Wenn Freundschaft zu Liebe wird – ein herrlich romantischer Auftakt der Smythe-Smith-Reihe
Mit „Der Earl, der mir zu Füßen liegt“ startet Julia Quinn ihre Smythe-Smith-Reihe, die sich wunderbar unabhängig von den Bridgerton-Romanen lesen lässt, aber durch kleine Querverweise besonders für Fans ...
Mit „Der Earl, der mir zu Füßen liegt“ startet Julia Quinn ihre Smythe-Smith-Reihe, die sich wunderbar unabhängig von den Bridgerton-Romanen lesen lässt, aber durch kleine Querverweise besonders für Fans der Autorin ein liebevolles Wiedersehen mit bekannten Figuren bietet. Im Mittelpunkt dieses Bandes stehen Honoria Smythe-Smith und Marcus Holroyd, zwei Charaktere, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten – und sich doch auf wunderschöne Weise ergänzen.
Honoria ist eine fröhliche, clevere junge Frau mit einem ausgeprägten Sinn für Humor. Sie weiß, dass sie bald heiraten sollte, doch unter all den Kandidaten scheint keiner recht zu ihr zu passen. Statt sich entmutigen zu lassen, nimmt sie die Sache selbst in die Hand – und beweist dabei sowohl Mut als auch Kreativität. Besonders schön ist, dass Julia Quinn, Honoria nicht nur als romantische Heldin, sondern auch als loyale Freundin und entschlossene Persönlichkeit zeichnet. Auch ihre Rolle als Mitglied des berüchtigten Smythe-Smith-Quartetts – das traditionell aus musikalisch eher unbegabten Familienmitgliedern besteht – sorgt für einige charmante, augenzwinkernde Momente.
Marcus Holroyd, der Earl of Chatteris, tritt zunächst als stiller Beobachter in Erscheinung. Er ist introvertiert, bedacht und scheut große gesellschaftliche Auftritte. Doch wer ihn näher kennenlernt, entdeckt einen Menschen mit viel Wärme, einem scharfen Verstand und einer überraschend humorvollen Ader. Besonders berührend ist seine Fürsorge gegenüber den Menschen, die ihm wichtig sind – und die stille Hingabe, mit der er Honoria unterstützt, auch wenn sie davon zunächst nichts ahnt. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Marcus weiter und überwindet sogar seine eigene Zurückhaltung, um sich seiner Gefühle zu stellen.
Die Liebesgeschichte zwischen Honoria und Marcus entfaltet sich langsam und glaubwürdig – von einer vertrauten Freundschaft zu leisen, tiefen Gefühlen. Ihre Dynamik ist liebevoll und zugleich amüsant, oft begleitet von humorvollen Wortwechseln und liebevollem Necken. Gerade weil beide Figuren bereits eine gemeinsame Vergangenheit teilen, wirkt ihre Annäherung besonders ehrlich und berührend.
Julia Quinns Schreibstil ist gewohnt leichtfüßig, pointiert und bildhaft. Mit einer gelungenen Mischung aus traditionellem Regency-Flair und moderner Lockerheit schafft sie es erneut, eine romantische Komödie zu schreiben, die gleichzeitig berührt und unterhält.
„Der Earl, der mir zu Füßen liegt“ ist ein Wohlfühlroman, der trotz aller Regency-Etikette mit lebensnahen Gefühlen, feinem Witz und liebenswürdigen Figuren überzeugt. Der Auftakt der Smythe-Smith-Reihe weckt die Lust auf mehr und bietet eine gelungene Mischung aus Romantik, Freundschaft und Herzenswärme – für alle, die klassische Liebesgeschichten mit Tiefgang und Charme lieben.