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Veröffentlicht am 15.09.2023

Das Arkanum

Der Porzellaner
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Heutzutage ist Porzellan eine Selbstverständlichkeit, über die man im täglichen Gebrauch nicht mehr groß nachdenkt. Aber das war einmal anders. Porzellan war eine Besonderheit, die nur aus dem fernen China ...

Heutzutage ist Porzellan eine Selbstverständlichkeit, über die man im täglichen Gebrauch nicht mehr groß nachdenkt. Aber das war einmal anders. Porzellan war eine Besonderheit, die nur aus dem fernen China nach Europa kam und man träumte davon, dass Geheimnis dieses Materials zu lüften.
Der historische Roman „Der Porzellaner“ von Annick Klug greift die Geschichte der Entdeckung des Porzellans in Sachsen auf und erzählt an Hand der Geschichte des jungen Freiberger Bergmanns Samuel Stöltzel die wundersame Geschichte des Weißen Goldes von Meißen.
Auf gekonnte Weise verbindet die Autorin historische Fakten, wahre Begebenheiten und die Biographien überlieferter Personen zu einem Roman, der Geschichte unterhaltsam vermittelt. Stöltzels Geschichte beginnt 1706 als er nach Meißen aufbricht, um beim berühmt berüchtigten Alchemisten Friedrich Böttger das Goldmachen zu erlernen. Es dürfte allgemein bekannt sein, dass Böttger es nicht schaffte Blei in Gold zu verwandeln. Aber um seinen Kopf zu retten, erschuf er nach unzähligen Versuchen und missglückten Experimenten tatsächlich das weiße Porzellan. Gerade für August den Starken, einem Sammler von Porzellan, eine willkommene Entdeckung, auch wenn er Gold mehr gebraucht hätte. Vor allem weil es lange dauert, bis die Manufaktur aufgebaut und profitabel wurde. Auch Samuel verzweifelt darüber. Es sind die Streitigkeiten und Intrigen innerhalb der Manufaktur, die Samuel schließlich dazu bringen Landesverrat zu begehen und das Arkanum, das Geheimnis der Porzellanherstellung zu verraten.
Man erfährt als Leser von 1706 bis 1720 wie sich die Geschichte rund um das Porzellan zugetragen hat. Dabei begleitet man abwechselnd die historisch belegten Figuren Samuel Stöltzel, Kurfürst August, seine Geliebt Gräfin Cosel und die (wohl) fiktive Sophie, als Freundin von Samuel, um einen gut recherchierten Einblick in die historischen Fakten zu bekommen. Trotz der Fülle an Informationen und Fakten ist es ein leicht lesbarer und fesselnder Roman, der eine spannende Geschichte erzählt. Es ist trotz aller Fakten kein Sachbuch, sondern ein Roman, der sehr gekonnt Fakten aufgreift. Allerdings würde dem Buch ein Personenregister und/oder ein Nachwort zur Verdeutlichung der Fakten guttun. Das Buch endet 1720, noch bevor die großen Erfolge der Manufaktur Meissen so richtig starten, vielleicht weist das, auf einen Folgeband hin? Lesenswert wäre der sicherlich auch.

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Eine moderne Umsetzung eines Klassikers

Mord im Christmas Express
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Ich bin sicherlich nicht der einzige Krimifan, der bei dem Titel „Mord im Christmas Express“ unweigerlich an eine andere legendäre Zugfahrt mit Mord denken muss. Tatsächlich ist der Rahmen der Handlung ...

Ich bin sicherlich nicht der einzige Krimifan, der bei dem Titel „Mord im Christmas Express“ unweigerlich an eine andere legendäre Zugfahrt mit Mord denken muss. Tatsächlich ist der Rahmen der Handlung ganz ähnlich: eine bunt gemischte Ansammlung von Fahrgästen steckt mitten auf der Strecke mit ihrem Express im Nirgendwo fest und ein Mord geschieht, zum Glück ist eine pensionierte Polizeibeamtin mit im Zug und kann mit den Ermittlungen beginnen.
Der Klappentext selbst wirbt mit der Aussage: „Ein Weihnachtskrimi, wie Agatha Christie ihn heute schreiben würde: spannend, originell und absolut zeitgemäß.“ Die Parallelen in der Geschichte sind ja offensichtlich und der Plot von Agatha Christie passt auch heute noch ganz wunderbar, auch wenn die Personen und ihre Umstände natürlich modernen und zeitgemäßer sind. Mir persönlich ging allerdings ein wenig der Charme der Charaktere ab. Ich habe selten, eine solche Anzahl unsympathischer Protagonisten erlebt, bei Christie empfinde ich die Charaktere eher als skurril also so gestört wie hier. Und mir fehlt etwas die Leichtigkeit in der Geschichte, die ich bei Christie doch immer wieder entdecke. Aber die Autorin Alexandra Benedict hat hier den Vergleich mit einem der ganz großen Klassiker angestrebt und hat sich durchaus gut geschlagen.

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Liebe lässt sich nicht planen

Proof of Love
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Proof of Love ist der dritte und letzte Band der gleichnamigen Reihe von April Dawson rund um die Treutest-Agentur und die Madigan-Schwestern. Nun ist die Geschichte der ältesten Schwester und Firmengründerin ...

Proof of Love ist der dritte und letzte Band der gleichnamigen Reihe von April Dawson rund um die Treutest-Agentur und die Madigan-Schwestern. Nun ist die Geschichte der ältesten Schwester und Firmengründerin Chelsea an der Reihe. Vor fünf Jahren erwischte sie ihren Verlobten mit einer anderen im Bett, sie trennte sich und aus ihrer Wut und Verzweiflung heraus, kam ihr die Idee mit der Treue-Test-Agentur. Beruflich hat sie alles erreicht, ihr Geschäft floriert, dank eines Investors steht der Börsengang kurz bevor und privat hat sie noch so einiges auf ihrer To-Do-Liste abzuhaken. Ein Partner würde ganz oben stehen und sie hat sich schon genaue Pläne gemacht, wie er zu sein. Ja Chelsea liebt Pläne und Listen. Nur dass sich das Leben und schon gar nicht die Liebe nach Plänen richtet. Ausgerechnet der Cousin ihres Ex scheint all ihre Pläne über den Haufen zu schmeißen.

Proof of Love ist, wie schon seine Vorgängerbände eine lockere Liebesgeschichte, die sich Schritt für Schritt entwickelt und überraschend emotional ist. Auf den ersten Blick könnten die Protagonisten Chelsea und Nathaniel nicht unterschiedlicher sein und nicht unterschiedlichere Ziele im Leben verfolgen. Aber bei dem was wirklich wichtig ist, sind sich die beiden einig, auch wenn gerade Chelsea erst erkennen muss, was wirklich wichtig ist. Listen sind es nämlich nicht. Ich persönlich hätte mir etwas mehr Tempo in der Handlung gewünscht, auf einigen Punkten wird etwas zu viel rumgekaut und Probleme wiederholt, die eigentlich schon klar sind, aber die Chemie zwischen den beiden stimmt und die Emotionen werden gut dargestellt. Alles in allem ist es ein guter Abschluss einer romantischen Trilogie.
Wie im zweiten Band hat man sich übrigens auch hier die Mühe gemacht und neutrale Bezeichnungen für eine geschlechtergerechte Sprache gefunden um auf die Gendersternchen des ersten Teils verzichten zu können.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Kampf um die Stelle des Ares

Neon Gods - Helena & Achill & Patroklos
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Helena, Achill & Patroklos ist der dritte Band der Neon Gods Reihe von Katee Robert in der sich klassische Mythologie mit moderner Mafia-Romanze mischt. Wobei man die klassische Sage rund um die schöne ...

Helena, Achill & Patroklos ist der dritte Band der Neon Gods Reihe von Katee Robert in der sich klassische Mythologie mit moderner Mafia-Romanze mischt. Wobei man die klassische Sage rund um die schöne Helena und den Kämpfer Achill getrost vergessen kann, hier besteht eigentlich nur eine Namensgleichheit, vielleicht ist die Freundschaft und gegenseitige Unterstützung von Achill und Patroklos noch der Legende entnommen. Es besteht bei den Neon Gods eine strenge Hierarchie, man kämpft, intrigiert und verbündet sich um die höchsten Stellen, die der 13 Götter. Nun muss der Platz des Ares neu besetzt werden und was könnte dafür besser sein als ein Wettkampf, als zusätzlichen Anreiz winkt auch noch eine Ehe mit der Schwester von Zeus, der schönen Helena. Überraschender Weise nimmt auch das Party-Girl Helena an dem Wettkampf teil, sie will den Platz des Ares selbst einnehmen und nicht dessen Frau werden. Ihre schärfsten Konkurrenten ist dabei das unschlagbare Duo Achill und Patroklos. Als die drei aber eine Dreiecksbeziehung eingehen, mischen sie die Karten neu.
Wie die anderen Teile der Reihe kann man auch dieses Buch für sich alleine gut lesen, die Welt der Götter erschließt sich aber noch besser, wenn man die Chronologie einhält. Auch wenn die griechische Sagenwelt hier noch großzügiger ausgelegt wird, wie in den ersten beiden Teilen, ist sie hier doch präsent und wird auf geniale Weise in die Moderne geholt. Der Wettkampf und die ganzen Intrigen sorgen für Spannung und durch die Ménage à Trois kommt ein spicy Aspekt in die Geschichte, tatsächlich spielt der Kampf zwischen den Laken eine größere Rolle als der in der Arena.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Wir können nur auf ein Happy End hoffen

Breeds - Rules Regeln - Teil 1
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Rules Regeln ist inzwischen der 20. Band der Breeds Reihe von Lora Leigh und Vorsicht er ist auf zwei Teile angelegt, es gibt hier also ein offenes, sehr unbefriedigendes Ende. Grundsätzlich kann man die ...

Rules Regeln ist inzwischen der 20. Band der Breeds Reihe von Lora Leigh und Vorsicht er ist auf zwei Teile angelegt, es gibt hier also ein offenes, sehr unbefriedigendes Ende. Grundsätzlich kann man die Teile der Serie mehr oder weniger gut einzeln lesen, jeder Band befasst sich mit einem eigenem Paar, aber es gibt zum einen eine wichtige Rahmenhandlung und zum anderen ein kompliziertes Geflecht aus Gruppierungen und Gegnern, die ohne Vorkenntnisse schwierig sind. Nachdem es hier auch noch einen zweiten Teil gibt, würde ich Neueinsteiger nicht empfehlen, gerade mit diesem Band zu beginnen. Wie schon in den vorangegangenen Bänden bestimmt die Suche nach dem Heilmittel für die kleine Amber bzw. nach den Personen, die das Geheimnis kennen die Handlung. Verschiedene Organisationen suchen danach, belauern sich und spionieren sich gegenseitig aus. Mitten in diesen Wirren steckt die junge Gipsy. Nachdem ihr geliebter Bruder umgebracht wurde, stellte sie ihr Leben in den Dienst einer Geheimorganisation. Sie ist Spionen, aber ist sie auch eine Verräterin? Diese Frage treibt vor allem den Breed Rule um, denn Gipsy könnte seine Gefährtin sein. Und dagegen wehrt er sich mit Zähnen und Krallen.
Die Autorin Lora Leigh hat mit ihrer Breeds Reihe eine sehr komplexe Welt voller Gefahren und Probleme erschaffen. Bereits seit einigen Bänden schwebt eine ganz besondere Bedrohung über einem kleinen Mädchen, der Adoptivtochter von Jonas Wyatt, Direktor des Council. Dieser rote Faden wird seit Band 15 verfolgt und auch der 20. Band erzählt diese Geschichte weiter. Das ist unter anderem der Grund, warum ich einem Neueinsteiger nicht unbedingt diesen Band als ersten empfehlen würde. In diese Rahmenhandlung ist die Liebesgeschichte eines weiteren Paares eingebettet, wobei Liebesgeschichte? Gipsy will keine Beziehung und Rule erst recht nicht, zugleich können sie aber nicht voneinander lassen. Der Paarungsrausch der Breeds bringt wie immer mehr Probleme als er löst und gerade bei Rule stellt er ein riesiges Hindernis auf dem Weg zum Happy End dar, wobei wir auf das Happy End noch warten müssen, bis der zweite Band erschienen ist.

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