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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2023

Ein bewegender Roman

Ich, Sperling
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In diesem erschütternden Roman begibt sich der Leser in das 4. Jahrhundert n.Chr. in das spanische Carthago Nova, dem heutigen Cartagena. Ein alter Mann sitzt in einer Bibliothek und schaut auf seine Kindheit ...

In diesem erschütternden Roman begibt sich der Leser in das 4. Jahrhundert n.Chr. in das spanische Carthago Nova, dem heutigen Cartagena. Ein alter Mann sitzt in einer Bibliothek und schaut auf seine Kindheit zurück. Namenlos, ohne Herkunft und nur „Pusus“ (Junge) genannt, wächst er in einer Taverne mit angeschlossenem Bordell auf. Schon von klein auf muss er hart arbeiten. Erst in der Küche, dann als Laufbursche und später als „Wölfin“ mit den anderen Prostituierten seinen Körper im oberen Geschoss des Hauses verkaufen. Sein Leben ist geprägt von unmenschlicher Grausamkeit und brachialer Gewalt. Aber auch in dieser schrecklichen Welt erfährt er Liebe und Freundschaft. Und vielleicht ist es deshalb möglich, das der alte Mann seine Kindheit ohne Hass und Bitterkeit aufschreiben kann.
In einem ruhigen Erzählstil beschreibt James Hynes nachvollziehbar die Kindheit eines Sklaven. Dass der Autor den Leser ehrlich und schonungslos in die Welt eines kleinen Sklavenjungen eintauchen lässt, der am Rande der Gesellschaft gnadenlos seinem Dominus ausgeliefert ist, macht diesen Roman authentisch, ergreifend und erschütternd. Lediglich den Schluss der Lektüre konnte ich nicht so richtig nachvollziehen.
Fazit:
Dieses Buch wird keinem Leser so schnell aus dem Gedächtnis weichen. Es ist erschütternd, brutal und sehr gut recherchiert. Und man muss so einiges aushalten können. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.10.2023

Jeder hat sein Päckchen zu tragen

Packerl
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Erzählt wird die Geschichte dreier Frauen über einen Zeitraum von 80 Jahren, von 1942 bis hin in die Gegenwart. Und jede hat ihr Packerl zu tragen. Die Zeitebenen, in denen die Frauen erzählen, wechseln ...

Erzählt wird die Geschichte dreier Frauen über einen Zeitraum von 80 Jahren, von 1942 bis hin in die Gegenwart. Und jede hat ihr Packerl zu tragen. Die Zeitebenen, in denen die Frauen erzählen, wechseln sich ab, wobei sich auch die Ausdrucksweise, der jeweiligen Erzählerin angepasst, ändert.
Anfangs verwirrte es mich etwas, dass es in diesem Buch keine direkten Redewendungen gibt, sondern sich die Autorin auf die indirekte beschränkt hat. Doch bald merkte ich, dass es ausgezeichnet zu diesem Roman passt.
Packerl ist eine beeindruckende Familiengeschichte, die mich schon nach einigen Seiten in ihren Bann gezogen und mir sehr unterhaltsame Lesestunden bereitet hat. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.10.2023

Lesenswerte Romanbiografie über Sisis jüngste Schwester

Sisis Schwester
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Die Autorin entführt in dieser Romanbiografie den Leser in die Jahre 1865 bis 1887 und lässt ihn in das Leben von Sophie Charlotte, Kaiserin Sisis jüngster Schwester, eintauchen. ...

Die Autorin entführt in dieser Romanbiografie den Leser in die Jahre 1865 bis 1887 und lässt ihn in das Leben von Sophie Charlotte, Kaiserin Sisis jüngster Schwester, eintauchen. Sophie wehrt sich erfolgreich gegen die Heiratspläne ihrer Mutter, der Herzogin Ludovika, sowie gegen die Heiratskandidaten, die ihr vorgeführt werden. Doch einer Verlobung mit ihrem Cousin und Kindheitsfreund, König Ludwig II., stimmt sie zu. Schon bald kommen bei ihr jedoch starke Zweifel auf und sie verliebt sich unstandesgemäß in einen Bürgerlichen. Ludwig löst die Verlobung und Ludovika stellt Sophie den Franzosen Herzog Ferdinand von Alencon als zukünftigen Gemahl vor. Beide sind sich sympathisch, doch kann die Rebellin Sophie an seiner Seite glücklich werden?
Eva-Maria-Bast zeichnet in diesem Buch den Weg einer jungen Frau, die ihrer Zeit im Denken und Handeln weit voraus war. Sie wollte sich nicht in das von ihr erwartete Klischee einzwängen lassen, obwohl ihr letztendlich nichts anderes übrig blieb.
Die Handlung ist lebendig und es war sehr interessant zu erfahren, wer mit wem in verwandtschaftlichen Verhältnissen stand. Glaubhaft und nachvollziehbar sind die verschiedenen Charaktere dargestellt. Durch den lockeren Schreibstil waren die kurzen Kapitel des Buches schnell gelesen.
Diese sehr gut recherchierte Romanbiografie hat mich sehr gut unterhalten. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.10.2023

Gelungene Fortsetzung der Karlsbad-Trilogie

Das Kaffeemädchen
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Hoffnungsvoll beginnt Eva in der neuen Saison ihre Arbeit als Kaffeemädchen im Hotel Adonis. Der Cafésalon wird bei den Kurgästen immer beliebter. Ludwig, der Neffe der Hotelbesitzerin und zukünftiger ...

Hoffnungsvoll beginnt Eva in der neuen Saison ihre Arbeit als Kaffeemädchen im Hotel Adonis. Der Cafésalon wird bei den Kurgästen immer beliebter. Ludwig, der Neffe der Hotelbesitzerin und zukünftiger Hotelerbe, hält sich hier sehr oft auf und verfolgt Eva mit heißen Blicken. Sehr zum Missfallen seiner Tante, die bereits eine passende Frau für ihn ausgesucht hat. Durch ein Missverständnis kommt es zu einem Vorfall, der Evas Zukunft beeinflussen wird.
In diesem zweiten Teil der Trilogie wird die Geschichte der Tagelöhnertochter Eva mit einem ruhigen und flüssigen Schreibstil weiter erzählt. Auch wenn die Handlung teilweise vorhersehbar ist, hat sie mich doch sehr gefesselt. Die verschiedenen Charaktere sind ausdrucksvoll und nachvollziehbar dargestellt.
Sehr gerne bin ich der Autorin in das mondäne Karlsbad des späten 19. Jahrhunderts gefolgt, um mit Eva ihr nicht leichtes Schicksal zu teilen. Jetzt freue ich mich auf den dritten Teil, denn ich möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.10.2023

Sehr schöner Auftakt der Salz-Saga

Evas Aufbruch
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In diesem Roman geht es um die 20jährige Eva, die sich nach dem viel zu frühen Tod ihrer Mutter um die um ihre kleine Schwester Karla und um ihren 2 Jahre jüngeren Bruder Carl kümmern muss. Nie hatte sie ...

In diesem Roman geht es um die 20jährige Eva, die sich nach dem viel zu frühen Tod ihrer Mutter um die um ihre kleine Schwester Karla und um ihren 2 Jahre jüngeren Bruder Carl kümmern muss. Nie hatte sie Gelegenheit, ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Doch ihr einziger und bester Freund Ulrich steht ihr immer zur Seite. Als Eva bemerkt, dass die Firma ihres Vaters, eine gutgehende Saline, abzustürzen droht, versucht sie, diese durch Modernisierung und Erweiterung des Kundenstamms, zu retten. Auch gegen die Widerstände ihres Vaters.
Durch tragische Ereignisse muss Ulrich Lüneburg Hals über Kopf verlassen. Er bittet Eva, mit ihm zu kommen. Doch sie kann ihre Familie und die Firma nicht einfach so im Stich lassen. Wie kann es für die beiden weiter gehen? Gibt es für sie noch eine gemeinsame Zukunft?
Umrahmt von historischen Tatsachen ist dieser fiktive Roman sehr bewegend. Er beschreibt die Verhältnisse in den 1950er Jahren sehr realistisch und anschaulich. Dabei erhält der Leser auch einen interessanten Einblick in die Herstellung des Salzes, deren Saline in Lüneburg bis in die 1980er Jahre noch aktiv betrieben wurde.
Die Handlung ist fesselnd und nachvollziehbar. Die Charaktere der wichtigen Protagonisten sind bildhaft beschrieben und ein flüssiger Schreibstil führt durch dieses Buch.
Mein Fazit:
Ein toller Einstieg in die „Aroma des Salzes Saga“, die ich sehr gerne weiterempfehle. 4 Sterne.

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