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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2024

Einfach gestrickte, aber charmante Geschichte

Kikis kleiner Lieferservice
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Zu ihrem dreizehnten Geburtstag zieht die kleine Hexe Kiki von zu Hause aus, um sich eine neue Stadt zu suchen, wie man das als Hexe so macht. In Begleitung ihres Kater Jiji, aber ansonsten ganz auf sich ...

Zu ihrem dreizehnten Geburtstag zieht die kleine Hexe Kiki von zu Hause aus, um sich eine neue Stadt zu suchen, wie man das als Hexe so macht. In Begleitung ihres Kater Jiji, aber ansonsten ganz auf sich allein gestellt, muss sie sich in der Fremde zurechtfinden und ihren Lebensunterhalt verdienen.
Als kompletter Kiki-Neuling ohne jegliche Berührungspunkte mit dem Anime-Film war ich sehr gespannt auf diese Geschichte und wollte mich gerne überraschen lassen. Bekommen habe ich eine wirklich zuckersüße Geschichte rund um das erste Jahr der Hexe Kiki in der neuen Stadt. Statt einem durchgehenden Handlungsstrang gibt es eher einzelne zusammenhängende Episoden, die von ihren Erfahrungen erzählen.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Buch eher für jüngeres Publikum geeignet ist, da die Erzählungen doch recht einfach gestrickt sind. Trotz allem war die Geschichte um Kiki aber sehr charmant geschrieben und ich habe ihre Erlebnisse gerne verfolgt. Mir persönlich hat ein bisschen Tiefe gefehlt.

Veröffentlicht am 13.02.2024

Mutter-Tochter-Beziehungen

Wir sitzen im Dickicht und weinen
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Die Beziehung zwischen Valerie und ihrer Mutter ist schon immer eine sehr spezielle und somit auch nicht einfache. Als ihre Mutter die Diagnose Krebs erhält, verstärkt sich der vorhandene Zwiespalt nur ...

Die Beziehung zwischen Valerie und ihrer Mutter ist schon immer eine sehr spezielle und somit auch nicht einfache. Als ihre Mutter die Diagnose Krebs erhält, verstärkt sich der vorhandene Zwiespalt nur noch mehr. Wie bekommt man eine so schwierige Mutter-Tochter-Beziehung in den Griff, wenn man im Leben doch auch noch andere Baustellen hat?
Ich fand den Ansatz in diesem Buch richtig interessant, nämlich die Mutter-Tochter-Beziehungen im Kontext der verschiedenen Generationen einer Familie zu beleuchten. Etwa: Warum ist Valeries Mutter so wie sie ist, was hat sie für Erfahrungen mit ihrer eigenen Mutter gemacht? Und das gelingt diesem Roman, wie ich finde, sehr gut. Zugegebenermaßen waren für mich die Abschnitte in der Gegenwart am leichtesten zugänglich, aber es war auch sehr spannend, nach und nach zu erfahren, wie es den (anderen) Frauen in der Familie in der Vergangenheit ergangen ist.
Allerdings habe ich mir sehr schwergetan, die einzelnen Figuren auseinanderzuhalten bzw. zuzuordnen. Tatsächlich habe ich mir irgendwann einen Spickzettel mit einem Familienstammbaum geschrieben, weil ich immer wieder durcheinanderkam. Ich bin mir nicht ganz sicher woran das lag – vielleicht daran, dass die Perspektive sehr oft wechselt?
Alles in allem habe ich das Buch gerne gelesen und auch einige Gedanken mitgenommen. Vom Aufbau hätte ich es mir manchmal etwas geradliniger gewünscht, weshalb mich die Geschichte leider nicht ganz packen konnte.

Veröffentlicht am 22.10.2023

Interessante Grundidee

Kleine Probleme
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Von Nele Pollatschek hatte ich noch nichts gelesen, aber die Idee eines Mannes, der am letzten Tag des Jahres noch schnell mal eben alles erledigen möchte und dabei auf einige (innere) Widerstände stößt, ...

Von Nele Pollatschek hatte ich noch nichts gelesen, aber die Idee eines Mannes, der am letzten Tag des Jahres noch schnell mal eben alles erledigen möchte und dabei auf einige (innere) Widerstände stößt, klang wirklich amüsant und machte mich neugierig.
Begeistern konnte mich zunächst der Schreibstil, der doch etwas ausgefallen ist. Eigentlich liest man praktisch die Gedanken des Protagonisten mit, die ab und zu auch mal etwas wirr sind und sich im Kreis drehen. Daher liest sich das Buch sehr schnell, auch wenn manche Passagen eventuell zu sehr ins Detail gehen und daher entsprechend etwas ausufernd waren.
Inhaltlich ist die Situation des Protagonisten natürlich etwas überspitzt – es geht gefühlt wirklich alles schief –, aber gleichzeitig gab es so einiges, das zum Nachdenken anregt bzw. auch einiges, das einem selbst schon mal durch den Kopf gegangen ist.
Für mich war es nur letzten Endes leider doch ein bisschen zu viel des Guten, sonst hätte man nämlich nicht nur zu Beginn, sondern durchweg mitfühlen können. Außerdem gefiel mir leider das Ende gar nicht. Das passte, so fand ich, nicht wirklich zum Rest.
Alles in allem fand ich die Grundidee toll, aber ich hätte mir wohl eine etwas gemäßigtere Ausführung gewünscht.

Veröffentlicht am 31.08.2023

Grandiose Dialoge, bedrückende Grundstimmung

Cleopatra und Frankenstein
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In den Leben von Cleo und Frank gibt es eigentlich nicht viele Überschneidungen, daher ist es Zufall, als sie in einer New Yorker Silvesternacht aufeinandertreffen und sich ziemlich schnell ineinander ...

In den Leben von Cleo und Frank gibt es eigentlich nicht viele Überschneidungen, daher ist es Zufall, als sie in einer New Yorker Silvesternacht aufeinandertreffen und sich ziemlich schnell ineinander verlieben. Aber auch danach ist ihre Beziehung eine wahre Achterbahnfahrt der Emotionen…
Kaum ein paar Seiten hineingelesen, da wusste ich schon: Mit Cleo und Frank muss ich unbedingt noch mehr Zeit verbringen – allein schon wegen der amüsanten Dialoge! Mit meinem ersten Eindruck einer literarisch anspruchsvolleren Version von „Sex and the City“ lag ich dann auch gar nicht so falsch, auch wenn es doch wesentlich dramatischere Züge hatte.
Cleo und Frank sind nicht wirklich Charaktere, die man liebgewinnt – und Gleiches gilt auch für viele Nebenfiguren. Sie alle werden unbeschönigt, manchmal schonungslos, mit sämtlichen Fehlern und Macken dargestellt. Die Dialoge fand ich durchweg grandios geschrieben, der Humor war total meins und auch die Liebes- und Leidensgeschichte der beiden hatte definitiv eine große Sogwirkung.
Allerdings war es mir stellenweise zu provokant, zu dramatisch und auch einfach zu lang, was ich wirklich schade fand, weil mich das Buch zunächst so begeistern konnte.
Alles in allem hält das Buch genau das was es verspricht: Es geht um die Liebe in New York, es ist unheimlich emotional und toll geschrieben, aber es ist auf jeden Fall auch sehr bedrückend und meinen Geschmack hat es damit leider nicht ganz getroffen.

Veröffentlicht am 02.08.2023

Außergewöhnliche Geschichte mit etwas schwacher Protagonistin

Askendor – Spiel mit der Wirklichkeit
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Ganz zufällig bekommt die 15jährige Florentine einen Einblick in ein beliebtes Online-Rollenspiel, Askendor. Und obwohl das eigentlich gar nicht ihr Ding ist, wird schlagartig ihr Interesse daran geweckt, ...

Ganz zufällig bekommt die 15jährige Florentine einen Einblick in ein beliebtes Online-Rollenspiel, Askendor. Und obwohl das eigentlich gar nicht ihr Ding ist, wird schlagartig ihr Interesse daran geweckt, denn der gutaussehende Thronfolger von Askendor scheint ihr durch den Bildschirm in die Augen zu sehen…
Die Prämisse zu dieser Geschichte fand ich richtig interessant: Eine Figur aus einem Rollenspiel gelangt in die Realität und muss sich dort zurechtfinden – und die Protagonistin scheint außerdem ein klein wenig ihr Herz an ihn zu verlieren. Dieser Teil der Geschichte hat auf jeden Fall meine Erwartungen erfüllt und es hat sehr viel Spaß gemacht, mir den kriegerischen Thosse von Baar als Austauschschüler Tom vorzustellen.
Allerdings ist bei mir beim Rest der Story nicht so ganz der Funke übergesprungen. Das lag zum einen an der Protagonistin Florentine, die sich mal unglaublich jung und dann wieder viel zu erwachsen verhielt und die gefährlichsten Situationen gefühlt mit einem Schulterzucken abtat. Zum anderen lag es aber auch an dem Rollenspiel-Teil, der sich manchmal sehr schleppend las und gelegentlich etwas unausgegoren wirkte.
Alles in allem war es eine außergewöhnliche Geschichte, die sich gut liest, die mich aber leider nicht komplett überzeugen konnte.