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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2023

Queere Lovestory mit der richtigen Prise Drama

Stolen Kisses
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Eigentlich hatte es für Kai und Jannis nur ein One-Night-Stand im Hotel werden sollen, doch zwischen leidenschaftlichen Küssen und dem Plündern der Minibar vergehen die Stunden wie im Flug. Trotzdem verschwindet ...

Eigentlich hatte es für Kai und Jannis nur ein One-Night-Stand im Hotel werden sollen, doch zwischen leidenschaftlichen Küssen und dem Plündern der Minibar vergehen die Stunden wie im Flug. Trotzdem verschwindet Kai am nächsten Morgen schweren Herzens. Sein Leben ist Verpflichtung, ein Coming-out unmöglich. Jannis bleibt traurig zurück, droht in der absoluten Freiheit zu ertrinken. Dann konkurrieren die beiden Modefirmen ihrer jeweiligen Familien plötzlich miteinander. Gewinnt die Liebe zwischen beiden oder verlieren sie sich in einem Netz aus Machtkampf und Intrigen?

„Stolen Kisses“ von Andreas Suchanek hat mich durch das richtig schöne Cover angelockt. Ich mag die Farben und die One-line-Art. Der Klappentext und auch der Autor an sich haben mich dann zum Lesen überzeugt.
Wir begleiten hier in wechselnden Kapiteln Jannis und Kai. Beide sind homosexuell und lernen sich durch ein One-Night-Stand kennen. Es funkt sofort und doch könnten ihre Situationen nicht unterschiedlicher sein.
Jannis lebt in einem liebevollen und sicheren Umfeld. Sein Coming-out kein Problem und auch die Akzeptanz ist allgegenwärtig. Kai dagegen hat panische Angst sich zu outen und lebt in einer Scheinbeziehung mit einer Frau. Sein Umfeld wird von Leistungs- und Erwartungsdruck geprägt. Aus der Reihe tanzen ist nicht drin.
Doch die Zwei rasseln wieder aneinander und sind plötzlich Konkurrenten in einem Wettstreit der beiden Familienunternehmen. Hier wird es richtig spannend, denn es wird getrickst, gekämpft, gebangt und gehofft.
Die ganze Geschichte der beiden ist ein Wechselbad der Gefühle. Die Figuren gehen alle ans Herz. Mal ist es einfach eine Lovestory, bei der man dahinschmelzen möchte, dann fiebert man als Leser wieder mit oder möchte die Beteiligten einfach nur schütteln.
Es gibt eigentlich keine Figur, die ich nicht mochte und auch die kleineren Nebengeschichten, wie die von Ilyas fand ich richtig klasse.
Die Auflösung hatte ein paar unerwartete Elemente, was ich super fand. Das Ende ist ein klassisches Happy End, was einfach alles abrundet.
Ich mochte den Schreibstil des Autors schon vorher und bin auch jetzt wieder begeistert.
Das Buch ist einfach schön und eine klare Empfehlung meinerseits.

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Veröffentlicht am 15.10.2023

Spannende Fortsetzung

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 2)
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1914: Anna Zech ist die einzige Frau in der Münchener Gerichtsmedizin. Mit dem adeligen Skandalreporter Fritz von Weynand verbindet sie eine tiefe Freundschaft, und mehr sollte es für den verheirateten ...

1914: Anna Zech ist die einzige Frau in der Münchener Gerichtsmedizin. Mit dem adeligen Skandalreporter Fritz von Weynand verbindet sie eine tiefe Freundschaft, und mehr sollte es für den verheirateten Fritz und die aus einfachen Verhältnissen stammende Anna eigentlich auch nicht werden. Als in einem Hinterhof im Schwabinger Künstlerviertel ein toter Säugling gefunden wird, beginnt Fritz für seine Zeitung zu recherchieren. Anna macht diese Leichenschau sehr traurig und gleichzeitig wütend. Gemeinsam mit Fritz beginnt sie zu ermitteln, da stirbt der einzige Zeuge. Die intensive Suche nach der Mutter des Kindes bringt Anna und Fritz einander näher. Bis der Krieg ausbricht.

„Fräulein Anna, Gerichtsmedizin – Die schwabinger Morde“ ist der zweite Band der Gerichtsärztinnen-Reihe von Petra Aicher. Man muss den ersten Band nicht kennen, um die Geschichte zu lesen.
Die Story setzt zwei Jahre nach Band eins an und für Anna und Fritz hat sich nicht so viel geändert. Anna arbeitet immer noch sehr kompetent in der Gerichtsmedizin und Fritz ist mal reicher Unternehmersohn und dann wieder als Skandalreporter Fritz Nachtway unterwegs.
Als ein toter Säugling in einem Hinterhof gefunden wird, lässt beiden dieser Fund keine Ruhe. Und während sie immer tiefer in das Geschehen gezogen werden, wird alles immer verworrener und gefährlicher für die beiden.
Gleichzeitig muss sich Anna um ihre kleine Schwester kümmern und auch der Krieg bringt das Land aus dem Gleichgewicht.
Petra Aicher hat einen wirklich fesselnden Schreibstil. Sie beschreibt nicht nur die Figuren sehr nahbar, sondern auch ihre Lebensumstände so, als wäre der Leser direkt dabei.
Sie recherchiert richtig gut und verpackt all das interessante Wissen in eine fesselnde und zeitgleich auch irgendwie informative Geschichte.
Der Fall um die schwabinger Morde hat es echt in sich, denn nichts ist wie es scheint, viele Dinge werden verschwiegen und es fehlt durch den Krieg an Leuten. Fritz muss dazu auch noch die Leitung seiner Zeitung abgeben.
Der Autorin gelingt der Spagat zwischen Hauptgeschichte und kleineren Nebenhandlungen durchweg gut, so dass ich immer weiterlesen wollte, weil jeder Strang mich interessiert hat.
Anna und Fritz machen gute Charakterentwicklungen durch, die direkt positiv auffallen und auch glaubhaft rüberkommen. Genauso toll entwickelt sich auch die Freundschaft der beiden.
Der Autorin ist hier einfach ein in sich spannender, vielfältiger historischer Krimi gelungen, der mich von vorne bis hinten begeistert hat.
Ich freue mich schon auf weitere Fortsetzungen.

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Veröffentlicht am 03.10.2023

Unterhaltsamer zweiter Teil

Eine Lady hat die Wahl
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Zum ersten Mal in ihrem Leben ist Eliza Balfour frei, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen: Die junge Witwe hat das Vermögen des deutlich älteren Lord Somerset geerbt, den sie auf Wunsch ihrer Familie ...

Zum ersten Mal in ihrem Leben ist Eliza Balfour frei, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen: Die junge Witwe hat das Vermögen des deutlich älteren Lord Somerset geerbt, den sie auf Wunsch ihrer Familie geheiratet hatte. Ihre neue Unabhängigkeit hat jedoch einen großen Haken, denn ihr verstorbener Mann hat in seinem Testament verfügt, dass Eliza das Erbe nur zusteht, solange sie als Witwe einen tadellosen Lebenswandel beibehält. Eliza ist überzeugt davon, diese Bedingung ohne Schwierigkeiten erfüllen zu können. Doch als sie Oliver wieder trifft, Lord Somersets Neffen und ihre erste große Liebe, werden ihre Gefühle auf die Probe gestellt. Schon bald kommen sich die Beiden näher, doch kann Eliza Oliver wirklich vertrauen? Als sich dann auch noch Olivers erklärter Erzfeind, der höchst attraktive, aber skandalumwitterte Schriftsteller Lord Melville, um Eliza bemüht, ist die Versuchung perfekt. Aber ist Eliza wirklich schon bereit, ihre neu gewonnene Freiheit wieder aufs Spiel zu setzen?

„Eine Lady hat die Wahl“ ist der zweite Band der „Der Ladies Guide“-Reihe von Sophie Irwin.
Die Geschichte spielt zur gleichen Zeit und in den gleichen Kreisen des ersten Bandes, auch wenn die Figuren daraus nicht auftauchen. Man muss aber den ersten Teil nicht kennen.
Band zwei ist ebenso schön zu lesen, wie der erste. Die Autorin hat einen richtig angenehmen Schreibstil, durch den das Buch auch in einem Rutsch gut zu lesen ist.
Die damalige Zeit, die Sitten und Gepflogenheiten, der förmliche Umgang miteinander und überhaupt das gehobene Leben damals, werden richtig anschaulich beschrieben, so dass ich einfach das Gefühl hatte, dabei zu sein.
Der Autorin sind wieder richtig gute Figuren gelungen und besonders unsere Hauptfigur Eliza und ihre Cousine Margaret sind super sympathisch und machen eine tolle Entwicklung durch. Auch Lord Somerset und Lord Melville sind perfekte Loveinterests und als Leser kann man durchweg mitfiebern, wen wohl Eliza wählen und wie alles mit ihrem Erbe ausgehen wird.
Alles an dieser Geschichte ist unterhaltsam und passt gut zusammen. Das Buch macht Spaß und ist anders als die anderen Bücher des Genres, ohne dabei zu unrealistisch zu werden.
Ich bin ein Fan der Reihe und freue mich schon, wenn es eine weitere Fortsetzung geben wird.

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Veröffentlicht am 01.10.2023

Der bisher vielfältigste Teil

Der Follower (Tom-Bachmann-Serie 3)
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Eine Frau in Todesangst. Sie kann nicht schreien, ein Knebel verstopft ihren Mund. Sie ist auf einer Pritsche fixiert und kann sich keinen Zentimeter bewegen. Ihr Peiniger kennt keine Gnade. Er holt die ...


Eine Frau in Todesangst. Sie kann nicht schreien, ein Knebel verstopft ihren Mund. Sie ist auf einer Pritsche fixiert und kann sich keinen Zentimeter bewegen. Ihr Peiniger kennt keine Gnade. Er holt die Säge – und nimmt sich, was er am meisten begehrt: ihre Beine ...
Der »Seelenleser« Tom Bachmann bekommt einen Anruf von einer alten Bekannten, deren Freundin verschwunden ist. Niemand nimmt ihren Verdacht ernst, da die Vermisste noch Fotos von sich auf Instagram hochlädt. Als Tom erkennt, dass die Frau auf den Bildern tot ist, wird ihm klar: Wer seine Opfer auf diese Art und Weise ausstellt, mordet nicht zum ersten Mal.

„Der Follower“ von Chris Meyer ist der bisher vielfältigste Teil der Reihe.
Tom Bachmann ermittelt als Gefallen für eine alte Freundin. Er kommt so einem Serienmord auf die Spur und muss tief in das Thema der Nekrophilie abtauchen.
Dabei erfährt der Leser immer mehr über Toms Vergangenheit in dem Psychopathenheim seines Vaters und auch über frühere Fälle erzählt Tom so einiges.
Dadurch ging es nicht nur um die spannenden Ermittlungen, man hat auch mehr über Tom und die anderen Kinder des Heims erfahren und noch einige fesselnde Infos über verschiedene Killer und ihre Vorgehensweisen.
Ich finde, der Autor hat eine richtig gute Mischung der drei Erzählstränge hinbekommen, so dass es immer wieder auf unterschiedliche Art richtig spannend war.
Der Fall des Followers ist auch gut gestaltet und gibt dem Leser wirklich lange was zum miträtseln und mitfiebern.
Die Charaktere und den Erzählstil finde ich auch weiterhin richtig gut, so dass ich definitiv weiterhin ein Fan der Reihe bleibe.
Ich hoffe, dass wir in Zukunft auch weiterhin Stück für Stück über Tom und die anderen aus dem Heim erfahren. Dazu bin ich gespannt, wie es mit seinem Vater weitergeht.
Eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 01.09.2023

Ich kann die Gerichte förmlich schmecken

Das Restaurant der verlorenen Rezepte (Die Food Detectives von Kyoto 1)
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Nagare und seine zwanzigjährige Tochter Koishi betreiben ein kleines Restaurant in Kyoto, das Kamogawa-Café. Kaum jemand kennt das Lokal, doch wer es dringend braucht, der findet es. Neben den traditionellen ...

Nagare und seine zwanzigjährige Tochter Koishi betreiben ein kleines Restaurant in Kyoto, das Kamogawa-Café. Kaum jemand kennt das Lokal, doch wer es dringend braucht, der findet es. Neben den traditionellen Köstlichkeiten der japanischen Küche bieten Nagare und Koishi ihren Gästen nämlich einen besonderen Service an: Sie kochen Gerichte nach, die man irgendwann einmal gegessen hat und deren Rezept man nicht kennt. Mit detektivischem Spürsinn finden sie heraus, wie die verstorbene Ehefrau ihre Udon-Nudelsuppe kochte, beschwören die verschüttete Erinnerung an eine große Liebe herauf oder schenken mit dem Geschmack eines Kindheitsessens Trost.

Hisashi Kashiwai hat mit seinem Buch „Das Restaurant der verlorenen Rezepte“ eine wirklich schöne Geschichte geschrieben.
Das Buch erzählt von sechs unterschiedlichen Menschen, die alle zu Nagare und Koishi gefunden haben, damit diese ihre verlorenen Rezepte finden. Denn das Restaurant ist viel eher eine Detektei für all die Rezepte, die man nur einmal kosten durfte und dann vergessen hat.
Für mich war es das erste Buch eines Japanischen Autors und auch wenn es zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig aufgrund der fremden Namen und Bezeichnungen war, habe ich mich schnell eingefunden. Irgendwie hat es dadurch noch mal eine besondere Seite für mich gewonnen.
Kashiwai erzählt die Geschichten der sechs Personen mit viel Gespür und bereichert alles mit unglaublich lecker klingenden Beschreibungen der Speisen, die Nagare und Koishi in ihrer Küche zaubern.
Ein tolles Buch, welches zum Verweilen einlädt und einen die beschriebenen Gerichte förmlich beim Lesen schmecken lässt.

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