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Veröffentlicht am 01.12.2018

Konnte mich leider nicht so verzaubern, wie der erste Band damals

Legendary
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Auf den zweiten Teil der Caraval Reihe hatte ich mich schon lange gefreut. Über den ersten Band hatte ich damals geschrieben: "Eine aussergewöhnliche, phantasievolle und magische Geschichte, die aber stellenweise ...

Auf den zweiten Teil der Caraval Reihe hatte ich mich schon lange gefreut. Über den ersten Band hatte ich damals geschrieben: "Eine aussergewöhnliche, phantasievolle und magische Geschichte, die aber stellenweise verwirrend sein kann und kleinere Schwächen hat." Inhaltlich ist leider nicht so viel hängen geblieben, deshalb musste ich mein Wissen vor der Fortsetzung wieder auffrischen und nachlesen, worum es bei Caraval eigentlich ging. Nachdem ich das getan hatte, sind - zumindest im Groben - die Erinnerungen wiedergekommen. Und trotz allem ist mir der Einstieg in Legendary sehr schwer gefallen. Lange habe ich diesen Umstand einer vermeintlichen Leseflaute zugeschrieben, doch nachdem ich mir heute ausgiebig Zeit für das Buch genommen hatte und mir der Zugang zur Geschichte trotzdem nicht gelungen ist, musste ich wohl oder übel feststellen, dass mich die Welt von Caraval schlicht und ergreifend nicht mehr verzaubern konnte.

Doch woran lag das? Der Ablauf ähnelt sehr dem ersten Teil. Während ich die Autorin damals für ihre skurrilen und aussergewöhnlichen Einfälle bewundert hatte, sich ein solches verwirrendes Spiel auszudenken, das immer wieder mit überraschenden Enthüllungen aufwartet, wusste ich dieses Mal bereits, worauf ich mich einliess. Die skurrile Welt, die Schauspieler und die verschiedenen Rätsel und Hinweise haben mich deshalb nicht mehr so richtig vom Hocker gehauen, denn ich wusste ja bereits, dass nichts so ist, wie es den Anschein macht. Dadurch hat mir leider die Spannung gefehlt. Ein weiterer Punkt, der mir den Zugang erschwert hatte, war Tella, die diesmal als Protagonistin der Story fungierte. Leider konnte ich bis zuletzt nicht so richtig Sympathien für sie aufbauen und die meiste Zeit hat sie mich durch ihre naive Art eher genervt. Sie war leider keine starke Protagonistin, wie ich es mir gewünscht hätte, sondern hat sich vor allem durch die Männer in Caraval leiten und helfen lassen. Und damit kommen wir auch schon direkt zum nächsten Kritikpunkt: Während sich Tella im Spiel befindet, trifft sie immer wieder auf Dante (den man schon aus dem ersten Band kennt) und den neuen, bösartigen Gegenspieler Jacks. Letzterer verspricht ihr, ihr bei der Suche nach ihrer Mutter zu helfen, wenn er im Gegenzug von Tella etwas erhält, das die gesamte Zukunft der Caraval Spiele beeinflussen würde. Bis dahin muss sie allerdings seine Verlobte spielen, trotz dem Wissen, dass Jacks seine letzte Verlobte umgebracht haben soll. Leider hat es sich für mich so angefühlt, als würde sie während des gesamten Buches mit beiden Männern die immer gleichen Gespräche führen, die sich um die immer gleichen Themen handelten. Dadurch wurde das Buch noch zäher, als es aufgrund von fehlender Action, ohnehin der Fall war. Im Gegensatz zu Jacks, fand ich Dante zwar einen sehr interessanten, sympathischen Charakter, aber das hat dann leider auch nicht so richtig darüber hinweg getröstet, dass die Story stellenweise langweilig war.

Nachdem bis zur zweiten Hälfte immer noch keine Besserung eingetreten war und ich mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen musste, habe ich einige Szenen nur noch quer gelesen und hatte gleichzeitig nicht den Eindruck, als hätte ich etwas verpasst. Erst im Schlussteil bin ich wieder etwas aufmerksamer geworden, denn schliesslich wurde Tella versprochen, dass sie die Identität von Legend erfährt, falls sie das Spiel gewinnt. Natürlich war ich auf diese Enthüllung bereits seit dem ersten Band gespannt. Sie konnte mich zwar überraschen, aber so richtig vom Hocker reissen dann doch wieder nicht, denn die Vermutung von Legends Identität, äussert Tella bereits in der ersten Hälfte des Buches und letztendlich bewahrheitet sich ihre Überlegung auch. Das Buch endet schliesslich (erneut?) mit einer Wendung, die ich so nicht habe kommen sehen und das Interesse für den dritten und letzten Band wecken soll. Trotz diesem Ende ist die Reise nach Caraval für mich hier aber zu Ende, denn dafür war mir dieser zweite Band einfach zu zäh und er hat wenig Neues zum ersten Band geboten.


Fazit:
Auch in Legendary lädt die Autorin den Leser dazu ein, erneut an dem skurrilen Caraval-Spiel teilzunehmen - diesmal aus Sicht von Tella, der Schwester der Protagonistin aus dem ersten Band. Die Handlung plätschert im zweiten Teil aber leider die meiste Zeit vor sich hin, so dass es Garber leider nicht gelungen ist, mich ein weiteres Mal zu verzaubern. Das Buch bietet bis auf ein paar Enthüllungen im Schlussteil leider kaum Neues zum ersten Band und mir hat bis zuletzt leider die Spannung gefehlt. Für mich ist die Reise nach Caraval hier zu Ende. Von mir gibt es für Legendary 2,5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.10.2018

Konnte mich leider nicht so richtig überzeugen

Wo du bist, fängt der Himmel an
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Auf dieses Buch bin ich in erster Linie aufgrund des sehr schönen und ansprechenden Covers aufmerksam geworden. Ich habe mich relativ unvoreingenommen und ohne grosse Vorabinformationen auf das Buch eingelassen.

Die ...

Auf dieses Buch bin ich in erster Linie aufgrund des sehr schönen und ansprechenden Covers aufmerksam geworden. Ich habe mich relativ unvoreingenommen und ohne grosse Vorabinformationen auf das Buch eingelassen.

Die Story: Im Buch werden zwei Themen behandelt. Der Hauptfokus liegt auf der Liebesgeschichte, die sich zwischen Luise und ihrem Lehrer entwickelt, den sie durch die Theater-AG kennenlernt. Die Idee einer verbotenen Lehrer-Schüler-Beziehung ist leider alles andere als neu und es gelingt Schiffer leider auch nicht wirklich, das Thema originell umzusetzen. Hinzu kommt, dass Luise kurz vor ihrem Abschluss steht, bereits volljährig ist und Konstantin ohnehin nur knapp 10 Jahre älter ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich in seinem Alter befinde, aber aus meiner Perspektive ist der Altersunterschied jetzt nicht so gross, dass ich irgendwie schockiert wäre. Aber ich gebe zu, dass das aus der Perspektive einer 18-jährigen vermutlich etwas anders aussieht.
Die Schwierigkeiten, die sich aus dieser (anfänglich) verbotenen Beziehung ergeben werden leider nur sehr oberflächlich angeschnitten und sind kurze Zeit später wieder schnell beseitigt, so dass ich zu keinem Zeitpunkt richtig mitgefiebert habe, ob die beiden ein Happy End kriegen.
Obwohl das Buch sehr dünn ist, gibt die Autorin aber immerhin dem Entwickeln der Gefühle etwas mehr Zeit, so dass zumindest das glaubhaft rüberkommt. Ansonsten bleibt die ganze Beziehung relativ unspektakulär.

Das zweite Thema, das im Buch behandelt wird, ist Luises Schwester Gesa, die vor einigen Jahren auf unerklärliche Weise verschwunden ist. Leider fand ich die Kombination dieser beiden Themen sehr unglücklich gewählt und beides wollte für mich nicht so richtig zusammenpassen. Dafür, dass es sich bei der verschwundenen Schwester um ein sehr beklemmendes Thema handelt, wird mir das Ganze leider zu oberflächlich abgehandelt. Man merkt zwar, dass Luise und ihre Eltern nach wie vor unter dem Verschwinden leiden und vor allem die Ungewissheit, was mit Gesa passiert sein könnte, ein ständiger Begleiter ist, aber das war's dann irgendwie auch schon. Auf mich wirkte diese "Nebenhandlung" nicht ganz durchdacht und stimmig zum Rest des Buches - da hätte man sicher mehr daraus machen können.

Die Charaktere: Der Fokus des Buches liegt vor allem auf den beiden Hauptcharakteren Luise und Konstantin. Das zeigt sich unter anderem auch darin, dass zwischen den Kapiteln immer wieder Zeitsprünge stattfinden, so dass sich die Handlung zum Grossteil tatsächlich nur auf Szenen beschränkt, in denen die beiden Zeit miteinander verbringen. Hier und da finden auch mal einige Nebencharaktere, wie etwa Luises Eltern oder ihre beste Freundin Bea, eine kurze Erwähnung, aber auch nur dann, wenn sie für Luises Storyverlauf irgendwie zweckdienlich sind. Insgesamt bleiben die Nebencharaktere sehr blass und ohne Tiefgang. Man könnte also sagen, dass die Charaktere rund um Luise in dieser Geschichte als blosse Statisten dienen, die beliebig hätten ausgetauscht werden können.

Der Schreibstil: Der Schreibstil ist sehr simpel gehalten und es gibt viel direkte Rede und kurze, abgehackte Sätze. Ich habe mir die ganze Zeit gedacht, dass der Schreibstil einem Schulaufsatz-Niveau entspricht, bis ich ganz am Schluss gelesen habe, dass die Autorin erst 17 Jahre alt ist und damit vermutlich tatsächlich noch zur Schule geht. Man könnte also sagen, dass ihr Schreibstil altersentsprechend ist. Trotzdem ist mir die Ausdrucksform für ein Buch zu einfach gehalten, gerade wenn ich ihn mit anderen Autorinnen wie z.B. Laura Kneidl vergleiche, die auch schon früh mit dem Schreiben angefangen hat, aber stets einer wunderschöne, bildhafte Sprache verwendet hat. Aktuell befindet sich Schiffers Schreibstil auf Fanfiction-Niveau. Da bleibt noch viel Luft nach oben, aber sie hat ja auch noch genügend Zeit, sich weiterzuentwickeln.

Fazit:
Mit einer verbotenen Lehrer-Schüler-Beziehung hat die erst 17-jährige Autorin Nina Schiffer das Rad sicher nicht neu erfunden. Einzelne Ansätze wären ganz gut, aber leider ist die Umsetzung eher unspektakulär und dröge ausgefallen. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und entspricht dem Niveau, das man von einer so jungen Autorin erwartet. Das Buch ist sehr kurz, liest sich schnell weg und tut keinem weh. Trotzdem kann ich der Geschichte nur 2.5 Sterne vergeben, weil mir das alles insgesamt zu wenig Tiefgang hatte und das Konzept auf mich nicht ganz durchdacht wirkte.

Veröffentlicht am 06.12.2024

Bietet wenig Neues, in einem Ton, den ich zu belehrend fand

Weibliche AD(H)S
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Ich war gespannt auf dieses Buch, da ich immer wieder gerne Fachliteratur zur psychischen Gesundheit lese – insbesondere in der Hoffnung, Titel zu finden, die ich meinen Patient:innen empfehlen kann. Frauen ...

Ich war gespannt auf dieses Buch, da ich immer wieder gerne Fachliteratur zur psychischen Gesundheit lese – insbesondere in der Hoffnung, Titel zu finden, die ich meinen Patient:innen empfehlen kann. Frauen werden in der Psychologie wie auch in der Medizin häufig vernachlässigt, da viele Diagnosekriterien und Behandlungsmethoden auf männlichen Stichproben basieren. Das gilt auch für AD(H)S. Daher war ich erfreut, dass sich eine Expertin diesem wichtigen Thema widmet und ein Buch speziell für Frauen geschrieben hat.

Die Autorin liefert einen umfassenden Überblick über AD(H)S, seine geschichtliche Entwicklung sowie die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Mit zahlreichen Unterkapiteln deckt sie viele relevante Bereiche ab, was das Buch zu einem informativen Werk macht.

Leider hat mich schon früh der pauschalisierende Stil der Autorin gestört. Psychische Erkrankungen lassen sich schwer verallgemeinern, da Symptome individuell sehr unterschiedlich auftreten können. Dennoch hat die Autorin oft kategorisierende Formulierungen verwenden, wie etwa: „Frauen mit AD(H)S sind so und so und machen dies und jenes.“ Die Aussagen wirken dadurch, als wären sie allgemeingültig und auf jede Frau mit AD(H)S zutreffend. Dies verleiht dem Ton des Buches etwas Belehrendes und vermittelt das Gefühl, man werde in ein Schema gepresst, das nicht auf alle zutrifft. Eine differenziertere Sprache wie zum Beispiel „Frauen mit AD(H)S neigen häufig dazu, sich so zu verhalten“ hätte dem Buch gutgetan und professioneller gewirkt.
Hinzu kommt, dass die zahlreichen Beispiele, die die Autorin beschreibt, was Frauen mit AD(H)S ihrer Erfahrung nach alles tun, fühlen oder denken, sich am Ende fast wie ein Horoskop lesen: Wer lange genug sucht, findet sich zwangsläufig irgendwo wieder.

Weiter ist das Buch aus meiner Sicht inhaltlich nicht auf dem neuesten Stand der Forschung. Die Autorin erwähnt beispielsweise Ernährung als möglichen Einflussfaktor, obwohl neuere Studien keine wissenschaftlichen Belege dafür liefern. Gleichzeitig bleiben wichtige Themen wie Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen als Risikofaktoren unerwähnt. Auch die mittlerweile veraltete Unterscheidung zwischen ADS und AD(H)S wird nicht kritisch reflektiert.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der, dass die Autorin die Wirkung von Medikamenten bei AD(H)S als die einzig hochwirksame Behandlung hervorhebt. Auch wenn ich zustimme, dass Medikamente die einzige Massnahme sind, die nachweislich hirnorganische Ursachen des AD(H)S beeinflussen können, so sind auch psychotherapeutische Strategien sehr wirksam, um Betroffenen den Umgang mit Herausforderungen im Alltag zu erleichtern. Dies wird jedoch im Buch zu wenig betont. Stattdessen macht die Autorin zwischen den Zeilen den Vorwurf, Psychotherapeut:innen würden versuchen, AD(H)S "wegzutherapieren" und die Wirkung von Medikamenten verschweigen - was sie mit fehlenden Erfahrungen von Therapeut:innen in der Behandlung von AD(H)S begründet. Meine Erfahrung zeigt hingegen, dass viele Betroffene Medikamente ablehnen, sodass es durch Psychotherapie oder Coaching hilfreich sein kann, Strategien für den funktionalen Umgang mit Symptomen zu erlernen.
Den ärztlichen Hintergrund macht sich auch in anderen Kapiteln bemerkbar, als die Autorin zum Beispiel Angststörungen beschreibt. Hier erwähnt sie zwar, dass Verhaltenstherapie das Mittel erster Wahl ist und sehr wirksam ist, sie erwähnt jedoch in einem Nebensatz, dass Panikattacken nur mit Notfallmedikamenten behandelt werden können, was faktisch einfach falsch und häufig sogar kontraproduktiv für den Behandlungserfolg der Ängste ist.

Aus ethisch-moralischer Sicht haben mich auch weitere Aussagen gestört. So schreibt die Autorin, dass sie oft Hochbegabungen bei AD(H)S-Betroffenen diagnostiziert, den Betroffenen dies jedoch nicht mitteilt, wenn sie Schulabbrüche oder gescheiterte Ausbildungen hinter sich haben, da sie sich dadurch schlechter fühlen könnten. Das finde ich hochgradig unprofessionell. Wenn man eine Diagnose stellt, ist es aus ethischer Sicht problematisch, das Ergebnis nicht mitzuteilen. Alles andere kommt einem Belügen der Patient:innen gleich und entspricht nicht einer humanistischen Grundhaltung, die Ehrlichkeit und Transparenz hervorhebt.

Auch beim Unterkapitel zu PTSD hatte ich grosse Mühe. Die Autorin verwechselt Korrelation mit Kausalität und behauptet, der Zusammenhang zwischen PTSD und AD(H)S liesse sich damit erklären, dass Frauen mit AD(H)S naiver und risikobereiter seien. Diese Formulierung ist nicht nur falsch, sondern stigmatisierend und grenzt an Victim-Blaming – als ob es die Schuld der Betroffenen sei, häufiger Opfer sexueller Gewalt zu werden.

Neben diesen Kritikpunkten, die sich vor allem auf problematische Formulierungen fokussieren, war ich am Ende aber auch inhaltlich enttäuscht. Das Buch richtet sich speziell an weibliche Personen, am Ende kommen die speziell weiblichen Aspekte für mich im Buch aber viel zu kurz. Irgendwann geht Neuy zwar auf biologisch weibliche Aspekte wie den Zyklus, die Wechseljahre oder die Sexualität ein, diese Beschreibungen lasen sich für mich aber allgemeingültig für das weibliche Geschlecht und haben für mich nicht speziell etwas mit einem AD(H)S zu tun. Ja, es gibt Frauen, die hormonelle Schwankungen erleben, was sich wiederum auf die Stimmung auswirken kann. Ja, es gibt Frauen, deren Sexualität sich nach einer Geburt und mit Kleinkindern aufgrund der fehlenden Zeit verändert, was zwangsläufig Auswirkungen auf die Partnerschaft hat. Aber all dies hat für mich nicht speziell mit einem AD(H)S zu tun, sondern eher mit dem Frausein an sich.
Am Ende werden auch Strategien im Umgang mit gewissen Schwierigkeiten beschrieben, die jedoch altbewährt und bereits aus anderen Fachbüchern bekannt sind, und somit nicht speziell für Frauen formuliert wurden.

Was mir jedoch gut gefallen hat, ist, dass die Autorin sehr oft die positiven Seiten eines AD(H)S aufzeigt, und welche Stärken es mit sich bringt, statt sich nur auf die Defizite zu fokussieren.

Fazit:
Das Buch bietet wenig neue Erkenntnisse, ist inhaltlich teils veraltet und enthält fragwürdige Haltungen sowie Formulierungen. Ich kann es meinen Patient:innen nicht guten Gewissens weiterempfehlen und ziehe andere Fachliteratur zu AD(H)S bei Erwachsenen vor – selbst wenn diese nicht speziell Frauen anspricht. Deshalb vergebe ich enttäuschte 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.09.2024

Konnte mich nicht überzeugen

Between My Worlds
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Der Inhalt des Buches lässt sich mit nur einem Satz zusammenfassen: Die Protagonistin Kalima reist nach Island, lernt dort Nói kennen und die beiden verlieben sich ineinander, was allerdings keiner der ...

Der Inhalt des Buches lässt sich mit nur einem Satz zusammenfassen: Die Protagonistin Kalima reist nach Island, lernt dort Nói kennen und die beiden verlieben sich ineinander, was allerdings keiner der beiden wirklich zugeben will. Und das war's. Mehr passiert nicht.
Und dadurch könnt ihr vielleicht bereits erahnen, dass sich bei mir relativ schnell beim Zuhören ein Desinteresse eingestellt hat, weil es diesem Buch an einem Plot fehlt. Und ein "Will they - won't they" reicht für mich einfach nicht (mehr) aus, um mich bei der Stange zu halten, vor allem, wenn es - wie in diesem Buch hier - keine wirkliche Begründung dafür gibt, weshalb die Charaktere ihre Gefühle voreinander verbergen. Es hat den Anschein erweckt, dass dies allein deshalb der Fall war, damit die Autorin ein ganzes Buch füllen konnte.

Es handelt sich um einen Debütroman, und leider merkt man das dem Schreibstil an. Ich habe normalerweise nichts gegen die Ich-Perspektive im Präsens, aber hier hat diese Erzählperspektive einfach nicht funktioniert. Besonders Limas Kapitel haben mich nicht überzeugt. Der Erzählstil wirkte unglaublich aufgesetzt und die Sätze wirkten stellenweise so, als wären einfache Formulierungen mehrfach durch den Thesaurus gejagt worden, was sich beim Lesen befremdlich angefühlt hat. Limas innerer Monolog erinnerte eher an ein modernes Shakespeare-Stück, als einen Contemporary Romance Roman. Das wäre weniger störend gewesen, wenn sich Hallak für eine auktoriale Erzählperspektive entschieden hätte, aber für die Ich-Perspektive einer jungen Frau in den 20ern wirkten die Gedankengänge einfach nicht authentisch.

Da das Buch keinen wirklichen Plot hat, besteht die Handlung hauptsächlich aus Aufeinandertreffen der beiden Protagonist:innen und sehr dialoglastigen Szenen, die oftmals jedoch so belanglos waren, dass ich mich zum Weiterhören zwingen musste. Ich bin allerdings grundsätzlich kein Fan von Büchern oder Filmen, die rein charakterbasiert sind, wie es hier der Fall ist.
Die Dialoge habe ich oft als unfreiwillig komisch empfunden, besonders wenn Ausdrücke wie "cringe" oder "Chill mal" eingebaut wurden. Das passte nicht zu Limas gekünstelten inneren Monologen und hat eher so gewirkt, als hätte man im Nachhinein versucht, noch einige altersentsprechende Äusserungen einzufügen.

Leider haben mich auch die Figuren nicht überzeugt. Einerseits fand ich es schön, dass die Autorin ihre Erfahrungen mit (Alltags-)Rassismus eingeflochten hat, diese Passagen waren berührend. Andererseits ging mir Lima zunehmend auf die Nerven. Ich bin kein Fan von schwachen Charakteren, die ständig jammern und sich in der Opferposition sehen. Und genauso hat die Protagonistin zunehmend auf mich gewirkt. Sie musste immer wieder vom männlichen Protagonisten gerettet werden, was sie eher bemitleidenswert als bewundernswert erscheinen lässt. Nói hingegen verdient Respekt für seine Engelsgeduld mit Lima, die ihn oft an seine Grenzen bringt.
Die Liebesgeschichte war niedlich, aber vorhersehbar und wirkte konstruiert. Man wusste von Anfang an, wie es ausgeht, und es bot kaum genug Stoff, um ein Buch zu füllen – umso erstaunlicher, dass die Autorin daraus gleich eine ganze Reihe macht.

Island als Kulisse hat mir gefallen, wohl auch, weil das Land ganz oben auf meiner Reise-Wunschliste steht. Allerdings merkt man, dass die Autorin nicht selbst von Island stammt, sondern Deutsche ist. Manche Beschreibungen wirkten wie "Fun Facts", die aus Wikipedia-Artikeln übernommen wurden, zum Beispiel wenn sich die beiden Protagonst:innen in einer Szene darüber unterhalten, dass es in Island keine Mücken gibt.

Die beiden Sprecher:innen haben ihre Arbeit gut gemacht, und durch die unterschiedliche Besetzung für Nói und Lima konnte man den Perspektivenwechsel gut folgen.

Fazit:
Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen. Die Handlung war vorhersehbar und bot kaum genug Stoff, um ein ganzes Buch zu füllen. Limas ständige Opferrolle und die aufgesetzte Sprache haben es mir schwierig gemacht, eine Verbindung zu den Charakteren aufzubauen. Trotz der berührenden Passagen zu (Alltags-)Rassismus und der schönen Kulisse Islands wirkte vieles unauthentisch und konstruiert. Von mir gibt es 2 Sterne und die Fortsetzung werde ich nicht mehr lesen.

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Veröffentlicht am 26.07.2023

Für mich eine unnötige Fortsetzung

Ari und Dante 2: Aristoteles und Dante springen in den Strudel des Lebens
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In diesem zweiten Band geht die Erzählung rund um Aristoteles und Dante weiter. Nachdem Aristoteles am Ende des ersten Bandes (gefühlt als letzter in seiner Familie) entdeckt hat, dass er homosexuell ist ...

In diesem zweiten Band geht die Erzählung rund um Aristoteles und Dante weiter. Nachdem Aristoteles am Ende des ersten Bandes (gefühlt als letzter in seiner Familie) entdeckt hat, dass er homosexuell ist und Gefühle für seinen besten Freund Dante hat, sind beide in diesem zweiten Band ein Paar. Doch obschon der Titel vermuten lässt, dass es um die Beziehung der beiden gehen wird (immerhin heisst die Reihe Aristoteles UND Dante), nimmt hauptsächlich Aristoteles und sein Leben den Hauptfokus dieser Fortsetzung ein, was ich sehr schade fand.
Zwar teilen Aristoteles und Dante zu Beginn einen romantischen Moment, aber dann hatte ich das Gefühl, dass Dante fast gänzlich im Hintergrund verschwindet und die Handlung sich viel mehr mit Aristoteles und seiner Familie beschäftigt. Zum einen gibt es eine Begegnung mit Aris Bruder, der aufgrund eines Hassverbrechens im Gefängnis sitzt und zum anderen erlebt Aristoteles einen überraschenden und schweren Verlust in seiner Familie, mit dem er schwer zu kämpfen hat.

Neben diesen beiden Ereignissen konnte mich die Erzählung aber nicht richtig packen und ich hatte den Eindruck, dass die Handlung stellenweise nichtssagend vor sich hin plätschert. Einige lieben die Bücher aufgrund des Schreibstils des Autors, der mit Metaphern und philosophischen Floskeln um sich wirft. Für mich war das aber leider oftmals bloss nichtssagendes Geschwafel, das der Geschichte nicht wirklich Tiefe verleiht und mit dem ich dementsprechend wenig anfangen konnte.

Das zentrale Element des Buches ist definitiv das Erwachsenwerden von Aristoteles und vielen Fragen, die damit einhergehen. Damit lernt man ihn etwas besser kennen, wobei die restlichen Charaktere daneben blass bleiben.
Was mich bei der Charakterisierung von Aristoteles (und auch Dante) gestört hat, war der Umstand, dass die beiden und ihr Verhalten so beschrieben wird, dass ich den Eindruck hatte, beide wären erst 13 Jahre alt und nicht bereits Teenager, die bald ins junge Erwachsenenalter übertreten. Aristoteles wirkt unglaublich naiv und stellt Fragen, die ich als sehr kindlich empfunden habe und für mich einfach nicht authentisch für einen Teenager gewirkt haben. Die Geschichte hätte vermutlich besser funktioniert, wenn die beiden Hauptcharaktere jünger gewesen wären.

Fazit:
Alles in allem hatte diese Fortsetzung nichts, bei dem ich sagen könnte: Dieser zweite Band hat die Welt gebraucht - im Gegenteil. Es gibt inzwischen so viele queere YA Romane, dass dieses Buch hier leider kaum unter der Masse hervorsticht. Für mich ist es eine unnötige Fortsetzung, die man nicht gelesen haben muss, da der erste Band der Reihe in sich abgeschlossen ist. 2 enttäuschte Sterne gibt es von mir.

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