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Veröffentlicht am 11.09.2017

Rauch als Sündenbarometer.

Smoke
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Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert in England. Kernthema des Buches ist der Rauch, den die Menschen bei jeder Lüge bzw. größeren Gefühlsregung abgeben und der unter allen Umständen unterdrückt werden ...

Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert in England. Kernthema des Buches ist der Rauch, den die Menschen bei jeder Lüge bzw. größeren Gefühlsregung abgeben und der unter allen Umständen unterdrückt werden soll. Thomas und Charlie sind die Hauptfiguren mit verschiedenen gesellschaftlichen Hintergründen, die sich zu Beginn des Buches in der Schule begegnen und miteinander befreundet sind. Beide lernen über die Hintergründe des Rauches und entdecken ein Komplott.

Smoke war mal ein Buch der ganz anderen Art – allein schon durch die doch hohe Seitenanzahl – 617 Seiten sind schon ein Wort – aber natürlich lesbar.

Die Geschichte an und für sich ist wirklich interessant und mal was anderes. Sie ist sehr angenehm zu lesen, d.h. verständliche Sprache, gelegentlich mal eine eher alte Sprache (z.B. lädiertes Gesicht, kryptisch, verkorkt) wird verwendet, was aber generell ja auch zur Geschichte passt. Die Sätze sind nicht großartig verschachtelt, haben eine angenehme Satzlänge, sind gut zu lesen eben und es sind kaum Fremdwörter verwendet worden.

Alles in allem ist die Geschichte sehr spannend und unterhaltsam, man wird in eine interessante Zeit genommen, es herrscht generell eine düstere Stimmung. So wie es sehr spannend ist, ist es hingegen minimal emotional, was aber auch nichts ausmacht, das passt einfach zum Buch und zur Geschichte des Rauchs. Mir hat das Buch gut gefallen, es war angenehm zu lesen, mal eine ganz andere Lektüre, unheimlich spannend und unterhaltsam, jedoch hat mir zum Schluß hin etwas gefehlt.

Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 31.08.2017

Soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein? Jein!

Ich bin eine Frau voller Widersprüche ... Nee, doch nicht.
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Judy Horney gehört zu den Menschen, die sich einfach nicht entscheiden können, egal um welches Thema es genau geht. Sei es die Entscheidung um Kind oder Karriere oder Sekt oder Selters. Im Buch schildert ...

Judy Horney gehört zu den Menschen, die sich einfach nicht entscheiden können, egal um welches Thema es genau geht. Sei es die Entscheidung um Kind oder Karriere oder Sekt oder Selters. Im Buch schildert sie mit viel Humor und durchaus auch Selbstironie dieses Problem und gibt gelegentlich Tipps, wie man es sich ein wenig leichter machen kann.

Entscheidungen zu treffen liegt ja nicht jedem. Mir fällt es gelegentlich schwer mich für das nächste Buch zu entscheiden, der SuB (Stapel ungelesener Bücher) wächst ja irgendwie mehr als dass er mal abnimmt… Entsprechend gespannt war ich auf das Buch der Frau voller Widersprüche.

Vom Schreibstil her hat es mir echt gut gefallen, eine locker-leichte Lektüre, angenehm zu lesen, keine großartigen Fremdwörter oder Fachbegriffe, wirklich angenehm zu lesen. Da ist nichts kompliziert ausgedrückt, einfach schön. Auch die Einteilung in die kurzen Geschichten (zur jeweils beschriebenen Situation, die eine Entscheidung erforderte) sind von angenehmer Größe – d.h. eher kurz, nie so arg viele Seiten lang.

Alles in allem sind die Geschichten wirklich sehr unterhaltsam und durchaus amüsant – man merkt immer wieder, wie sie von einer Entscheidung hin und her gerissen ist, diese dann ggf. doch noch kurzfristig geändert wird oder sich durch äußere Umstände etwas ändert. Generell hat mir das Buch so schon gut gefallen, jedoch war es für mich so, dass ich mir da noch ein wenig mehr Erkenntnis gewünscht hätte. Ich hatte die Vorstellung, dass man hier auch ein bißchen mehr für sich selbst mit nimmt, wenn man eben auch nicht so der „Entscheider“ ist. Da wurde ich ein bißchen enttäuscht, wobei die Geschichten ansonsten sehr amüsant waren und man gesehen hat, dass es auch immer mal wieder gut war, wie sie sich entschieden hat – zumindest habe ich das so empfunden.

Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 30.08.2017

Der Tote aus Grab 55.

Tote schweigen nicht
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Durch Prof. Dr. Klaus Püschel werden Tote zum letzten Mal zum „Sprechen“ gebracht, denn durch die Rechtsmedizin können noch Erkenntnisse auf Todesursache etc. festgestellt werden. Im Buch erläutert er, ...

Durch Prof. Dr. Klaus Püschel werden Tote zum letzten Mal zum „Sprechen“ gebracht, denn durch die Rechtsmedizin können noch Erkenntnisse auf Todesursache etc. festgestellt werden. Im Buch erläutert er, durch welche Verletzungsmuster man auf welchen möglichen Geschehensablauf schließen kann, erläutert wie man tatsächlich bei verschiedenen Fällen noch eine Wendung erlebt hat. Im Buch werden Fälle wie der von Wettermann Kachelmann sowie der kleinen Yagmur geschildert.

Einblicke in die Rechtsmedizin finde ich unheimlich spannend, so dass ich Bücher dieser Art bzw. Thematik schon einige gelesen habe. Entsprechend habe ich für mich schon eine gewisse Vorbildung in diesem Thema bzw. ggf. auch bevorzugte Autoren, was es einem neuen Autor bzw. Berichterstatter dann wohl immer schwer macht. Dennoch war ich sehr gespannt auf „Tote schweigen nicht“, was ich schon lange lesen wollte.

Der Schreibstil gefällt mir ganz gut, das Buch ist gut zu lesen, verständlich, angenehm geschrieben, nichts großartig kompliziert verfasst. Natürlich sind manche Schilderungen nicht einfach, aber das war mir schon klar. Fachbegriffe werden immer wieder erläutert, so findet man zu den geschilderten Beispielen anschließend noch in einem grau hinterlegten Text eine ausführliche Erklärung dazu, das fand ich interessant. Teilweise war es mir aber ein wenig zu sehr fachlich bzw. auch in die Länge gezogen, was aber eben meine Ansicht ist.

Die Schilderung der einzelnen Fälle haben mir hingegen sehr gut gefallen, es war spannend zu lesen, sehr informativ und wirklich interessant. Generell habe ich es als sehr interessant empfunden, wer sich mit Fällen befasst hat, so habe ich ja auch schon einige andere Bücher gelesen, in denen manche Fälle meiner Ansicht und Erinnerung nach auch aufgetaucht sind. Man findet nicht bei jeder einzelnen Geschichte Fotos, aber die abgebildeten Fotos fand ich sehr passend (z.B. Störtebeckers Schädel, der tote Uwe Barschel in der Badewanne) und interessant.

Alles in allem ein wirklich spannendes Buch, das aber auch immer wieder aufzeigt wie grausam Menschen sein können, wie eiskalte manche Menschen im speziellen sind und wie jeder doch ganz anders tötet – eben auf seine ganz eigene Art und Weise.

Für mich ein wirklich interessantes, unterhaltsames und informatives Buch, wenngleich es mir manchmal ein wenig zu fachlich war, da hätte ich lieber noch eine Geschichte mehr, dafür weniger an Erläuterung gewünscht. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass Längen entstanden sind.

Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 28.07.2017

Vom Schauspieler Tom Hengst und einer Skateboard-Prinzessin

Fritzi Klitschmüller 1: Fritzi Klitschmüller
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Ein knallrotes Skateboard – das wünscht sich Fritzi sehnlichst zu ihrem neunten Geburtstag. Doch sie hat überhaupt nicht damit gerechnet, dass sie ein Prinzessinnenkleid von ihrer Mama bekommt. Die Enttäuschung ...

Ein knallrotes Skateboard – das wünscht sich Fritzi sehnlichst zu ihrem neunten Geburtstag. Doch sie hat überhaupt nicht damit gerechnet, dass sie ein Prinzessinnenkleid von ihrer Mama bekommt. Die Enttäuschung ist groß, zumal die Mama noch zur Kur muss, statt in den Ferien zuhause zu sein bzw. man gemeinsam Urlaub machen kann. Entsprechend stehen turbulente Ferien bevor – ein Skateboard-Beschaffungsplan muss her – und dann wären da auch noch die neuen Nachbarn…

Die Geschichte, die hier vorgelesen wird, klang soweit wirklich unterhaltsam, entsprechend gespannt waren wir auf die Umsetzung. Auf dem Cover bekommt man ja schon direkt einen kleinen Ein- bzw. Ausblick auf Fritzi, so dass man sich dann durchaus gut vorstellen kann, wie sie aussieht.

Die Art und Weise wie die Geschichte erzählt wird hat uns gut gefallen, jedoch hätte es v.a. uns erwachsenen Mithörern etwas besser gefallen, wenn die Kinder in der Geschichte auch von Kindern gesprochen worden wären. Oder vielleicht eine andere Sprecherin dafür gewählt worden wäre. Ich habe die Stimme als etwas nervig empfunden, wenngleich es sicher eine große Leistung ist, wie die Stimme immer wieder etwas verstellt wird, um so die anderen Personen mitzusprechen. (Für mich kommt da jedoch nichts an den Vorleser vom kleinen Drachen Kokosnuss heran… der ist für mich einfach der absolute Hammer…)

Generell ist es so, dass die Geschichte für junge Hörer ab 8 Jahren ausgelegt ist. Wir liegen da noch ein klitzekleines bißchen drunter, dennoch war die Geschichte gut verständlich bzw. wurde aufmerksam gelauscht, es gab keine Unklarheiten. Vielleicht waren in der Geschichte ein paar mehr Schwierigkeiten zu lösen als es das in Geschichten für jüngere Kinder gibt. Auch dass die Tante bzw. Cousine als die absoluten Hassfiguren hingestellt werden hat einen etwas blöden Beigeschmack. Verständlich ist das schon, da man ja „den Körnern verfallen ist“, es nur noch Zucchini-Spaghetti gibt, etc. Hier muss man durchaus auch schmunzeln, keine Frage. Aber es ist doch schon arg übertrieben…

Dennoch – alles in allem war es eine recht unterhaltsame und lustige Geschichte, die natürlich auch kurze Nachdenk-Momente mit sich bringt. Alles in allem hat aber der Spaß überwogen und die Geschichte kam gut an und war eigentlich nie langweilig oder lahm. Entsprechend gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Die Pauline-Potter-Workout-Nacht.

Stell dir vor, dass ich dich liebe
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Jack ist an seiner Highschool mit einer der Coolsten und wohl auch Schönsten. Dennoch hat er ein Problem – er leidet unter Prosopagnosie – Gesichtsblindheit. Er kann andere Menschen nicht am Gesicht erkennen ...

Jack ist an seiner Highschool mit einer der Coolsten und wohl auch Schönsten. Dennoch hat er ein Problem – er leidet unter Prosopagnosie – Gesichtsblindheit. Er kann andere Menschen nicht am Gesicht erkennen sondern nur an äußeren Merkmalen. Und dann ist da Libby, ein Mädchen, das nicht gerade schlank ist und nach Jahren wieder an die Highschool kommt. Sie tritt in Jack’s Leben, doch kann es wirklich sein, dass da eine Verbindung zwischen den beiden sein soll…

Allein die Optik des Buches hat mich hier ja sehr angesprochen – wie es so in leuchtend pink daher kommt – schon eher als Mädchenbuch, sozusagen. Auch inhaltlich klang die Geschichte toll und interessant, entsprechend interessiert war ich, wie sich hier was in welche Richtung entwickelt.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, es ist alles wirklich gut nachvollziehbar und angenehm zu lesen. Keine unnötig langen Sätze oder gar Verschachtelungen, auch keine großartigen Fremdwörter oder fachlichen Begriffe. Angenehm zu lesen, auch in der Art und Weise, dass man die Erzählung aus der Sicht von Jack und Libby abwechselnd liest.

Ich habe ein wenig gebraucht, bis die Geschichte mich so richtig gepackt hat. Nach dem ersten Drittel war es dann aber doch soweit, dass die Geschichte mich in ihren Bann gezogen hatte und ich das Buch nur ungern aus der Hand gelegt habe. Die Schilderungen fand ich interessant, manche Sachen durchaus schön, andere recht heftig. Es wurde gelegentlich wunderbar emotional und auch lustig. Hier hat es mir an einer Stelle besonders gut gefallen, manchmal ist es schön, wenn man dann selbst ins Erinnern kommt, finde ich.

Die Erklärung der Diagnose Prosopagnosie fand ich interessant und auch das damit verknüpfte Aufmerksam-machen. Auch der Hintergrund bei Libby ist interessant und absolut durchdacht, in gewisser Weise hat es mich kurz mal an den Film „Embrace“ erinnert.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen, die Geschichte ist wirklich unterhaltsam, emotional aber auch amüsant, es ist interessant gewesen hier neue Dinge (Prosopagnosie) zu erfahren. Auch die Entwicklung der Geschichte hat mir gut gefallen, jedoch hat es für mich lange gedauert, bis ich im Lesefluss war, das hat mir weniger gut gefallen. Auch wie hier manches gelegentlich länger als nötig ausgeführt wird – hier hätte ich mir gewünscht, dass Schilderungen vielleicht etwas gekürzt werden.

(Die Schilderung, dass ein mit Sexy Back von Justin Timberlake ein „Oldie“ läuft, macht vielleicht auch noch ein Fitzelchen Abzug aus… ;) )

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.