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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2023

Empfehlenswert

Übertretung
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Belfast 1975. Es ist die Zeit, in denen der Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten eskaliert. Die 24jährige katholische Cushla unterrichtet in der Grundschule die dritte Klasse und arbeitet danach ...

Belfast 1975. Es ist die Zeit, in denen der Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten eskaliert. Die 24jährige katholische Cushla unterrichtet in der Grundschule die dritte Klasse und arbeitet danach zeitweise in dem Pub ihres Bruders Eamonns. Und sie kümmert sich um ihre Mutter, die dem Alkohol sehr zugetan ist. Es ist gefährliche Zeit, denn schon ein falsches Wort kann bedeuten, auf der Todesliste zu stehen.
Im Pub lernt Cushla den wesentlich älteren protestantischen und bekannten Anwalt Michael Agnew kennen. Obwohl er verheiratet ist, geht sie mit ihm eine stürmische Beziehung ein, die dramatische Folgen haben wird.
Dieser Roman beschreibt glaubhaft und nachvollziehbar die grauenhaften Verhältnisse zu Zeiten der IRA, als Bombenattentate und Gewalt an der Tagesordnung waren. Es ist gefährlich, sich für einen Schüler einzusetzen, der schikaniert wird und einer Familie zu helfen, deren Vater überfallen und beinahe getötet wurde. Und überall und jederzeit kann eine Bombe hochgehen.
Louise Kennedy hat die Protagonistin bildhaft in Szene gesetzt. Ihre Gefühle und Handlungen sind glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Die realistische Handlung ist anfangs noch etwas schleppend, jedoch steigert sich der Spannungsbogen immer mehr, so dass ich schließlich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Autorin führt mich einem lockeren Schreibstil durch diese Geschichte.
Mein Fazit:
Ein Roman, der durchaus der Realität entsprechen konnte. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Ein sehr bewegender Roman

Der Klang eines neuen Lebens
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Marion Johanning erzählt in diesem Buch die Geschichte der jungen Emma van Kall, die, nach einer Auseinandersetzung mit der Schwiegermutter, im Mai 1945 mit ihrem Akkordeon von Gut Meinersleben zurück ...

Marion Johanning erzählt in diesem Buch die Geschichte der jungen Emma van Kall, die, nach einer Auseinandersetzung mit der Schwiegermutter, im Mai 1945 mit ihrem Akkordeon von Gut Meinersleben zurück nach Köln zu ihren Eltern geht. Emmas Ehemann gilt als vermisst. Köln ist zerstört, Emmas Elternhaus wurde geplündert und beschädigt. Doch irgendwie muss es weitergehen. Emma unterstützt ihre Familie, so gut sie kann. Verzweifelt kämpft sie um Lebensmittel und, als die Mutter erkrankt, um Medikamente. Kurt, der Untermieter der Familie, hat Beziehungen zum Schwarzmarkt. Er taucht sporadisch auf und versucht, Emma zu helfen.
Emma, die sich unentwegt bemüht, ihrer Familie in einer Zeit, die von Hunger und Not geprägt ist, zu helfen, ist eindrucksvoll und nachvollziehbar beschrieben. Auch der undurchsichtige Kurt, von dem ich einige Zeit nicht wusste, was ich von ihm zu halten habe, hat die Autorin bildhaft gezeichnet. Durch den Wechsel der Zeitebenen erfährt der Leser nach und nach von seiner Vergangenheit. Dadurch gelang es mir, seine Handlungen mit dem Fortschreiten der Geschichte zu verstehen.
Die Handlung ist, auch durch den flüssigen Schreibstil, fesselnd und ließ mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Fazit:
Ein sehr berührender Roman, den ich sehr gerne weiterempfehle. 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.07.2023

Ein wundervoller Auftakt der Reihe

Die Töchter von Gestüt Brightlead – Schicksalszeiten
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Dieses Buch entführt den Leser auf das englische Gestüt Brightlead im Jahr 1914. Hier lebt die 17jährige Amelie Livsey. Sie liebt die Pferde, besonders ihren Hengst Hercules. Und vor allem das Reiten. ...

Dieses Buch entführt den Leser auf das englische Gestüt Brightlead im Jahr 1914. Hier lebt die 17jährige Amelie Livsey. Sie liebt die Pferde, besonders ihren Hengst Hercules. Und vor allem das Reiten. Denn nur hier verspürte sie die Freiheit, die es sonst nicht für sie gibt. Sie verliebt sich in den Stallburschen Ted Gillies, den sie von Kindheit auf kennt. Doch diese Liebe ist nicht standesgemäß. Ihr Vater hat sie bereits dem wohlhabenden Richard versprochen. Durch diese Heirat soll das Gestüt vor dem Ruin bewahrt werden.
Dieser erste Teil der Reihe wird in relativ kurzen und kompakten Kapiteln aus der Sicht von Amelie erzählt.
Dadurch war es möglich, mich in sie hineinversetzen zu können. Die verschiedenen Charaktere sind bildhaft beschrieben. Die Handlung ist fesselnd und teilweise aufwühlend. Mit einem flüssigen Schreibstil führt die Autorin zügig durch diese Geschichte, bei der das Ende für mich zu abrupt war. Doch gerade dadurch macht es mich neugierig auf die Fortsetzung, denn ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.07.2023

Lebendig und nachvollziehbar

Perlenbach
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Auch wenn es sich bei diesem Roman um den zweiten Teil der Trilogie handelt, ist dieser Teil dem ersten zeitlich vorgelagert. Die drei Freunde Wilhelm, Jacob und Luise haben schon in jungen Jahren ihre ...

Auch wenn es sich bei diesem Roman um den zweiten Teil der Trilogie handelt, ist dieser Teil dem ersten zeitlich vorgelagert. Die drei Freunde Wilhelm, Jacob und Luise haben schon in jungen Jahren ihre eigenen Vorstellungen ihrer Zukunft. Luise will unbedingt in die Fußstapfen ihres Vaters treten und Ärztin werden, ein Beruf, der in Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts für eine Frau unmöglich ist, da das Medizinstudium nur männlichen Studenten zugänglich ist. Jacob hat kein Interesse an der Tuchfabrik seines Vaters, er will frei sein und sein eigenes Leben führen. Und Wilhelm, der Sohn eines Bauern, dessen Familie von der Hand in den Mund lebt, möchte anerkannt und ohne finanzielle Sorgen sein Leben verbringen. Während Luise ihr Ziel konsequent verfolgt, schlägt Wilhelms Weg eine unvorhergesehene Richtung ein. Und auch Jacob muss erkennen, dass er nicht alle Hindernisse umgehen kann.
Dieses Buch erzählt die Geschichte dreier Freunde in den Jahren 1865 bis 1905 und führt den Leser in die Eifelorte Wollseifen und Montjoie, dem heutigen Monschau. Es ist eine Zeit geprägt von Hunger und Armut. Die Tuchfabriken in Monschau müssen schließen und die Menschen wandern in andere Regionen oder nach Amerika aus. Anschaulich und nachvollziehbar sind die Verhältnisse jener Zeit beschrieben. Die fiktiven Geschehen vor einem historischen Hintergrund sind fesselnd und könnten sich so zugetragen haben. Die einzelnen Charaktere sind authentisch dargestellt. Die lebendige und bildhafte Schreibweise machten das Lesen zu einem Genuss. Jetzt bin ich auf den dritten Band sehr gespannt.
Fazit:
Eine historisch sehr gut recherchierte Lektüre, die man unabhängig vom ersten Band „Ginsterhöhe“ sehr gut lesen kann. Voll Überzeugung empfehle ich es weiter und vergebe 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.07.2023

Die Bonbonmacherin

Die Fabrik der süßen Dinge – Helenes Hoffnung
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Helene, die Tochter des Süßwarenfabrikanten von Ratschek, probiert voller Leidenschaft immer neue Rezepturen für die Herstellung neuer Köstlichkeiten aus. Als sich ihr Vater zur Ruhe setzen will, wird ...

Helene, die Tochter des Süßwarenfabrikanten von Ratschek, probiert voller Leidenschaft immer neue Rezepturen für die Herstellung neuer Köstlichkeiten aus. Als sich ihr Vater zur Ruhe setzen will, wird sie in seiner Nachfolge jedoch übergangen. Diese geht an ihre beiden älteren Brüder Alfred und Henri, die kein großes Interesse an der Fabrik haben. Helene soll nach dem Willen ihrer Eltern mit dem Geschäftspartner Armin Langen verheiratet werden. Die Hochzeit ist schon geplant. Denn eine Frau kann kein Geschäft leiten, sie ist nur für die Ehe und das Kinderkriegen zuständig. Helene packt ihren Koffer und reist nach Hamburg. Unter einem falschen Namen bekommt sie eine Lehrstelle bei der Konkurrenz und lernt den Fabrikantensohn Frederik kennen.
Deutlich beschreibt dieser Roman die Situation der Frauen in den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Aus der Abhängigkeit im Elternhaus gingen sie nahtlos in eine Ehe, in der sie ebenfalls keinerlei Rechte besaßen, sondern auf Gedeih und Verderben dem Ehemann ausgeliefert waren.
Helene ist eine starke Frau, die weiß, was sie will und ihre Persönlichkeit in Hamburg festigen kann. Claudia Romes hat die Protagonistin eindrucksvoll und authentisch gezeichnet. Dadurch konnte ich mich direkt von Anfang an in sie hineinversetzen. Die Handlung mit ihren unvorhersehbaren Wendungen ist fesselnd. Durch den lockeren und leichten Schreibstil war das Lesen ein Vergnügen. Jetzt freue ich mich auf den zweiten Band, denn ich fiebere darauf zu erfahren, wie es mit Helene und der Süßwarenmanufaktur weitergeht. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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