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Veröffentlicht am 27.09.2023

Rundum alltagstaugliches Familienkochbuch mit Praxistipps

Kochen mit Christina
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Von Christina Bauer kannte ich zuvor schon das Brotbackbuch, welches mich immer noch begeistert. So musste auch die Ofenküche der sympathischen Autorin getestet werden. Wieder gefällt mir der motivierende ...

Von Christina Bauer kannte ich zuvor schon das Brotbackbuch, welches mich immer noch begeistert. So musste auch die Ofenküche der sympathischen Autorin getestet werden. Wieder gefällt mir der motivierende Ton, den sie bei ihren Erklärungen und Tipps anstimmt. Das stimmt die Leser*innen gleich gut ein und man macht sich etwas leichter an das tägliche Kochen. Christina will uns hier unter die Arme greifen, denn der Ofen übernimmt einen Großteil der Arbeit, während wir Zeit für andere Dinge haben. Die Vorteile der Ofenküche sind überzeugend dargelegt. Es folgen wertvolle Tipps zu den Ofeneinstellungen, zu den richtigen Ofenformen, es gibt Wochenpläne und Hinweise zu Vorratshaltung und Haltbarkeit. Das Schöne ist, dass man z. B. von einigen Grundzutaten einfach mehr zubereiten kann und dann die Hälfte für die nächste Gelegenheit einfriert. Auch das spart wiederum Zeit und Energie. Ein ganz gutes Konzept finde ich, das sich auch für die Teige eignet, die für manche Gerichte benötigt werden. Deren Grundrezepte (für pikanten Hefeteig, süßen Hefeteig, Mürbteig und Strudelteig) werden vor dem Hauptteil vorgestellt.

Im Hauptteil gliedern sich die Rezepte in folgende Kategorien: Jetzt aber fix: Wenn es schnell gehen muss, So sweet: Wenn du Lust auf Süßes hast, Hereinspaziert: Wenn Besuch zum Essen kommt, Basics und Beilagen: Wenn es die Extraportion braucht, Spar dir die Herdzeit: Wenn wirklich jede Minute zählt, Aus eins mach zwei: Wenn du nicht von Null starten willst, Es grünt so grün: Wenn es vegetarisch sein soll.

Insgesamt enthält das Buch über 70 Rezepte von herzhaft bis süß und ich hätte am liebsten alle gleich ausprobiert. Selbst meine Kinder, die sonst eher schlecht von etwas Neuem zu überzeugen sind, haben sich gleich mehrere Gerichte gewünscht, vor allem bei den süßen Rezepten, aber auch die pikant gefüllten Palatschinken und die Spätzle und Nudeln aus dem Ofen haben sie angelacht. Auch wenn es eine Kategorie für vegetarische Gerichte gibt, wäre diese nicht wirklich notwendig gewesen, denn viele Fleisch/Fischgerichte gibt es nicht. Das finde ich aber recht positiv, weil wir eh nicht mehr so viel Fleisch essen.

Bei den Rezepten selbst ist mir sofort positiv aufgefallen, wie angenehm groß die Zubereitungstexte gedruckt sind. Oft bemängele ich die kleinen Schrift bei Kochbüchern. Hier wurde alles richtig gemacht. Die Zutaten stehen etwas kleiner daneben, aber immer noch gut lesbar und sehr übersichtlich. Ebenso angegeben sind Zubereitungszeiten inklusive Backzeit und ggf. Geh- oder Rastzeiten. Die Backtemperatur fehlt genauso wenig wie die Anzahl der Personen, für die das Rezept gedacht ist. Ab und an gibt es noch Tipps zu Alternativen, Variationen oder für die Weiterverarbeitung. Richtig Lust, die Rezepte auszuprobieren, machen die Fotos, auf denen die Speisen sehr appetitlich angerichtet wurden.

Notfallhilfen, falls mal etwas nicht so klappt und ein alphabetische Register runden dieses tolle Buch ab. Wie vom Löwenzahn-Verlag nicht anders erwartet ist das Buch zudem wieder sehr nachhaltig produziert und macht einen absolut hochwertigen Eindruck.

Fazit: Hier werden leckere Gerichte aus dem Ofen geboten, die einfach sind und jedem schmecken. Ein rundum alltagstaugliches, wertiges Familienkochbuch mit vielen Praxistipps. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 27.09.2023

Auch der dritte Band liest sich grandios

Der Totengräber und der Mord in der Krypta (Die Totengräber-Serie 3)
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Wien im Jahre 1895: In der Krypta unter dem Stephansdom finden gruselwillige Touristen bei einer nicht ganz legalen Führung in schaurigem Umfeld die Leiche eines Mannes. Das Gesicht ist verzerrt, als wäre ...

Wien im Jahre 1895: In der Krypta unter dem Stephansdom finden gruselwillige Touristen bei einer nicht ganz legalen Führung in schaurigem Umfeld die Leiche eines Mannes. Das Gesicht ist verzerrt, als wäre dem Armen der leibhaftige begegnet. Haben ihn Geister heimgesucht oder hatte er einfach nur einen Herzinfarkt? Leopold von Herzfeldt und Tatortfotografin Julia Wolf müssen ihren Opernbesuch abblasen und übernehmen den Fall. Wie sich herausstellt, ist der Tote kein Unbekannter, sondern ein Arzt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Betrüger bei spiritistischen Sitzungen zu entlarven, die behaupten mit Geistern kommunizieren zu können. Hat ihn ein solcher Geist in der Krypta heimgesucht? Hinweise auf den Fotos lassen kaum einen anderen Schluss zu. Zum Glück beschäftigt sich auch Totengräber Rothmayer für ein neues Buch mit dem Thema und steht Leo mit Rat und Tat zur Seite. Doch auch Rothmayers Mündel Anna ist einem gefährlichen Verbrecher auf der Spur und braucht dringend Unterstützung.

Schon allein der Titel des dritten Bandes um Leopold von Herzfeldt und Augustin Rothmayer klingt schaurig und macht neugierig. Das Cover fügt sich perfekt in die Reihe ein. Mir gefallen diese alten Stiche im Hintergrund immer sehr. Beim Thema Geistererscheinungen bin ich immer eher skeptisch, war mir aber ziemlich sicher, dass die Auflösung handfest sein wird und nicht aus der Luft gegriffen oder übernatürlich. Trotzdem gruselt es einen beim Lesen schon ein bisschen, denn der Tatort ist mehr als seltsam und tatsächlich begegnet man dem ein oder anderen Geist, für den es keine Erklärung zu geben scheint. Eingestreut werden wie immer interessante Facts aus dem neuen Buch von Augustin Rothmeyer, das ich mir daher auch sofort kaufen würde. Er beleuchtet darin Spuk und Geistererscheinungen.

Besonders gefallen mir an dem Buch wieder die unterschiedlichen Charaktere, die Pötzsch so gut zeichnet, dass ich sie mir bildlich und sogar lautlich vorstellen kann. Vor allem Rothmeyers Wiener Schmäh klingt mir in den Ohren. Hier darf auch mal gegrantelt und geflucht werden und ich liebe es. Auch die Beziehung zwischen Leo und Julia kommt noch einmal auf den Prüfstand und muss einiges aushalten, wobei mir Julia manchmal zu viel grübelt. Leo ist kein einfacher Typ, aber er gibt sich Mühe. Und als Inspektor macht ihm so schnell keiner etwas vor. Diesmal spielt auch Anna eine größere Rolle und gefällt mir gut, als mutige Freundin, die den Tod eines Bekannten aufklären will.

Schnell wird klar, dass es wieder mehrere Fälle sind, die gelöst werden müssen und jeder einzelne war spannend, unterhaltsam und in meinen Augen auch schlüssig. Es gefällt mir auch, dass der eine eher klassisch in der Manier von Sherlock Holmes gelöst wird, dessen Schöpfer zufällig auch in Wien weilt, während der andere einen filmreifen Showdown bereithält. Insgesamt ist auch dieser Band wieder atmorphärisch dicht und einfach gekonnt erzählt, bietet spannende wie humorvolle Momente und bietet so beste Unterhaltung für Liebhaber*innen historischer Krimis. Ich werde der Reihe auf jeden Fall treu bleiben. 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2023

Turbulente Rettungsmission

Calidragos 1. Der Ruf des Drachen
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Toby ist mit seinem Vater in das Haus seines verstorbenen Großvaters in Bonfire Bay gezogen. Besonders gern werkelt er dort allein in der Werkstatt seines Opas. Doch seinem Dad ist er zu oft allein und ...

Toby ist mit seinem Vater in das Haus seines verstorbenen Großvaters in Bonfire Bay gezogen. Besonders gern werkelt er dort allein in der Werkstatt seines Opas. Doch seinem Dad ist er zu oft allein und so kommt es, dass die beiden in einem seltsamen Zoofachhandel landen, wo Toby sich mit Hilfe der redseligen Ellie schließlich eine Schildkröte aussucht. Doch schnell merkt er, dass Lou keinesfalls ein normales Tier ist, sondern ein Calidragos in Form eines Drachen. Umtausch ausgeschlossen! Die Ereignisse überschlagen sich, als Ellies Calidragos, ein Greif, entführt wird. Zusammen machen sich die beiden auf die Suche nach dem Verbrecher und entdecken ein dunkles Geheimnis.

"Calidragos" ist mir eher zufällig begegnet und hat mich neugierig gemacht. Das Cover lässt auf eine außergewöhnliche und tierische Fantasygeschichte schließen und gefiel mir sofort richtig gut. Noch besser aber fand ich von Anfang an Protagonist Toby. Dieser ist der Autorin Viktoria Etzel wirklich lebensecht gelungen und ist ganz nah an Heranwachsenden dran. Ein bisschen motzig-genervt, aber auch nie um einen Spruch oder schlagfertige Gedanken verlegen, was die Dialoge sehr lebendig und witzig macht. Ich musste öfter mal schmunzeln. Manchmal hatte ich glatt Mitleid mit ihm, wenn sein Vater unzufrieden und zum Teil etwas herrisch war oder Ellie etwas nervte. Die beiden geben ein ziemlich seltsames, aber unterhaltsames Pärchen ab. Faszinierend sind die vielen verschiedenen Calidragos, die die Autorin zum Leben erweckt. Der Schreibstil sorgt dafür, dass man sie sich gut vorstellen kann, die Beschreibungen ziehen sich aber auch nicht unnötig in die Länge.

Das Abenteuer ist spannend geschrieben. Man weiß nicht so recht, wer hier der Böse ist, da es natürlich mehrere Verdächtige Personen gibt. Interessant waren auch die Hintergründe oder die Herkunft der Calidragos. Man wünscht sich fast beim Lesen, dass es sie wirklich gäbe. Die verschiedenen Schauplätze sorgen für Abwechslung und zeitweise wird es auch etwas gefährlich für die Kinder und ihre magischen Kreaturen. Zum Glück hat Toby aber doch einen Freund, der ihnen helfen kann. Zudem gibt es ein Geheimnis zu lüften, das mit Tobys Opa zusammenhängt. Man merkt schon, hier ist einiges an Unterhaltung geboten. Daher ist das Buch für mich eine echte Überraschung. Da hoffe ich sehr auf weitere Bände mit Toby, Ellie und den Calidragos. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Tolles Körperbuch mit Gucklöchern, Folien, Schieber und Mitmachaufgaben

Mein Mitmach-Körperbuch
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Schon das Cover zeigt, was unter anderem an diesem Körperbuch so besonders ist. Durch Gucklöcher und eingearbeitete Folien zum Knochenbau und den Muskeln kann man ins Innere des Körpers schauen und so ...

Schon das Cover zeigt, was unter anderem an diesem Körperbuch so besonders ist. Durch Gucklöcher und eingearbeitete Folien zum Knochenbau und den Muskeln kann man ins Innere des Körpers schauen und so seinen Aufbau und seine Funktionsweise besser verstehen. Auf der ersten Seite erhält man einen Überblick über die verschiedenen Themen wie Knochen, Muskeln, Bewegung, Gesundheit, Essen, Lunge, Herz, Atmung, Blutkreislauf, Sinne, Gehirn und Gefühle. Damit sind alle grundlegenden Bereiche des Körpers abgedeckt. Sehr schön ist zu sehen, dass Menschen unterschiedlich aussehen, im Inneren aber alle gleich funktionieren. Durch große bunte Bilder und Illustrationen kann man alles gut erkennen. Auch der Text ist angenehm groß, manchmal sind einzelne Körperbauteile mit Zahlen und Farben markiert, ebenso die passenden Erklärungen. Besonders die Folien gefallen meinen Kindern sehr, da sie so genau sehen, wo genau sich Organe, Knochen und Muskeln im Körper befinden. Richtig super ist auch eine riesige Abbildung über zwei Seiten, die den Weg des Essens durch den Körper zeigt.

Zurecht trägt das Buch den Titel "Mein Mitmach-Körperbuch", denn es gibt neben Folien und einer Seite mit einem Schieber auch noch kleine Anregungen zum Ausprobieren und Seiten, auf denen man etwas suchen kann, z.B. Gesichtsausdrücke zu verschiedenen Gefühlen in der Illustration. Die Bilder und Illustrationen sind wie schon beim ersten Mitmach-Buch zum Kennenlernen der Uhr sehr bunt, vielfältig und gehen gerade für die Kleinen nicht zu sehr ins Detail. Trotzdem ist alles Wichtige sehr gut zu erkennen und das Ansehen macht vor allem meiner Kleinen total viel Spaß, so dass wir das Buch immer wieder zur Hand nehmen. So erweitert sich spielerisch der kindliche Wortschatz und das Wissen über den Körper. Ein rundherum gelungenes Sach-Bilderbuch zum Mitmachen. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Witzige Schulschlacht

Battle of Schools - Angriff der Molchgehirne
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Jo ist eigentlich ein Musiktalent und begnadeter junger Sänger, doch seit er in seiner alten Schule deswegen ausgelacht wurde, versucht er diese Tatsache zu verheimlichen. Daher sucht er sich nach einem ...

Jo ist eigentlich ein Musiktalent und begnadeter junger Sänger, doch seit er in seiner alten Schule deswegen ausgelacht wurde, versucht er diese Tatsache zu verheimlichen. Daher sucht er sich nach einem Umzug als neue Schule auch die Emmy-Noether-Gesamtschule aus, wo Naturwissenschaft und Technik Schwerpunkte sind. So gerät er unversehens in einen Schulkrieg zwischen den Emmys und den Schülern des benachbarten, musischen Willbald-Gluck-Gymnasiums. Zu allem Übel sollen die beiden dann auch noch gegeneinander in einem Musical-Wettbewerb um ein neues Schulschwimmbad antreten. Blöd nur, dass Jo ausgerechnet ein Mädchen aus der verfeindeten Schule nett findet. Ärger vorprogrammiert!

Die Grundidee von "Battle of Schools - Angriff der Molchgehirne" finden wir genauso witzig, wie den Titel. Auch das Cover mit den vielen kleinen Details passt super dazu und wer sich dieses etwas näher anschaut, bemerkt die beiden kontrastierenden Seiten, die die Schulen repräsentieren. Rot und musikalisch die eine, grün und naturwissenschaftlich die andere. Vor allem die Emmys nutzen gern ihre technischen Spielereien, um die Willis in die Pfanne zu hauen. Doch die stehen ihnen in nichts nach und haben natürlich bei einem Musical-Wettbewerb zunächst eindeutig Vorteile. Der Protagonist Jo gehört zu den Emmys, soll aber gleichzeitig die Willis ausspionieren, da man ihn dort für einen neuen Schüler hält. Die ganze Story ist richtig fetzig, lustig, regt aber auch zum Nachdenken an. Ist ein Ereignis, das Jahre zurückliegt, wirklich Grund genug, dass sich zwei Schule bekriegen?

Nicole Röndigs schreibt hier in flottem, modernem Stil eine witzige Geschichte für Kinder ab etwa 9 Jahren, die vor Ideen nur so sprüht und mitunter auch mal sehr actionreich ist. Die angenehme Länge der Kapitel und deren tolle Überschriften sorgen dafür, dass junge Leser auch mal Lesepausen einlegen können. Die total schrägen Aktionen haben uns zum Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht. Es geht nicht nur um lustige Streiche, manche sind tatsächlich ziemlich krass oder fies, sondern auch um die Erkenntnis, dass Zusammenarbeit manchmal sinnvoller ist, als Konkurrenz. Super gefallen haben uns auch die großartigen Schwarz-weiß-Illustrationen von Tine Schulz, die den Text auflockern und noch mehr Witz in die Geschichte bringen. Der "erste Fall" des Battle of Schools wird in diesem Band abgeschlossen, jedoch wird am Ende gleich zu einem zweiten übergeleitet, der auch wieder für Unfrieden zu sorgen scheint. Wir sind schon sehr gespannt, wie Emmys und Willis diese prekäre Situation lösen. 5 Sterne

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