Zwei ungleiche Schwestern
Die NachtigallDie Mutter von Vianne und Isabelle ist gestorben, als Vianne ein junges Mädchen und Isabelle erst vier Jahre alt war. Der Vater ist in seiner Trauer gefangen und kümmert sich nicht um die Mädchen. Vianne ...
Die Mutter von Vianne und Isabelle ist gestorben, als Vianne ein junges Mädchen und Isabelle erst vier Jahre alt war. Der Vater ist in seiner Trauer gefangen und kümmert sich nicht um die Mädchen. Vianne heiratet schon mit 16 und Isabelle fliegt von einem Internat nach dem anderen.
Dann beginnt der zweite Weltkrieg. Vianne lebt mit Mann und Tochter in einem kleinen Ort, Isabelle flüchtet sich aus dem Internat nach Paris zum Vater, der sie jedoch nicht bei sich haben möchte und zu ihrer Schwester schickt, wo sie nach einer entbehrungsreichen Flucht ankommt. Viannes Mann ist Kriegsgefangener, recht bald wird ein Deutscher bei ihr zu Hause einquartiert. Sie versucht zu überleben und möglichst nicht aufzufallen. Das ist Isabelle nicht genug und so schließt sie sich bald dem Widerstand an. Der Deckname "Nachtigall" war mir zu offensichtlich, denn dies ist der Nachname, aber nun ja.
Ein gutes Buch über den Weg zweier Frauen, die sich im Krieg behaupten und beide auf ihre Weise mit der Situation klar kommen, helfen und Widerstand leisten. Hier geht es immer nur am Rande um Männer. Es handelt sich aber um einen Roman mit einigen künstlerischen Freiheiten, der jedoch zum Nachlesen über die historischen Ereignisse anregt. Die Rolle der Kollaboration bleibt jedoch ein wenig farblos. Auch die Chronologie des Krieges ist nicht so wichtig, aber es geht hier mehr um die Frauen und ihre Rolle.