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Veröffentlicht am 22.04.2024

eine ganz grosse Leseempfehlung

The Fort
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Habt ihr als Jugendliche auch davon geträumt, einen Rückzugsort zu haben, ohne ständig von Erwachsenen beobachtet zu werden? Genau so einen Ort entdecken Evan, Jason, Mitchell, C.J. und Rick und verbringen ...

Habt ihr als Jugendliche auch davon geträumt, einen Rückzugsort zu haben, ohne ständig von Erwachsenen beobachtet zu werden? Genau so einen Ort entdecken Evan, Jason, Mitchell, C.J. und Rick und verbringen dort viel Zeit. Jeder von ihnen hat seine eigenen Probleme und sucht nach einer Flucht aus dem Alltag. Und obwohl sie sich besser kennenlernen, erzählen sie sich nicht von ihren Dämonen, die sie quälen, sondern suchen vor allem die Ablenkung im Videos schauen, zocken oder einer Bunker-Olympiade. Eine Zeit geht das gut, doch dann werden sie von der Realität eingeholt .

In der kleinen Stadt Canaan leben Evan, Mitchell, Jason und C.J., die eng befreundet sind. Nach einem Hurrikan beschliessen sie, ihr selbstgebautes Versteck im Wald zu überprüfen. Doch Evan wird von seiner Grossmutter gebeten, den neuen Nachbarsjungen Ricky mitzunehmen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, und obwohl das Versteck dem Sturm zum Opfer gefallen ist, entdecken sie etwas Unerwartetes: einen alten Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges, den ein wohlhabender Bewohner der Stadt gebaut hatte. Die Jungs beschliessen, das Geheimnis für sich zu behalten und den Bunker als neues Versteck zu nutzen.

Das Setting mit dem Fort im Wald ist wirklich grandios und bildhaft beschrieben. Ich konnte mir die Jungs sehr gut beim Schauen von alten Videokassetten wie "Der weisse Hai" oder beim Essen der alten Konservendosen vorstellen.

Mit seiner flüssigen, leicht verständlichen Erzählweise, weiss Gordon Korman den Lesenden sofort zu fesseln. Ja, das Buch wird ab 11 Jahren empfohlen, aber ich muss zugeben, dass auch ich als Erwachsene die fünf Jungs gespannt (und angespannt) durch ihren Sommer begleitet habe.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven der Teenies. Zu Beginn musste ich ab und zu überlegen, wen wir gerade begleiten, doch die Charaktere sind so schön unterschiedlich gezeichnet, dass man sie sehr schnell besser kennenlernt. Mir hat besonders gut gefallen, wie der Autor die vielfältigen Persönlichkeiten der Jungs mit ihren Gedanken und Emotionen einfühlsam darstellt, ohne zu sehr in die Details ihrer individuellen Situationen einzutauchen.

Die Geschichte dieser unterschiedlichen Jugendlichen konnte mich total begeistern und ist mir total unter die Haut gegangen. In der Pubertät hat wohl jeder so seine Problemchen, doch hier geht es um Familiendramen, Zwangsstörungen und häusliche Gewalt. Und so wird der Bunker viel mehr als nur ein Versteck, er wird zu einem Zufluchtsort.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Geschichte die Sensibilität fördert und verdeutlicht, dass jeder auf seine eigene Weise kämpfen muss. Trotz ihrer Unterschiede sind die Jungs zusammengewachsen und passen aufeinander auf. "The Fort" zeigt uns auf, wie wichtig der positive Rückhalt von Freunden ist, gerade in schwierigen Zeiten.

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Veröffentlicht am 04.09.2023

ein herzerwärmendes, aber auch humorvolles Bilderbuch

Konrad Kröterich und die Suche nach der allerschönsten Umarmung
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Konrad Kröterich von Keks ist nämlich auf der Suche nach der allerschönsten Umarmung.
Er lebt jedoch ganz alleine, was er eigentlich auch sehr angenehm findet. Konrad Kröterich ist sowieso sehr von sich ...

Konrad Kröterich von Keks ist nämlich auf der Suche nach der allerschönsten Umarmung.
Er lebt jedoch ganz alleine, was er eigentlich auch sehr angenehm findet. Konrad Kröterich ist sowieso sehr von sich selber überzeugt, so steht in seiner Wohnung ein riesiger Spiegel, damit er sich aus jeder Ecke selber betrachten kann. Er liebt es, sich mit seinem Spiegelbild zu unterhalten und sogar sein Bett steht vor dem Spiegel, damit er sich auch beim Schlafen betrachten kann.

Doch eines Nachts träumt er von einer vollkommenen Umarmung, die sich genaue richtig angefühlt hat. Aus diesem Grund möchte er diesen Traum unbedingt in der Realität umsetzen und so macht er sich auf eine nicht ganz einfache Suche, die in ihm alle möglichen Emotionen hervorrufen.

Für uns Leser:innen beginnt nun der amüsante Teil der Geschichte, denn Konrad besucht erst all seine Freunde und Bekannte, doch seine Bemühungen sind nicht von Erfolg gekrönt. An jeder Umarmung ist etwas nicht gut. Die eine ist zu nass, die andere zu wild und wieder eine fühlt sich einfach verkehrt an. Und da hat Konrad eine sehr originelle Idee, die bestimmt alle überrascht und zum Schmunzeln bringt.

Die Geschichte rund um den etwas skurrile Kröterich ist herzerwärmend und humorvoll zugleich. Gross und klein wird viel Spass mit diesem Bilderbuch haben. Oren Lavie bringt die Handlung in seinem Text auf den Punkt.

Geprägt ist das Buch von den farbenfrohen Illustrationen von Anke Kuhl. Vor allem die vielfältigen Umarmungen, die in Comic-Panels gezeigt werden, bringen viel Spass mit sich. Aber auch sonst bringen die vielen einzelnen Bilder eine tolle Dynamik in die Geschichte.

Und was ist "die Moral" der Geschichte? Nicht jede Umarmung ist für jeden angenehm und nicht alles muss perfekt sein.

"Konrad Kröterich und die Suche nach der allerschönsten Umarmung" ist in der Kategorie Bilderbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Fazit:
"Konrad Kröterich und die Suche nach der allerschönsten Umarmung" ist ein herzerwärmendes, aber auch humorvolles Bilderbuch rund um das Thema Umarmung. Der pointierte Text von Oren Lavie und Anke Kuhl geniale Illustrationen ergeben eine wunderbare Geschichte, die man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte. Ob darin die allerschönste Umarmung zu finden ist, muss jeder selber herausfinden.

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Veröffentlicht am 05.08.2023

ein humorvolles, aber auch spannendes Abenteuer voller Magie

Sparkling – Maries zauberhafte Welt
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Das Buchcover von Sparkling verspricht eine bunte, fantasievolle Geschichte mit etwas Glitzer und ich kann euch hier schon verraten, dass Angela Kirchner keine leeren Versprechungen macht.

Als kleines ...

Das Buchcover von Sparkling verspricht eine bunte, fantasievolle Geschichte mit etwas Glitzer und ich kann euch hier schon verraten, dass Angela Kirchner keine leeren Versprechungen macht.

Als kleines Kind wurde die nun 12-jährige Marie von einem Magier adoptiert und seit einem halben Jahr übt sie fleissig zu zaubern. Dabei ist es sehr wichtig, dass man sich sehr gut konzentriert, was für Marie nicht sehr einfach ist. Viel zu schnell lässt sie sich ablenken oder sie ist mit ihren Gedanken irgendwo anders - zum Beispiel bei den süssen Leckereien von Amélies Gaumenfreuden. Wenn Marie bei einem Zauber nicht ganz bei der Sache ist, entstehen kleine Funken, sogenannte Sparkles, die für ordentlich Chaos sorgen und ihre gut gedachten Zaubereien "fehlleiten".
Als dann aber ihr Adoptivvater plötzlich verschwindet, wäre es schon sehr wichtig, dass ihre Zaubersprüche sitzen... nur gut dass sie im Nachbarsjungen Philip und dem Gestaltwandler Alfred Unterstützung findet.

Schon der Einstieg in die Geschichte ist turbulent und äusserst unterhaltsam. Wir lernen die Protagonistin kennen und erleben hautnah, wie einmal mehr einer ihrer Zaubersprüche misslingt. Marie ist ein taffes Mädchen, das nur so vor Lebensfreude sprüht. Bei ihr läuft definitiv nicht alles wie es soll und ab und zu fällt sie auch unüberlegte Entscheidungen. Doch gerade das macht sie so sympathisch und glaubwürdig, so dass man sie einfach ins Herz schliessen muss.

Auch die anderen Charaktere wurden von der Autorin liebevoll und facettenreich ausgearbeitet. Vor allem Philip ist äusserst scharfsinnig, so dass die beiden ein unschlagbares Team ergeben.

Und auch die Handlung konnte mich fesseln. Auch als Leser*in weiss man bis zum Schluss nicht, was mit Maries Adoptivvater und Magie-Lehrmeister geschehen ist. So rätselt man beim Lesen mit Marie mit und stellt allerhand Vermutungen an, wer der Täter sein könnte.

Angela Kirchners neustes Werk ist ein zauberhaftes Wohlfühlbuch, das einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Die süssen schwarz-weiss Illustrationen zu Beginn jedes Kapitels runden dieses wunderbare Leseerlebnis perfekt ab.

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Veröffentlicht am 25.05.2023

ein feinfühliges, ausdrucksstarkes Buch über sensible Themen wie Mobbing und psychische Erkrankung

Julia und der Hai
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Wenn man "Julia und der Hai" in den Händen hält, realisiert man sofort, dass man es mit einem ganz besonderen Buch zu tun hat. Es besticht nicht nur mit einer auffallenden, schönen Optik sondern spricht ...

Wenn man "Julia und der Hai" in den Händen hält, realisiert man sofort, dass man es mit einem ganz besonderen Buch zu tun hat. Es besticht nicht nur mit einer auffallenden, schönen Optik sondern spricht auch feinfühlig schwierige Themen wie Mobbing, psychische Erkrankungen, Medikamentenmissbrauch und Suizid an. Kiran Millwood Hargrave schafft dies jedoch sehr einfühlsam und mit einer bildgewaltigen, zum Teil sogar poetischen Sprache.

Julias Vater soll auf den Shetland-Inseln die Lampe in einem Leuchtturm digitalisieren, ihre Mutter ist Meeresbiologin und nutzt diese Zeit, um den Grönlandhai zu erforschen. Julia zieht also mit ihren Eltern für eine Zeit in den Leuchtturm und muss sich in dem kleinen Ort einleben. Sie schliesst Freundschaften, muss aber auch Mobbing erleben.
Und dann ist da noch ihre Mutter, die von ihrer Mission, den Grönlandhai zu finden, völlig besessen ist. Wir kennen die Redewendung "himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt" und genau so erlebt Julia ihre Mutter. An manchen Tagen ist sie richtig euphorisch, an anderen vergisst sie alles um sich herum - sogar Julia und ihren Vater. Sie wird immer dünner und abwesender und fühlt sich gar nicht mehr wie ihre Mutter an. Die Situation macht Julia zunehmend Angst und sie fragt sich, ob sie vielleicht Schuld daran ist.

"Julia und der Hai" ist definitiv keine leichte Kost, doch die Lektüre lohnt sich definitiv. Zum einen, weil es kaum Bücher über bipolare Störungen gibt und diese hier wirklich äusserst feinfühlig aufgearbeitet wird. Julia weiss nicht, dass ihre Mutter krank wird und erlebt ihre emotionalen Schwankungen und spürt, wie sich ein Netz um sie spannt und immer enger zuzieht bis sogar die Familie droht zu zerbrechen.
Die Atmosphäre auf den stürmischen Shetlandinseln passt perfekt zur Stimmung im Leuchtturm.

Die Geschichte ist aus der ich-Perspektive des Mädchens geschrieben, so dass man die Gefühle, Veränderungen und ihre Gedankengänge sehr gut nachvollziehen kann.

Zum andern zeigt die Autorin hier ein wahnsinniges Gespür für Worte und schreibt sehr bildgewaltig. Einzelne Szenen sind sogar richtig poetisch, träumerisch.

Ein Highlight sind natürlich die ausdrucksstarken, drei-farbigen Illustrationen von Tom de Freston. Die Farbgebung schwarz-weiss-gelb ist sehr besonders und wurde der Stimmung der Geschichte angepasst.

Fazit:
"Julia und der Hai" ist wirklich ein ganz besonderes Buch. Die Geschichte spricht viele sensible Themen feinfühlig und tiefgründig an - und dies mit einer ausserordentlichen Sprach- und Bildgewalt. Unterstrichen wird die Erzählung mit grossartigen Illustrationen, die dieses Werk zu einem Kunstwerk machen.
Ich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen und versprechen, dass ihr die Geschichte nicht so schnell vergessen werdet.

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Veröffentlicht am 08.04.2023

unerwartet, fantastisch & unheimlich packend

Prison Healer (Band 2) - Die Schattenrebellin
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Kennt ihr auch diese Bücher, die ihr regelrecht verschlingt, aber kurz vor Schluss einen Lesestopp einlegt? Zum einen, weil ihr einfach nicht wollt, dass die Geschichte schon fertig ist, zum anderen weil ...

Kennt ihr auch diese Bücher, die ihr regelrecht verschlingt, aber kurz vor Schluss einen Lesestopp einlegt? Zum einen, weil ihr einfach nicht wollt, dass die Geschichte schon fertig ist, zum anderen weil ich Angst vor dem Ende habt? Genau so ein Buch ist "Prison Healer - Die Schattenrebellin".

Schon mit ihrem ersten Band "Die Schattenheilerin" konnte mich Lynette Noni dermassen begeistern und in seinen Bann ziehen konnte, dass ich seit langem wieder einmal eine goldene Leseente verliehen hatte. Und ich kann euch hier schon verraten, dass die Fortsetzung dem in nicht nachsteht. Dieser Mittelband zeigt keine Ermüdungserscheinung und keinen Durchhänger, wie man das sonst oft bei Trilogien erlebt.

Für ihre Buchreihe hat Lynette Noni zwar eine ganze Welt erschaffen, doch lernten wir im ersten Band nur einen kleinen Ausschnitt von Wenderall kennen und zwar das gefürchtete Gefängnis Zalindov. In "Die Schattenrebellin" erfährt Kiva erst einmal wieder, was frei sein bedeutet. Gemeinsam mit Tipp lebt sie nun bei der Königsfamilie im Flusspalast und geniesst so alle Vorzüge des Lebens. Sogar ihr grosser Traum einer Ausbildung zur Heilerin scheint sich zu erfüllen.

Doch niemand weiss, wer Kiva in Wirklichkeit ist und schon nach wenigen Tagen haben ihre Geschwister, die Anführer der Rebellen Kontakt zu ihr aufgenommen. Nun soll sie die Königsfamilie von innen infiltrieren und so ihrer Familie auf den Thron verhelfen. Doch Rache wirklich immer noch das, was sie möchte? Eigentlich hat sie nämlich die Königsfamilie - allen voran Jaren - ins Herz geschlossen.

Ich möchte hier gar nicht zu viel verraten, ich kann euch aber versichern, dass euch wieder ganz grosses Kino erwartet. Die Charaktere sind sehr facettenreich und machen eine spannende Entwicklung durch. Und vor allem wissen sie auch zu überraschen. Doch nicht nur die Figuren wissen einen hinters Licht zu führen. Die ganze Story überzeugt mit unerwarteten Plotttwists.

Wie am Anfang schon angetönt, habe ich die Geschichte mit angehaltenem Atem regelrecht verschlungen und konnte erst schlafen, als ich das Buch ausgelesen hatte. Und ich kann euch sagen, dass die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht gehalten - nein, immer weiter gesteigert wurde. Und dann, als ich schon gedachte habe, das war's, haut die Autorin noch einen raus... Ja, ich hatte einige Vorahnungen, doch die Autorin schaffte es einmal mehr, mich zu überrumpeln. Nur gut, dass heute mit "Die Schattenerbin" der Abschluss der Trilogie erscheint. Doch irgendwie fürchte ich mich auch ein kleines Bisschen davor, denn selbstverständlich habe ich schon die eine oder andere Vermutung angestellt, doch ich muss ehrlich zugeben, dass ich der Autorin ganz schön viel zutraue - und das meine ich nicht nur im positiven Sinne...

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