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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.05.2025

Teenie-Dramen

The summer we kissed
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Zwischen den beiden besten Freunden Natalia und Ethan herrscht nach einem ereignisreichen Kuss in der Promnacht totale Funkstille.
Bis sich auf dem „Senior Sunrise“ erneut begegnen. Doch anstatt miteinander ...

Zwischen den beiden besten Freunden Natalia und Ethan herrscht nach einem ereignisreichen Kuss in der Promnacht totale Funkstille.
Bis sich auf dem „Senior Sunrise“ erneut begegnen. Doch anstatt miteinander zu reden, offenbaren sie ihre wahren Gefühle lieber in einem Brief an sich selbst, der mitsamt allen anderen Zetteln ihres Abschlussjahrgangs in einem Einmachglas landet. Zumindest bis ein Windstoß einige der Zettel über den Strand fliegen lässt und Natalia und Ethan unter allen Umständen verhindern wollen, dass der jeweils andere
von den brisanten Geheimnissen erfährt.

Obwohl sie sich ohne Worte verstehen, sind sie ihren Gefühlen füreinander vollkommen blind und daher sorgen vor allem die unausgesprochenen Wahrheiten im Verlauf des Buches immer wieder für jede Menge Drama und Missverständnissen zwischen ihnen.
Neben den schönen Summer-Vibes, lebt die Geschichte in erster Linie von reichlich emotionalem Chaos und bringt so die von Unsicherheit und Überforderung geprägte Gefühlswelt von Teenagern im Übergang zum Erwachsenwerden ziemlich authentisch rüber.
Wer also gerne auf eine nostalgisch-emotionale Achterbahnfahrt durch eine sommerliche Teenie-Romanze mit viel Herzschmerz und Friends-to-Lovers-Trope einlassen möchte, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2024

Das gewisse Etwas fehlt

Weil ich an dich glaube – Great and Precious Things
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Afghanistanveteran Camden Daniels ist nach seinem Militärdienst unerwartet in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Eigentlich wollte er Alba nie wieder betreten und vor allem ein Aufeinandertreffen mit Sullys ...

Afghanistanveteran Camden Daniels ist nach seinem Militärdienst unerwartet in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Eigentlich wollte er Alba nie wieder betreten und vor allem ein Aufeinandertreffen mit Sullys Verlobter, Willow, vermeiden. Sein an Alzheimer erkrankter Vater hat in um Hilfe bei der Durchsetzung seiner Interessen zurück nach Hause gebeten, kann sich aber bei Camden’s Ankunft schon längst nicht mehr daran erinnern. Stattdessen hat er bei seinem Anblick sofort wieder im Kopf, dass Cam Schuld am Tod seines Bruders Sully trägt und so sorgt die Rückkehr in erster Linie für Skepsis und Gerede unter den Bewohnern der Kleinstadt. Nur Willow scheint sich über das Wiedersehen zu freuen, obwohl er gerade ihr gegenüber fest in einem widersprüchlichen Gefühlschaos steckt.

Die Covergestaltung und Farbschnitt sind wie gewohnt, ein wunderschöner Hingucker und auch die Thematik in der Story geht weit über eine simple Liebesgeschichte hinaus. Es dreht sich neben dem dem Umgang mit Trauer und Verlust, um Kriegserfahrungen und vor allem die Auswirkungen der Alzheimer-Erkrankung und die Patientenverfügung von Camden’s Vater.
Das Ganze wirkt jedoch sehr konstruiert, mit konservativen Moralvorstellungen und bedient dabei vor allem die typisch amerikanischen Kleinstadt-Klischees. Der Hauptprotagonist ist auch hier wieder ein selbstloser, starker Held in Militäruniform, allerdings auch depressiv und mit einem therapiewürdigem Aggressionsproblem, was mich jedoch nicht unbedingt stört.
Auch der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt, locker und flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Insgesamt vermisse ich bei diesem Buch aber einfach diese besondere Magie, mit der mich Rebecca Yarros sonst so sehr gefangen nimmt.

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Reale Fiktion

Das andere Tal
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Die 16-Jährige Halbwaise Odile soll nach dem Willen ihrer Mutter eine Laufbahn als Conseil einschlagen und so begleiten wir Odile zunächst abwechselnd zwischen Schule, ihrer Freizeit, die sie mit ihren ...

Die 16-Jährige Halbwaise Odile soll nach dem Willen ihrer Mutter eine Laufbahn als Conseil einschlagen und so begleiten wir Odile zunächst abwechselnd zwischen Schule, ihrer Freizeit, die sie mit ihren Freunden verbringt und einem herausfordernden Auswahlverfahren. Während sie anfängt, für ihren Freund Edme romantische Gefühle zu entwickeln, bekommt man außerdem einen Einblick in ihre außergewöhnlichen Lebensumstände. Sie wohnt in einem Tal, dessen Grenzen eingezäunt sind und gesichert werden, die verhindern sollen, dass Besucher ungehindert zwischen ihrem und den zwei anderen Tälern wandeln und so Einfluss auf das weltliche Geschehen nehmen können. Denn bei den Tälern östlich und westlich von ihrem, spielt sich das Leben in dem selben Dorf nur um 20 Jahre zeitversetzt ab. Daher darf ausschließlich im Trauerfall eines der anderen Täler besucht werden. Als Edme eines Tages verschwindet, scheint sein Schicksal also besiegelt.
Im zweiten Teil des Buches ist Odile bereits 36 Jahre alt und der Weg den sie inzwischen gegangen ist, ist ein gänzlich anderer.

Dieses Buch hat mir in in vielerlei Hinsicht einiges abverlangt. Von Beginn an entwickelte sich die Handlung nicht nur vollkommen anders, als ich es ursprünglich erwartet habe und hat außerdem immer wieder neue Fragen aufgeworfen, sowie beim Lesen jeder einzelnen Zeile volle Konzentration erfordert. Es ist nämlich keine Geschichte, die sich einfach nebenbei und zwischendurch liest.
Man muss sich auf die Atmosphäre und den sehr philosophisch anmutenden Charakter einlassen können, um in dieser zweifellos einzigartigen Erzählung anzukommen. Bei mir haben sich die eingelegten Lesepausen jedes Mal gerecht, in dem ich dadurch den Faden in dieser vielschichtigen Handlung, insbesondere bei Zeitsprüngen und Ortswechseln immer wieder verloren habe und ständig das Gefühl hatte, etwas überlesen zu haben.
Der Autor fordert seine Leserschaft übrigens nicht nur indirekt auf, sich auf ein philosophisches Gedankenexperiment einzulassen, sondern hat mich auch mittels seines sehr bildhaften Schreibstils zwischenzeitlich an meine persönlichen Grenzen gebracht. Gerade die Szenen, die eine körperliche Züchtigung von Schülern beschrieben, waren kaum zu ertragen.

Leider ist es am Ende kein Buch für mich, dennoch möchte ich an dieser Stelle auch nicht davon abraten, sondern bin mir sicher, dass andere Lesende das Potential dieser Geschichte anders wahrnehmen werden.

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Veröffentlicht am 09.11.2023

Pageturner

Auden Hill University – How Far We Fall
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Reed Jacobi gehört zur privilegierten Elite der Auden Hill University, während Ivy nur durch ein Stipendium hier studieren darf.
Er macht ihr von Anfang an klar, dass sie nicht in seiner Liga spielt und ...

Reed Jacobi gehört zur privilegierten Elite der Auden Hill University, während Ivy nur durch ein Stipendium hier studieren darf.
Er macht ihr von Anfang an klar, dass sie nicht in seiner Liga spielt und versucht sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit vorzuführen und unterschätzt dabei ihre Eloquenz, mit der sie in der Lage ist, sich gegen seine Attacken zur Wehr zu setzen. Durch einen Zufall kommt sie einem Geheimnis um den Selbstmord einer ehemaligen Schülerin auf die Spur und einer geheimen Studentenverbindung, mit der sie in Verbindung stand.

Eine typische Enemies - to - Lovers - Romance, in der die beiden Hauptprotagonisten witzige Wortgefechte liefern. Mir gefällt wie Ivy den reichen Schnöseln, die sich für etwas Besseres halten, gehörig Paroli bietet und sich zu behaupten weiß. Manchmal jedoch stehen einem die Haare zu Berge, wie unüberlegt, naiv und waghalsig Ivy sämtliche gut gemeinte Warnungen in den Wind schlägt und sich damit immer wieder in vermeintliche Lebensgefahr begibt. Zumindest sorgt sie dabei neben Kopfschütteln bei allen Beteiligten auch für ordentlich Spannung in der Story. Und dann ist da noch der arrogante, unausstehliche Reed, der sich gelegentlich als Retter in der Not entpuppt und die Luft zum Knistern bringt!
Mir hat die Story, die Spannung und der Humor wirklich gut gefallen, aber letztendlich sind mir auch zwei Punkte gehörig aufgestoßen: Erstens die Rechtschreibfehler im Text und zweitens die ständigen Phrasenwiederholungen. Gleich drei- bis viermal der gleiche Satz auf hintereinander folgenden Seiten! Das macht beim Lesen einfach keinen Spaß, daher letztlich nur

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Veröffentlicht am 02.10.2023

Gratwanderung zwischen Wahrheit und Fiktion

Die Formel der Hoffnung
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1940: Eine junge Ärztin bekommt unverhofft durch eine Verwechselung bedingt, eine Stelle in der Forschungsgruppe zur Poliomyelitis am Vanderbilt Hospital. Die als Kinderlähmung bekannte Krankheit grassiert ...

1940: Eine junge Ärztin bekommt unverhofft durch eine Verwechselung bedingt, eine Stelle in der Forschungsgruppe zur Poliomyelitis am Vanderbilt Hospital. Die als Kinderlähmung bekannte Krankheit grassiert in den USA und dem Rest der Welt, schafft schweres Leiden und fordert viele Todesopfer.
Es ist Geschichte mit der Erinnerung an dunkle Zeiten, in der diese lebensbedrohliche Erkrankung weltweit epidemische Ausmaße angenommen hat und die Forschung hierzu jedoch noch in den Kinderschuhen steckte. Heutzutage gibt es dafür längst einen wirksamen Impfstoff. Doch wem haben wir diesen letztlich zu verdanken?! Unter anderem einer Wissenschaftlerin namens Dr. Dorothy Horstmann.
Lynn Cullen erzählt die Geschichte dieser bemerkenswerten Frau, die gegen vielerlei Widerstände erfolgreich angekämpft und einen wichtige Pionierarbeit in der Erforschung des Poliovirus geleistet hat.
An sich spannender Stoff für einen historischen Roman, der sich in der Umsetzung leider jedoch an einigen Stellen als etwas zäh und langatmig entpuppt, da statt der Hauptprotagonistin, vor allem ein Wettstreit unter Wissenschaftlern in den Vordergrund rückt und Dorothy Horstmann selbst trotz der beachtlichen Körpergröße beinahe eine unscheinbare Randfigur abgibt. Die erwähnten medizinischen und wissenschaftlichen Fakten finde ich äußerst interessant und gut in die Handlung integriert, davon hätte ich mir gerne mehr gewünscht. Denn genauere Ausführungen zur der tatsächlichen Forschungsarbeit von ihr, sind etwas rar gesät und manchmal von der eingebundenen, fiktiven Liebesgeschichte überlagert gewesen, mit der ich mich eher weniger anfreunden konnte.
Welche Botschaft aus dem Buch einem jedoch wieder einmal schmerzlich bewusst wird, ist die Tatsache, dass es die Frauen zur damaligen Zeit kaum Respekt erfahren haben und es unfassbar schwer hatten, sich in der von Männern dominierten Welt Anerkennung zu verschaffen. Vielleicht ist dies einer der Gründe, warum bis heute vor allem Sabin und Salk mit der Erforschung von Polio in Verbindung gebracht werden, ihr Name hingegen oftmals gar nicht auftaucht.
Aus dieser Perspektive heraus, hat sich die Autorin wirklich sehr bemüht, ein würdiges Andenken für Dorothy Horstmann und ihre Forschungsarbeit zu schaffen, auch wenn sie mich nur bedingt damit erreichen konnte.

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