Profilbild von Gelinde

Gelinde

Lesejury Star
offline

Gelinde ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gelinde über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2023

Lindy Girls - Roaring Twenties in Berlin

Lindy Girls
0

Lindy Girls, von Anne Stern

Cover:
Das Cover passt sehr gut zum Buch und gefällt mir.

Inhalt und meine Meinung:
Es geht nach Berlin in die Roaring Twenties, eine sehr zwiegespaltene Zeit. Auf der einen ...

Lindy Girls, von Anne Stern

Cover:
Das Cover passt sehr gut zum Buch und gefällt mir.

Inhalt und meine Meinung:
Es geht nach Berlin in die Roaring Twenties, eine sehr zwiegespaltene Zeit. Auf der einen Seite noch viel Hunger und Not nach dem Krieg, auf der anderen Seite aber ein aufbäumen und die unbändige Lust sich zu amüsieren. Dazu gehört auch der Tanz und die Musik. Swing, Jazz und Charleston schwappten von Amerika zu uns herüber.
In dieser Zeit gründet die Choreographin Wally eine Frauentanzgruppe.
Sie weicht von dem gängigen Muster ab. Ihre „Mädchen“ sollen individuell bleiben und doch eine Einheit bilden. Außerdem engagiert sie die Frauen von der Straße weg.
Es ist schwer für Wally in dieser männerdominierten Welt ein Engagement zu bekommen und Fuß zu fassen.
Erst als sie sich mit ihrem ehemaligen Liebhaber Toni zusammentut klappt der Einstig.
Doch dies bringt wieder neue Probleme mit sich.

Die Geschichte ist interessant, aber nicht herausragend.
Erst vor einem Jahr habe ich ein Buch gelesen mit der gleichen Geschichte.
Der Schreibstil ist jetzt auch nicht besonderes spektakulär. Zum Beispiel habe ich die acht Tänzerinnen nie auf Anhieb auseinanderhalten können.
Auch die angesprochenen Probleme wie Armut, Gleichberechtigung, Sexualität und Antisemitismus, wurden nur oberflächlich behandelt und da wurde zu viel Potential vergeben.,

Autorin:
Anne Stern, geboren 1982, ist Historikerin, promovierte Germanistin und Schriftstellerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Mein Fazit:
Ein Buch für Zwischendurch über die Roaring Twenties in Berlin, aber es fehlt der Tiefgang und das gewisse Etwas.
Von mir 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2023

Mattanza – hier wäre mehr drin gewesen

Mattanza
0

Mattanza, von Germana Fabiano

Cover:
Eine „typische“ Italienerin? (so könnte man sich Nora vorstellen).

Inhalt und meine Meinung:
Eine kleine Insel am äußersten Zipfel von Italien.
Ein Ort der noch ...

Mattanza, von Germana Fabiano

Cover:
Eine „typische“ Italienerin? (so könnte man sich Nora vorstellen).

Inhalt und meine Meinung:
Eine kleine Insel am äußersten Zipfel von Italien.
Ein Ort der noch nach alten Traditionen lebt und zwar von der Mattanza.
Ein Wort das ich auch zuerst googeln musste, es bedeutet:
Die Mattanza (it. „Abschlachten“) ist die traditionelle Thunfischjagd vor den Küsten Siziliens und Sardiniens.
Dazu kommt, dass der Posten für den Anführer dafür seit Jahrhunderten innerhalb der Familie vererbt wird. Doch nun gibt es das erste mal keinen männlichen Nachfahren und so wird das „Amt“ auf Nora, die 1960 geboren wird, übertragen.
Im Dorf und bei ihrer Arbeit kann Nora bestehen, aber gegen die neue Zeit, mit den Touristen und vor allem den Flüchtlingen kann auch sie nichts ausrichten und so bricht das alte Gefüge irgendwann zusammen.

Der Schreibstil ist flüssig, irgendwie aber geheimnisvoll.
Wir begleiten das Leben im Dorf von der Zeit von 1960 bis 2012.
Mir ist das Ganze zu sehr auf Harmonie ausgerichtet, alles wird einfach hingenommen. Dabei laufen im Hintergrund mörderische Vorgänge.

Ein kleines Buch vorn 183 Seiten, das mich mit seinen Flüchtlingsproblemen sehr an die Berichterstattung von Lampedusa erinnert, aber dafür wieder zu wenig in die Tiefe geht. Hier hätte mehr herausgeholt werden können.

Autorin:
Germana Fabiano, geboren 1971 in Palermo, lebt heute auf Sizilien und in Tübingen, wo sie ihre Arbeit als Autorin mit einer Dozentur für Menschenrechte an der Universität verbindet.

Mein Fazit:
Hier wurde meiner Meinung nach nur an der Oberfläche gekratzt.
Von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 17.06.2023

Die Spur der Aale – hier ist eindeutig noch Luft nach oben

Die Spur der Aale
0

Die Spur der Aale, von Florian Wacker

Cover:
Das grünlich gehaltene Cover finde ich, wirkt bedrohlich.

Inhalt und meine Meinung:
Die erste Hälfte ist recht zäh.
Es geht allgemein um das „Betriebsklima“ ...

Die Spur der Aale, von Florian Wacker

Cover:
Das grünlich gehaltene Cover finde ich, wirkt bedrohlich.

Inhalt und meine Meinung:
Die erste Hälfte ist recht zäh.
Es geht allgemein um das „Betriebsklima“ und der oft ermüdende Arbeit von Staatsanwälten.
Aber vom konkreten Fall, toter Zollbeamter, erfahren wir lange nichts.
Auch im weiteren Verlauf ist alles recht vage.
Man erkennt dann zwar irgendwann, dass es um den Schmuggel dieser Aale geht, aber alles bleibt sehr diffus und es kommt überhaupt keine Spannung auf.

Im Klappentext heißt es u.a. : eine ungewöhnliche Ermittlerin mit eigenem Kopf und brisanter Vergangenheit, da wird zwar immer wieder was angedeutet, aber auch hier erfahren wir nichts was mich neugierig gemacht hätte.
Ich mag außergewöhnliche Ermittler, aber so besonders fand ich Greta Vogelsang dann nicht.
Dieses Buch soll ja der Auftakt zu einer neuen Reihe sein, mich konnte er aber nicht so fesseln dass ich hier mehr erfahren will.

Der Schreibstil ist zwar gut und flüssig zu lesen, aber es sticht halt nichts heraus. Keiner der Charaktere konnte mich ansprechen oder wird mir im Gedächtnis bleiben.

Autor:
Florian Wacker, geboren 1980 in Stuttgart, studierte Heilpädagogik und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main und schreibt Prosa, Dramatik und Code.

Mein Fazit:
Ein Krimi den man zwischendurch lesen kann, und etwas über Aale erfährt was man so vielleicht noch nicht gewusst hat, aber kein Krimi der Eindruck macht und im Gedächtnis bleibt.
Von mir 3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2023

Das Mädchen im Zitronenhain –Die Story finde ich gut die Umsetzung weniger

Das Mädchen im Zitronenhain
0

Das Mädchen im Zitronenhain, von Antonia Brauer

Cover:
Ein schönes Cover das zur Geschichte passt.

Inhalt und meine Meinung:
Wir lesen hier über das Leben von Vicki (die am Ende zu Vicky wird) von ihrer ...

Das Mädchen im Zitronenhain, von Antonia Brauer

Cover:
Ein schönes Cover das zur Geschichte passt.

Inhalt und meine Meinung:
Wir lesen hier über das Leben von Vicki (die am Ende zu Vicky wird) von ihrer Kindheit 1944 bis wir am Ende im Jähr 1967 ankommen.
Sie ist eine außergewöhnlich starke Frau und versteht es schon al Kind in den Kriegs- und Nachkriegsjahren zu „organisieren“ und sich durchzusetzen.
Das zieht sich ihr ganze Leben durch.
Sie gönnt sich keine Ruhepausen. Dadurch ist ihr Leben zwar mit Erfolg gekrönt, und sie hat auch viele glückliche Zeiten. Aber ihr Arbeitspensum und ihr Einsatz ist auch nicht von Pappe.

Die Geschichte gefällt mir gut (vor allem der letzte Teil) , nur die Umsetzung finde ich persönlich nicht so gelungen.
Es gibt viele Sprünge in den Zeiten, vor allem die Wechsel zwischen 55 bis 59 sind oft sehr verwirrend und bremsen meinen Lesefluss.
Ich denke wenn es ganz chronologisch durchgeschrieben wär, hätte es mir besser gefallen.
Im letzen Viertel wird es dann chronologisch, ab hier kann mich das Buch auch mehr fesseln.
Die Schreibwies finde ich teilweise Auch irgendwie stockend, Begriffe wie „nächstentags oder darob“, bremsen mich auch aus.
Es bleibt immer eine gewisse Distanz, die Emotionen kommen nicht bei mir an, der Funke springt nicht über. Ich komme den Protagonisten nicht näher (außer am Schluss etwas) , sei bleiben für mich Statisten.

Im interessanten Nachwort der Autorin erfahren wir, was der wahre Kern der Geschichte ist und wie sie an diese Informationen gekommen ist.

Autorin:
Antonia Brauer ist das Pseudonym einer Münchner Journalistin, Buchhändlerin und Autorin.

Mein Fazit:
Eine interessante und schöne Geschichte.
Mir hat leider der Aufbau des Buches (die Gliederung) nicht gefallen, war mir zu durcheinander.
3 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2023

Die Netten schlafen allein

Die Netten schlafen allein
0

Die Netten schlafen allein, von Steffen Weinert

Cover:
Lustig, und ein bisschen zum Bemitleiden.

Inhalt und meine Meinung:
Blei dem 33 jährigen Christoph und den Frauen klappt es nicht so wie er es will.
Irgendwie ...

Die Netten schlafen allein, von Steffen Weinert

Cover:
Lustig, und ein bisschen zum Bemitleiden.

Inhalt und meine Meinung:
Blei dem 33 jährigen Christoph und den Frauen klappt es nicht so wie er es will.
Irgendwie will keine Frau bei ihm bleiben, dabei ist er doch nun wirklich ein Netter.

Der Schreibstil ist etwas überspitzt, wenn nicht sogar teilweise over top.
Im Großen und Ganzen lässt sich das Buch gut lesen. Es ist auf seine Art witzig und Christoph ist schon en ganz besonderes „Exemplar“.
Das Ende lässt sich aber dann doch relativ schnell erahnen und so ist die Spannung nicht besonders hoch.

Autor:
Steffen Weinert, Jahrgang 1975, hat an der Filmakademie Baden-Württemberg studiert und arbeitet heute vor allem als Autor und Regisseur.

Mein Fazit:
Ein Buch für zwischendurch, nicht gerade tiefgründig und das nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.
Von mir 3 Sterne.