Platzhalter für Profilbild

hanka81

Lesejury Star
offline

hanka81 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hanka81 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2023

Familienerbe

Glutspur
0

In den ersten Abschnitt von Glutspur wird man ziemlich reingeschmissen. Beschrieben wird der Selbstmord von Daniel. Dies passiert ohne Vorkenntnisse zu seiner Person. Weder Alter, Beruf, Familiensituation ...

In den ersten Abschnitt von Glutspur wird man ziemlich reingeschmissen. Beschrieben wird der Selbstmord von Daniel. Dies passiert ohne Vorkenntnisse zu seiner Person. Weder Alter, Beruf, Familiensituation oder ähnliches.

Das nächste Kapitel spielt im September. Ist das nun nach dem Selbstmord oder davor und der Selbstmord ist eine Folge der Ereignisse? Dieser Bezug fehlte völlig und irritierte mich, auch wenn im Kapitel selber erste Hintergrundinformationen folgen und eine Einordnung möglich war.

So war mein Einstieg in das Buch eher holprig. Auch nach den ersten 100 Seiten viel es mir schwer einen Bezug zum Buch herzustellen. Es kam eher schwerfällig und behäbig daher. So bin ich nie in einen Lesefluss gekommen und war vielmehr froh, wenn ich eine Pause einlegen und es zur Seite legen konnte.

Die 3 Stränge um Liv, Hannah und Nima kommen komplett getrennt daher. Durch den Klappentext könnte man meinen, dass sie zusammen ermitteln. Das ist nicht der Fall. Die Personen berühren sich, aber nur hervorgerufen durch die örtliche Nähe von Wohn- bzw. Arbeitsplatz.

So bleibt es bis zum Schluss im Dunkeln, wo nun die Gemeinsamkeit liegt. Auch nach Lesen des Buches bin ich unsicher, ob das nun gut gemacht ist oder eher störend. Ich tendiere eher zum störenden Fazit, da die fehlenden Berührungspunkte in der Ermittlung nur für eine unterschwellige Spannung gesorgt haben.

Fazit: die Auflösung ist nicht schlecht, aber der Weg dahin sehr verschachtelt und ruhig

Veröffentlicht am 09.10.2023

Mittelmaß

Helle Tage, dunkle Schuld
0

Das „Krimi“ in der Genrebezeichnung auf dem Cover, kann gestrichen werden. Eher ist es ein Unterhaltungsroman, bestenfalls ein Spannungsroman.

Das Carl Bruns Kriminalbeamte ist, reicht nicht wirklich ...

Das „Krimi“ in der Genrebezeichnung auf dem Cover, kann gestrichen werden. Eher ist es ein Unterhaltungsroman, bestenfalls ein Spannungsroman.

Das Carl Bruns Kriminalbeamte ist, reicht nicht wirklich für eine Krimihandlung aus. Gerne hätte ich mir ausführlichere Einblicke in die Polizeiarbeit der damaligen Zeit gewünscht, die mit anderen technischen Möglichkeiten zurechtkommen musste.
Stattdessen läuft die Aufklärung des Falles nebenher, indem Carl Bruns ein paar Gespräche führt, die beteiligten Personen beobachtet und damit „eins und eins“ zusammenzählt.

Der Aspekt, dass in der Nachkriegszeit, Ämter in Justiz, … wieder mit ehemaligen Nazis besetzt wurden, scheint in der heutigen Zeit ungeheuerlich. Wie konnte es sein, dass alte Seilschafften immer noch entsprechenden Einfluss hatten und auf einmal die Vergehen nicht mehr so schwer wogen? Dennoch fand ich den Konflikt nicht deutlich genug herausgearbeitet, bzw. wäre hier eine differenzierte Betrachtung nötig gewesen.

Carl Bruns steht hier aus Saubermann da. Er hat einen hohen moralischen Anspruch an sich und seine Kollegen. Das sie Verbrechen gedeckt haben, den Mund gehalten haben, aber zum Teil auch aktiv daran beteiligt haben, vorurteilt er scharf. Wie passt es dennoch zusammen, dass er bei den Verbrechen seiner Lieben ein Auge zudrückt???

Zuweilen rutscht das Buch in einen Liebesroman ab. Mir persönlich war es mitunter zu kitschig.

Am besten hat mir der Einblick in das Leben in der Nachkriegszeit gefallen. Das sollte nicht vergessen werden. Die einfache Bevölkerung hatte mit Wohnungsnot und Lebensmittelknappheit zu kämpfen. Auch das Wegräumen von Schutt hat gedauert. Von einer Wiederherstellung der Infrastruktur ganz zu schweigen.

Fazit: gut und leicht zu lesen, aber auch schnell wieder vergessen

Veröffentlicht am 04.10.2023

Die Möglichkeiten der Rechtsmedizin

Mit kalter Präzision
0

Auch wenn wir auf Personen von anderen Reihen treffen, ist dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesbar. Die Kapitel sind angenehm kurzgehalten. Und wer sich für die Arbeit in der Rechtsmedizin interessiert, ...

Auch wenn wir auf Personen von anderen Reihen treffen, ist dieses Buch ohne Vorkenntnisse lesbar. Die Kapitel sind angenehm kurzgehalten. Und wer sich für die Arbeit in der Rechtsmedizin interessiert, ist hier auf jeden Fall richtig. Tsokos gewährt uns einen detaillierten Einblick in den Alltag im Sektionssaal. Nicht nur der Ablauf von Obduktionen, auch das Protokollieren und Festhalten von Untersuchungsergebnissen, die Fachsprache, die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen und nicht zuletzt das jedes Detail entscheidend sein kann.

Doch zuweilen scheint Michael Tsokos zu viele unterschiedliche Todesfälle unterbringen zu wollen. Sie haben nichts mit dem Fall zu tun, den Sabine Yao verfolgt. Füllen lediglich das Buch und überfordern des Öfteren mit der sehr medizinischen Sprache. Alle Fachbegriffe werden erklärt und auch als Laie kann man den Schlussfolgerungen folgen. Leider hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Ich habe ihn nicht nur als informierend und erklärend empfunden, sondern eher als dozierend oder gar als belehrend. Die Sätze sind zum Teil umständlich lang, in sich verschachtelt und angereichert mit überflüssigen Informationen.

Spannung will nicht wirklich aufkommen, denn der Täter steht schnell fest. Es geht lediglich darum ihn zu überführen und Beweise zu finden, die auch vor Gericht Bestand haben. Dabei zeigt sich der hohe Stellenwert von Erfahrung und Genauigkeit, was eindrucksvoll geschildert wird. Hängt von einer korrekten Bestimmung des Todeszeitpunkts doch viel für die späteren polizeilichen Ermittlungen ab.

Fazit: sachliche und nüchterne Sprache mit hohem Grad an Authentizität

Veröffentlicht am 28.07.2023

Unglaubwürdiger Fall

Todesbrandung
0

Ein Start inmitten einer Reihe ist unter Umständen nicht unproblematisch. Und auch hier würde ich vermuten, dass es um Christoph, den Lebensgefährten von Emma, bereits einen vorgehenden Fall gibt. Dennoch ...

Ein Start inmitten einer Reihe ist unter Umständen nicht unproblematisch. Und auch hier würde ich vermuten, dass es um Christoph, den Lebensgefährten von Emma, bereits einen vorgehenden Fall gibt. Dennoch ist mir der Einstieg leichtgefallen und die fehlenden Vorkenntnisse waren kein Problem. Dies liegt auch daran, dass hier der Fokus weniger auf dem Privatleben von Emma liegt, sondern auf ihren Ermittlungen. Der Schreibstiel ist sehr flüssig und angenehm zu lesen.

Aber denn Fall fand ich deutlich zu konstruiert. 4 Wochen lang zu ermitteln, keine Beweise zu finden, reine Mutmaßungen anzustellen, nur dem Bauchgefühl zu folgen und von den Vorgesetzten nicht gestoppt zu werden halte ich für äußert unwahrscheinlich. Alle Erklärungsversuche sind durchaus logisch nachvollziehbar, aber letztendlich nur Spekulation. Als Emma nach der Hälfte des Buches doch einsehen muss, dass sie nicht weiterkommt und sie ihre Bemühungen einstellen sollte, ist der Fortgang des Buches nur allzu vorhersehbar.

Ein paar interessante Wendungen gab es immerhin noch. Doch als Emma selber ins Visier gerät, wird dies kaum beleuchtet und die Anschuldigungen klären sich wie von Geisterhand.

Trotz Kenntnissen aus dem Prolog, war das Konstrukt nur schwer durchschaubar und erzeugte Spannung. Vor allem war unklar, wer welchen Anteil hat, wer ist Täter, wer Opfer, und welche persönlichen Interessen kommen hier zusammen. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass die Fälle nun wirklich aufgeklärt sind. Das Ende empfinde ich als unbefriedigend und ähnlich nebulös wie das ganze Buch. Selbst die Motivation hinter den Taten bleibt für mich unklar.

Gerne geben ich Katharina Peters und Emma Klar noch eine Chance, aber dieser Band hat mich leider nicht überzeugt.

Veröffentlicht am 13.07.2023

Familie ist nicht immer einfach

Elternhaus
0

Das Cover finde ich recht unspannend und neutral gehalten. Es hat mein Interesse nicht sofort geweckt. Dafür musste ich erst die Inhaltsangabe lesen.

Denn ist es nicht eine Geschichte mitten aus dem Leben!? ...

Das Cover finde ich recht unspannend und neutral gehalten. Es hat mein Interesse nicht sofort geweckt. Dafür musste ich erst die Inhaltsangabe lesen.

Denn ist es nicht eine Geschichte mitten aus dem Leben!? Früher oder später wird man vor der Frage stehen, was das Beste für die Eltern ist. Vielleicht hat man diese Frage bereits in der eigenen Familie oder Freundeskreis diskutiert. Und oftmals werden verschiedene Ansichten aufeinandertreffen. Gibt es doch nicht ein Einfaches richtig oder falsch. Auch hier ist es nicht anders. Die Schwestern haben unterschiedliche Meinungen oder fühlen sich unterschiedlich verantwortlich. Aber eine trifft schlussendlich die Entscheidung und übernimmt die Verantwortung dafür.

Doch was so interessant begann, hat für mich schnell seinen Reiz verloren. Wie es den Eltern mit dem Auszug ergeht, wird nur wenig thematisiert. Vor allem geht es um die beiden Schwestern Sanne und Petra. Diese haben schon in frühen Jahren die Bindung zueinander verloren und komplett unterschiedliche Lebensentwürfe. Gespickt mit Rückblenden, wird deren Alltag und Gedanken thematisiert. Eigentlich besteht kaum Kontakt zwischen ihnen. Ob nun wegen dem Auszug der Eltern aus dem Elternhaus, oder komplett davon losgelöst, ändern sich das Leben von beiden Schwestern unmerklich. Und auf einmal kommt so etwas wie Verständnis für die jeweils andere auf.

Das Ende des Buches lässt viel Raum für Spekulation. Nähern sich die Schwestern an? Wie geht es den Eltern? Was passiert mit dem Elternhaus? Leider lässt mich das Buch in allen Punkten ratlos zurück. So vermisse ich die letztendliche „Moral von der Geschichte“. Gibt es die hier überhaupt?