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Veröffentlicht am 21.01.2025

Drum pflege deine Freundschaft

Was uns zusammenhält
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In diesem Spannungs-Roman geht es um die ehemals besten Freundinnen aus Kindertagen Billie und Cassie. Cassie ist mit einem wohlhabenden Mann verheiratet, erfolgreiche Influencerin und hat ein Baby. Billie ...

In diesem Spannungs-Roman geht es um die ehemals besten Freundinnen aus Kindertagen Billie und Cassie. Cassie ist mit einem wohlhabenden Mann verheiratet, erfolgreiche Influencerin und hat ein Baby. Billie ist alleinstehend, kinderlos und passt nicht mehr in die Welt von Cassie. Doch dann nähern sich die beiden wieder an, nachdem Cassies Tochter auf ihrer Party verschwunden ist und nach kurzer Zeit vor ihrer Tür wieder abgelegt wird. Dumm nur, dass Cassie nicht weiß, dass ausgerechnet Billie etwas mit der Entführung zu tun hat.

Ich war sofort Feuer und Flamme das Buch zu lesen, der Klappentext klingt nach einer außergewöhnlichen Geschichte.

Der Debütroman der Autorin „Tell me Lies“ wurde als Serie verfilmt. Auch „Was uns zusammenhält“ bietet mit seinen 506 Seiten Potenzial für eine Serie, ist es doch durch Perspektivwechsel und viele Flashbacks in die Vergangenheit geprägt.

Am Anfang bin ich problemlos in die Geschichte gestartet und es hat sich viel Spannung aufgebaut. Alles läuft, wie aus dem Buchtitel schon ersichtlich, auf eine Frage hinaus: Was hält die beiden noch zusammen? Denn ihre Leben haben beide unterschiedliche Richtungen genommen.

Beide Freundinnen sind spezielle Charaktere, die nicht nur Sympathieträgerinnen sind. Es hat mir gefallen, wie die Autorin sowohl das Positive als auch das Negative der Persönlichkeiten aufgezeigt hat.

Schnell wird klar, dass die Freundschaft toxische Formen angenommen hat. Um die Komplexität der Freundschaft zu erklären, gibt es viele Rückblenden. Für mich hat das Buch dadurch an Spannung verloren und Längen aufgebaut. Gerne hätte ich eine stringentere Linie verfolgt und weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.

Sehr gefallen hat mir, dass die Autorin die Schattenseiten von Social Media behandelt hat.

Fazit: „Was uns zusammenhält“ ist ein modernes Drama mit Psycho-Thriller-Elementen und behandelt die Schattenseiten einer Frauenfreundschaft. Ich vergebe 3,5/5 Sternen und sprechen eine Leseempfehlung für alle aus, die eine komplexe Geschichte lesen möchten.

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Nicht alltäglicher Inhalt

Die Spiele
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„Fick die Schwiegermutter!“ Offen gesagt fällt es mir wahnsinnig schwer, dieses Buch zu bewerten. Der Klappentext sprach mich an, die Mischung aus Politik, (deutsch-deutscher) Geschichte und Kriminalfall ...

„Fick die Schwiegermutter!“ Offen gesagt fällt es mir wahnsinnig schwer, dieses Buch zu bewerten. Der Klappentext sprach mich an, die Mischung aus Politik, (deutsch-deutscher) Geschichte und Kriminalfall las sich vielversprechend. Der Einstieg erforderte Disziplin und Aufmerksamkeit — der Detailreichtum und die Informationsdichte erforderten aufmerksames Lesen, extensives Fliegen über die Zeilen war nicht angeraten. Gefallen hat es mir trotzdem, insbesondere Schmidts Erzählstil und der nicht alltägliche Inhalt.

Detailberichte aus dem Regierungsflieger (mit Merkel, Seibert und Seehofer) und aus der deutschen Botschaft in Shanghai geben der Story eine besondere Note, die kleinen (Stunden, Tage) und großen (über 30 Jahre) Zeitsprünge machen sie abwechslungsreich (erfordern jedoch entsprechend auch Aufmerksamkeit). Der Kriminalfall ist interessant aufgebaut, für meinen Geschmack aber ab einem bestimmten Punkt zu vorhersehbar. Ich rechnete mit echten Plotttwists, die kamen jedoch nicht. Das Ende hat mir nicht wirklich gefallen, ließ zu viel offen und war für mich unplausibel.

Absolut nicht warm geworden bin ich mit den Figuren, die allesamt nicht wirklich sympathisch waren, keinerlei Identifikationspotential boten und deren Schicksale mir zum Ende des Buches auch vollkommen egal wurden. Entsprechend emotionslos konnte ich das Buch dann weglegen, was ich sehr schade fand.

Meine Highlights waren die spitzen Gedanken und Bemerkungen, die Stephan Schmidt Angela Merkel in den Mund gelegt hat, insbesondere bezogen auf ihren damaligen Innenminister Horst Seehofer.

Wirklich empfehlen kann ich das Buch leider nicht, gleichzeitig bin ich wegen der handwerklichen Qualität weit davon entfernt, hier einen Verriss zu schreiben. Ich habe die Lektüre nicht bereut und wurde zwischenzeitlich gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt, insbesondere die Schilderungen über den chinesischen Überwachungsstaat haben mich bewegt — 3,5 von 5 Sternen gebe ich dem Buch, um das Verhältnis zu ähnlichen Büchern und Rezensionen hier zu wahren.

Offensichtlich das Lieblingszitat des chinesischen Ermittlers — hab ich noch nie zuvor gehört und hat mich beim Lesen jedes Mal irritiert.

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Veröffentlicht am 12.11.2023

Glamour und das Leben

Im Ballhaus brennt noch Licht
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Die aus einfachen Verhältnissen stammende Lulu Schneider träumt davon, Tänzerin im Berlin der goldenen Zwanzigern zu werden. Sie lernt David Sternberg, den Sohn des legendären Ballhauses Sternberg kennen ...

Die aus einfachen Verhältnissen stammende Lulu Schneider träumt davon, Tänzerin im Berlin der goldenen Zwanzigern zu werden. Sie lernt David Sternberg, den Sohn des legendären Ballhauses Sternberg kennen und schafft es tatsächlich, mit Hilfe der Familie Sternberg Startänzerin zu werden. Doch als die politischen Verhältnisse kippen, ist sie und auch die jüdische Familie Sternberg in Gefahr.

Der Autorin ist es wunderbar gelungen, mich in eine andere Zeit zu katapultieren. Es war auf der einen Seite eine Zeit voller Entbehrungen und Angst, auf der anderen Seite eine schillernde Zeit voller Tanz und Musik.

Lulu wollte schon immer tanzen und auf der Bühne stehen und ich habe intensiv mit ihr mitgefiebert, bis es endlich so weit war. Die Bewohner und Angestellten des Ballhauses sind eine richtige Familie für sie geworden und teilweise sehr liebenswerte Charaktere.

Den politischen Umständen geschuldet, wird die Liebe von Lulu und David auf eine harte Probe gestellt. Umstände, die Beklemmung in mir ausgelöst haben. Ich wünsche mir wirklich, dass sich die Geschichte nicht wiederholt!

Einziger Kritikpunkt: Das Ende wurde für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt. Der Ausgang der Geschichte hat mich damit aber schnell wieder versöhnt.

Wer auch Lust hat, einmal hinter die Fassade der glamourösen Zwanziger Jahre zu blicken, dem kann ich diesen Roman ans Herz legen. Ich vergebe 4/5 Sternen und gebe eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.10.2023

Tolle Fantasywelt

Threads of Power
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Dies ist mein erstes Buch der Autorin Victoria (V. E.) Schwab und der erste Teil der neuen „Threads of Power“-Trilogie. Gleichzeitig ist es eine Fortsetzung der Weltenwanderer-Reihe, die ich nicht gelesen ...

Dies ist mein erstes Buch der Autorin Victoria (V. E.) Schwab und der erste Teil der neuen „Threads of Power“-Trilogie. Gleichzeitig ist es eine Fortsetzung der Weltenwanderer-Reihe, die ich nicht gelesen habe, was aber laut Autorin kein Problem ist.

Das Cover ist von der Machart unverkennbar ein Buch von V. E. Schwab und bei mir ist ein Wiedererkennungseffekt eingetreten. Im Hintergrund ist eine Stadtkarte von London zu sehen, das sich in vier Bereiche aufteilen und abschotten musste, als die Magie zu schnell gewachsen ist. Auf diese Karte blickt eine Frau mit langen Haaren und einem roten Umhang und um sie herum schweben goldene Fäden.

Diese Fäden, auch als Magiefäden bezeichnet, kann die Tüftlerin Tes sehen und manipulieren. Das ist eine besondere Gabe, denn so kann sie das Gleichgewicht zwischen den Welten verändern. Eines Tages fällt ihr in ihrer Werkstatt ein Artefakt in die Hände und als sie versteht, dass es den Menschen damit möglich wäre, frei zwischen den Welten zu reisen, versucht sie um jeden Preis zu verhindern, dass es in die falschen Hände gerät. Die Folgen wären furchtbar.

Da ich die anderen Bücher nicht gelesen habe und alles neu für mich war, ist mir der Einstieg in das Buch nicht leicht gefallen. Nur der flüssige, eigensinnige, bildhafte und teils poetische Schreibstil hat mich durch diese Zeit gerettet.

Der Aufbau stützt sich auf zahlreiche Rückblenden, was mich als Neuling der Welt oft überforderte. Ich empfehle deshalb, zuerst die andere Trilogie zu lesen, um den Einstieg zu vereinfachen und Zusammenhänge direkt zu verstehen - auch wenn die Autorin das anders beschrieb, wie oben erwähnt.

Auf 700 Seiten lässt es sich die Autorin nicht nehmen, die vielen Charaktere und Geschehnisse teilweise sehr detailreich zu beschreiben. So konnte ich tief in die Geschichte abtauchen, die sich allerdings (nicht untypisch für eine Trilogie) nur langsam entfaltet. Die Charaktere sind alle jung und richten sich wahrscheinlich eher an eine jugendliche Leserschaft.

Ich freue mich, dass ich für mich eine neue Fantasywelt und Autorin entdeckt habe und obwohl diese Geschichte für mich nur 3,5/5 Sternen erreicht, bin ich neugierig auf die anderen Bücher der Autorin und empfehle, die Bücher dieser Welt chronologisch zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.10.2023

Für Teenager bestimmt lesenswert

Pick me Girls
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Vorab: Ich kannte Sophie Passmann vom Namen, hatte aber noch nichts von ihr gelesen oder gesehen bzw. gehört (also zum Beispiel ihren Podcast). Ebensowenig kannte ich den Begriff „Pick me girls“, was mich ...

Vorab: Ich kannte Sophie Passmann vom Namen, hatte aber noch nichts von ihr gelesen oder gesehen bzw. gehört (also zum Beispiel ihren Podcast). Ebensowenig kannte ich den Begriff „Pick me girls“, was mich vielleicht als Rezensenten direkt abqualifiziert. Gesehen habe ich Sophie Passmann dann, nachdem ich das Buch durchgelesen hatte, in der Sendung „Neo Ragazzi“. In der Folge mit drei Zwillingspaaren fand ich sie sehr sympathisch und witzig - was mich nach der Lektüre des Buchs positiv überrascht hat.

„Pick me girls“ sind, soweit ich es verstanden habe, Frauen, die sich verstellen, um Männern zu gefallen. Meine spontane Assoziation war allerdings falsch, zumindest was die Darstellung im Buch angeht - „Pick me girls“ wollen nicht einfach flachgelegt werden, sondern als „unkomplizierte Kumpel“ Teil des Lebens der Männer sein. Okay, da war ich raus, weil ich diesem Typ Frau niemals in meinen vierzig Lebensjahren (bewusst) begegnet bin (dem anderen Typ auch nicht oft, aber das ist eine andere Geschichte).

Entsprechend hat mich das Buch etwas verwirrt zurückgelassen. Ich kam nie wirklich in die Welt hinein, die Sophie Passmann da zeichnet. Obwohl ich sicher kein Freund des Patriarchats bin, finde ich einigermaßen schräg, dass gemäß der Darstellung im Buch es die Frauen selbst sind, die sich selbst und ihren Geschlechtsgenossinnen das Leben schwer machen mit den Erwartungen, wie eine Frau zu sein hat. Irgendwie sind die Männer dann trotzdem daran schuld, obwohl sie keine aktive Rolle in diesem Buch spielen. Strange.

Gleichzeitig mag ich das Buch keinesfalls verreißen, wie es andere Buchblogger taten (mein Highlight: Die ungewohnte Verwendung eines Plurals zu kritisieren, ohne einen Blick in den Duden geworfen zu haben, ob die Schreibweise möglicherweise korrekt ist…). Tatsächlich ist es eine sehr persönliche, intime und ehrliche Schilderung, die auf mich absolut authentisch wirkt. Ihr Erleben kann ich nachvollziehen, auch wenn es nur wenige Schnittmengen zu meiner (Lebens-)Wahrnehmung gibt.

Es geht viel darum, nicht wie andere Frauen zu sein. Vielleicht ist diese Stereotypisierung ein Problem der aktuellen Zeit, das durch (soziale) Medien befeuert wird. Passmann bezeichnet Meredith Grey (die Hauptperson aus Grey’s Anatomy, ich habe alle Folgen gesehen und empfinde tiefe Abneigung gegenüber dieser Figur) als das erste „Pick me girl“ überhaupt - und da bin ich dann doch sehr froh, in meinem Leben vielen wirklich starken Frauen begegnet zu sein, die einen Scheiß darauf gegeben haben, was andere von ihnen dachten, und die sich vor allem nicht darüber definierten, welcher Kerl gerade auf sie stand (oder eben nicht).

Nun bin ich gemäß der Vorworte auch gar nicht der Adressat des Buches, und so kriegen wir am Ende glatt die Kurve zu einer Empfehlung: Hätte ich eine Teenagertochter (und nicht drei Söhne), würde ich ihr das Buch zum Lesen geben. Allen anderen gebe ich den Rat: Kann man lesen, muss man aber nicht unbedingt. Wer mitreden will, sollte es natürlich gelesen haben. Meine Bewertung: 3,5/5 Sternen

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