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Veröffentlicht am 02.01.2024

Selbst für einen Auftaktband etwas dünn

Die Grimm-Chroniken (Band 1)
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Worum geht’s?
Wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich das nach dem Lesen dieses Buches tatsächlich gar nicht so ganz genau. Lediglich die Tatsache, dass es sich bei einer Reihe wie den Grimm-Chroniken irgendwie ...

Worum geht’s?
Wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich das nach dem Lesen dieses Buches tatsächlich gar nicht so ganz genau. Lediglich die Tatsache, dass es sich bei einer Reihe wie den Grimm-Chroniken irgendwie um eine Märchenadaption handeln musste, war irgendwie zu vermuten. Ich habe allerdings bisher noch nie eine Geschichte gelesen, bei der ich mir zusammenreimen musste, worum es gehen soll – und da dieser Auftaktband in meinen Augen kaum nennenswerte Ereignisse aufweist, bleibe ich gezwungenermaßen einfach auf Band zwei der Reihe gespannt.


Meine Meinung
Eigentlich liebe ich Märchenadaptionen, vor allem weil die neuen Aspekte die bekannten Geschichten für mich immer gleich doppelt so interessant machen. Bei dieser hier wusste ich aber ganz ehrlich bis zum Schluss nicht, worum es eigentlich überhaupt gehen sollte.

Der Einstieg an sich war noch ganz nett gemacht, man lernt die Protagonisten ein wenig näher kennen und kann zumindest durch die Bezüge erkennen, dass es irgendwie um Märchen gehen soll. Dass ein Einführungsband zwangsläufig ein paar mehr Zusammenhänge erklären muss als beispielsweise ein vierter Teil einer Reihe war mir zwar bewusst, schade fand ich dann aber, wie sehr diese Einführung in die Länge gezogen wurde. Die Gespräche dauern lange, die Szenen dauern lange und selbst die Umgebungsbeschreibungen dauern lange. Wäre dann auch das Buch an sich länger gewesen, hätte man das ja irgendwie noch unter kleineren Längen verbuchen können, hier habe ich aber ehrlich gesagt knapp 150 Seiten lang darauf gewartet, dass etwas nennenswertes passiert.

Gut gefallen hat mir bisher eigentlich bloß der Handlungsstrang der Apfelprinzessin, da dort wenigstens etwas passiert und man tatsächlich eine Geschichte hat, die man verfolgen kann. Für den Handlungsstrang in der Gegenwart sehe ich zwar durchaus auch noch eine Menge Potenzial, dieses Buch war für mich aber insgesamt eine Enttäuschung, die meiner Meinung nach als Einführungskapitel in einem Buch mit klassischer Länge deutlich besser aufgehoben gewesen wäre.


Fazit
Die Grundidee dieser Geschichte fand ich definitiv spannend, und auch für die weiteren Bände der Reihe sehe ich durchaus einiges an Potenzial. Von der Umsetzung bin ich aber ganz ehrlich bisher eher enttäuscht, da man so gut wie nichts erfährt und praktisch ein ganzes Buch verschwendet, ohne das überhaupt etwas nennenswertes passiert.

Von mir gibt es dafür hoffnungsvolle drei Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 29.10.2023

Ein vergleichsweise schwacher Teil

Pirlo - Gefährlicher Freispruch
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Worum geht’s?
Eigentlich hat Anton Pirlo schon genug damit zu tun, sein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen. Als er dann aber auch noch Zeuge einer Brandstiftung wird und ausgerechnet den Hauptverdächtigen ...

Worum geht’s?
Eigentlich hat Anton Pirlo schon genug damit zu tun, sein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen. Als er dann aber auch noch Zeuge einer Brandstiftung wird und ausgerechnet den Hauptverdächtigen verteidigen soll, wird ihm eines klar – sein chaotisches Privatleben ist definitiv sein kleinstes Problem.


Meine Meinung
Auch wenn ich als Vielleserin im Jahr eine ganze Menge Geschichten verschlinge, steigt mein SuB stetig an, vor allem angesichts der zahlreichen Neuerscheinungen, die immer wieder auf meine Wunschliste wandern. Dass ich alle drei Bände dieser Reihe verhältnismäßig nah am Erscheinungstermin gelesen habe, spricht in meinen Augen daher so ziemlich für sich – insbesondere weil ich mir nicht ganz sicher war, ob ich so kurz nach Corona schon wieder etwas über Corona lesen wollte.

Was mir an der Reihe insgesamt besonders gut gefällt, ist der ziemlich eigenwillige Protagonist. Anton Pirlo liegt als Figur sicherlich nicht jedem, ich persönlich begleite ihn und Sophie Mahler aber immer wirklich gerne bei ihren mitunter etwas unkonventionellen Ermittlungen.

Dem dritten Fall des Duos war ich aufgrund der Thematik zwar zunächst ein wenig skeptisch gegenüber, im Nachhinein betrachtet hatte die Geschichte aber auf jeden Fall eine Menge Spannungspotenzial. Was mir an der Umsetzung diesmal aber leider vergleichsweise stark auf die Nerven gegangen ist, waren die vielen Nebensächlichkeiten, in denen sich die Handlung zwischenzeitlich verstrickt hat. Da dieses Buch auch fast 500 Seiten umfasst, sind mir die etwas schleppenden Stellen leider deutlich negativer aufgefallen, als das bei einem höheren Erzähltempo vielleicht der Fall gewesen wäre.

Im Vergleich zu den vorherigen beiden Bänden der Reihe fand ich diesen daher deutlich schwächer, auch wenn die Geschichte an sich Potenzial hatte und ich die Figuren trotz der teils etwas eskalierenden Monologe gerne begleitet habe.


Fazit
Die Reihe um Anton Pirlo gefällt mir definitiv noch immer gut, auch wenn der dritte Band für meinen Geschmack deutlich zu viel Potenzial durch schleppende Szenen verschenkt hat. Thematisch findet dieses Buch außerdem vermutlich nicht nur Freunde, was mich darauf hoffen lässt, dass weitere Teile der Reihe eine etwas andere Richtung einschlagen werden.

Von mir gibt es dafür drei Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Hätte mehr Potenzial gehabt

A Reason to Fight
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Worum geht’s?
Morgan ist Krankenschwester mit Leidenschaft und steht kurz vor dem Wechsel von der Notaufnahme auf die Neugeborenenstation. Mit Männern hat sie nach einem schrecklichen Vorfall in ihrem ...

Worum geht’s?
Morgan ist Krankenschwester mit Leidenschaft und steht kurz vor dem Wechsel von der Notaufnahme auf die Neugeborenenstation. Mit Männern hat sie nach einem schrecklichen Vorfall in ihrem zweiten Semester eigentlich nicht mehr viel am Hut, aber als ihr plötzlich Dean gegenüber steht, ist es um sie geschehen. Dean hat in seiner Laufbahn beim Militär fast alles gesehen, doch damit, plötzlich alleinerziehender Vater zu sein, hat er nicht gerechnet. Mit Morgans Hilfe will er wenigstens die ersten Tage mit seiner Tochter meistern – nur blöd, dass schon nach kurzer Zeit keiner der beiden das Bedürfnis hat, ihre kleine provisorische Familie zu zerstören.


Meine Meinung
Auch wenn ich dieses Buch wirklich flott beendet habe, konnte mich die Geschichte im Nachhinein betrachtet nicht so richtig überzeugen, was ich persönlich ziemlich schade fand.

Der Schreibstil hat mir nämlich eigentlich sehr gut gefallen, ich bin schnell in der Handlung voran gekommen und mich nirgendwo an Formulierungen gestoßen. Mein hohes Lesetempo hing aber leider nicht ausschließlich mit dem Schreibstil, sondern auch mit der zügig gehaltenen Entwicklung der Handlung und der Beziehung der Protagonisten zusammen, was in meinen Augen einfach unglaublich hektisch und wenig authentisch gewirkt hat.

Morgan und Dean waren an und für sich ein recht sympathisches Paar, das ich gerne begleitet habe. Beide haben ihr Päckchen zu tragen und müssen sich in ihrer neuen Lebenssituation erst einmal zurechtfinden, was ich grundsätzlich gut gemacht fand. Nicht so gut gefallen hat mir dann aber, dass beide innerhalb von wenigen Augenblicken bzw. nach dem zweiten oder dritten Aufeinandertreffen so unglaublich von einander angezogen waren, dass ein Leben ohne den anderen die reinste Horrorvorstellung gewesen wäre. Instant Love ist einfach überhaupt nicht mein Ding und definitiv ein Szenario, das ich als unauthentisch und leider ziemlich nervig wahrnehme, was eben leider auch hier der Fall war.

Was mir außerdem extrem sauer aufgestoßen ist, war der Umgang der beiden mit den Traumata des jeweils anderen. Auch wenn jeder mit belastenden Situationen anders umgeht, die Darstellung, dass eine zwanghafte Auseinandersetzung mit dem Erlebten nicht nur eine Art Verarbeitung, sondern hinterher insbesondere bei Morgan auch noch Dankbarkeit auslöst, finde ich persönlich extrem fragwürdig und absolut nicht gut umgesetzt.

In meinen Augen hätte diese Geschichte einfach mehr Zeit gebraucht, um sich richtig entwickeln zu können und auch die hier aufgegriffenen Themen in einem adäquaten Rahmen zu behandeln. Gute Ansätze konnte ich auf jeden Fall erkennen, weshalb das Buch für mich immerhin kein totaler Flop war.


Fazit
Die Ansätze dieser Geschichte haben mir definitiv gut gefallen, weshalb ich die Autorin in Zukunft auch gerne im Auge behalten werde. Restlos überzeugt hat mich die Geschichte von Morgan und Dean aber nicht, denn dafür wurde hier leider zu viel Potenzial im Handlungsaufbau und in Hinblick auf die Auseinandersetzung mit emotional schweren Themen verschenkt.

Von mir gibt es dafür knappe drei Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 05.08.2023

Gewöhnungsbedürftige Umsetzung

LOVE LIKE BLOOD
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Der Klappentext
Berlin 1997. Ein Serientäter, der an den Tatorten kryptische Botschaften hinterlässt, hält die Stadt in Atem. Ein Phantom, nicht greifbar. Eine Kommissarin, die tief in den Berliner Underground ...

Der Klappentext
Berlin 1997. Ein Serientäter, der an den Tatorten kryptische Botschaften hinterlässt, hält die Stadt in Atem. Ein Phantom, nicht greifbar. Eine Kommissarin, die tief in den Berliner Underground und die Technoszene eintauchen muss, um den Mörder zu finden. Dabei verliert sie sich in dieser ihr fremden und doch seltsam vertrauten hedonistischen Welt, wird mit ihren Dämonen und ihrer Vergangenheit konfrontiert und kommt dem Täter nahe, ohne es zu wissen. Zu nahe … Ist sie das nächste Opfer?


Meine Meinung
Eigentlich kann man mit einem Thriller bei mir kaum etwas falsch machen. Bei diesem Hörbuch musste ich mich leider doch ganz schön anstrengen, um überhaupt bis zum Ende durchzuhalten, was ich wirklich schade fand.

Gut gefallen haben mir allerdings der Hörbuchsprecher und die Hörbuchsprecherin, die ihren Job wirklich super gemacht haben und denen ich grundsätzlich eigentlich ganz gerne zugehört habe. Auch den Fall an sich fand ich zunächst noch echt spannend, vor allem weil ich weder die Neunziger miterlebt habe, noch selbst besonders viel mit der Techno-Szene zu tun habe und somit jede Menge neue Eindrücke sammeln konnte.

Was mir irgendwann beim Zuhören jedoch etwas zu anstrengend wurde, war die wirklich brutale Handlung. Ausreichend darauf hingewiesen wird zwar auf jeden Fall, und selbst Horror lässt sich ja niveauvoll schreiben, ich hatte allerdings irgendwann so ein wenig den Eindruck, dass die Brutalität weniger Stilmittel und mehr Mittel zum Zweck war, was vielleicht nicht die Intention, bei mir aber leider die Wirkung war. Auch dafür gibt es Fans, keine Frage, ich musste mich aber beim Zuhören wirklich anstrengen um die Handlung halbwegs interessiert zu verfolgen, was meiner Meinung nach aber in erster Linie ein Zeichen dafür ist, dass der Autor und ich nicht zusammenpassen.


Fazit
Vermutlich hat mir persönlich einfach der Bezug zu den neunziger Jahren gefehlt, der die Geschichte ein wenig greifbarer gemacht und ein kleines Highlight dargestellt hätte. Wer mit dem sicherlich gewöhnungsbedürftigen Erzählstil und der mitunter dezent ausgearteten Brutalität aber gut zurecht kommt, dem wird dieses Hörbuch eher gefallen als mir.

Von mir gibt es dafür drei Bücherstapel.

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Veröffentlicht am 07.07.2023

Wichtiges Thema mit wackeliger Umsetzung

Berühre mich. Nicht.
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Worum geht’s?
Sage will eigentlich nur eins: Mit ihrer Vergangenheit abschließen und endlich neu anfangen. Das klappt bloß nicht so wirklich, denn der Bruder ihrer neuen Freundin April verkörpert so ziemlich ...

Worum geht’s?
Sage will eigentlich nur eins: Mit ihrer Vergangenheit abschließen und endlich neu anfangen. Das klappt bloß nicht so wirklich, denn der Bruder ihrer neuen Freundin April verkörpert so ziemlich alle ihre Ängste – und schafft es trotzdem, die Schmetterlinge in ihrem Bauch nicht nur vor Angst verrücktspielen zu lassen.


Meine Meinung
Als großer Fan von Laura Kneidl musste ich die Nicht – Reihe natürlich noch einmal rereaden, bevor ich mit Band vier anfangen konnte. Im Großen und Ganzen hatte ich eigentlich recht positive Erinnerungen an die Geschichte, restlos begeistert war ich nach dem Lesen allerdings leider nicht mehr.

Was mir bei diesem Buch wie immer gut gefallen hat, war der Schreibstil. Ich persönlich freue mich immer sehr über einen Schreibstil mit Wiedererkennungswert, und meiner Meinung nach ist das bei Laura Kneidl definitiv der Fall. Auch die Thematisierung von Panikattacken und psychischer Gesundheit finde ich grundsätzlich sehr wichtig und gemessen am Erstveröffentlichungsdatum bzw. dem Buchmarkt zu dieser Zeit tatsächlich verhältnismäßig frühzeitig.

An der Umsetzung hat mir dann aber leider nicht so gut gefallen, wie sprunghaft und inkonsequent manche Reaktionen der Protagonistin waren. Panikattacken verlaufen zwar nicht zwangsläufig linear oder logisch begründet, das ist mir auch klar. Das Hin und Her kam mir bei Sage aber manchmal etwas unbeabsichtigt vor, so als müsste man immer mal wieder erwähnen, dass da noch eine Menge Trauma vorhanden ist. Meiner Meinung nach hat das auch Auswirkungen auf die Authentizität der Figuren gehabt, da ich persönlich weder zu Sage, noch zu Luca eine richtige Beziehung aufbauen konnte und deshalb die Chemie zwischen den beiden nicht so wirklich gespürt habe.

Was ich auch ein wenig seltsam fand, waren die vielen Zufälle die zugunsten von Sage ausfielen. Natürlich habe ich ihr jedes Glück der Welt gegönnt, so richtig gut konstruiert fand ich die Geschichte aber leider nicht, was mich in Kombination mit der fehlenden Beziehung zu den Figuren nicht mehr ganz so begeistern konnte, wie das vor ein paar Jahren noch der Fall war.


Fazit
Auch wenn Laura Kneidl noch immer eine meiner Lieblingsautorinnen ist, hat mich dieses Buch in seiner Umsetzung nicht mehr so ganz begeistert, wie das vor ein paar Jahren noch der Fall war. Das Thema ist nichtsdestotrotz unglaublich wichtig, etwas besser konstruieren hätte man die Geschichte aber definitiv können.

Von mir gibt es dafür drei Bücherstapel.

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