Profilbild von hasirasi2

hasirasi2

Lesejury Star
offline

hasirasi2 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hasirasi2 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2023

Herz aus Gold

Fräulein Gold: Die Lichter der Stadt
0

„… ihr ging auf, dass eigentlich nichts an ihrem Leben perfekt war. Nichts außer Meta. Und dass sie sich besser beizeiten ein Beispiel an ihrer kleinen Tochter nehmen und endlich genug Liebe für das Unvollkommene, ...

„… ihr ging auf, dass eigentlich nichts an ihrem Leben perfekt war. Nichts außer Meta. Und dass sie sich besser beizeiten ein Beispiel an ihrer kleinen Tochter nehmen und endlich genug Liebe für das Unvollkommene, das Gescheiterte, dass Zweifelhaft ihrer Existenz aufbringen sollte. Nur so könnte sie ihr Leben in etwas verwandeln, auf das sie stolz wäre.“ (S. 16)
Berlin 1929: Seit 2 Jahren arbeitet Hulda als Hebamme in der Mütterberatungsstelle am Nollendorfplatz, allerdings darf sie keine Entbindungen mehr durchführen, sondern den Schwangeren und jungen Mütter nur noch erklären, wie sie mit ihren Babys umgehen und worauf sie achten müssen. Immer öfter vermisst sie ihren alten Job, die damit verbundene Aufregung und Verantwortung. Aber dann könnte sie sich nicht ausreichend um ihre dreijährige Tochter Meta kümmern, die ein echter, sehr dickköpfiger, Sonnenschein ist.
Als die junge Schauspielerin Milli zu ihr in die Beratung kommt, weil sich ihre Tochter nicht richtig entwickelt, fallen Hulda die Hämatome an Millis Armen auf. Ihr ist sofort klar, was das bedeutet, und sie will Milli helfen. Doch die glaubt, es wäre längst zu spät dafür. Das kann und will Hulda nicht hinnehmen.
Zudem sorgt sie sich um ihre Freunde und Bekannten. In Berts Kiosk, Jettes Apotheke und das Café der Winter wurde eingebrochen. Ist eine Bande unterwegs?
Außerdem gibt es weiterhin Stress mit den Nazis. Ihr Vater, der berühmte Maler Benjamin Gold, der sich für unantastbar hielt, wird überfallen und verprügelt. „Gewalt ist stärker als Kultur und gute Sitten.“ (S. 224)
Und dann ist da ein neuer Mann in Huldas Leben, bei dem sie sich endlich wieder als Frau, und nicht nur als Mutter fühlt, aber es ist kompliziert …

„Die Lichter der Stadt“ ist bereits der 6. Band mit der sympathischen Hebamme Hulda Gold und langsam wandelt sich die Reihe vom Krimi zum Gesellschaftsroman. Anne Stern beleuchtet die Zeit, die voller politischer und gesellschaftlicher Unruhen und Umbrüche ist.
Die Handlung dreht sich um Huldas Leben als alleinerziehende Mutter, was damals noch verpönt war, den Spagat zwischen Arbeit und Privatleben. Nicht zuletzt ist sie eine Frau, die sich nach Liebe und Partnerschaft sehnt. Außerdem hat Hulda ein Herz aus Gold. Sie setzt sich für die Schwachen und Hilflosen, Vergessenen und Ausgestoßenen ein, schaut hinter die Fassade der Menschen und versucht, zu helfen. Diesmal verschlägt es sie in die Theaterszene, aber auch Kellerkneipen und Bars, die vor allem von Homosexuellen frequentiert werden, die sich dort (noch) frei fühlen können.

Mit Irma Siegel führt Anne Stern eine neue spannende Protagonisten ein. Die schon ältere weibliche Kriminalbeamtin muss sich in der Polizeidirektion und bei ihren Ermittlungen vor Ort dauernd neu beweisen, muss stets mehr leisten als ihre männlichen Kollegen und wird trotzdem selten ernst genommen. „Schicken die in der Roten Burg jetzt also wirklich schon Frauen zu Kapitalverbrechen? So schlimm steht es bei den Behörden?“ (S. 246) Die Chance, in einem Mordfall zu ermitteln, bekommt sie nur, weil der eigentlich zuständige Kollege besoffen ist. Und sie löst den Fall mit Bravour (und Huldas Hilfe).
Irma ist bärbeißig und schroff, raucht ihre Zigarillos Kette – ein echtes Original. Und sie hat einen Mann und Kinder, aber eigentlich kein Interesse an ihrer Familie. Sie sieht sich in erster Linie als Polizistin und erst in zweiter als Ehefrau und Mutter. Ich hoffe, Irma begegnet Hulda auch in den zukünftigen Büchern wieder.

Ich bin wieder begeistert, wie sehr Anne Stern in die Geschichte ihrer Stadt eintaucht und sie für die Leser erlebbar macht. Und ich liebe ihre poetischen Beschreibungen: „Wie eine greise düstere Königin kam Hulda ihr liebes altes Berlin bei Nacht vor, die sich noch ein letztes Mal die glitzernden Juwelen angehängt hatte und nicht bemerkte, dass sie selbst nur noch Haut und Knochen war. Ein Skelett auf seinem Thron mit notdürftiger Tünche über dem Totenschädel.“ (S. 113)

Seit 6 Bänden fiebere ich mit Hulda mit, die wegen ihrer jüdischen Abstammung in immer größere Gefahr gerät, beobachte gespannt ihre weitere Entwicklung und hoffe, dass noch viele Abenteuer folgen werden. 5 Sterne für dieses Lesehighlight!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2023

Einfach geniale, leckere Rezepte

5 Zutaten mediterran
0

Ich durfte das neue Kochbuch von Jamie Oliver testen und bin begeistert. Wer mag es nicht, wenn er Gerichte aus nur 5 Zutaten zaubern kann, die meist auch noch recht schnell gemacht, mediterran und gesund ...

Ich durfte das neue Kochbuch von Jamie Oliver testen und bin begeistert. Wer mag es nicht, wenn er Gerichte aus nur 5 Zutaten zaubern kann, die meist auch noch recht schnell gemacht, mediterran und gesund sind.

Ob Salate, Suppen, Sandwiches, Pasta, Gemüse, Gebackenes & Gefülltes, Seafood, Fisch, Hähnchen & Ente, Fleisch oder süße Sachen, es findet sich etwas für jeden Geschmack und Anlass. Man kann sich sogar ein richtiges Menü zusammenstellen, z.B. aus meinen bisherigen Lieblingsgerichten: Inselsalat, Tortilla-Frittata und dem Schokoladentraum mit Kaffee.

Besonders toll finde ich toll, dass so viele vegetarische Gerichte im Buch enthalten sind, aber natürlich gibt es auch Fisch und Fleisch in allen Variationen, mein Mann mochte da das knusprige Paprikahähnchen am meisten. Die Portionen waren alle sehr reichlich und häufig bietet Jamie Oliver alternative Zutaten an.

Die Rezepte haben einen besonderen Pfiff, sind aber in der Zubereitung kinderleicht und oft auch sehr gut vorzubereiten, wenn man zum Beispiel Gäste bewirten möchte.
Da abgesehen von Pfeffer, Meersalz, Rotweinessig und Olivenöl nie mehr als 5 Zutaten gebraucht werden und es sowohl ein Foto dieser Zutaten als auch eins des fertigen Gerichtes gibt, bei dem einem das Wasser im Mund zusammenläuft, ist das Kochbuch meiner Meinung nach auch perfekt für Kochanfänger geeignet. Nur fürs Schnibbeln sollte man lieber etwas mehr Zeit einplanen, so schnell wie Jamie Oliver bin ich leider noch nicht mit dem Messer 😉.

5 Sterne für diese wunderbar alltagstaugliche Kochbuch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2023

Wiener Geisterstunde

Der Totengräber und der Mord in der Krypta (Die Totengräber-Serie 3)
0

„Ein etwas heikler Fall, da brauche ich jemanden mit Fingerspitzengefühl. Jemanden wie Sie, Herzfeldt!“ (S. 23) Oberpolizeirat Moritz Stukart setzt aus mehreren Gründen auf Inspektor Leopold von Herzfeldt: ...

„Ein etwas heikler Fall, da brauche ich jemanden mit Fingerspitzengefühl. Jemanden wie Sie, Herzfeldt!“ (S. 23) Oberpolizeirat Moritz Stukart setzt aus mehreren Gründen auf Inspektor Leopold von Herzfeldt: Der in einer Gruft unter dem Stephansdom ermordete Dr. Lichtenstein war sein Freund, und er war Jude – genau wie Leo und Stukart.
Als Tatortfotografin Julia Wolff, Leos Freundin, die von ihr am Fundort gemachten Bilder entwickelt, entdeckt sie darauf etwas, für das es keine natürliche Erklärung gibt. Bedeutet das, dass es in der Gruft wirklich spukt? Und wenn nicht, wie können sie es beweisen? „Möglicherweise ist Spuk ja nur ein Name für etwas, für das die Wissenschaft noch keinen Namen gefunden hat.“ (S. 77)
Julia bitte den Totengräber Augustin Rothmayer um Hilfe, der sie auf die richtige Spur bringt. Dabei hat er gerade ganz andere Probleme. Ein Freund seiner Ziehtochter Anna aus dem Waisenhaus hat sich blutüberströmt zu ihnen auf den Friedhof geschleppt und etwas vom Nachkrapp genuschelt, der nachts Kinder aus dem Schlafsaal holt, bevor er in Rothmayers Armen stirbt. Anna ist verzweifelt und bringt ihn und Julia dazu, nachzuforschen, warum ihr Freund sterben musste.

Leo, Julia und Rothmayer sind sich sicher, dass hinter den Morden kein Geist und kein Nachtkrapp stecken, sondern Menschen. Aber sie können es nicht beweisen und Stukart und die Öffentlichkeit machen Druck, angefeuert von der Presse, die oft vor der Polizei weiß, was als nächstes passieren wird.

Lichtenstein hatte sich durch die Aufklärung von spiritistischem Humbug viele Feinde gemacht, zuletzt bei der Séance einer berühmten Operndiva. Diese weigert sich leider, dazu eine Aussage zu machen und lädt Leo stattdessen zur nächsten Zusammenkunft ein: „Übermorgen, um Mitternacht, zur Geisterstunde. Seien Sie rechtzeitig da.“ (S. 61). Dort lernt er einen sehr illustren Kreis kennen, zu dem auch der englische Schriftsteller Arthur Conan Doyle gehört, mit dem Leo allerdings wenig anfangen kann: Kriminalfälle hat er im Dienst genug, die braucht er nicht auch noch nach Feierabend. Außerdem quält ihn die Eifersucht, denn Julia trifft sich regelmäßig mit einem Freund aus Kindertagen. Und dann macht auch noch seine Mutter Urlaub in Wien und freundet sich mit Doyle an…

Leo konnte einem diesmal richtig leidtun. Der Fall ist extrem verzwickt und wie von Stukart befürchtet, interessiert der „tote Jude“ kaum jemanden. Stattdessen muss sich Leo wieder mit den giftigen Bemerkungen und Vorurteilen seiner Kollegen auseinandersetzen, obwohl er sich selbst gar nicht als Jude, sondern als Mensch bzw. Polizeiinspektor sieht.
Außerdem fordert seine Mutter viel Zeit für sich ein, wenn sie ihn schon mal besucht. Und sie hätte auch nichts dagegen, wenn er endlich heiratet – aber doch nicht unter seinem Stand und schon gar keine (Tatort)Fotografin! Zum Glück ist Julia nicht auf den Mund gefallen und bietet ihr ordentlich Paroli.
Julia hadert mit ihrer Beziehung zu Leo, Weil sie nicht nur die Standesunterschiede trennen. Er blendet gern ihre uneheliche Tochter aus, unternimmt oft etwas nur mit ihr allein und auch das immer seltener. Sie fühlt sich von ihm vernachlässigt und freut sich darum über die Aufmerksamkeiten ihres alten Freundes – zumal der aus derselben Schicht wie sie kommt und die gleichen Sorgen und Probleme hat.
Der Totengräber wiederum sorgt sich um Anna, die ihn immer mehr an seine verstorben Tochter erinnert. Als sie sich selbst auf die Suche nach dem Nachtkrapp macht, hat er Angst, sie auch noch zu verlieren.

„Der Totengräber und der Mord in der Krypta“ ist bereits der dritte Fall des ungewöhnlichen Ermittlertrios und mindestens genauso fesselnd und interessant wie seine Vorgänger. Ich fand es faszinierend, wie Oliver Pötzsch den Spiritismus und die Parapsychologie, die damals gerade „in“ waren, und den berühmten Schriftsteller Arthur Conan Doyle einbindet, der ja bekanntlich ein großer Anhänger / Verfechter des Spiritismus war.

Für mich ist auch dieser Band wieder ein echtes Lesehighlight und ich hoffen, dass Leo, Julia und Rothmayer bald wieder auf Verbrecherjagd gehen, auch wenn hier am Ende einige Veränderungen angedeutet wurden. Ein absolutes Muss für alle Histo-Krimi-Fans!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2023

Backen mit und für Kinder

Backen macht glücklich
0

Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern, wenn meine Mama mit uns Kindern Hörnchen fürs Frühstück, Pudding-Streuselkuchen für Geburtstage oder Kekse gebacken hat. Danach sah die Küche hinterher ...

Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern, wenn meine Mama mit uns Kindern Hörnchen fürs Frühstück, Pudding-Streuselkuchen für Geburtstage oder Kekse gebacken hat. Danach sah die Küche hinterher zwar oft aus wie ein Schlachtfeld, aber wir waren glücklich. Genau dieses Gefühl vermittelt Kathrin Runge auf ihrem Blog und im gleichnamigen Backbuch „Backen macht glücklich“ auf über 80 unkomplizierten Rezepten.

Mir gefällt, dass neben den üblichen Grundrezepten für Rühr-, Biskuit-, Hefe- und Mürbeteig auch eines für Sauerteig gezeigt wird. Zudem erklärt sie alternative Backzutaten (ich ersetze z.B. gern Butter durch Öl), geht auf das benötigte Zubehör ein und auf was man beim Backen mit Kindern achten muss.

Die Rezepte sind in Kuchen für jede Anlass, Besonderes für Feste, köstliche Kleinigkeiten, Süßspeisen für die Seele und Herzhaftes für alle Fälle gegliedert und oft durch Tipps ergänzt, z.B. wie man sie vegan umsetzen oder den verwendeten Zucker ersetzen kann.

Ich habe inzwischen schon ein paar Rezepte ausprobiert und zu unseren Highlights zählt der Puddingschnecken-Kuchen, die Streuseltaler mit frischen Beeren und die Tomatenquiche.
Und jetzt freue ich mich auf Halloween, damit ich mit meiner Nichte und meinem Neffen endlich die Spinnen-Cookies und Halloween-Geister-Brownies backen kann.

Von mir gibt es 5 Kuchenschüsseln für dieses tolle Familienbackbuch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2023

Die andere Seite des Himmels

Das Geheimnis der Dior-Kleider
0

„Wenn sie in den Sitz glitt, fühlte es sich jedes Mal an, als schlüpfe sie in ein Abendkleid.“ (S. 104)
London 1939: Als eine von zwölf Frauen wird Skye für die Lufttransportunterstützung der Royal Air ...

„Wenn sie in den Sitz glitt, fühlte es sich jedes Mal an, als schlüpfe sie in ein Abendkleid.“ (S. 104)
London 1939: Als eine von zwölf Frauen wird Skye für die Lufttransportunterstützung der Royal Air Force rekrutiert. Doch leider dürfen sie keine Kampfflugzeuge fliegen, sondern nur Übungsmaschinen überführen, obwohl sie ausgebildete Pilotinnen mit Hunderten von Flugstunden sind. Erst, als immer mehr Piloten und Flugzeuge verunglücken, dürfen sie die kaputten Maschinen, in die sich die Männer nicht mehr wagen, zur Reparatur und zurück fliegen. Auf einer dieser Touren steht plötzlich ihr Jugendfreund Nicolas vor ihr. Seit Jahren haben sie nichts voneinander gehört, aber ihre spezielle Verbindung ist sofort wieder da. Doch Nicolas ist verlobt und gehört einer geheimen Staffel an.

Cornwall 2012: Die Australierin Kat ist Modenkonservatorin und fliegt mehrmals im Jahr für ihre Arbeit nach Europa. Als ihr Großmutter sie bittet, in ihrem Cottage in Cornwall nach dem Rechten zu sehen, ist sie überrascht. Sie wusste bisher nichts von dem Haus, das komplett eingerichtet ist („… als wären die Bewohner zu einem Tagesausflug aufgebrochen und nie wiedergekehrt.“ (S. 55)), und findet in den Kleiderschränken 65 Haute Couture Kleider von Dior. Sie will wissen, wie ihre Großmutter, die nie reich war, zu diesen Kleidern gekommen ist und warum sie sie in Cornwall zurückgelassen hat. Doch die kann ihr die Frage nicht beantworten, weil damit schreckliche Erinnerungen verbunden sind. „Ich dachte, ich könnte es dir erzählen. Aber ich… Ich kann es nicht. Es tut mir leid.“ (S. 145)
Kat beginnt auf eigene Faust nach der Herkunft der Kleider und der Vergangenheit ihrer Großmutter zu forschen und kommt dabei einigen düsteren Geheimnissen auf die Spur, in die auch die Designer Christian und seine Schwester Catherin Dior involviert sind.

„Wir erinnern uns eher an schöne Kleider als an eine Frau, die für ihr Land fast ihr Leben gab.“ (S. 460) Schon mit ihren bisherigen Büchern hat mich Natasha Lester begeistern können, aber „Das Geheimnis der Dior-Kleider“ ist ein absolutes Lesehighlight. Sie schreibt über englische und französische Pilotinnen und Spioninnen im 2. WK, die immer mehr leisten und geben mussten als ihre männlichen Kollegen (oft eben auch ihre Körper) und trotzdem nicht als vollwertige Kämpferinnen, sondern hübsche Frauen angesehen wurden, die ihre Kameraden auch noch aufzuheitern hatten und sich jede neue Aufgabe und Funktion viel härter erkämpfen mussten. Und obwohl ich wirklich schon viele Bücher über diese Zeit gelesen habe, hat mich erschüttert, was die Autorin u.a. über die Befreiung des KZs Ravensbrück erzählt und dabei die wahren Erlebnisse von Cathrine Dior einfließen lässt, die Mitglied der Résistance war.

Natasha Lester verwebt Historie und Fiktion sehr geschickt und erzählt die Geschehnisse über mehrere Zeitebenen und aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei steigert sie die Spannung so sehr, dass man das Buch einfach nicht mehr weglegen kann. Dazu trägt auch die berührende (Liebes-)Geschichte von Skye und Nicolas bei und nicht zuletzt die sehr detailliert beschriebenen traumhaften Diorkleider.
Es ist eine extrem erschütternde Geschichte, die aufwühlt und im Gedächtnis bleibt, traurig und wütend macht. #gegendasvergessen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere