neue Welt außerhalb ChinaTowns und mit dem Telegraph Club, in dem die queere weibliche Community von San Francisco zusammenkommt, auch außerhalb gesellschaftlicher Normen zeigt.
Malinda Lo verbindet in ihrem Buch zahlreiche wichtige und interessante Themen und bettet dieses in das historische Setting der 50er Jahre ein. Die Art und Weise wie sie die 50er Jahre und San Francisco beschreibt, lässt erahnen wie wichtig ihr ein authentisches Bild der damaligen Situation ist. So spricht sie nicht nur die Herausforderungen von queeren Personen und Frauen in den 50er Jahren an, sondern auch die Probleme der Kinder von Einwanderen, insbesondere aus der chinesischen Community kurz nach dem 2. Weltkrieg, in der die Angst vor dem Kommunisms in den USA stetig wächst.
Ich mochte es Lily in ihrer Selbstfindung zu begleiten und fand es sehr schön wie sie im Laufe des Buches immer mutiger wurde und für sich selbst einstand. Auch wie sich langsam der Blickwinkel auf ihre beste Freundin ändert und sie viele Dinge anfängt bewusster wahrzunehmen, fand ich sehr glaubwürdig und schön geschildet. Ich konnte sehr gut mit Lily mitfühlen, als Konflikte mit ihrer Mutter auftraten, die immer wieder versuchte Lily in eine von ihr vorgefertige Schablone zu pressen, in die sich Lily aber nicht so richtig einfügen wollte. Umso schöner fand ich es, dass Lilly mit ihrer Tante ein starkes weibliches Vorbild in der Familie hatte, die sie zumindest im wissenschaftlichen Bereich immer unterstützt.
Die Sprecherin ist sehr ruhig und sachlich, was ich in dem historischen Kontext sehr passend fand und mich deshalb nicht weiter gestört hat. Das Tempo ist am anfang eher gemächlich und es dauert bis sich die Story langsam aufbaut, gegen Ende hin wird sie deutlich schneller, sodass viele Fragen offen bleiben, was ich aber für dieses Buch auch irgendwie ganz passend finde. Mit den Rückblicken ins Leben der Eltern und Tante konnte ich anfangs nicht so viel anfangen, es hat gedauert bis ich das System verstanden habe, fand sie aber dann interessant. Der historische Überblick über die 50er Jahre der USA im Epilog war für mich sehr passend gewählt und zeigte noch einmal deutlicher die Hindernisse mit denen Lily und viele andere zu kämpfen hatten.
Für mich eine gelungene Geschichte über Selbstfindung, eine verbotene Liebe und das Leben als chinesisches Mädchen in den 50er Jahren der USA.
Tilda, mitten im durchgeplanten Jurastudium muss mal wieder ihrer chaotischen Zwillingsschwester Maxime aus der Patsche helfen, die bei einer Datingshow teilnimmt. Tilda fliegt nach Portugal und soll Maxime ...
Tilda, mitten im durchgeplanten Jurastudium muss mal wieder ihrer chaotischen Zwillingsschwester Maxime aus der Patsche helfen, die bei einer Datingshow teilnimmt. Tilda fliegt nach Portugal und soll Maxime in der Show ersetzen - und das ohne dass es jemand merkt - da war Chaos und Drama quasi vorprogrammiert.
Die Show ist an das klassische Format vom Bachelor angelehnt, und auch wenn sich sowas normalerweise nicht im TV ansieht, macht dieses Buch trotzdem unglaublich viel Spaß zu lesen. Die Charaktere mit ihren ganz eigenen Hintergründen, die Schwierigkeit 24/7 jemand zu spielen, der so ganz anders ist als man selbst, plus das vorprogrammierte typische Bachelordrama lassen das Ganze nie langweilig werden. Der Schreibstil lässt sich super lesen und passt auch altersgerecht zu den Protagonisten. Für mich die perfekte Lektüre für den Sommer, die sich locker und leicht anfühlt und dennoch aufregend bleibt. Ich konnte mit Tilda und den anderen Charakteren mitfiebern und bin nur so über die Seiten geflogen. Das Ende kam dann etwas plötzlich, aber dennoch ein gelungener Abschluss.