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Veröffentlicht am 02.08.2024

inhaltlich enttäuschend

Agatha Christie
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Agatha Christie ist im Jahr 1926 Mitte 30 als ihre geliebte Mutter starb und ihr Mann Archie ihr mitteilt, dass er sich in eine andere verliebt hat. In Rückblenden erfahren wir wie das Leben der jungen ...

Agatha Christie ist im Jahr 1926 Mitte 30 als ihre geliebte Mutter starb und ihr Mann Archie ihr mitteilt, dass er sich in eine andere verliebt hat. In Rückblenden erfahren wir wie das Leben der jungen Agatha Miller verlief. Der Vater ist früh verstorben und so war das Geld knapp. Agatha träumte von einer Karriere als Pianistin um festzustellen, das ihr Talent nicht reichte. Ihre Mutter ermunterte sie zum Schreiben und so fing sie mit Kurzgeschichten an. Diese bei einem Verlag unter zu bringen scheiterte, Agatha fühlte sich auch dazu nicht berufen. Doch ihre Mutter und die Wette mit ihrer Schwester ließen sie doch noch zur Kriminalromanautorin werden. Neben der Kindheit werden mögliche Heiratskandidaten und auch der spätere Ehemann Archie Christie ausführlich beschrieben. Interessant wird die Passage, als Agatha ihren Detektiv Hercule Poirot entwickelt und zum Leben erweckt. Kaum fängt die Handlung an interessant zu werden, ist sie bereits völlig überraschend zu Ende.
Es ist ein rein fiktiver Roman, der sich nur grob an den Fakten der Lebensdaten Agatha Christies bedient. Der Schreibstil ist gelungen, der Inhalt war für mich eine Enttäuschung.

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Veröffentlicht am 29.03.2024

fragmentarisch

Tremor
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Der Autor Teju Cole ist wie seine Romanfigur Tunde Fotograf, lebt und arbeitet in den USA und stammt aus Lagos, Nigeria. Im dem Roman erleben wir Tunde mit seiner Lebensgeschichte, seinen Gedanken und ...

Der Autor Teju Cole ist wie seine Romanfigur Tunde Fotograf, lebt und arbeitet in den USA und stammt aus Lagos, Nigeria. Im dem Roman erleben wir Tunde mit seiner Lebensgeschichte, seinen Gedanken und Gefühlen. Teils in Episoden, teils auch nur fragmentarisch werden Gedanken über die unterschiedlichsten Musikrichtungen angesprochen, über Filme und Kunst sinniert. Es gibt Nacherzählungen von Gesprächen mit Kollegen, er ist Professor an einer amerikanischen Universität, mit Freunden und seiner japanischen Frau. Politik, wie Sklaverei, Kriege und die Auslöschung ganzer Gruppen, Menschenrechte aber auch technische Errungenschaften und die Rolle der Frau werden thematisiert. Ab circa der Hälfte des Romans werden Sichtweisen aus Lagos von dort Lebenden erzählt. Über Alltägliches, über Korruption, über sexuelle Ausschweifungen, über arm und reich. Dieser Teil ist für mich das einzig interessante an dem ganzen Buch. Davon hätte ich gerne mehr und umfassender gelesen. Der ganze Rest war für mich schwer lesbar, die Personen und Orte von denen berichtet wurde, sagten mir gar nichts.

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Veröffentlicht am 19.09.2023

flapsige Wortwahl

Sylter Welle
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Der Autor Max Richard Leßmann beschreibt in diesem Buch das Zusammentreffen mit seinen eigenen Großeltern auf Sylt. Vielleicht verbringen sie zum letzten Mal eine Auszeit auf der Insel, auf der sie viele ...

Der Autor Max Richard Leßmann beschreibt in diesem Buch das Zusammentreffen mit seinen eigenen Großeltern auf Sylt. Vielleicht verbringen sie zum letzten Mal eine Auszeit auf der Insel, auf der sie viele Campingurlaube verbrachten. Max erinnert sich an die sauren Apfelringe, die Oma Lore immer zum Empfang mit dabei hatte. Er erinnert sich an die schönen Momente wie auch an die schrecklichen Eigenschaften von Oma Lore und Opa Ludwig. Sein Vater und die beiden Onkel werden in die Geschichten mit einbezogen.

Immer wieder, oft mitten im Satz, wechselt die Handlung von der Gegenwart in die verschiedensten Vergangenheitszeiten. Manchmal kann man dem folgen, oft genug leider nicht. Gelegentlich blitzt eine interessante Geschichte auf, die jedoch nicht weiter verfolgt wird. Die Wortwahl wir auch der Schreibstil sind mir zu flapsig, die abgehackten und schwer zu folgenden Episoden erschweren das Lesen. Vielleicht bin ich zu alt für diesen Schreibstil, das Buch traf nicht meinen Geschmack.

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Veröffentlicht am 24.07.2023

Gott wir es schon richten

Der Laden der unerfüllten Träume
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Mit gerade 19 Jahren steht Glory Ann vor einer arrangierten Ehe. Ihre große Liebe Jimmy wurde im Vietnamkrieg getötet als sie ihre Schwangerschaft bemerkt. Als unverheiratete Frau in den 60er Jahren schwanger, ...

Mit gerade 19 Jahren steht Glory Ann vor einer arrangierten Ehe. Ihre große Liebe Jimmy wurde im Vietnamkrieg getötet als sie ihre Schwangerschaft bemerkt. Als unverheiratete Frau in den 60er Jahren schwanger, das kann ihr Vater, Pastor des Ortes, nicht akzeptieren. So heiratet sie Clearence und betreibt mit ihm die Old Depot Grocery. Er ist ein geduldiger und freundlicher Mann, liebt Glory Anns Tochter Rosemary und gewinnt so auch ihre Liebe. Eine weitere Tochter vervollständigt die Familie bis es zum Unglück kommt, bei dem Clearence ums Leben kommt. Rosemary bleibt in dem für sie einengendem Ort, kümmert sich um den Laden. Für ihre Tochter Sarah hat sie andere Pläne, sie soll etwas aus ihrem Leben machen. Als Sarahs Mann stirbt kommt sie als junge Witwe wieder nach Hause um dort den Untergang des kleinen Ladens mit an zu sehen. Kann sie ihn noch retten?
Alle drei Frauen haben Geheimnisse, die das Leben der anderen erschwerten. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, die Handlung rutscht immer wieder mal ins triviale ab, Dinge werden wiederholt. Zeitsprünge und verschiedene Perspektiven lockern die Handlung ein wenig auf. Vielleicht ist es wirklich so in einer dörfliche Gemeinde in den USA, vielleicht auch nur dem Beruf der Autorin, Theologin und Seelsorgerin, geschuldet, es wird viel (zu viel) gebetet, bei Schicksalsschlägen wird es Gott schon richten, man muss nur glauben. Andererseits ist da die Bigotterie der Protagonisten.

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Veröffentlicht am 03.11.2021

Außenseiterinnen

Althea Gibson – Gegen alle Widerstände. Die Geschichte einer vergessenen Heldin
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Bruce Schoenfeld erzählt über das Leben der Tennisspielerin Althea Gibson in den 50er Jahren, zu einer Zeit, als Tennisspielen als Hobby galt und besonders bei Frauen als eine Freizeitbeschäftigung für ...

Bruce Schoenfeld erzählt über das Leben der Tennisspielerin Althea Gibson in den 50er Jahren, zu einer Zeit, als Tennisspielen als Hobby galt und besonders bei Frauen als eine Freizeitbeschäftigung für gelangweilte Hausfrauen galt. Althea ist in Harlem aufgewachsen, die Lebensbedingungen waren schlecht und zum Tennis ist sie durch Zufall gekommen. Ihr sportlicher Ehrgeiz war schon immer vorhanden, sie hatte eine unbändige Energie. In einem Club konnte sie, als Schwarze, jedoch nicht spielen. Selbst bei vielen Tournieren war sie nicht zugelassen, bei anderen durfte sie die Umkleidekabine nicht betreten oder kam in gesonderten, schlechteren, Hotels unter. Dennoch schaffte sie es bis nach Wimbledon. Dort gewann sie erstmals mit ihrer Doppelpartnerin, der Engländerin Angela Buxton den Titel, später folgten weitere im Einzel. Auch Angela Buxton war wie Althea eine Außenseiterin. Ihr jüdischer Glaube verwehrte ihr ebenso die Mitgliedschaft in einem Tennisclub, von vielen Dingen blieb sie ausgeschlossen. Der Antisemitismus war in England kurz nach Ende des 2. Weltkrieges stark verbreiten. Angela wurde während des Krieges von ihrem Vater nach Südafrika geschickt um den Kriegswirren aus dem Weg zu gehen. Dort erlernte sie das Tennisspiel. Bei beiden Frauen gab es immer wieder Phasen, an denen sie aufgeben wollten, an denen sie an ihrem Talent und ihrer Leistungsfähigkeit zweifelten.
Der Titel des Sachbuches bezieht sich nur auf Althea Gibson, genauso groß ist im Buch auch der Anteil Angela Buxton. Und nicht nur dieser, alle Personen im Umfeld der beiden Frauen werden beleuchtet, teilweise mit Adressen, mit Kontakten dieser Menschen und wieder einige weitere Verzweigungen. Dies erschwert das Lesen enorm. Man muss schon ein extreme Kenner des Tennis sein um dabei nicht den Überblick zu verlieren. Insgesamt extrem langatmig, ermüdend und viel zu verzettelt. Interessanter erzählt wäre die Geschichte von Althea Gibson durchaus lesenswert.

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