Profilbild von waldzell

waldzell

Lesejury Profi
offline

waldzell ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit waldzell über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2017

Historisch, spannend, gewalttätig, Liebe

Erben der Schuld
0



Ein sehr schöner Roman, der alles bietet! Eine junge, mutige Frau, die unglücklich verheiratet ist, sich aber durchkämpft und zuletzt doch noch glücklich wird. Tolle Haupt- und Nebencharakter, deren ...



Ein sehr schöner Roman, der alles bietet! Eine junge, mutige Frau, die unglücklich verheiratet ist, sich aber durchkämpft und zuletzt doch noch glücklich wird. Tolle Haupt- und Nebencharakter, deren Schicksal zum mitlieben und mitleiden verführt. Auch das Hausmädchen
Viktoria erlebt einiges und kommt nach Jahren wieder mit Mary-Ann, ihrer damaligen Herrin zusammen. William und John sind zwei tolle Männer, die nicht aufgeben Einzig James White wird wohl keiner mögen, Er quält, mißhandelt, mißbraucht nicht nur seine Frau, sondern auch die Angestellten. Das wird teilweise sehr intensiv beschrieben, daß empfindsame Gemüter diese Geschichte besser nicht lesen sollten. Allerdings erfährt er und auch der Leser so einige Wahrheiten über sich. Das hindert ihn nicht, seine eigene Mutter umzubringen. Wer das ist, lesen sie bitte selber, sie werden überrascht sein. Auch die eiskalte Kinderfrau und Bewacherin von Mary-Ann besinnt sich zuletzt eines Besseren. Es gibt noch einige Geheimnisse zu knacken, die sie durchs Lesen auflösen können. Spannung gibt es von der ersten bis zur letzten Seite. Wer ist Susan zum Beispiel,wer ist Elisabeth und was für ein besonderes Verwandschaftsverhältnis besteht zwischen James und seinem Großvater? Der Schreibstil läßt einen auf jeden Fall tief eintauchen in die Situation in der Grafschaft Kent und in England um ca. 1645 und in die Geschichte der Whites und der van Hovens.
England 1643. Mary-Ann White, hat sich verführen lassen James White zu heiraten. Sie merkt immer mehr an wen sie geraten ist, auch wenn sie zu Anfang nicht auf ihren Bruder und andere Leute hören will. Ihr Mann braucht dringend einen männlichen Erben und da sie nicht schwanger wird, besorgt er sich ein Baby und nimmt einen vermeintlichen Tod in Kauf. Mary-Ann gewöhnt sich an das untergeschobene Baby, das leider ein Mädchen ist. James, ohne irgendwelche Skrupel, startet noch einen Versuch. So gibt es dann zwei Kinder. Er ist sehr grausam zu allen, quält und mishandelt ohne mit der Wimper zu zucken. Auf einem Ball lernt Mary-Ann John kennen. Von da an wird alles anders Mary -Ann kämpft, James erschlägt seine Mutter. Doch zum Schluß kehrt das Glück wieder ein und der Leser atmet auf.

Veröffentlicht am 25.09.2017

Portugal, die Melodie und die Magie eines Sommers

Die Melodie eines Sommers
0

Das Cover,die Geschichte und speziell die Melodie haben mich rettungslos verführt.Ichkann die Melodie immer noch spüren, obwohl ich das Buch schon gelesen habe. Es ist einfach magisch, ma süß, ma lträumend, ...

Das Cover,die Geschichte und speziell die Melodie haben mich rettungslos verführt.Ichkann die Melodie immer noch spüren, obwohl ich das Buch schon gelesen habe. Es ist einfach magisch, ma süß, ma lträumend, unendlich traurig, klagend und wieder so herrlich lebendig der Fado! Das Tüpfelchen auf dem"i" ist für mich noch die herrliche Beschreibung Portugals, Lissabons und Nazare, diesen Ort muß ich unbedingt mal in Wirklichkeit sehen.Der Schreibstil von Frau Rabe ist toll, ich war jederzeit mitten im Geschehen. Ein klein bißchen portugiesisch lernt man nebenbei. Ja und Luis und Kristina, daß ist die Melodie, die immer da ist, mal laut, mal eher leise.
Geschichte:
Kristina Dierks in Lüneburg mit Peter verheiratet, hat heimliche Träume. Sie träumt von ihrer Jugendsommerliebe Luis, der leider für eine feste Beziehung damals nicht bereit war. Eines Tages kommt Schwung in ihre etwas eingefahrene Ehe, Peter will zu einem Yoga-Event in einen Ashram in Indien. Auf Drängen ihrer Freundin entschließt sie sich zu einem Urlaub in Lissabon. Es ist eine richtige Befreiung für sie, sie hat nette Erlebnisse! Als ihr einfällt, daß Luis ja nachPortugal zurück gegangen ist, überlegt sie nicht lange. Nazare, läßt sich finden, dank Google Maps, ein Leihauto hat sie auch gleich.
Was sie dann alles erlebt,für wen sie sich entscheidet, Peter oder Luis müssen sie unbedingt selber lesen, aber Vorsicht, der nächste Urlaub geht nach Portugal!!
Auch die Nebencharaktere Margarida,Theresa, Luis Mutter, Betty und nicht zuletzt ihre Kinder lohnen sich kennenzulernen.
Ich habe das Buch wahnsinnig gerne gelesen und spüre jetzt Sehnsucht nach Portugal und Fado höre ich jetzt auch öfter.

Veröffentlicht am 11.09.2017

Spannend, exotisch, tiefgründig

Zartbitter ist das Glück
0

Ein wunderschön aufgemachtes, schon von außen beeindruckendes Buch. Es hat einen Leinenrücken. Die Buchdeckel sind in zartem Grün gehalten und man sieht gleich einen Bezug zur Geschichte. Frangipanis, ...

Ein wunderschön aufgemachtes, schon von außen beeindruckendes Buch. Es hat einen Leinenrücken. Die Buchdeckel sind in zartem Grün gehalten und man sieht gleich einen Bezug zur Geschichte. Frangipanis, Kakaofrüchte,Palmwedel, Meer und exotische Vögel sind abgebildet. Ein Lesebändchen mit dem netten Aufdruck Lesepause gibt es auch. Im Anschluß an die Geschichte folgt eine Karte der Fidschiinseln und Erklärungen für die Fidschianischen Wörter und Bräuche die in der Geschichte vorkommen. Alles in allem ein Paket, Buch, bei dem schon starke Vorfreude aufkommt.

Der Schreibstil ist dasTüpfelchen auf dem "i", er versetzt einen fast in Sekundenschnelle auf die Fidschis.

" Fidschi ist jetzt mein Zuhause. Hier bleibe ich bis zum letzten Sonnenuntergang. Warum kommst du nicht auch?"

Ich bin der Einladung gefolgt und war dort, habe mit Lisbeth, Sina, Ingrid, Maya und Kat dort gelebt. Habe mit gestritten, mit gelitten, war bei der Schokoladenproduktion dabei und habe mit Spannung die Entwicklung der 5 Frauen verfolgt.Ich habe das Meer gehört und die Natur, hatte Kontakt mit den Einheimischen und habe viel über Bräuche und Sitten dazugelernt. Leider ist mein Urlaub auf Seite 370 zu Ende gegangen.Ich werde alle in meiner Erinnerung behalten und ja, so wie Maya Abschied genommen hat, daß wünsche ich mir auch.

Geschichte:

Es gab einmal fünf Freundinnen, vier, Lisbeth,Ingrid,Sina und Maya sind in Norwegen geblieben und Kat reiste mit ihremFreund Niklas in der Welt herum. Nach über 40 Jahren erreicht die Drei nun ein Brief. Kat lädt sie ein den letzten Abschnitt des Lebens mit ihr auf Fidschi zu verbringen. Als erstes entscheidet sich Ingrid, die anderen ziehen nach. Maya kommt als Letzte mit einem Geheimnis.Sie raufen sich schnell zusammen und versuchen die Schokoladenproduktion in Gang zu bringen. Es ist sehr interessant, die Vier zu beobachten. Noch eine macht sich ihre Gedanken, Ateca, Kats Haushälterin. Jede hat mindestens ein Problem mitgeschleppt, daß es zu lösen gilt. Ateca betet viel und versucht zu helfen, wo sie nur kann.Es stellt sich im Verlauf heraus, daß auch Kat ein großes Problem hat, daß aber zum Ende sich auch gut entwickelt. Es gibt unerwartete Kinder, Ingrid wird verehrt, viele Geheimnisse, die sich so nach und nach lösen. Auch das Schokoladenmachen gelingt ihnen. Der Epilog zeigt nochmal was nach der eigentlichen Geschichte noch passiert ist. Es gibt viele Fragen! Was ist Mayas undKats Geheimnis, wer sind die unerwartetenKinder,von wemwird Ingrid verehrt,wie entscheidet sie sich, wer oder was ist Maraia? Noch einige mehr!

Wenn sie das Buch lesen, wissen sie alles! Eine 100%ige Empfehlung!



Veröffentlicht am 27.08.2017

Dramatischer Prolog, abgründig und traurig

Dann schlaf auch du
0


Myriam und Paul sind jung verheiratet und haben zwei Kinder. Myriam wird immer unglücklicher, sie möchte wieder als Anwältin arbeiten. Der ganze Haushalt,die zwei Kinder und die kleine Wohnung lasten ...


Myriam und Paul sind jung verheiratet und haben zwei Kinder. Myriam wird immer unglücklicher, sie möchte wieder als Anwältin arbeiten. Der ganze Haushalt,die zwei Kinder und die kleine Wohnung lasten auf ihr, obwohl der kleine Adam noch ihr ausdrückliches Wunschkind war um länger daheimbleiben zu können. Sie gehen auf die Suche nach einer Nanny.
Eine Bekannte rät ihnen Louise eine fünfzigjährige Witwe. Die Kinder sind begeistert.
Louise schafft es in Kürze sich unentbehrlich zu machen. Sie hält neben den Kindern den Haushalt in Schwung, kocht Freitags für die Freunde der Familie. So langsam aber sicher werden alle Louise süchtig. Sie darf mit nach Griechenland in den Urlaub fliegen und wird wie eine Freundin behandelt.Die Kinder lieben ihre Nanny.
Alle erleben nur die Louise während der Woche. IhrLeben am Wochenende in der Miniwohnung bleibt unentdeckt, wird nicht nachgefragt.
Durch Einschübe und Aussagen früherer Bekannten, ihres Vermieters und von ihrer Stelle zuvor, kriegen wir als Leser einiges mit.
Louise stammt aus keinem guten Elternhaus, ihr Bildungsstand ist nicht gerade hoch.Sie war verheiratet mit Jaques, der sie zur Witwe machte und dessen nicht gerade kleine Schulden sie heute noch abbezahlt. Ihre Tochter fliegt vom Gymnasium wegen schlechten Benehmens. Die Wohnung ist ein Loch.
All diese Gründe lassen sie an Myriam, Paul, Adam und Mila klammern. Durch sie fühlt sie sich in ein besseres Leben gezogen. Doch dann fängt sie an zu übertreiben, macht Vorschriften, bildet sich Sachen ein.So langsam geht sie vor allem Myriam auf die Nerven und sie beschließen ihr zu kündigen.
Das das ein großer Fehler war, merken sie, als sie ihre Kinder tot auffinden.
Fazit:
Mir hat die Geschichte und der Schreibstil sehr gut gefallen.Louises Abgründe werden eindringlich dargestellt, sodaß sich bei mir ein "gewisses Verstehen" ihrer Handlungsweise eingestellt hat. Natürlich nur bis zur Ermordung der Kinder.
Bei den Eltern wird gut dargestellt, die anfängliche Zerrissenheit von Myriam und ein gewisses Wurstigkeitsgefühl den Kindern gegenüber, weil sie ja beide glücklich in ihrem Beruf sind. Sie haben sich ja förmlich ergeben, nur um arbeiten gehen zu können.Ihnen war das Restleben von Louise ziemlich egal, solange es ihnen gutging, das heißt, sie ihrerArbeit nachgehen konnten und verwöhnt wurden durch Louises Haushaltskünste.
Ein sehr empfehlenswertes Buch mit interessanten Charakteren und einem
Riesenproblem.

Veröffentlicht am 01.06.2017

Kann man eine verloren geglaubte Liebe neu beleben

Mittsommerleuchten
0

Schon das Cover hat mir gut gefallen, eben typisch Asa Hellberg.
In dieser Geschichte menschelt es gewaltig. Eine verloren geglaubte Liebe kehrt zurück, eine andere Liebe geht in die Brüche oder etwa doch ...

Schon das Cover hat mir gut gefallen, eben typisch Asa Hellberg.
In dieser Geschichte menschelt es gewaltig. Eine verloren geglaubte Liebe kehrt zurück, eine andere Liebe geht in die Brüche oder etwa doch nicht, Eifersucht, ja sogar ein Mordversuch, alles kommt vor.
Gloria Moreno, 53jährig, die Operndiva in Stockholm ist in leichter Panik. Sie spürt ihr Alter und möchte eigentlich nach Spanien, die Heimat ihrer Mutter ziehen. Als wäre das nicht genug, soll sie noch einmal die Carmen singen. An sich kein Problem, die Stimme ist immer noch einwandfrei geölt, wenn da nicht die Sänger wären, die die männlichen Rollen singen. Sebastian und Dominic. Mit Dominic war sie mal verheiratet und Sebastian war der Freund danach. Am liebsten würde sie hinschmeißen und spielt schon mal krank, bis ihr Berufsethos doch greift. Sie spricht mit Agnes ihrer Schwester darüber, doch die hat jetzt andere Sorgen. Sie will sich unbedingt von Stefan ihrem langjährigen Mann trennen. Zu den Vorproben kam Gloria nicht, aber zu den Hauptproben erscheint sie. Absofort geht es rund. Sebastian und Dominic giften sich an, sie sind eifersüchtig aufeinander. Pjotr, der Dirigent will was von ihr und ein abgelegter Liebhaber taucht auch noch auf. Gloria sagt klar, daß sie momentan frei sein will, obwohl sie doch noch Gefühle für Dominic hat, die sie aber heftig bestreitet. Agnes kommt mit ihrer Trennung gut zurecht, bis Stefan ins Krankenhaus muß.
Den Rest sollte der geneigte Leser selber lesen. Es gibt noch soviele Fragen. Finden Gloria und Dominic wieder zusammen, findet die Aufführung überhaupt statt, wem galt der Mordanschlag und wer hat ihn verübt, was passiert mit Agnes und Stefan und noch einiges mehr.
Ich mag den Erzählstil. Asa Hellberg kann sich sehr gut in das Leben von Ü50 Personen einfühlen, was man ja schon aus ihren anderen Büchern kennt. Zudem kriegt man einen kleinen Abriß vom Geschehen an einer Oper mit und lernt Stockholm ein bißchen kennen.