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Veröffentlicht am 11.08.2023

Ruhiges Erleben der Zwischenwelt

Das unglaubliche Leben des Wallace Price
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Wallace Price ist ein knallharter Anwalt und kennt nur eines in seinem Leben: Arbeit. Doch sein Arbeitseifer kommt ihm zum Verhängnis und er erleidet einen Herzinfarkt. Gefangen zwischen Leben und Tod ...

Wallace Price ist ein knallharter Anwalt und kennt nur eines in seinem Leben: Arbeit. Doch sein Arbeitseifer kommt ihm zum Verhängnis und er erleidet einen Herzinfarkt. Gefangen zwischen Leben und Tod muss Price erkennen, dass es mehr gibt als das Leben für die Arbeit. In der Zwischenwelt lernt er den Fährmann Hugo und seine Familie kennen und erlebt im Tod, was es heißt zu leben und zu lieben.

Das unglaubliche Leben des Wallace Price ist ein Einzelroman vom Bestsellerautor T.J. Klune und erzählt auf fast 500 Seiten vom Leben des Wallace Price in der Zwischenwelt.

Wallace Price ist zu Beginn kein Sympathieträger mit seiner eiskalten und emotionslosen Art als Spitzenanwalt. Doch in der Zwischenwelt ändert er sich und das in meinen Augen viel zu rasant. Mir hat der Übergang zwischen eiskalt und liebevoll gefehlt, die Erkenntnis warum er sich so stark verändert, weswegen ich emotional kaum mit den Figuren mitgehen konnte. Auch die Dialoge zwischen den Figuren empfand ich nur teilweise authentisch. Natürlich hatten alle Figuren ein tolles Potenzial und die grundlegende Ausrichtung hat mir ausgesprochen gut gefallen, nur fehlten mir immer ein wenig die Authentizität und dieses Gewisse etwas der einzelnen Charaktere, das ich am meisten bei Nelson verspüren konnte.

Die Geschichte plätschert über die meiste Zeit nur vor sich hin, gegen Mitte des Romans kommt etwas Tempo rein, das jedoch bald wieder abebbte. Die Story war mir zu vorhersehbar und durch die fehlende Bindung zu den einzelnen Protagonisten hat es sich Phasenweise auch etwas in die Länge gezogen.

Das unglaubliche Leben des Wallace Price ist ein ruhiger Roman über das Leben, die Liebe und das was wir von uns und unserem Leben erwarten. Es zeigt, dass Zeit relativ ist und was zählt, wenn wir irgendwann dem Ende zugehen.

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Veröffentlicht am 27.07.2023

Atmosphärische Graphic Novel, die ohne Vorwissen Fragen offenlässt

Die Neapolitanische Saga 1: Meine geniale Freundin
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Lenú und Lila wachsen gemeinsam in einem Armenviertel auf und werden Freundinnen, doch ihr Leben besteht auch darin den anderen in allen Belangen übertrumpfen zu wollen.

Meine geniale Freundin ist der ...

Lenú und Lila wachsen gemeinsam in einem Armenviertel auf und werden Freundinnen, doch ihr Leben besteht auch darin den anderen in allen Belangen übertrumpfen zu wollen.

Meine geniale Freundin ist der erste Band der neapolitanischen-Saga von Elena Ferrante und wurde von der Autorin Chiara Lagani und der Illustratorin Mara Cerri in einer Graphic Novel adaptiert.

Anmerkung: Zum Zeitpunkt des Lesens der Graphic Novel hatte ich den Roman von Elena Ferrante noch nicht gelesen.

Die Zeichnungen von Mara Cerri sind ungewöhnlich für eine Graphic Novel, sie sind weniger detailliert und wecken das Gefühl von Wasserfarbenbildern, die aufgrund ihrer Ungenauigkeit den Eindruck des Verwischens übermitteln. Ein Stil, der gewiss gewöhnungsbedürftig ist, der jedoch eine unglaubliche Atmosphäre schafft. An einigen Stellen fiel es mir etwas schwer Lenú und Lila unterscheiden zu können, schlimmer war das jedoch bei den männlichen Nebencharakteren. Das führte dazu, dass ich manchmal Probleme hatte, dem Geschehen zu folgen. Die Gesichter sind oft sehr schroff gezeichnet, auch das unterstützt die bedrückende Atmosphäre.

Der Schrift-Bild-Anteil ist unausgewogen, der Bildanteil ist deutlich höher, dies führt auch dazu, dass ich mich manchmal in der Geschichte verloren gefühlt habe. Mir blieben einige Fragen offen, die mit Vorkenntnissen wahrscheinlich geklärt wären und dennoch bin ich der Meinung, dass eine Graphic Novel selbsterklärend sein sollte, wenn sie auch nicht alles aus dem Roman aufgreifen kann. Ein Potenzial, das mit Sicherheit dagewesen ist und auch mit 256 Seiten abgedeckt werden kann, jedoch haben sich einige Male eher eindimensionale Illustrationen eingeschlichen. Zum Beispiel finden sich hintereinander drei Bilder des bewölkten Himmels wieder, die lediglich mit einem Satz unterstützt werden und daher eher unnötig wirken.

Das Ende kam dann sehr abrupt, weswegen mir erst dort bewusst wurde, dass es einen weiteren Teil geben muss. Meine geniale Freundin ist kein Einzelband und in sich nicht abgeschlossen! Die Frage, die sich am Anfang der Graphic Novel aufwirft, wird in diesem Band leider nicht geklärt und das Ende ließ mich in der Geschichte verloren zurück, weswegen ich auch das Bedürfnis habe, den Roman zu lesen.

Die Graphic Novel wird ab 12 Jahren empfohlen, was ich aufgrund der starken Interpretationen, die hier durch die Zeichnungen und dem geringen Textanteil verlangt werden, zu niedrig empfinde. Die düstere Atmosphäre wird nicht nur durch die Art der Bilder erzeugt, sondern ebenso aus Szenen, die Gewaltdarstellungen und Missbrauch beinhalten

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Veröffentlicht am 10.07.2023

Das Feuer blieb aus

The Fire in Your Heart
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Micah ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele, seine neue Kollegin Quinn steht ihm in nichts nach und schon bald ist er Hals über Kopf in die Powerfrau verliebt. Doch obwohl Quinn etwas für ihn empfindet, ...

Micah ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele, seine neue Kollegin Quinn steht ihm in nichts nach und schon bald ist er Hals über Kopf in die Powerfrau verliebt. Doch obwohl Quinn etwas für ihn empfindet, steht einiges zwischen den beiden.

The Fire in Your Heart ist der Abschlussband der California-Dreams-Reihe von Kim Leopold und für mich leider auch der schwächste Band. Möglicherweise hätte mir das Buch als Einzelband besser gefallen, aufgrund der Vorgänger war ich aber sehr gespannt auf Micah Moretti und dann doch enttäuscht, dass The Fire in Your Heart sehr Quinnlastig ist.

Quinn, die eine der wenigen Frauen in der Domäne der Feuerwehr ist. Sie setzt sich gut in ihrem Job durch, doch privat schreibt sie anonym über ihre Erlebnisse in dieser Welt und diese stellen die pure Wahrheit dar, was einigen Männern nicht gefallen dürfte. Ein Thema, das natürlich sehr relevant ist und absolut wichtig, dass sowas angesprochen wird. Dennoch war mir der Fokus darauf zu groß, sodass ich das Buch phasenweise sogar eher langatmig empfand. Wie bereits erwähnt haben die Vorgänger Micah Moretti spannend dargestellt, sodass seine Geschichte interessant war und die wurde hier nur als Nebendarsteller behandelt.

Daneben fand ich die Chemie zwischen Quinn und Micah weniger fein ausgearbeitet. Ob die beiden am Ende zusammenkommen, war mir zwischenzeitlich ziemlich egal und manche Aktionen fand ich auf beiden Seiten ungewöhnlich (übertrieben).

Ohne an dieser Stelle genauer auf das Ende eingehen zu wollen, war mir auch das dann zu sehr Schema F und auf die Reihe bezogen langweilig. Besonders gefallen haben mir die Szenen mit den Protagonisten der beiden Vorgänger.

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Veröffentlicht am 08.07.2023

Wenn der Fury zur Furie wird

Christine
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Arnie sitzt zwischen den Stühlen, er liebt sein Auto „Christine“ und seine Freundin gleichermaßen. Doch was, wenn beide ihn vor eine Entscheidung stellen? Christine ist ein Auto, doch kein gewöhnliches. ...

Arnie sitzt zwischen den Stühlen, er liebt sein Auto „Christine“ und seine Freundin gleichermaßen. Doch was, wenn beide ihn vor eine Entscheidung stellen? Christine ist ein Auto, doch kein gewöhnliches. Es scheint als würde Christine eine Beziehung zu ihren Besitzern führen und diese vollkommen einnehmen.

Vorab: Stephen King ist eben Stephen King. Der Schreibstil ist auch bei Christine wieder erste Klasse und selbst die langatmigsten Seiten sind schnell gelesen und doch war Christine eben oft genau das: langatmig.

Bis weit über Seite 400 passiert de facto nichts. Wir bekommen zwar das Gefühl, dass mit dem Auto etwas nicht stimmt und dass Arnie sich durch den Besitz verändert, aber es reicht nicht um Spannung oder ein unwohles Gefühl zu übermitteln. Das gelingt dann aber ab dem Wendepunkt wieder gewohnt gut und die letzten 200 Seiten ziehen dann auch sehr stark an.

Die Charaktere boten sich nicht als Sympathieträger an, vor allem Arnies Mutter Regina war kaum zu ertragen. Einzig die Familie um Arnies Freund Guilder konnte mich dahingehend etwas überzeugen, hatte aber kaum Anteile im Buch.

Die Story ist generell interessant und kann gegen Ende auch spannende Elemente aufweisen, was mir aber deutlich zu spät war. Logikfehler haben sich für mich, anhand der Story, nicht ergeben. Das mag vielleicht an der Interpretation der Geschehnisse liegen. Gestolpert bin ich aber einmal über die Unterschriften von Arnie, die zwischenzeitlich vertauscht wurden.

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Veröffentlicht am 03.07.2023

Ich bin der Tod

I Am Death. Der Totmacher (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 7)
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Eine Leiche wird vor dem Flughafen in Los Angeles gefunden, in ihrem Hals befindet sich ein Zettel mit einer grauenhaften Botschaft: Ich bin der Tod.
Für Robert Hunter und Carlos Garcia geht es wieder ...

Eine Leiche wird vor dem Flughafen in Los Angeles gefunden, in ihrem Hals befindet sich ein Zettel mit einer grauenhaften Botschaft: Ich bin der Tod.
Für Robert Hunter und Carlos Garcia geht es wieder auf die Suche nach einem perfiden Mörder.

Der Schreibstil von Chris Carter ist wie immer klasse. Seine Erfahrungen als Kriminalpsychologe sorgen dafür, dass seine Thriller authentisch wirken und die kurzen Kapitel lassen einen das Buch innerhalb kürzester Zeit durchlesen.

I Am Death – Der Totmacher ist der siebte Band der Robert-Hunter-Reihe. Der Band lässt sich, wie auch jedes weitere Buch der Reihe, auch einzeln lesen, dennoch kann ich jedem nur empfehlen die Reihe chronologisch zu lesen. Einerseits um die Charakterentwicklung besser nachvollziehen zu können, aber vor allem, weil ich jedes Buch nur empfehlen kann.

Chris Carter schmückt jedes Buch damit, dass er den Background seiner Charaktere wiederholt. Wenn man die Bücher direkt hintereinander verschlingt, könnten diese Wiederholungen möglicherweise langweilen, doch so ist man trotz längerer Pausen direkt wieder im Geschehen oder kann, wie bereits erwähnt, jedes Buch auch als Einzelbuch betrachten und lesen.

Die Story war mir dieses Mal jedoch zu vorhersehbar. Neben dem Täter ansich konnte mich auch der letzte Twist nicht überraschen, was nicht weiter tragisch wäre, wenn für meinen Geschmack nicht auch die Ermittlungsarbeiten sehr zäh gewesen wären. Von Hunter und Garcia war ich da anderes gewohnt, sodass das Erkennen gewisser Indizien für mich viel zu lange gedauert hat und die Ermittlungen auch ansonsten nicht viel Abwechslungen boten.

Dennoch konnte Chris Carter mich auch in einem Aspekt begeistern und das war die Perspektive des Wurms, die sehr gut dargestellt wurde und Carters Stärke, der Beschreibung der menschlichen Psyche, erneut darlegen.

Für Zartbesaitete ist dieser Thriller gewiss nichts (, wobei ich schlechte Bewertungen aufgrund dessen in diesem Genre (!) absolut nicht nachvollziehen kann). Doch wer vor allem an der Psyche des Menschen/eines Täters interessiert ist, den kann ich Carters Werke nur empfehlen. Auch wenn der I Am Death – Der Totmacher mich nicht komplett überzeugen konnte.

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