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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2023

Ein Buch über Menschen in der Mauser

Du schenkst meiner Hoffnung Flügel
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Es war mein erstes Buch von dieser Autorin und ich hatte stellenweise schon das Gefühl, dass es mir an Vorwissen fehlt. Aber nichts desto trotz hat mir der Roman sehr gut gefallen.
Wir dürfen eine Reihe ...

Es war mein erstes Buch von dieser Autorin und ich hatte stellenweise schon das Gefühl, dass es mir an Vorwissen fehlt. Aber nichts desto trotz hat mir der Roman sehr gut gefallen.
Wir dürfen eine Reihe Menschen begleiten, die in verschiedenen Lebensphasen stecken. Da ist Kit, die viele Jahre als geistliche Begleiterin gearbeitet hat und nun kurz vor dem Ruhestand steht. Ein potentieller Nachfolger steht in den Startlöchern, aber es gibt viele Missverständnisse und Hindernisse zu überwinden.
Und dann ist da noch Wren, die nach dem Tod eines guten Freundes in die Depression abgerutscht ist und mit sich und dem Leben hadert und das viele Ungeklärte nicht einfach so hinnehmen kann. Sie jobbt in einem Altenheim und wird auch dort mit vielen Schicksalen konfrontiert.
Wir dürfen hautnah erleben, wie sie und auch noch andere Protagonisten, ihr Leben und auch ihren Glauben gestalten. Viele geistliche Impulse, die so authentisch geschildert werden, dass sie tatsächlich lebensnah und nicht abgehoben wirken. So werden Themen angesprochen, mit denen sich jeder Mensch im Laufe seines Lebens konfrontiert sieht und man kann mitverfolgen, wie sie ringen und um Änderung bemüht sind.
Mir hat dieser Roman persönlich sehr viel gegeben. Gerade weil ich mich als Suchende empfinde, hat mir diese Begegnung mit Menschen gutgetan, die eben auch ihre Schwächen haben und hadern und kämpfen. Eine wohldosierte Prise geistlichen Inputs, der mir als Leser ermöglicht, das mitzunehmen, was passt und guttut. Anregungen und Inspirationen, um mit eigenen Schwächen umzugehen.
Am meisten beeindruckt hat mich allerdings das Bild von der Mauser eines Vogels. Es ist so eindrücklich beschrieben und taucht immer mal wieder auf. Es beschreibt sehr gut, in welcher Lebensphase sich die einzelnen Protagonisten befinden – egal welchen Alters. Es ist eine besondere Zeit.

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Veröffentlicht am 15.09.2023

Ein wunderbarer Roman über die Veränderung, die in einem Menschen vollzogen werden können

Das Cottage über dem Meer
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Wir befinden uns in dem bezaubernden Küstenstädtchen Hope Harbor. Christi macht sich auf die lange Reise dorthin, weil sie einen Menschen um Hilfe bitten möchte, der sie wahrscheinlich aus tiefstem Herzen ...

Wir befinden uns in dem bezaubernden Küstenstädtchen Hope Harbor. Christi macht sich auf die lange Reise dorthin, weil sie einen Menschen um Hilfe bitten möchte, der sie wahrscheinlich aus tiefstem Herzen hasst. Aber sie sieht keine andere Möglichkeit und bittet den Menschen, dem sie vor vielen Jahren das Herz gebrochen hat, um einen Kredit.
Jack sieht sich auf einmal mit seiner Vergangenheit konfrontiert und weiß nicht, was er tun soll. Es ist schon sehr dreist von Christi sich an ihn zu wenden. Dann muss die Not wirklich groß sein. Aber ist er bereit sich damit auch wieder mehr mit ihr einzulassen?
Dies sind nicht die einzigen Protagonisten, denen wir in diesem zauberhaften Roman begegnen. Da ist noch das Ehepaar Beth und Steve, deren Liebe an einem furchtbaren Schicksalsschlag zerbrochen ist. Und da ist Noah, der kleine Junge, der in einer Pflegefamilie lebt und eine traurige Vergangenheit hat.
Es ist ein wunderbares Buch. Ein Buch über verpasste Chancen, von Vertrauensmissbräuchen und der Erkenntnis, dass jeder Mensch sich ändern kann.
Ein Buch über gelebten Glauben. Ein Buch ohne erhobenen Zeigefinger, sondern vielmehr von der Präsenz Gottes im Leben der Menschen, auch wenn sie ihm den Rücken gekehrt haben. Unaufdringlich und dennoch eindringlich und einladend.
Es hat mir große Freude gemacht, dieses Buch zu lesen. Der Name des Küstenstädtchens macht seinem Namen alle Ehre: es gibt Hoffnung. Eine klare Leseempfehlung für Menschen, die dem Alltag entfliehen wollen und sich mit Lebensrealitäten konfrontiert sehen können, die das Leben eben ausmacht. Alle Nuancen von Beziehungen kommen darin vor und nichts wird beschönigt – aber dahinter bleibt die Aussicht, dass alles irgendwie seinen Sinn hat.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Ein grandioser Roman über die Suche nach dem Sinn des Lebens

Und hinter mir das Nichts
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Sara, eine junge Psychotherapeutin, hat eigentlich alles, was das Leben so vermeintlich ausmacht. Eine gut gehende Praxis, eine Beziehung und die Aussicht, diese zu vertiefen. Sie ist einfühlsam ihren ...

Sara, eine junge Psychotherapeutin, hat eigentlich alles, was das Leben so vermeintlich ausmacht. Eine gut gehende Praxis, eine Beziehung und die Aussicht, diese zu vertiefen. Sie ist einfühlsam ihren Patienten gegenüber und erhält dann eines Tages die erschütternde Nachricht, dass sich einer ihrer Patienten suizidiert hat.
Diese Nachricht verändert alles. Zunächst ist sie wie besessen davon, verstehen zu wollen, wie es soweit hat kommen können. Hat sie irgendwelche Nuancen in der Therapie nicht richtig gedeutet? Hätte sie es verhindern können? Sie steigert sich immer mehr in den Wunsch, die letzten Momente im Lebens ihres ehemaligen Klienten nachvollziehen zu wollen.
Und plötzlich wird ihr die Welt zu klein. Sie fühlt sich eingeengt und entzieht sich in der Folge aus allem. Sie bricht alle Beziehungen ab, sagt alle Klienten Termine ab und zieht sich in sich selbst zurück.
Episoden aus ihrer Kindheit tauchen vor ihrem geistigen Auge auf und überschwemmen sie. Sie schläft kaum noch, vernachlässigt Essen und alles andere und wird immer mehr auf sich selbst zurückgeworfen.
Und dann sitzt auf einmal eine junge Frau vor ihrer Praxistür, die alles verändern wird. Wer ist diese seltsame Nikto? Sie scheint den ehemaligen Patienten gekannt zu haben und weiß auch sonst unglaublich viel. Die Gespräche der beiden Frauen werden immer intensiver und richtungsweisend. Bis Sara sich gezwungen sieht eine Entscheidung zu treffen.
Ein unglaublich intensiver Roman, der grandios beschreibt, wie es sein kann, wenn einen etwas total aus der Bahn wirft. Wie man an der Sinnhaftigkeit der bisher gelebten Ideale zweifelt und daran zu zerbrechen droht.
Ein Roman voller Metaphern und Überlegungen, die das eigene Leben betreffen. Das Zurückgeworfen werden, auf sich selbst und die daraus entstehende Verantwortung, die es zu übernehmen gilt.
Eine klare Leseempfehlung für Menschen, die hinter die Dinge sehen wollen und sich unerwarteten Begegnungen, die das Leben grundlegend verändern können, aufgeschlossen sind.

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Veröffentlicht am 29.08.2023

Ein neuer spannender Fall für Hanna Will und Jan de Bruyn

Nach der Zeit
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Mit großer Spannung habe ich der neuen Veröffentlichung rund um die beiden sympathischen Ermittler entgegengefiebert. Schon der erste Fall der Beiden hat mich in seinen Bann gezogen und ich freute mich ...

Mit großer Spannung habe ich der neuen Veröffentlichung rund um die beiden sympathischen Ermittler entgegengefiebert. Schon der erste Fall der Beiden hat mich in seinen Bann gezogen und ich freute mich sehr auf eine Fortsetzung.
In der Lüneburger Heide werden kurz hintereinander zwei Männer tot aufgefunden, die allem Anschein nach Suizid begangen haben. Aber die Obduktionsergebnisse lassen einen anderen Schluss zu und so werden die beiden Spezialisten zu dem Fall herangezogen. Ihr Ruf eilt ihnen voraus.
Nun gilt es herauszufinden, in welcher Beziehung die beiden Männer zueinanderstanden und nach einem Mordmotiv zu forschen. Und dann wird eine weitere Leiche gefunden? Stehen noch mehr Menschen auf der Abschussliste des Mörders und wer wird der nächste sein?
Ein äußerst spannender Fall, der nach seiner Auflösung keine Fragen mehr offenlässt.
Ich lese alle Bücher der Autorin mit großer Freude und Spannung. Es gelingt ihr immer ausgezeichnet, einen Fall zu konstruieren, der den Leser an das Buch fesselt. Und dabei bedient sie sich Ermittlern, die man in sein Herz schließt und deren Entwicklung man hautnah miterleben darf. Die Mischung aus Privatangelegenheiten und dem eigentlichen Fall sind sehr sorgsam abgewogen und geben den Büchern eine Tiefe, die das Lesevergnügen ausmachen. Jeder Fall ist in sich abgeschlossen, aber die Entwicklung der Figuren mitzuerleben macht es sinnvoll der Reihe nach zu lesen.
Gerade die Mischung aus dem Team rund um die Hauptkommissarin Hanna Will und dem Kriminalpsychologen macht den Reiz dieses Falles aus. Werden die Beiden den Täter stoppen können, bevor noch mehr Menschen zu Schaden kommen? Und was passiert da zwischen ihnen?
Ich habe diesen Kriminalroman mit großer Begeisterung gelesen und freue mich, wenn das noch nicht das Ende dieser Zusammenarbeit war. Aber zunächst wünsche ich diesem Buch viele Leser, die nicht nur an einem gut konstruierten Fall, sondern auch an der Geschichte hinter den Ermittlern interessiert sind.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

eine in Sprachlosigkeit gefangene Frau, wunderbar umschrieben

Die Farbe der Sprachlosigkeit
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Dana entdeckt eines Tages eine Stelle an ihrer Haut, die ihr merkwürdig erscheint. Sie sucht einen Arzt auf, der, wie sie meint, von bösartig spricht, aber erst noch Tests abwarten möchte.
Sie selbst lebt ...

Dana entdeckt eines Tages eine Stelle an ihrer Haut, die ihr merkwürdig erscheint. Sie sucht einen Arzt auf, der, wie sie meint, von bösartig spricht, aber erst noch Tests abwarten möchte.
Sie selbst lebt in einer Beziehung zu Jan, einem Start-Up-Unternehmer, der sein Leben im Griff zu haben scheint. Sie hingegen ist Autorin und schreibt für Fernsehproduktionen, die mit ihrem abgelieferten Geschreibsel aber nichts so richtig anzufangen wissen.
Diese zunächst nur oberflächliche Angst vor einer schlimmen Erkrankung ergreift immer mehr Besitz von ihr. Die Autorin schafft es mühelos, uns damit hinein zu nehmen. Plötzlich werden Dinge in Frage gestellt und die Protagonistin gerät immer tiefer in die Fänge der Angst. Angst vor der endgültigen Diagnose und Angst vor dem Leben im Allgemeinen. Sie steigert sich immer weiter hinein und anstatt sich mitzuteilen, verfängt sie sich immer weiter in ihrer Sprachlosigkeit und wird allmählich immer mehr zum Spielball dieser Ängste. Sie handelt immer mehr irrational und schlägt alle vor den Kopf, die ihr eventuell helfen könnten.
Teilweise sehr abstrus, aber dennoch nachvollziehbar beschreibt die Autorin diesen Prozess. Jeder, der schon einmal in einer ähnlichen Situation war, kann das mehr oder minder nachvollziehen. Und immer wieder wünscht man Dana, dass sie nicht länger damit alleine bleibt – aber die Angst wird zunehmend übermächtig und die Chancen scheinen vorüber zu ziehen. Sie scheint zunehmend an dem Unausgesprochenen zu ersticken.
Ein literarisches Vergnügen, wenngleich man ihr so gerne die Hand reichen würde und sie aus diesem Albtraum erlösen möchte. Sehr plastisch beschriebene Ängste, die jeden von uns treffen können.

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