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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2023

Pageturner

Auden Hill University – How Far We Fall
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Reed Jacobi gehört zur privilegierten Elite der Auden Hill University, während Ivy nur durch ein Stipendium hier studieren darf.
Er macht ihr von Anfang an klar, dass sie nicht in seiner Liga spielt und ...

Reed Jacobi gehört zur privilegierten Elite der Auden Hill University, während Ivy nur durch ein Stipendium hier studieren darf.
Er macht ihr von Anfang an klar, dass sie nicht in seiner Liga spielt und versucht sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit vorzuführen und unterschätzt dabei ihre Eloquenz, mit der sie in der Lage ist, sich gegen seine Attacken zur Wehr zu setzen. Durch einen Zufall kommt sie einem Geheimnis um den Selbstmord einer ehemaligen Schülerin auf die Spur und einer geheimen Studentenverbindung, mit der sie in Verbindung stand.

Eine typische Enemies - to - Lovers - Romance, in der die beiden Hauptprotagonisten witzige Wortgefechte liefern. Mir gefällt wie Ivy den reichen Schnöseln, die sich für etwas Besseres halten, gehörig Paroli bietet und sich zu behaupten weiß. Manchmal jedoch stehen einem die Haare zu Berge, wie unüberlegt, naiv und waghalsig Ivy sämtliche gut gemeinte Warnungen in den Wind schlägt und sich damit immer wieder in vermeintliche Lebensgefahr begibt. Zumindest sorgt sie dabei neben Kopfschütteln bei allen Beteiligten auch für ordentlich Spannung in der Story. Und dann ist da noch der arrogante, unausstehliche Reed, der sich gelegentlich als Retter in der Not entpuppt und die Luft zum Knistern bringt!
Mir hat die Story, die Spannung und der Humor wirklich gut gefallen, aber letztendlich sind mir auch zwei Punkte gehörig aufgestoßen: Erstens die Rechtschreibfehler im Text und zweitens die ständigen Phrasenwiederholungen. Gleich drei- bis viermal der gleiche Satz auf hintereinander folgenden Seiten! Das macht beim Lesen einfach keinen Spaß, daher letztlich nur

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Veröffentlicht am 02.10.2023

Gratwanderung zwischen Wahrheit und Fiktion

Die Formel der Hoffnung
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1940: Eine junge Ärztin bekommt unverhofft durch eine Verwechselung bedingt, eine Stelle in der Forschungsgruppe zur Poliomyelitis am Vanderbilt Hospital. Die als Kinderlähmung bekannte Krankheit grassiert ...

1940: Eine junge Ärztin bekommt unverhofft durch eine Verwechselung bedingt, eine Stelle in der Forschungsgruppe zur Poliomyelitis am Vanderbilt Hospital. Die als Kinderlähmung bekannte Krankheit grassiert in den USA und dem Rest der Welt, schafft schweres Leiden und fordert viele Todesopfer.
Es ist Geschichte mit der Erinnerung an dunkle Zeiten, in der diese lebensbedrohliche Erkrankung weltweit epidemische Ausmaße angenommen hat und die Forschung hierzu jedoch noch in den Kinderschuhen steckte. Heutzutage gibt es dafür längst einen wirksamen Impfstoff. Doch wem haben wir diesen letztlich zu verdanken?! Unter anderem einer Wissenschaftlerin namens Dr. Dorothy Horstmann.
Lynn Cullen erzählt die Geschichte dieser bemerkenswerten Frau, die gegen vielerlei Widerstände erfolgreich angekämpft und einen wichtige Pionierarbeit in der Erforschung des Poliovirus geleistet hat.
An sich spannender Stoff für einen historischen Roman, der sich in der Umsetzung leider jedoch an einigen Stellen als etwas zäh und langatmig entpuppt, da statt der Hauptprotagonistin, vor allem ein Wettstreit unter Wissenschaftlern in den Vordergrund rückt und Dorothy Horstmann selbst trotz der beachtlichen Körpergröße beinahe eine unscheinbare Randfigur abgibt. Die erwähnten medizinischen und wissenschaftlichen Fakten finde ich äußerst interessant und gut in die Handlung integriert, davon hätte ich mir gerne mehr gewünscht. Denn genauere Ausführungen zur der tatsächlichen Forschungsarbeit von ihr, sind etwas rar gesät und manchmal von der eingebundenen, fiktiven Liebesgeschichte überlagert gewesen, mit der ich mich eher weniger anfreunden konnte.
Welche Botschaft aus dem Buch einem jedoch wieder einmal schmerzlich bewusst wird, ist die Tatsache, dass es die Frauen zur damaligen Zeit kaum Respekt erfahren haben und es unfassbar schwer hatten, sich in der von Männern dominierten Welt Anerkennung zu verschaffen. Vielleicht ist dies einer der Gründe, warum bis heute vor allem Sabin und Salk mit der Erforschung von Polio in Verbindung gebracht werden, ihr Name hingegen oftmals gar nicht auftaucht.
Aus dieser Perspektive heraus, hat sich die Autorin wirklich sehr bemüht, ein würdiges Andenken für Dorothy Horstmann und ihre Forschungsarbeit zu schaffen, auch wenn sie mich nur bedingt damit erreichen konnte.

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Veröffentlicht am 01.05.2023

Solide

Das Letzte, was du hörst
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Mitten im Gespräch bricht das Telefonat zwischen Journalistin Roya Mayer und ihrer psychisch labilen Freundin ab. Kurz darauf werden Martina und ihr Mann tot aufgefunden. Die Polizei geht zunächst von ...

Mitten im Gespräch bricht das Telefonat zwischen Journalistin Roya Mayer und ihrer psychisch labilen Freundin ab. Kurz darauf werden Martina und ihr Mann tot aufgefunden. Die Polizei geht zunächst von Mord mit anschließendem Suizid aus. Und auch als eine weitere Leiche auftaucht, führen die Spuren zunächst in eine andere Richtung. Da sich die zuständige Ermittlerin Carola und Journalistin Roya schon bei ihrer ersten Begegnung nicht riechen können, behält Roya ihre Vermutung für sich, wer tatsächlich hinter den Todesfällen stecken könnte.
Denn sie hat festgestellt, dass die toten Frauen eine Gemeinsamkeit aufweisen: Das Letzte, was sie alle unmittelbar vor ihrem Tod gehört haben, war der Podcast „Hörgefühlt“ von Marc Maria Hagen. Wer genau hinter dieser charismatischen Stimme steckt, der die Frauen reihenweise verfallen, versucht sie auf den Grund zu gehen. Dazu verschafft sie sich unter falschem Namen Zugang zu einem seiner exklusiven Wochenendseminaren auf einem abgelegen Mühlenhof.
Kann sie den Mörder entlarven, bevor sie selbst entdeckt wird?!

Mein erster Thriller von Andreas Winkelmann und schon nach den ersten Seiten habe ich eine Gänsehaut. Leider flacht die anfängliche Spannung zur Mitte hin merklich ab und nimmt erst wieder Fahrt auf, als sich Journalistin Roya jeglichen gesunden Menschenverstandes widersetzend, wohlwissentlich in die Höhle des Löwen begibt, ohne irgendjemandem ansatzweise einen Hinweis über ihren Aufenthaltsort zu hinterlassen.
Auch wenn sich das Buch nicht als Highlight entpuppt, hat es mich dennoch sehr gut unterhalten. Der Autor hält hier einige unerwartete Plottwists bereit. Gerade das Ende fand ich besonders überraschend.

Trotz des etwas durchwachsenen Spannungsbogens, ein lohnenswertes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Zwischen Sicherheit und Sehnsucht nach der Heimat

Zugwind
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Mira Zehmann lebt schon länger mit ihrer Familie in Deutschland. Sie arbeitet als Ärztin in einer Hausarztpraxis, in der sie nach Ausbruch des Krieges vor allem von ukrainischen Patienten aufgesucht wird. ...

Mira Zehmann lebt schon länger mit ihrer Familie in Deutschland. Sie arbeitet als Ärztin in einer Hausarztpraxis, in der sie nach Ausbruch des Krieges vor allem von ukrainischen Patienten aufgesucht wird. Dabei geht es kaum um normale körperliche Beschwerden, sondern vielmehr um die persönlichen Befindlichkeiten, die in erster Linie mit den Geschehnissen in der Ukraine in Verbindung stehen.
Die Sicherheit des deutschen Exils scheint kaum einer so recht genießen zu können. Auch Miras Gedanken schweifen immer häufiger in ihre Heimat und die zurückgeblieben Familienmitglieder ab.
Trotz der angespannten Lage reist sie mehrfach nach Odesa.

Der Roman spiegelt nicht nur einen brisanten Teil des - nach wie vor - aktuellen Zeitgeschehens wieder. Vielmehr gibt er einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt einer direkt betroffenen Person. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie sich die innere Zerrissenheit zwischen den zwei vollkommen unterschiedlichen Welten für Betroffene anfühlt.
Die Autorin beschreibt dies einerseits ausgesprochen klar und bildhaft, anderseits aber auch in sprunghaft und unstet wirkenden Gedankengängen. So wird man detailliert Zeuge von ihren Patiententerminen und deren Krankheitsgeschichten oder durchlebt unvorhergesehene Szenenwechsel zwischen Deutschland und dem ukrainischen Krisengebiet.
Obwohl diese Erzählweise sicherlich bewusst gewählt ist, hat mir persönlich ein dominierender, roter Faden in der Handlung gefehlt. Was ich hingegen mochte, waren die vielen kleinen besonderen Momente im Buch, die Erinnerungen wachgerufen haben und noch ein wenig nachwirken werden.

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Weniger Nervenkitzel als erhofft

Bachelorette Party
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Es klingt zu schön um wahr zu sein - ein intimer Jugensellinnabschied im kleinen Kreis auf einer abgelegenen Schäreninsel.
Die Freundinnen dürfen als erste Gäste in dem neueröffneten Yoga-Reatreat einchecken. ...

Es klingt zu schön um wahr zu sein - ein intimer Jugensellinnabschied im kleinen Kreis auf einer abgelegenen Schäreninsel.
Die Freundinnen dürfen als erste Gäste in dem neueröffneten Yoga-Reatreat einchecken.
Es gibt nur einen Haken - auf der Insel gibt es kein WLAN und die Handys werden bei Ankunft konfisziert.
Und was außer True-Crime-Podcasterin Tessa niemand von den anderen weiß: Isle Blind steht in Verbindung mit einem ungelösten Fall.
Denn zehn Jahre zuvor verschwanden auf dieser Privatinsel vier Frauen spurlos.

Die Atmosphäre knistert von Anfang an unheimlich. Als das einzige Boot plötzlich mitten auf dem Wasser treibt, ist die verbleibende Fluchtmöglichkeit dahin und als eine von ihnen ermordet aufgefunden wird, ist allen klar, sie sind in eine tödliche Falle geraten.

Als Thriller-Fan und begeisterte Leserin der Polarkreis-Reihe von Viveca Sten, war ich mehr als gespannt, ob ihre Tochter Camilla hier mithalten kann.
Anfangs hat mich der Plot entfernt an „One of the Girls“ von Lucy Clarke erinnert, ist aber damit letztlich nicht vergleichbar.
Für die zahlreichen Figuren, die hier in den unterschiedlichen Zeitschienen auftauchen, macht man sich am besten von Anfang an Notizen, sonst besteht die Gefahr, dass man im weiteren Handlungsverlauf durcheinanderkommt. Der Schreibstil ist ansonsten gut, auch wenn es ein gewisse Zeit dauert, bis man sich einen genaueren Überblick über die verschiedenen Handlungsstränge und die Rolle der einzelnen Personen verschafft hat. Ein paar zwielichtig gezeichneten Charakteren, kann man dabei schon mal mehr in den Fokus nehmen. Abgesehen von der düsteren Atmosphäre des gelungen dargestellten Settings, dauert es allerdings recht lange, bis wirklich Spannung aufkommt. Erst im letzten Drittel
werden hier und da gute Plotttwists eingestreut, doch der Überraschungsmoment bleibt aus. Auch das Rache-Motiv hat mich weniger überzeugt.


Als Unterhaltung für zwischendurch war es insgesamt durchaus okay, aber leider nicht das nervenaufreibende Thrillerhighlight, das ich insgeheim erhofft habe.

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