Platzhalter für Profilbild

sissidack

Lesejury Star
offline

sissidack ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sissidack über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2024

vom Kind zur Selbsterkenntnis

Krummes Holz
0

Nach Jahren der Abwesenheit kehrt der junge Mann Jirka auf seinen Heimathof zurück. Er kennt seine Heimat genau und trotzdem kommt ihm alles kleiner vor als in der Kindheit (eine Erfahrung, die ich auch ...

Nach Jahren der Abwesenheit kehrt der junge Mann Jirka auf seinen Heimathof zurück. Er kennt seine Heimat genau und trotzdem kommt ihm alles kleiner vor als in der Kindheit (eine Erfahrung, die ich auch schon gemacht habe). Viele seiner Bekannten aus Kindertagen sind noch da. Trotzdem scheint eine Art unsichtbare Wand zwischen ihm und den Menschen seiner Kindheit zu stehen. Seine Schwester Malene, die mit Leib und Seele Bäuerin ist, zeigt sich abweisend, ja sogar beleidigend. Die Großmutter, die ihr gesamtes Leben auf dem Hof verbracht hat, ist in fortgeschrittenem Maße dement. Außer einem alten Bekannten und Freund Leander ist Jirka praktisch isoliert. Er bleibt trotzdem. Nach und nach lockert sich die Eiseskälte. Jirka denkt an viele kleine und große Erlebnisse seiner Kindheit. Er versucht diese zu verarbeiten. Jirka erkennt, dass er seine Gefühle für Leander nicht länger unterdrücken kann. Mir hat besonders gut gefallen wie einfühlsam, behutsam und liebenswert dieser Wandel vom kindlichen entdecken-wollen bis hin zum Erkennen seiner Selbst durch Frau Linhof geschildert wird. Keine Vorurteile, keine harten Worte, keine negative Kritik sondern nur langsames Verständnis begleiten den Leser durch den Roman. Ähnlich verständnisvoll sind die Charktere von Malene und Leander sehr gut bearbeitet. Äußerlich eine harte Schale, Verbitterung, Einsamkeit aber auch Liebe und Verständnis bestimmen das Leben auf dem Hof. Am Ende bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass auch krummes Holz schön sein kann. Es kommt nur auf das Auge des Betrachters an! Wer dieses Buch lesen möchte, darf keine oberflächlicher Leser sein. Eindenken und Mitfühlen ist angesagt. Man muss sich tagen lassen von der gekonnten Anwendung der vielen Varianten, die unsere deutsche Sprache zu bieten hat. Das Cover gefällt mit nicht so gut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2024

imposanter Thriller

Oxen. Pilgrim
0

Gleich vorab möchte ich einschätzen, dieser Oxen ist, wie auch seine Vorgänger, keine leichte Lektüre. So ruhig der Roman mit der Wanderung Oxens mit seinem Sohn auch beginnt. Das täuscht! Nach vielen ...

Gleich vorab möchte ich einschätzen, dieser Oxen ist, wie auch seine Vorgänger, keine leichte Lektüre. So ruhig der Roman mit der Wanderung Oxens mit seinem Sohn auch beginnt. Das täuscht! Nach vielen Seiten Information über finanzielle Umtriebe, Betrug, spitzfindige und komplizierte Intrigen bis in höchste Kreise der Regierung, musste ich erst einmal sortieren und überdenken. Es ist einfach fürchterlich, wie diese Welt der Spionage und Betrügereien sowie finanzieller Transaktionen weltweit sowohl durch reiche Privatpersonen als auch Staaten läuft. Der normale Bürger ist einfach nicht fähig solches nachzuvollziehen. Gut, dass es dann doch Menschen gibt, die sich hier richtig festbeißen und nicht abschrecken lassen. Ob es in Wirklichkeit Aufklärung wie im Roman gibt, ich kann es mir kaum vorstellen. Mich hat auf jeden Fall die Lösung der umfangreichen Verbrechen beruhigt. Hierbei insbesondere die Klugheit eines ehemaligen führenden Leiters der dänischen Spionageabwehr – oder wie man diesen Bereich auch nennen mag. Das sind menschliche Abgründe, die hier aufgezeigt werden. Vertrauen ist für diese Kreise ein Fremdwort. In so einer Atmosphäre könnte ich nicht leben. Also OXEN-Pilgrim ist ein guter Spionage/Thriller-Roman. Das Cover beschreibt genau die Stimmung, die über einem Großteil des Lesestoffs schwebt – passt also. Stilistisch hat mich der Roman überzeugt. Sehr gut geschrieben bzw. übersetzt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2023

Mädchenpower

Lindy Girls
0

Der Roman hat gehalten, was die Leseprobe versprochen hat. Charleston, der Tanz, der die Gemüter in seiner Zeit aufrüttelte, schockierte und amüsierte. Der Tanz, der in die Aufbruchszeit um 1920 – 1930 ...

Der Roman hat gehalten, was die Leseprobe versprochen hat. Charleston, der Tanz, der die Gemüter in seiner Zeit aufrüttelte, schockierte und amüsierte. Der Tanz, der in die Aufbruchszeit um 1920 – 1930 genau passte. Beim Lesen konnte ich mir genau die Mädchen auf der Bühne mit ihren aufreizenden Kostümen vorstellen. Zigarettenrauch, Alkoholgeruch und wilde Musik helfen den Menschen in Berlin sich zu entspannen und in eine neue Zeit zu streben. Irgendwie hat mich das Berliner Leben geschockt. Ich konnte mich jedoch der Energie, die die jungen Frauen ausstrahlen nicht entziehen. Trotz privater Probleme, Geldsorgen, Angst und natürlich der Abhängigkeit von den allmächtigen, reichen Herren bringen die Mädchen und ihre Tanzlehrerin die Kraft und Energie auf, eine erstklassige Präsentation ihrer Tanzkünste zu erarbeiten und umzusetzen. Sie halten zusammen! Sogar den sprunghaften Liebhaber, der gleich mit zwei Mädchen der Frauengruppe eine Liebschaft pflegen möchte, servieren beide Mädchen ab und machen mit ihrem Plan weiter. Gerne hätte ich den Weg der Tanzgruppe noch ein Stückchen weiter verfolgt. Na ja, irgendwo muss so ein Roman natürlich enden. Die Autorin hat die Charaktere der Protagonisten anschaulich dargestellt und mit Liebe (so denke ich) bearbeitet. Das Cover ist erstklassig. Die jungen Frauen in ihren schicken, der damaligen Mode entsprechenden Kleidern, die Lebenslust, die sie ausstrahlen, müssen den Betrachter einfach berühren und mitreißen. Für den Roman, der den Leser mitzieht, gebe ich 5 x Daumen hoch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2023

Gabe und Fluch

Vega 2 – Der Sturm in meinem Herzen
0

Diese phantastische Geschichte von der Gabe das Wetter beeinflussen zu können durch die junge Frau Vega, entpuppt sich für sie als Gabe und als Fluch. Die Veränderung des Klimas ist für uns, die wir diesen ...

Diese phantastische Geschichte von der Gabe das Wetter beeinflussen zu können durch die junge Frau Vega, entpuppt sich für sie als Gabe und als Fluch. Die Veränderung des Klimas ist für uns, die wir diesen Wandel zurzeit miterleben, eher ein Fluch. Warum tun Großkonzerne nicht mehr, um hier Verbesserungen einzuleiten? In der Geschichte investieren Konzerne und Forschungseinrichtungen viel Zeit, Kraft und Geld, um genau zu erkunden, wie das Wetter beeinflussbar ist. Jedoch nicht um selbstlos den Menschen zu helfen, sondern um die eigenen Taschen zu füllen. Weltweite Macht über Wetter und Klima ist das große Ziel. Hierbei werden rücksichtslos Vega und Wetteraktivisten ausgenutzt. Was für Vorgänge laufen in deren Gehirnen ab? Das Erforschte wird mit einer KI gekoppelt und es zeigt sich, dass hier wieder etwas außer Kontrolle geraten ist. Ich glaube, so etwas Ähnliches könnte auch uns noch bevorstehen. Die Handlung ist hochaktuell. Gut wird dargestellt, wie einzelne Personen gegeneinander ausgespielt werden. Ganz wie im wirklichen Leben. Deshalb ist es schön, dass Vegas große Liebe ein glückliches Ende findet. Allerdings muss ich ansprechen: Etwa in der Mitte des Romans hatte sich ein zähes Vorgehen eingestellt. Das Lesen machte Mühe. Trotzdem finde den Roman gut und kann ihn empfehlen. Viele Probleme, deren Lösung, Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Skrupellosigkeit sind gut gemischt. Das Cover hat mir sehr gut gefallen. Genau so, kann ich mir Vega vorstellten. Sie ist dominant und den jungen Mann im Hintergrund wird sie um jeden Preis beschützen. Stilistisch gefällt mir, wie und was ich zu lesen bekam.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2023

Zuerst kommt die Pflicht

Salz und Schokolade (Die Halloren-Saga 2)
0

Ich glaubte zuerst, im vorliegenden Roman stehe, wie so oft, einer der großen Kriege in unserem Europa im Mittelpunkt. Aber nein! Der Focus liegt auf Unternehmen, die von Großvater und Vater gegründet ...

Ich glaubte zuerst, im vorliegenden Roman stehe, wie so oft, einer der großen Kriege in unserem Europa im Mittelpunkt. Aber nein! Der Focus liegt auf Unternehmen, die von Großvater und Vater gegründet wurden und nun von der jungen Generation übernommen werden müssen. Hier gibt es keine Rücksicht auf eventuell andere Interessen. Im Vordergrund steht einfach nur die Firma. Die Stadt Halle spielt in diesem Roman den fest stehenden Mittelpunkt. Dabei werden einige Informationen über diese Stadt gegeben, von denen ich keine Ahnung hatte. So z. B. wurde in Halle Salz gewonnen – nicht nur in klein-kein – sondern in großem Umfang mit weit zurück reichender Tradition. Die dort arbeitenden Bürger mit ihren Familien nennen sich Halloren. Also ist nicht die berühmte Hallorenkugel (Schokolade) der Ursprung dieses Namens sondern die Salzgewinner. Doch zurück zur Familie der großen „Schokoladenfabrik“, die von Beginn an die Handlung bestimmt. Julius, der älteste Sohn, verliebt sich unsterblich in ein einfaches Mädchen. Hochzeit muss jedoch mit der kapriziösen Cici aus reichem Haus gefeiert werden. Diese Ehe wird zum Fiasko. Weiter werde ich zur Handlung nichts mehr sagen. Dem Leser werden sonst die Spannung und der Spaß genommen. Der Roman liest sich wunderbar. Ich konnte mitfühlen, mit zornig und auch traurig werden. Das Ende gibt jedoch viel Hoffnung für die Fortsetzung der Familiengeschichte. Das Cover ist sehr fein – genau wie die Damen der besseren Gesellschaft. Die Borniertheit, insbesondere der älteren Generation, ist schon fast lächerlich – von der Autorin bestens beschrieben. Der Roman ist als Lesestoff für den Urlaub bzw. zur Entspannung bestens geeignet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere