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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2017

Bleibt unter meinen Erwartungen

Keep Me Safe
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Nic hat drei Jahre zuvor etwas Schreckliches erleben müssen. Zwei gefährliche Leute hatten es auf ihre Familie abgesehen, brachen in ihr Haus ein und töteten ihre Mutter und Stiefschwester. Tief traumatisiert ...

Nic hat drei Jahre zuvor etwas Schreckliches erleben müssen. Zwei gefährliche Leute hatten es auf ihre Familie abgesehen, brachen in ihr Haus ein und töteten ihre Mutter und Stiefschwester. Tief traumatisiert zieht sie weg und beginnt ein neues Leben, voller Furcht die damaligen Täter könnten zurückkehren. Dann scheinen ihre schlimmsten Albträume wahr. Bei ihr wird - trotz aller technischen Sicherungen - eingebrochen und der damalige Vorfall scheint sich zu wiederholen. Einzig allein der professionelle Hacker Finn kann ihr helfen, doch der sagte damals für die (angeblichen) Täter aus, die daraufhin auf freien Fuß kamen...

Nachdem ich die Dilogie Lila's Secret der Autorin verschlungen habe, hatte ich große Erwartungen an dieses Buch, die sich leider nicht zufriedenstellend erfüllt haben. Das Ausgangssetting ist spannend und die greifbare Gefahr schon von Beginn an vorhanden. Als dann wirklich etwas passiert, beginnt das aufregende Katz-und-Maus-Spiel. Finn finde ich interessant, weil auch er Leichen im Keller hat und ein sehr heterogener Charakter ist was die rechtliche Lage und seine Taten angeht. Nic ist sehr verängstigt und misstrauisch, was hinsichtlich ihrer Vergangenheit mehr als verständlich ist. Mit ihrer kindischen Art nervte sie mich ab und zu und deshalb war sie mir nicht gänzlich sympathisch. Die Beziehung zwischen ihr und Finn war mir ziemlich schnell zuwider, weil dieses Liebes-hin-und-her anstrengend und störend für mich war. Aus tausend typischen Gründen können sie nicht zusammen sein. Verständlich, bedenkt man das sie beide auf der Abschussliste gefährlicher Organisationen stehen und in unmittelbarer Lebensgefahr schweben. Das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit ist ebenso nachvollziehbar, aber dann sollen sie sich gleich eindeutig entscheiden und nicht immer wieder einen Schritt nach vorne und zwei zurück machen. Das ist absolut überflüssig und hätte auch weggelassen werden können. Das Ende weiß zu überraschen und die ganzen unerwarteten Mittäter haben dann ihren großen Auftritt bis schließlich alles in einem Showdown aufgeklärt wird. Ansonsten war es durchaus spannend und aufregend, aber oftmals auch nervig.

Veröffentlicht am 12.09.2017

Verrückte Auflösung

Aquila
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Nika wacht eines Morgens auf, mit einem blutverschmierten T-Shirt, ohne Pass, Schlüssel, Handy und Erinnerung an die letzten beiden Tage. Ihre Mitbewohnerin Jenny ist spurlos verschwunden und eine Liste ...

Nika wacht eines Morgens auf, mit einem blutverschmierten T-Shirt, ohne Pass, Schlüssel, Handy und Erinnerung an die letzten beiden Tage. Ihre Mitbewohnerin Jenny ist spurlos verschwunden und eine Liste mit ominösen Sätzen bringt Nika zum Verzweifeln. Was ist in den letzten Tagen geschehen? Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und gerät plötzlich ins Visier der Polizei...

Die Geschichte beginnt ziemlich mysteriös, erst nach und nach baut sich Spannung auf. Die Verschlüsselung der geheimnisvollen Nachrichten, die Nika sich selber geschrieben hat, werden ziemlich gut und klug aufgeklärt. Darauf wäre ich nie gekommen! Gestört haben mich die vielen Wiederholungen und das erst ab der Hälfte des Buches wirklich etwas Spannendes passiert und es endlich vorwärts geht. Davor bleibt Nika auf der Stelle stehen. Das Ende war mir viel zu unrealistisch und unglaubwürdig. Die Hintergründe und Taten von Jenny wirken sehr gestellt, genauso wie die komplette Auflösung. So als müsse es jemanden geben, der die ganze Schuld auf sich nimmt und total durchdreht. Da ist es ganz einfach einer weitestgehend unbekannten Person (fast) alles Geschehene zuzuschieben. Hatte mir mehr erhofft. Den anderen Büchern - vor allem der Eleria-Trilogie - kann dieses Buch nicht das Wasser reichen.

Veröffentlicht am 07.09.2017

Eine Hommage an das Leben

Gegen alle Regeln
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Ariel Levy ist eine willensstarke Frau, steht fest im Leben, mit einer Partnerin, einem erfolgreichen Job und wurde bisher von unglücklichen Schicksalsschlägen verschont. Mit einem gewünschten Ungeborenen ...

Ariel Levy ist eine willensstarke Frau, steht fest im Leben, mit einer Partnerin, einem erfolgreichen Job und wurde bisher von unglücklichen Schicksalsschlägen verschont. Mit einem gewünschten Ungeborenen macht sie sich auf eine journalistische Reise in die ferne Mongolei. Doch dort wartet die Ungewissheit des wahren Lebens auf sie und stellt sie auf eine harte Probe...

Es hat mich sehr überrascht, dass diese schrecklich klingende Geschichte sich tatsächlich so in der Art abgespielt hat und als Autobiographie dient. Bewundernswert in diesem Zusammenhang finde ich den Mut der Autorin dies nieder zuschreiben und ihr Innerstes derart zu preis zugeben. Man merk ihr die Liebe zum Schreiben wirklich an. Die Geschichte ist stark gefüllt mir vielen kleinen Details zu Personen, Geschehnissen, Dingen, Ereignissen. Gerade diese Feinheiten machen sie lebendig und authentisch. Daran gestört hat mich, dass die Dinge, auf die sie sich bezieht, größtenteils in der nordamerikanischen Hälfte Bestand hatten/haben und ich mit nur Wenigem etwas anfangen konnte. Das erschwerte das Eintauchen und das Verständnis der Geschichte ungemein. Meisten war ich froh, wenn die Geschichte vorankam ohne dass es sich an vielen, teils unnötigen, Fakten aufhing. Die aktuelle Geschichte mit dem Verlust des Ungeborenen, der Alkoholsucht etc. konnte mich mehr fangen und überzeugen. Viele Wahrheiten verstecken sich zwischen den Zeilen, die einem kaum bewusst sind, sich allerdings in solch schlimmen Momenten offenbaren, wie sie die Autorin erlebt hat.

Es freut mich sehr, dass die Autorin dennoch Mut schöpft und so gut es geht weitermacht.

Veröffentlicht am 14.08.2017

Manche legen sich die Realität so zurecht, wie sie sie gerne hätten

Die Verlassene
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Nach einem wunderschönen und erfolgreichen Tag kehrt die Wirtschaftsprüferin Hannah überglücklich nach Hause zurück. Doch was sie dort vorfindet, macht sie alles andere als glücklich. Ihr Freund Matt ist ...

Nach einem wunderschönen und erfolgreichen Tag kehrt die Wirtschaftsprüferin Hannah überglücklich nach Hause zurück. Doch was sie dort vorfindet, macht sie alles andere als glücklich. Ihr Freund Matt ist weg, mitsamt all seiner Sachen, so als habe es ihn nie gegeben. Verzweifelt versucht Hannah alles um ihn ausfindig zu machen und ihr Leben entgleitet ihr von da an zunehmend. Alles würde sie für ihn tun, denn sie liebt ihn immer noch. Alles, führt zu einer tragischen Verkettung von unglücklichen Ereignissen...

Der Plot klingt ganz interessant und der Anfang macht auch viel Lust auf das Buch, denn man ahnt unter den perfekten Beschreibungen Hannahs nichts Gutes. Irgendeinen Grund für die überstürzte Trennung muss es schließlich geben. Nach dem interessanten Beginn verliert sich das Buch allerdings in langweiligen Erzählungen, die sich auch noch ständig wiederholen und ca. 300 Seiten lang passiert wenig und kaum Neues. Erst danach kommt es Schlag auf Schlag und die Situationen spitzen sich zu, bis die ganze Tragik hinter dieser Liebes-,/Trennungsgeschichte erkennbar wird, doch dann ist es für den ein oder anderen schon zu spät. Die meisten Personen empfinde ich als komisch, distanziert und unnahbar. Irgendwo hat ja jeder einen Knall in dieser Geschichte. Hinter verborgener Hand wird viel getuschelt, gelogen, hintergangen, gestalkt, bedroht und auch Gewalt spielt eine zentrale Rolle. Das Ende hält einen kleinen Cliffhanger bereit, der nichts Gutes erahnen lässt und man merkt welch fragile Person Hannah doch ist, deren Obsession sie noch weiter in Schwierigkeiten bringen wird. Das Buch hätte durchaus 100-150 Seiten weniger vertragen und es hätte sich nichts an der Spannung oder Geschichte geändert, außer das man sich durch weniger Belanglosigkeiten und Langeweile hätte kämpfen müssen.

Veröffentlicht am 22.07.2017

Nicht ganz das was ich erwartet hatte

Eine von uns
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Ein friedliches Dorf in der Nähe von London wird von einem Kriminellen heimgesucht, der nur Fox genannt wird, weil er sich heimlich und unbemerkt in die Häuser schleicht, Leute beobachtet und anschließend ...

Ein friedliches Dorf in der Nähe von London wird von einem Kriminellen heimgesucht, der nur Fox genannt wird, weil er sich heimlich und unbemerkt in die Häuser schleicht, Leute beobachtet und anschließend Dinge mitgehen lässt oder beschädigt. Es gibt keine Zeugen oder Verdächtigen, bis eines Tages die unscheinbare aber sehr hilfsbereite Anna spurlos verschwindet. Schnell nehmen haltlose Anschuldigungen und Verdächtigungen die sonst so friedliche Dorfidylle ein, denn keiner ahnt etwas von den ganzen Geheimnissen einiger Bewohner, ganz zu schweigen von Annas...

Der Sprachstil hat mir von Anfang an zugesetzt. Ich weiß nicht ob es an der Übersetzung liegt oder an der sonderbaren Schreibart der Autorin, aber die Sprache konnte mich nicht fangen und auch ein leichtes Durchlesen war nicht möglich. Stattdessen war es mehr ein mühevolles Vorankommen, was meine Lust auf das Lesen dieses Buches eingeschränkt hat. Die Personen sind auch sehr seltsam und sonderbar beschrieben, sodass mir viele Handlungen und Gedanken nicht nachvollziehbar erschienen. Mir gefiel, dass die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven geschildert wurden und dadurch mehrere Bewohner ihre persönlichen Geschichten einbringen konnten. An Spannung mangelte es dann auch ziemlich. Als Krimi würde ich es keinesfalls bezeichnen, da es mehr aus Sicht der Bewohner geschildert ist und auch für sanftere Gemüter geeignet ist, die sich nichts aus aufwühlenden Krimigeschichten machen. Von daher hat mich das Buch bezüglich Sprachstil und Spannung eher enttäuscht, auch wenn ich die Auflösung am Ende in psychologischer Hinsicht doch überraschend komplex fand.