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MarieausE

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2023

Rührend, aber vorhersehbar

Der späte Ruhm der Mrs. Quinn
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Jennifer Quinn geht auf die achtzig zu und backt für ihr Leben gern.
Seit fast sechzig Jahren ist sie mit ihrer großen Liebe Bernard verheiratet und immer noch glücklich.
Heimlich bewirbt sie sich bei ...

Jennifer Quinn geht auf die achtzig zu und backt für ihr Leben gern.
Seit fast sechzig Jahren ist sie mit ihrer großen Liebe Bernard verheiratet und immer noch glücklich.
Heimlich bewirbt sie sich bei einer Fernseh-Backshow und wie sich herausstellt, ist das nicht ihr einziges Geheimnis, dass sie vor Bernard hat...

Das Buch ist so warmherzig geschrieben! Jennifer und Bernard gehen so liebevoll miteinander um, dass es mir richtig warm ums Herz wurde.
Auch ihre erweiterte Familie ist sehr sympathisch.

In Rückblenden reist man dann mit ins Jennifers Vergangenheit und Stück für Stück erfährt man mehr von ihrer Lebensgeschichte und dem einen großen Geheimnis.

Bezüglich des Gesamtfazits bin ich hin- und hergerissen.
Einerseits ist diese Wärme des Buches so schön, es bewegt und am Ende hatte ich Tränen in den Auge
Andererseits ist es aber auch sehr vorhersehbar - das und die sich irgendwann ständig wiederholenden Backszenen haben mir den Lesegenuss auch ein wenig verleidet.

Ein kleiner Hinweis: es gibt keine Rezepte zum Nachbacken - das habe ich aber auch nicht vermisst.

Ich empfehle das Buch für alle, die große Emotionen mögen und ein Wohlfühlbuch für die stürmischen Herbsttage suchen. Eingemuckelt in eine Decke, eine schönen Tasse Tee nebendran und idealerweise auch das ein oder andere Gebäckstück. Dafür ist es prima - ein wirklich herausragendes Buch ist es allerdings für mich nicht.

Veröffentlicht am 01.10.2023

Hm

Die Spur der Aale
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Die Handlung spielt in Frankfurt und das Lokalkolorit fand ich super. Auch wenn ich Frankfurt außerhalb des Flughafens nicht kenne, ich konnte in die Ecke eintauchen, für Lesende aus der Gegend macht das ...

Die Handlung spielt in Frankfurt und das Lokalkolorit fand ich super. Auch wenn ich Frankfurt außerhalb des Flughafens nicht kenne, ich konnte in die Ecke eintauchen, für Lesende aus der Gegend macht das vermutlich nochmal mehr Spaß.

Auch gut gefallen hat mir die sympathische Hauptperson, die Staatsanwältin Greta Vogelsang, die so herrlich normal ist. Keine Alkoholproblem, keine verpfuschte Beziehung, keine absolute Einzelkämpferin. Auch die Beziehung zu ihren Eltern fand ich gut dargestellt. Es nahm zwar einiges an Raum ein, hat aber gut erklärt, wie Greta aufgewachsen ist.

Den Krimi an sich fand ich leider nicht spannend. Ich habe das Buch wie einen normalen Roman gelesen, gerne, aber ohne dass ich die Seiten vor lauter Spannung verschlingen musste.

Es ging hier um Glasaale, das Thema ist ungewöhnlich und mal etwas völlig anderes als die übliche Drogenszene, sehr gut - hier hätte ich mir aber noch mehr Infos über die Aale gewünscht und die Hintergründe um den Schmuggel.

Was mich genervt hat, waren die ständigen Anspielungen an ein Trauma Gretas aus der Vergangenheit, ohne dass es aufgelöst wurde.
Auch ansonsten wurde manches angerissen und blieb dann einfach so stehen. Evtl. soll das in Folgebänden weiter verfolgt werden, ich mag so etwas nicht.

Fazit: angenehm zu lesen, sympathische Hauptdarstellerin, aber etwas Potential verschenkt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2023

Kann leider keine Wunder vollbringen

Mama, ich will Brokkoli!
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Der Buchtitel hat mich sofort angesprochen, ich hätte ja so gerne ein Kind, das Brokkoli & Co liebt.
Auch der Untertitel "Mehr Gemüse und Spaß: Gesunde Familienküche leicht gemacht" ist genau mein Thema.
Bei ...

Der Buchtitel hat mich sofort angesprochen, ich hätte ja so gerne ein Kind, das Brokkoli & Co liebt.
Auch der Untertitel "Mehr Gemüse und Spaß: Gesunde Familienküche leicht gemacht" ist genau mein Thema.
Bei uns ist die Kinder-Gleichung nämlich Grün = Igitt.
Deshalb habe ich mir (wider besseren Wissens, ist ja schließlich nicht mein erstes Buch zum Thema) Tipps und Tricks und neue Rezeptideen erhofft, die die Gleichung evtl. verändern.
Die Überschrift nimmt das Ergebnis ja schon vorweg.

Aber nun zum Buch.
Es startet mit einem relativ großen Theorieblock. Zuerst "Mein 1x1 der gesunden Kinderernährung" und "Gesünder essen leicht gemacht".
Hier gibt es viele hilfreiche Informationen. Gerade, wenn man sich noch nicht soviel mit Kinderernährung auseinandergesetzt hat, ist das super hilfreich. Aber auch so - es findet sich immer etwas, was man noch nicht wusste. 93 Seiten sind das insgesamt mit ganz viel Wissenswertem. Da sich unsere Tochter seit kurzem vegetarisch ernährt, hat mich alles dazu besonders interessiert. Insbesondere die Tabellen, was in welchen Lebensmitteln enthalten ist - und auch, welche Lebensmittel man kombinieren muss, damit es mit der Aufnahme klappt.

Dann folgt der Rezepte-Teil, der farblich abgesetzt ist, so dass man an den blauen Seiten sofort erkennt, wo die Rezepte beginnen. Gute Idee!
Die Rezepte sind schon sehr...grün. Es ist definitiv kein Buch, das Gemüse untermogeln will. Also überwiegend mit Kleinschnipseln und Verstecken arbeitet. Ganz im Gegenteil. Viele Rezeptideen sind einfach richtig gemüsig-grün, manchmal regelrecht provokativ. Die"Grüne-Monster-Pancakes" aus Spinat oder "Grüne-Spinat-Dino-Waffeln" - da war sogar ich versucht, die Grün=Igitt-Gleichung auszusprechen.
Es gab aber Rezeptideen, die uns angesprochen haben und die waren dann auch wirklich gut. Wir haben sie dann auch noch variiert (z. B. die veganen Meatballs als Burgerpatties).
Allerdings insgesamt zu wenig Rezepte, die uns angesprochen haben, die überwiegende Anzahl hat mich nicht zum Ausprobieren animiert.
Auch die Umsetzung der Rezepte fand ich teilweise schwierig, die Anleitung in einem Fall sogar widersprüchlich.
Andererseits haben mir die Ideen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und das Weglassen von Haushaltszucker wiederum sehr gut gefallen.


Mein Fazit: Ein interessanter Theorieblock, hier hat man kompakt ganz viel Ernährungswissen zusammen.
Der Rezeptteil konnte mich nur bei wenigen Rezepten abholen, da hatte ich mir mehr erhofft.
Von "Mama, ich will Brokkoli" sind wir leider weiterhin meilenweit entfernt.

Veröffentlicht am 29.07.2023

Mein bislang schwächster Slaughter-Thriller

Die letzte Nacht
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Ich bin über die Stand-Alones Karin Slaughters großer Fan ihrer Thriller geworden. Hochspannend, aktuelle Bezüge zum Weltgeschehen und ein ab und und durchblitzender großartiger Humor sind für mich die ...

Ich bin über die Stand-Alones Karin Slaughters großer Fan ihrer Thriller geworden. Hochspannend, aktuelle Bezüge zum Weltgeschehen und ein ab und und durchblitzender großartiger Humor sind für mich die Leseargumente gewesen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich die Reihe nicht chronologisch verfolgt habe, ich weiß es nicht, auf mich sprang der Funke diesmal leider nicht über.

Es ist ein solider, guter Thriller, das auf jeden Fall.
Aber meine hohen Erwartungen angesichts der letzten Bücher wurden nicht bedient.
Mir fehlte Spannung, ich konnte das Buch jederzeit für eine Unterbrechung weglegen, was ich sonst gar nicht kenne. Irgendwann war ziemlich klar, wie der Hase läuft, aber es war noch so viel Buch übrig.

Allerdings lernt man Sara Linton noch mal besser kennen und ahnt, wie ein traumatisches Erlebnis auch Jahrzehnte später Einfluss auf das Leben nimmt. Das so sorgsam zu behandeln hat mir gut gefallen.

Insgesamt gute Unterhaltung, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Veröffentlicht am 25.07.2023

Ich bin ambivalent

Going Zero
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Bei dem Buch bin ich hin- und hergerissen.
Einerseits fand ich es unheimlich spannend.
Das Grundthema ist die Frage nach der Legitimation eines Überwachungsstaats, wieviel darf ein Staat und heiligt der ...

Bei dem Buch bin ich hin- und hergerissen.
Einerseits fand ich es unheimlich spannend.
Das Grundthema ist die Frage nach der Legitimation eines Überwachungsstaats, wieviel darf ein Staat und heiligt der Zweck die Mittel?
Hier gibt es ein Experiment dazu - ausgewählte Bewerber*innen versuchen, 30 Tage unter dem Radar zu bleiben, unentdeckt von einer riesigen Maschinerie an Überwachungsinstrumenten.

Kaitlyn hat aber nicht primär Interesse am Preisgeld von 3 Millionen Dollar. Um was es ihr wirklich geht, erfährt man erst gegen Ende des Buches.
Neben Kaitlyns Strategie unentdeckt zu bleiben, erfährt man aber auch die der anderen Mitbewerber. Das war anfangs sehr vergnüglich zu lesen, mit der Zeit hat es sich aber abgenutzt. Es sind relativ kurze Ausschnitte, die für mich irgendwann eher einem Abhaken einer Liste glichen als dem weiteren Spannungsaufbau dienten.

Dann gab es eine Wendung und die Handlung nahm eine völlig neue Richtung. Und hier war ich dann raus. Das mag zwar zweifelsfrei einen Überraschungsmoment haben, aber es hat für mich überhaupt nicht gepasst.
Schade, denn ganz grundsätzlich fand ich die Buchidee bis dahin gut.