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Veröffentlicht am 12.09.2017

Tausendundeine Nacht

Mein Mann, seine Frauen und ich
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Ich war ständig im Zwiespalt mit meiner Meinung über Nadia. Mal wollte ich sie schütteln, damit sie zur Besinnung kommt, mal trösten, weil ich sie auch sehr gut verstehen konnte.
Nach ihrer Scheidung ...

Ich war ständig im Zwiespalt mit meiner Meinung über Nadia. Mal wollte ich sie schütteln, damit sie zur Besinnung kommt, mal trösten, weil ich sie auch sehr gut verstehen konnte.
Nach ihrer Scheidung fühlte sie sich eigentlich wohl. Lebte in einer WG zusammen mit einem jungen, hübschen Mann. Nur platonisch, versteht sich. Einziger Wermutstropfen war ihre Arbeitslosigkeit. Nach einem Türkeiurlaub entflammte ihre Leidenschaft für den Orient.
Sie erlernte das Zubereiten arabischer Gerichte und Bauchtanz.
Als sie einen Anruf von einem Karim erhielt, der sie besuchen möchte, wusste sie erst gar nicht wie ihr geschah. Nadia wurde Karim von einem befreundeten Ehepaar empfohlen. Sie verliebte sich auf Anhieb in diese wunderbare Stimme. Als sie ihn dann vom Nürnberger Bahnhof abholte, wurden ihre Knie regelrecht wackelig.
Daheim verwöhnte sie ihn mit arabischen Gerichten. Karim erzählt ihr von seinem Leben. Häufig gluckste er (lachte) was Nadia ein Kribbeln im Bauch bescherte. Lange Rede kurzer Sinn: Oktober 1995 hatten sie sich kennengelernt. November 1995 heirateten sie in Amsterdam.
Ich hatte so meine Probleme damit. Karim hatte ja schon eine Frau und drei Kinder.
Er wollte unbedingt Nadia als Zweitfrau. Da eine Scheidung für einen gläubigen Moslem unmöglich ist, musste er sich nun um zwei Frauen kümmern.
Ich habe mich gefragt: Echt Nadia? Wirklich? Du als selbständige Frau, die sich gerade von einem Fremdgänger scheiden lassen hatte, willst nun eine Zweitfrau werden? Und das von Kopf bis Fuß verschleiert????
Klar, Karim war ja so verletzlich und einsam. Er brauchte eine Frau, die mit ihm auf "Augenhöhe" war!
An dieser Aussage sollte Nadia noch so manches mal zu knabbern haben.

Mir gefielen die Beschreibungen vom Orient wahnsinnig gut. Ich konnte Nadias Liebe zu diesem Land sehr gut verstehen. Als Karim mit ihr in den Oman gezogen war, durfte sie Seite an Seite mit ihm arbeiten. Nadias Ideenreichtum brachte ein Hotel in die grünen Zahlen. Man schätzte die deutsche Frau sehr. Alles könnte wunderbar sein, wäre da nicht auch noch Frau Nummer 1! Und bald schon Nummer 3 .....
Eines musste man Karim hoch anrechnen. Er sorgte stets für alle Frauen und Kinder. Niemals wurde er handgreiflich. Seine Frauen durften verreisen wann- und wohin sie wollten.

Mein Fazit

Tausendundeine Nacht wurde zu einem real gewordenen Traum für Nadia. Sie erfuhr die große Liebe und Wertschätzung eines kultivierten Moslems. Sie fühlte sich geborgen. Sie fühlte sich verraten. Sie war unendlich glücklich. Sie war unglücklich.
Eine deutsche Frau verlässt ihre Familie, um mit einem Moslem auf Augenhöhe glücklich zu werden. Zuckerhut und Peitsche.
Und doch kann man Nadia verstehen. Picknicks an malerischen Stränden am arabischen Meer. Weiße Lehmhäuser, die bei Sonnenauf- und Untergang in ein märchenhaftes Licht getaucht werden. Dazu ein Blick aus den Augen eines Mannes, der pure Liebe verspricht.
Hera Lind hat hier einen bildgewaltigen Roman hingelegt. Ängste und Hoffnungen wurden von der Autorin gut eingefangen. Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet. Es gibt sie ja auch im realen Leben. Ich habe nun das Gefühl, alle persönlich zu kennen.

Egal was Nadia mitmachen musste, viele Dinge waren es wert. Ja, und auf seine Art war Karim wirklich treu.

Eine absolute Empfehlung von mir. Lest dieses Buch. Meine Besprechung ist nur ein kleiner Bruchteil dessen, was Nadia erlebt hat. Auch ihr familiärer Hintergrund geht zu Herzen.

Vielen Dank Hera Lind. "Mein Mann, seine Frauen und ich" ist bisher mein Highlight 2017!

Veröffentlicht am 03.09.2017

Vom Abschiednehmen und sich finden.

Der Herzschlag deiner Worte
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Meine Meinung

Dies ist nicht mein erster Roman, den ich von Susanna Ernst gelesen habe. "Der Herzschlag deiner Worte" ist jedoch meine absolute Lieblingsgeschichte, aus der Feder der Autorin. Sie glänzt ...

Meine Meinung

Dies ist nicht mein erster Roman, den ich von Susanna Ernst gelesen habe. "Der Herzschlag deiner Worte" ist jedoch meine absolute Lieblingsgeschichte, aus der Feder der Autorin. Sie glänzt mit sympathischen Charakteren und einer emotionalen Handlung. Wobei eine Handlung so nicht stimmt. Es gibt ein Buch im Buch. Ein Welt der schönen Texte und Melodien. Klassische- und moderne Frauenliteratur, die von einem großen Schicksal erzählt. Familiengeheimnisse, die der Tod von Alex Vater in´s Rollen bringt. Alex Tante Jane, die an einer schweren Krankheit leidet und trotzdem eine sehr liebenswerte Person ist. Maila, eine hübsche und geheimnisvolle Autorin, deren Werke in den Regalen von Tante Jane zu finden sind.

Alex lernt seine Tante Jane auf der Beerdigung seines Vaters kennen. Vorher hatte er nur Briefkontakt zu ihr. Er freundet sich mit der schwerkranken Dame an. Er genießt die Nachmittage mit ihr. Seine zweijährige Tochter ist in Janes Haus gerne gesehen.
Die Gespräche mit Jane werfen viele Fragen bei Alex auf. Er spürt, dass es einen tieferen Grund gibt, warum Jane bisher niemals richtigen Kontakt zu seiner Familie hatte.

Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Die Geschichte wird nicht nur aus der Sicht von Alex erzählt; aber überwiegend. Ich liebe Geschichten, deren Schwerpunkt auf Familiengeheimnissen liegt. Wenn das Ganze so gekonnt mit Übersinnlichen gemixt wird, wie in diesem Roman, kann schon mal eine schlaflose Nacht entstehen.


Mein Fazit

Eine Geschichte die von Trauer, großer Liebe, Familiengeheimnissen und Hoffnung erzählt.
Eine Geschichte vom Abschiednehmen und sich finden.

Ich empfehle diesen wunderschönen, emotionalen und geheimnisvollen Roman mit einer Schachtel Kleenex und einer heißen Tasse Tee (Latte Machiato) zu genießen.

Ein Musiker und eine Autorin bescheren Gänsehaut Feeling.

Eine absolute Empfehlung von mir.

Danke Susanna Ernst.

Veröffentlicht am 02.09.2017

Aufwühlend und unfassbar!

Die Sehnsuchtsfalle
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Meine Meinung

Selten habe ich ein Buch gelesen, welches bei mir total gemischte Gefühle ausgelöst hat. Ritas Handeln konnte ich nicht nachvollziehen. So viel Naivität, so viel Egoismus und Uneinsichtigkeit, ...

Meine Meinung

Selten habe ich ein Buch gelesen, welches bei mir total gemischte Gefühle ausgelöst hat. Ritas Handeln konnte ich nicht nachvollziehen. So viel Naivität, so viel Egoismus und Uneinsichtigkeit, ließ mich stellenweise richtig sauer werden.
Sie hatte sich in den aus Ghana stammenden Tony verliebt. Daran fand ich nichts auszusetzen. Jedoch hatte dieser Tony andere Pläne. Er wollte sein Studium beenden und dann in seiner Heimat die für ihn ausgewählte Frau heiraten. Er gab Rita Geld, um ihre Schwangerschaft abzubrechen. Riet ihr, sich selber auch beruflich zu festigen.
Rita entschied sich jedoch für das Kind, was ich sehr gut fand. Von ihren Eltern konnte sie keine Hilfe erwarten. Rita war dort von jeher der Prellbock. Sie musste schon als kleines Mädchen im Haushalt mithelfen und auf ihre kleine Schwester aufpassen. Lebensfreude war nicht erlaubt. Es gab kein etwas dürfen. Es gab stets nur ein Muss, wenn es um Arbeiten im Haushalt ging. Ihre Brüder machten auf mich einen richtig fiesen Eindruck. Sie amüsierten sich über Ritas Aschenbrödeldasein.
So wundert es nicht, dass sich Rita in Köln wohler fühlte als in ihrem kleinen Heimatdorf. Ohne ihr Abitur zu beenden arbeitete sie in einem Nachtlokal.
Nachdem sie ihr Kind zur Welt gebracht hatte, verrichtete sie Arbeiten, die bestimmt nicht jeder Frau zusagen.

Sie lernte stets dunkelhäutige Männer kennen und wollte sie ihrem kleinen Sohn als Papas präsentieren. Unverantwortlicher ging es in meinen Augen gar nicht mehr. Der kleine Knirps musste sich des öfteren auf einen neuen Papa einstellen.
Beim Lesen dachte ich mir oft, wie ein Mensch nur so blind sein kann. Merkte sie denn nicht, dass diese Typen es nicht ernst mit ihr meinten? Erkannte sie nicht, dass es denen nur um eine Aufenthaltsgenehmigung ging? Ihre eingeengte Kindheit hatte natürlich dazu beigetragen, dass Rita Wärme suchte. In entscheidenden Momenten stand sie jedoch stets alleine da.
Einerseits wollte ich oft in das Buch hineinkriechen und Rita wachrütteln. Anderseits tat sie mir oft wahnsinnig leid. Sie musste mutterseelenallein ihr Kind auf die Welt bringen. Kurz nach der Geburt besuchte sie ihr Vater heimlich. Ihre Mutter durfte das nicht wissen.

Rita baute sich in Spanien ein neues Leben auf. Erfolgreich führte sie eine Strandbar.
Ihr Sohn war mittlerweile 14 Jahre alt. Auch in Spanien lebte sie wieder mit einem Mann aus Ghana zusammen. Ihr Sohn Ben verstand sich gut mit ihm und betrachtete ihn als Vaterersatz. Ihr Sohn machte Urlaub in Deutschland bei seinen Großeltern. In dieser Zeit tauchte Tony wieder bei ihr auf. Die Liebe entflammte aufs Neue. Tony, Tony und nochmal Tony. Ich habe mich wirklich gefragt, wie diese Frau nur so dumm sein konnte. Aber, es sollte noch viel schlimmer kommen. Ihr Sohn blieb in Deutschland. Tony starb bei einem Autounfall. Sie wurde von ihrem Exfreund nach Brasilien gelockt, weil sie dort angeblich ihren Tony wieder findet.
Dort hatte sie es mit einem total fadenscheinigen Typen zu tun und musste stets auf dessen Anruf warten. Auch in Brasilien füllte sie ihre einsamen Abende mit Tanzen in einem Nachtlokal und freundete sich mit den Mitgliedern einer Musikband an.

Sie erhielt von dem mysteriösen "Bruder" von Tony (ich kann es wirklich nicht fassen) Bettwäsche, die sie ihrem Sohn mitbringen soll. Am Flughafen wird sie festgenommen und ins Gefängnis gebracht. Die Bettwäsche war gut mit weißem Pulver gepolstert. Dort erlebte sie die Hölle ......


Mein Fazit

Diese wahre Geschichte hat sämtliche Emotionen bei mir ausgelöst. Wut, Mitleid- bis Fassungslosigkeit. Ich verstand Rita ja noch als junges Mädchen. Sie wollte aus ihrem lieblosen Leben ausbrechen. Aber, lernt man mit den Jahren nicht auch ein bisschen dazu? Eigentlich ist Rita ja eine intelligente und fleißige Frau. Sie hatte stets gekämpft. Jedoch komme ich damit nicht klar, dass sie ihren Sohn stets vernachlässigte, um ihren eigenen Bedürfnissen nachzugehen. Sie tat das angeblich alles zum Wohl ihres Sohnes. Das kann man glauben oder nicht.

Eine Frau bricht aus ihrer kaltherzigen Familie aus, um später die Hölle zu erleben. Jahre verbrachte sie im Gefängnis. Alle bekamen regelmäßig Besuch. Rita war die einzige Frau, die kein einziges mal in all den Jahren Besuch bekam. So was hatten sie in dem Gefängnis noch nie erlebt.

Trotz ihrem grenzenlosen Egoismus und ihrer Naivität muss ich Rita zugestehen, dass sie eine Kämpfernatur ist. Manch einer hätte das Ganze nicht überlebt. Ich bewunderte sie oft, für ihren immer wieder kehrenden Optimismus und Fleiß.

Sehr interessant fand ich die Nachworte von Rita und Hera Lind.
Hera Lind hat mit dieser wahren Geschichte ein wahres Meisterstück hingelegt. Diese Story war auch für Hera eine Herausforderung. Ihr gewohnt spritziger Schreibstil konnte mich wieder begeistern. Die Protagonisten wurden von ihr sehr gut gezeichnet. Ich habe jetzt einiges erzählt. Diese Besprechung ist jedoch nur ein kleiner Bruchteil davon, was in diesem Drama abgeht.

Ich bewerte nur den Schreibstil. Die Geschichte konnte mich gefangen nehmen. Sie wurde mir nicht eine Sekunde langweilig.

Eine Empfehlung von mir.

Danke Hera Lind.

Veröffentlicht am 28.08.2017

Wenn du zur Quelle willst, schwimme gegen den Strom.

Schweineglück
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Meine Meinung
Wenn du zur Quelle willst, schwimme gegen den Strom

Elmar Rassi war mir schon vor diesem Buch ein Begriff. Ich lese des öfteren Sprüche auf Facebook, die auf seiner Seite gepostet werden. ...

Meine Meinung
Wenn du zur Quelle willst, schwimme gegen den Strom

Elmar Rassi war mir schon vor diesem Buch ein Begriff. Ich lese des öfteren Sprüche auf Facebook, die auf seiner Seite gepostet werden. Ich habe über diesen Mann nie groß nachgedacht. Umso erstaunter bin ich nun, welch ein tolles Buch er geschrieben hat.
Gleich zu Anfang erzählt Rassi von seiner Kindheit in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Er und seine Schwester durften in einer warmherzigen Familie aufwachsen. 1990 änderte sich das jedoch schlagartig. Nach dem die Aserbaidschaner in ein Stadtviertel eindringen, indem Armenier wohnen, ist ein Leben dort nicht mehr möglich. Er flüchtet mit seiner Familie nach Deutschland.
Ein Mensch der so was Schlimmes erlebt hat, weiß wovon er schreibt. Elmar ist heute trotzdem ein glücklicher Mensch. Das Buch und er wirken auf mich zu 100% authentisch. Es birgt zwar nicht viel Neues; aber sämtliche Themen wurden wunderbar rübergebracht. Loslassen, dankbar sein, die Angst als etwas Positives betrachten, sich selbst Gutes tun und sich von Menschen verabschieden, die einem nicht gut tun.
Elmar hat stets seine Ziele verfolgt. Das war auch für ihn niemals leicht. Als Junge wurde er oft von seinen Mitschülern ausgelacht. Das machte ihn traurig, spornte jedoch gleichzeitig seinen Ehrgeiz an. Seine Oma hat ihm als Kind viele Weisheiten auf den Weg mitgegeben, die er erst als Erwachsener richtig verstand. Man merkt zwischen den Zeilen sehr stark, dass Elmar seine Kraft aus seiner Kindheit zieht. Er wurde dort angenommen und genügte stets. Fehler wurden als etwas Positives betrachtet. Der Autor bringt einige Beispiele, wie man sich bei seinem Kind richtig- oder falsch verhält.
Man sollte sich niemals von anderen verbiegen lassen. Sein eigenes Leben leben und nicht das, was andere für einen richtig halten.
Das Buch enthält einige Übungen, dich ich bisher noch nicht gemacht habe. Ich kenne mich gut. Ich werde sie auch nicht machen. Lieber lese ich verschiedene Abschnitte immer wieder mal. Ich habe das Buch an einem Nachmittag gelesen. Das ist nicht ratsam. Man soll ja sämtliche Ratschläge verinnerlichen. Aber was machen, wenn der Autor so mitreißend schreibt, dass man mit dem Lesen nicht mehr aufhören möchte? Ich habe mir verschiedene Abschnitte notiert, die für mich besonders interessant waren.
Ich werde jetzt nicht weiter erzählen. Lasst Euch selber von Elmar erzählen, wie man ein glücklicher Mensch wird. Die, die schon ein glückliches Leben führen, werden beim Lesen einen AHA-Effekt nach dem anderen haben. Die, die unglücklich sind, werden von Elmar an die Hand genommen. Sie werden sich verstanden und getröstet fühlen und viele wertvolle Tipps erhalten.
Besonders mit der Gedanken-App spricht der Autor die Leser an. Eine Geschichte auf Seite 95 hat mich besonders beeindruckt. (Eine Frage der Perspektive)

Mein Fazit

Da hat jemand einen Ratgeber geschrieben, der wirklich Ahnung davon hat. Man merkt es bei jedem Wort. Mir persönlich hat es gezeigt, wie oberflächlich ich mit verschiedenen Seiten auf Facebook umgehe. Kurz etwas lesen, Spruch für gut befinden und weiter. Wer der Mensch hinter den Sprüchen ist, interessiert mich oftmals nicht. Aber, wie gesagt, Elmar gibt niemals auf. Er hat bisher zwei Bücher geschrieben. Sein beruflicher Werdegang zeugt von einem großen Durchhaltevermögen. Und ich habe ihn jetzt wahrgenommen. Ganz ehrlich ... Bücher sprechen mich einfach mehr an.
Danke Elmar Rassi

Meine Lieblingszitate

>>Arbeite an deinen Stärken, statt deine ganze Energie aufzuwenden, um deine Schwächen auszuradieren.<< (Seite 34)
>>Ich wollte nicht besser sein als andere, doch der Beste werden, der ich nur sein konnte.<< (Seite 38)
>>Einfach ist nicht leicht, einfach ist oft am schwersten.<< (Seite 47)
>>Nicht (nur) die Glücklichen sind dankbar - es sind die Dankbaren, die glücklich sind.<< (Seite 85)
Eine absolute Empfehlung von mir. Danke Elmar Rassi.

Veröffentlicht am 25.08.2017

Dieses atmosphärische Fantasy- Erlebnis lässt den Leser Bücher mit anderen Augen sehen

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
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.Dieses atmosphärische Fantasy- Erlebnis lässt den Leser Bücher mit anderen Augen sehen

Das ausgekochte Schlitzohr Sam war mir von Anfang an sympathisch. Ihm blieb eigentlich gar nichts anderes übrig, ...

.Dieses atmosphärische Fantasy- Erlebnis lässt den Leser Bücher mit anderen Augen sehen

Das ausgekochte Schlitzohr Sam war mir von Anfang an sympathisch. Ihm blieb eigentlich gar nichts anderes übrig, als krumme Dinger zu drehen. Trotz seiner denkwürdigen Aktivitäten spürt man seinen guten Charakter. Er würde niemals einer Fliege etwas zu Leide tun. Seine etwas dunklere Hautfarbe hat ihm jegliche Möglichkeiten verbaut. Sein Vater Vicente der Meisterdieb, hat ihm genügend Kniffs und Tricks beigebracht. Als jedoch sein Bruder bei einem Einbruch stirbt, will Sam ein anderes Leben führen. In der Palastwache von Mytthia möchte er dem weißen König dienen und zu Ruhm und Ehre gelangen. Bei seinem letzten Raubzug entwendet er dem weißen König ein Kristallei. Er verabschiedet sich von seinem Cousin Mayid und gibt sein Werkzeug zurück, mit welchem er überall Eintritt erlangte.Das Angebot, die Bücherstadt zu überwachen, hat ihn erstmal nicht begeistert. Er, der nie Bücher liest, soll nun seine Zeit mit ihnen verbringen. Er betrachtet das Ganze erst mal als einen Anfang. Was er jedoch in der Bücherstadt antrifft, lässt ihn an dem Verstand der dort arbeitenden, skurrilen Menschen zweifeln. Auch sein Verstand wird stark in Anspruch genommen.

Ich habe zu gelesen begonnen und wurde in die Geschichte hineingezogen. Bücher, die strahlen und viele Geheimnisse bergen. Die Bücherstadt Paramythia ist eine Stadt unter der Stadt, die über viele Straßen verfügt. Eigentlich wäre jeder Bücherwurm dort besser aufgehoben als Sam, der noch nicht einmal lesen kann. Zu seinem neuen Leben legt er sich einen anderen Namen zu. Hârum ar-Raschid!
Hat er zuerst gepflegte Langeweile erwartet, wurde er sehr schnell eines Besseren belehrt. Er hat sich den Job als scharlachroter Elitewächter so ganz anders vorgestellt. Um jedoch dem weißen König zu dienen, nimmt er erstmal die staubige Bücherlandschaft in Kauf.

Der Bibliothekar Jacobus weist Sam (Hârum) in seine Wächteraufgaben ein. Der alte Mann genießt das ungläubige Staunen Sams, ob der zahlreichen Bücher. Sämtliche Stockwerke mit unendlich vielen Büchern, deren Geschichten und Geheimnisse Sam zu spüren glaubt. Die Bücherstadt verfügt sogar über ein Hospital, welches lädierten Werken das Bücher-Leben retten soll.
Paramythia verfügt über sieben Tore. Das Marduk-Tor, welches Sam bewachen wird, hält einige Überraschungen bereit. Er macht die Bekanntschaft mit der mysteriösen Sabah. Des Königs Beraterin ist von einer geheimnisvollen Aura umgeben. Sam hat das Gefühl, sie kann seine Gedanken lesen. Als er ihr seinen Namen Hârum nennt, meint sie, dass der Name nicht zu ihm passt. Mann mit falschen Namen .....

Sams erster Einsatz verläuft wahnsinnig spannend. Er, der als Dieb ständig flüchten musste, wird nun zum Jäger. Er macht die unliebsame Bekanntschaft mit den Flügelmenschen Asfuras, die nicht von dieser Welt sein können. Als er schon glaubt, mit seinem Leben abschließen zu müssen, kommt ihm die Dienerin Kani zur Hilfe.
Kani gibt ihm einen Kuss. Kani steigt mit den blutrünstigen Asfuras in die Lüfte und verschwindet ......
Sam macht sich auf die Suche nach der Frau, die ihm das Leben gerettet hat. Sein Weg führt ihn zu Kanis Vater, den Gelehrten Hakim. Hakim liebt Bücher mehr als sein Leben. Er möchte unbedingt in das Herz der Bücherstadt gelangen. Ein Abenteuer zu dritt beginnt, begleitet von Fabelwesen, die es eigentlich außerhalb der Bücher nicht geben dürfte ....

Mein Fazit

Das Setting für diese wunderbare Fantasygeschichte ist passend und wird bildhaft dargestellt. Bücherregale, die sich in die Unendlichkeit zu erstrecken scheinen. Dies alles in leuchtenden Farben. Fabelwesen, die es eigentlich gar nicht geben dürfte und die für sehr viel Spannung sorgen.
Der Schreibstil ist flüssig und kann junge- sowie ältere Leser für sich einnehmen.
Es wird aus der Sicht von Sam erzählt. Besonders gut gefielen mir die Dialoge, die Sam mit sich selbst hielt.
Viele schöne Zitate und Weisheiten von Sams Vater, erhöhen den Lesegenuss.

Dieses atmosphärische Fantasy-Erlebnis lässt den Leser Bücher mit anderen Augen sehen. Bücher, umrankt von Mythen, Sagen und Legenden lassen einen durch die Bücherstadt rasen. Leises Wispern und unheimliche Schatten ziehen durch die Bücherstraßen.
Ich lese gerne Märchenbücher, in denen Fabelwesen vorkommen. Aber, wer garantiert mir, dass es sie nicht wirklich gibt?

Lasst Euch verzaubern. Ich bin es bereits.

UNBEDINGT LESEN!

Danke Akrim El-Bah.Ay

Meine Lieblingzitate

>>Weisheiten von Sams Vater: >>Du musst das Heim des Bestohlenen besser kennen als der Bestohlene selbst.<< (Seite 138 auf dem Reader.)

>>Wenn du kämpfen musst, kämpfe dreckig. Regeln gelten nur für Verlierer.<< (Seite 210 auf dem Reader.)

>>Die Wahrheit ist die stärkste Lüge.<< (Seite 63 auf dem Reader.)

>>Über die Bücher: >>Es ist nicht ihr Ziel, der unendlichen Weisheit eine Tür zu öffnen, sondern eine Grenze zu setzen dem unendlichen Irrtum.<< (Seite 29 auf dem Reader.)