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Veröffentlicht am 28.11.2017

Ein schöner Roman, dem aber etwas Tiefgang fehlt

Eine Prise Sterne
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Zum Inhalt: 

Hinauf zu den Sternen – davon träumte der Astronom Marc Heller schon seit der Kindheit. Nun, da ihm die Leitung des Paranal-Observatoriums in Chile zugesagt wird, kommt er seinem Traum ein ...

Zum Inhalt: 

Hinauf zu den Sternen – davon träumte der Astronom Marc Heller schon seit der Kindheit. Nun, da ihm die Leitung des Paranal-Observatoriums in Chile zugesagt wird, kommt er seinem Traum ein Stück näher. Ausgelassen feiert er mit Freunden in Köln und trifft dort zufällig Anne, seine große Jugendliebe, wieder. Aber ihr ist nicht nach Feiern zumute, wurde sie doch gerade sitzen gelassen. Dabei ist es ihr größter Wunsch, eine Liebe zu finden, die bleibt – für immer. Und weil er Anne glücklich wissen will, fasst Marc einen Plan. Erstens: Den perfekten Mann für sie finden. Zweitens: Es wie Schicksal aussehen zu lassen, denn daran glaubt die junge Sommelière. Drittens: Anne soll nie erfahren, dass er dahintersteckt. Mit naturwissenschaftlichem Eifer macht sich Marc ans Werk, vergisst dabei aber, dass die Liebe unberechenbar ist. Und dass manches vielleicht doch vorherbestimmt ist ...



Über den Autor: 

Carsten Sebastian Henn, geboren 1973 in Köln, arbeitet als Schriftsteller, Weinjournalist und Restaurantkritiker. Er ist Chefredakteur des Gault & Millau WeinGuides sowie Redaktionsleiter Deutschland des Weinmagazins Vinum. In St. Aldegund an der Mosel besitzt er einen Steilstweinberg mit alten Rieslingreben, den er selbst bewirtschaftet. Wenn er einmal nicht seiner Leidenschaft fürs Kochen nachgeht, ist er auf der Suche nach neuen Gaumenfreuden.




Mein Fazit und meine Rezension: 

Marc , leidenschaftlicher Astronom, trifft eines abends in Köln auf seine Jugendfreundin (und auch Jugendliebe) Anne. Für diese sollte es eigentlich ein besonderer Abend werden: der Abend des Kennenlernens von ihrem Freund, doch ausgerechnet der betrügt sie und stürzt ihr Leben ins Chaos. Was also tun? Marc möchte Anne helfen und mit Hilfe seiner Sterne für Anne den perfekten Mann suchen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn Marc hat zwar den nötigen Sachverstand und bringt auch Genialität mit sich, nur hat er keine Ahnung, wie man mit Menschen umgeht. Wie soll ausgerechnet er Anne helfen können? Wissen die Sterne vielleicht mehr, als sie uns sagen? 

Marc ist ein Nerd, durch und durch. Er lebt für die Naturwissenschaften und die Gesetzmäßigkeiten, er liebt seine Sterne und weiß sie zu deuten. Kein Wunder also, dass er alleine ist - obwohl gerade er doch wissen müsste, wohin ihn die Sterne bringen werden. Doch leider fehlt ihm einfach das nötige Feingefühl und sein Umgang mit seinen Mitmenschen ist eher holprig, wenn nicht sogar tollpatschig. 

Anne hingegen ist eine Frau, die man einfach in seinem Leben haben möchte. Sie besticht definitiv mit ihrem Wissen über "gute Tropfen", da sie als Sommiliere in einem Sternerestaurant arbeitet. An einigen Stellen war es mir etwas zu viel des Guten und hat die Geschichte etwas in die Länge gezogen (insbesondere dann, wenn man zwar ein wenig Ahnung hat, aber nicht so in die Tiefe gehen möchte). Doch für sie den perfekten Mann zu finden ist schwierig. 

Interessant waren die Begegnungen zwischen Anne mit den unterschiedlichen Männern, die Marc ihr als perfekte Partner ausgesucht hat. Die von ihm inszenierten Treffen waren ab einem gewissen Moment aber leider mehr seltsam als humorvoll, sodass hier das Gefühl doch etwas auf der Strecke blieb. Trotz allem waren die unterschiedlichen Männer und Treffen abwechslungsreich und gaben auch dem Leser einen Moment, um abzuschalten, da diese mehr seicht verlaufen sind. Aus dieser Suche kann man jedoch eines mitnehmen: der perfekte Partner ist einfach schwer zu finden!

Carsten Sebastian Henn hat mit seinem Roman eine Geschichte geschaffen, die nicht nur unterschiedliche Charaktere beinhaltet, sondern diese auch verbindet. Mit Anne fühlt man direkt mit und kann sich gut in sie und ihre Situation hineinfühlen - wenn eben die detaillierten Ausführungen nicht wären. Und Marc ist ein liebenswerter, dennoch aber ein hilfloser Mann in Umgang mit seinen Mitmenschen, seine Genialität und seine Leidenschaft für die Sterne machen das leider nicht wett. Leider hat mir bei beiden Charakteren der Tiefgang gefehlt. Obwohl man mit ihnen mitfühlen konnte, war es das gewisse Etwas, das nicht so ganz vorhanden war und das man sicherlich noch mit etwas Feinschliff einfügen könnte. Für einen Liebesroman hat es mir noch an tieferen Emotionen gefehlt. 

Alles in einem kann ich aber sagen, dass es eine schöne Geschichte zum Zeitvertreib war, die ich weiterempfehlen kann und welche ich in dieser Art noch nicht gelesen habe. Mal sehen, was uns die Sterne noch so bringen! 

Veröffentlicht am 29.10.2017

Was macht dich ganz?

Was uns ganz macht
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Zum Inhalt:

Für die Liebe musst du nicht perfekt sein! Morgan hat ein Geheimnis. Sie ist anders als die anderen und das hat sie siebzehn Jahre für sich behalten. Eines Tages beschließt sie, sich nicht ...

Zum Inhalt:

Für die Liebe musst du nicht perfekt sein! Morgan hat ein Geheimnis. Sie ist anders als die anderen und das hat sie siebzehn Jahre für sich behalten. Eines Tages beschließt sie, sich nicht länger zu verstecken und wird unfreiwillig zum Internetstar. Die Medien reißen sich um das vermeintlich unperfekte Mädchen. Im Krankenhaus lernt sie kurz darauf Howie kennen, der buchtäblich ihr perfektes Gegenstück ist. Sie könnten sich gegenseitig heilen, aber können sie sich gegenseitig auch ganz machen?



Über die Autorin:

„In the words of her father, Kendra Fortmeyer was “born in a barn and raised in a stable environment.” She grew up in the lush woods of central North Carolina, surrounded by stacks of books from her local small-town library.

Now a Pushcart Prize-winning fiction writer, Kendra has been recognized by grants from the Elizabeth George Foundation, the Dafna Zamarripa-Gensundheit Prize, and the Michener Center for Writers, and her writing has appeared in The Best American Nonrequired Reading, One Story, Lightspeed, The Toast, and elsewhere. She received her MFA in fiction from the New Writers Project at UT Austin, and is a 2016 graduate of the Clarion Science Fiction and Fantasy Writers’ Workshop.“

Mehr über die Autorin erfahrt ihr auf ihrer Homepage.



Mein Fazit und meine Rezension:

Morgan ist eine ganz normale Jugendliche mit ganz normalen Problemen in der Schule und im Alltag – aber nur fast, denn tatsächlich fehlt Morgan etwas bzw. hat sie etwas, das sie zu etwas Besonderem macht: oberhalb ihrer Hüfte befindet sich ein Pfirsich großes Loch in ihrem Bauch, durch das man hindurchsehen kann. Seit ihrer Kindheit wird sie von Ärzten begleitet, die das Loch untersuchen und ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mehrfach hat sie Operationen über sich ergehen lassen, doch das Loch verweilt nach wie vor an der selben Stelle. Morgan ist einzigartig und weiß, dass sie das nicht zeigen darf. Doch eines Abends entschließt sie sich, aus ihrem Käfig auszubrechen und endlich sie selbst zu sein: sie zeigt sich der Öffentlichkeit und die Resonanz ist groß … leider aber nicht so, wie Morgan sich das vorgestellt hat. Doch auch hieran könnte man etwas Gutes sehen, wenn man ganz genau hinschaut.

Morgan Stone ist ein ganz normales Mädchen, na ja, fast … denn schon zu Beginn im ersten Kapitel wird klar gemacht: Morgan hat ein Loch im Bauch, eine anatomische Anomalie, die so einzigartig ist, dass man nicht weiß, wie man ihr helfen kann. Morgan selbst fühlt sich unvollständig und gefangen, denn ihr Loch darf sie niemanden zeigen – auf Anraten ihrer Mutter. Ein Mädchen mit einem Loch im Bauch – ich habe schon einige Geschichten gelesen und auch Jugendromane, aber solch eine Geschichte ist mir dabei noch nicht untergekommen. Zunächst war mir aber auch nicht klar, ob wir hier tatsächlich von einem Loch sprechen oder aber, ob es hier um eine Metapher gehen sollte. Im Buch geht es tatsächlich um eine genetische Anomalie, die das Leben des Mädchens auf den Kopf stellt, denn Morgan zieht sich vor der Welt zurück.

So viel erst mal dazu. Doch eines Tages kann sie einfach nicht mehr, sie möchte sie selbst sein und zwar so, wie sie ist. Was soll daran auch schon verwerflich sein? Abends geht sie in eine Disko und lässt ihren langen Pullover fallen, ihr Loch wird sichtbar. Morgan fühlt sich super, für sie ist das der Beginn eines neuen und mutigen Lebens, aber natürlich lässt das Echo nicht lange auf sich warten und so erfährt sie wenige Tage später im Internet, was fremde Menschen von ihrem Auftritt halten. Und – lasst euch gesagt sein – es ist wirklich ALLES dabei! Gerade im Internet, in dem jeder anonym auftreten kann, nimmt niemand ein Blatt vor den Mund. Auch ich war während dem Lesen geschockt, was alles an die Oberfläche gebracht wird und was wir Menschen uns erdreisten, einfach so über andere zu urteilen.

Und obwohl die Reaktionen sehr weit gefächert sind, gibt Morgan nicht so einfach auf. Irgendwann traut sie sich wieder in den Club und wird von Paparazzo aufgesucht – das schöne und einfache Leben ist vorbei. Morgan wird zu einer Berühmtheit und ab da überschlagen sich die Ereignisse. Eines Tages trifft sie auf einen Jungen namens Howie, der tatsächlich ihr Gegenstück zu sein scheint, da er eine anatomische Anomalie in Form einer beulenartigen Auswölbung an exakt der Stelle hat, an der sich das Loch von Morgan befindet … Zufall oder Schicksal?

Von da an sind die beiden Jugendlichen als Puzzleteile bekannt und können keinen Schritt mehr ohne die Ärzte, die endlich eine Lösung für die Beiden gefunden haben, aber auch nicht ohne die Presse gehen. Ein normales Leben sieht da ganz anders aus.

Doch was genau ist es, was uns fehlt und was genau ist es, was uns ganz macht? Während dem Lesen habe auch ich mir vor einen Spiegel (nicht wortwörtlich, aber ich habe eine Bestandsaufnahme gemacht) gestellt – insbesondere während der Kapitel, die tatsächlich nicht nur die körperliche Ganzheit betreffen, sondern die Menschen an sich: was fehlt ihnen?

An eben diesen Stellen merkt man, dass es Kendra Fortmeyer nicht nur um ein reines Jugendbuch geht, welches die Themen Liebe und Schönheit abhandelt, sondern auch durchaus tiefgründiger ist und uns alle betrifft. Also: lest dieses Buch, stellt euch selbst vor einen Spiegel (egal ob wortwörtlich oder nicht) und schaut nach, was genau euch GANZ MACHT! Einen kleinen Punktabzug gibt es, da es am Ende keine wirkliche Auflösung gibt bzw. ein offenes Ende hier einfach nicht so schlüssig ist und sich die Ereignisse wirklich überschlagen, dass dem Leser schwindelig werden kann. Trotz allem kann ich es euch empfehlen!

Veröffentlicht am 17.09.2017

vielleicht war sie doch geplant

Eine ungeplante Reise nach Wien
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Zum Inhalt:

Judiths Großmutter, die der wichtigste Bezugspunkt in ihrem Leben war, stirbt. Eine Geschäftsreise, ein Familienring und eine alte Schallplattenaufnahme der Lehár-Operette Giuditta führen ...

Zum Inhalt:

Judiths Großmutter, die der wichtigste Bezugspunkt in ihrem Leben war, stirbt. Eine Geschäftsreise, ein Familienring und eine alte Schallplattenaufnahme der Lehár-Operette Giuditta führen die Enkelin nach Wien, wo die Großmutter während der Nazizeit eine gefeierte Operettensängerin war. Eine ungewöhnliche Spurensuche beginnt: Cafés, Hotelkulissen, Opernhäuser und das Wiener Flair versetzen Judith in vergangene Epochen zurück. Als sie auch noch den faszinierten Heurigenlokal-Betreiber Leo kennenlernt, beginnt die junge Frau über Le-bensläufe und das eigene Glück nachzudenken.

Erst jetzt wird sie sich bewusst, wie eingefahren ihre Ehe ist, wie sehr sie und ihr Mann sich auseinandergelebt haben und wie unglücklich sie in ihrem Job ist. Und je tiefer Judith nach den Geheimnissen ihrer Großmutter gräbt, je mehr sie dem Wiener Charme verfällt, desto mehr stellt sie auch ihr eigenes Leben auf den Prüfstand. Eine Entscheidung über ihre Zukunft rückt immer näher, eine Entscheidung, die alles zu verändern verheißt.



Über die Autorin:

Ingrid Walter wurde 1963 in Oberstdorf im Allgäu geboren und lebt seit ihrem fünften Lebensjahr in Offenbach am Main. Sie studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Germanistik, Kunstgeschichte und Amerikanistik und veröffentlichte im Jahr 2000 ihre wissenschaftliche Arbeit über Autobiographien deutschsprachiger Schriftstellerinnen im amerikanischen Exil „Dem Verlorenen nachspüren“. Nach dem Studium arbeitete sie als Journalistin für unterschiedliche Fachzeitschriften wie beispielsweise das Branchenblatt „Horizont“ im Deutschen Fachverlag. Später war sie lange Jahre als PR-Beraterin in internationalen Agenturen tätig. 2011 eröffnete sie ihre Agentur für Kommunikation und Content Walter Wortware in Offenbach am Main.

Sie ist Absolventin des Poetikseminars „Die Kunst des Erzählens“ von Bodo Kirchhoff. Ihre Erzählung „Das Etui“ wurde 2004 wurde von der Stiftung Lesen mit einem Literaturpreis ausgezeichnet und auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert. 2013 hat sie den Stadtführer „Offenbach zu Fuß“ im Frankfurter Societätsverlag veröffentlicht. 2014 publizierte sie innerhalb der Autorengruppe „Autoren unterwegs“ die Anthologie „Literatur zur Werkzeit“ in der Reihe Offenbacher Editionen bei Berthold. Der Band enthält Erzählungen, Kurzgeschichten und Gedichte von sechs Autoren aus Offenbach und Frankfurt. Es sind dies die Ergebnisse von 12 Lesungen, die über das Jahr an unterschiedlichen nicht literarischen Orten stattfanden.

Im Oktober 2016 erscheint ihr erster Roman „Eine ungeplante Reise nach Wien“ beim Frankfurter Größenwahn-Verlag. Ingrid Walter inszeniert darin ein farbenprächtiges Bild von Wien und bettet darin die Geschichten zweier interessanter Frauengestalten ein: Auf der einen Seite die der gefeierten Operettensängerin in der Nazizeit, verlobt mit einem jüdischen Tenor, und auf der anderen, Jahre später, die der Enkelin, die nicht nur ein Stück verschütteter Familiengeschichte entdeckt, sondern auch sich selbst.



Mein Fazit und meine Rezension:

Judith verliert ihre wichtigste Bezugsperson in ihrem Leben: ihre geliebte Großmutter und mit ihr ein helles Licht am Firmament. Doch bereits im Kindesalter hat sie einige Geheimnisse entdeckt, die mit ihrer Großmutter zusammenhängen und die niemals gelüftet wurden. Heute begibt sie sich auf die Reise, um ihre Großmutter besser kennen zu lernen und auch verstehen zu lernen. Judith reist nach Wien und findet dort, neben dem charmanten Wiener Flair, nicht nur die Vergangenheit ihrer Großmutter und das schillernde Leben einer Operettensängerin, sondern auch ein Stück weit sich selbst und den Beginn für eine glückliche Zukunft.

Direkt zu Beginn des Buches verliert Judith ihre geliebte Großmutter. Judith, die als Kind immer so getan hat, als ob sie bei der Großmutter Staub gewischt hat, wenn sie dort zu Besuch war, und tatsächlich die wunderbaren Schallplatten ihrer Oma gehört , zu den Klängen der Musik getanzt und noch viele weitere Geheimnisse aus dem früheren Leben ihrer Großmutter gefunden hat. Doch das bleibt es mit dem Tod ihrer Großmutter weiterhin: Geheimnisse. Judith vergeht vor Trauer, doch das Leben muss weitergehen und so führt sie eine Geschäftsreise nach Wien. Dabei ist es so viel mehr als nur eine Geschäftsreise, den auf der Reise entdeckt Judith endlich, was bzw. wen ihre Großmutter geliebt hat.

Doch sind wir nicht nur als Leser im schillernden Wien gemeinsam mit Judith unterwegs, um das Leben ihrer Großmutter zu erforschen, nein, auch Judith selbst trifft dort auf einen Mann, der sie bereits bei seinem ersten Treffen verzaubert und ihr Leben ordentlich durcheinander wirbelt. Dabei treffen wir nicht nur auf Liebe oder aber Chaos, sondern in erster Linie auf Melancholie, auf den süßen Schmerz, der sogar uns Leser durch das gesamte Buch hinweg begleitet.

Ingrid Walter hat es mit ihrer wunderbar schillernden und traurigen, doch zugleich auch hoffnungsvollen Geschichte geschafft, zwei Schicksale miteinander zu vereinen und dem Leser näher zu bringen. So befinden wir uns zunächst in Frankfurt, im regen Geschäftstreiben, ständig auf dem Sprung, immer unterwegs und verlieren uns dabei fast selbst. Um dann (endlich) eine kleine Auszeit zu bekommen und zwar in der wunderschönen Stadt Wien, die nicht nur architektonisch und auch historisch brilliert, sondern auch künstlerisch und vor allen Dingen musikalisch, denn hier spielte sich der Hauptteil des Lebens von Judiths Großmutter als Operettensängerin ab.

Ich selbst war schon in Wien und habe einige Ort wieder erkannt. Damals kam es mir nicht so wunderbar vor, doch nachdem ich dieses Buch gelesen habe, überlege ich, ob ich nicht doch noch mal einen Versuch wagen sollte und Wien besuchen sollte – um auf den Spuren von Judith und ihrer Großmutter zu wandeln und deren Geschichte auch für mich zu entdecken.

Ich kann euch nur eine Leseempfehlung aussprechen – vielleicht findet ihr euch dann selbst auch einmal in Wien wieder?

Veröffentlicht am 15.08.2017

Engelsnacht - ein wahrhaftig guter Auftakt!

Engelsnacht
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UNHEILVOLL UND SCHICKSALHAFT: DIE GESCHICHTE EINER LIEBE DURCH DIE JAHRHUNDERTE

Lucinda ist 17 und den ersten Tag auf dem Internat, als sie ihn sieht: Daniel Grigori, den unglaublich attraktiven ...

Zum Inhalt:

UNHEILVOLL UND SCHICKSALHAFT: DIE GESCHICHTE EINER LIEBE DURCH DIE JAHRHUNDERTE

Lucinda ist 17 und den ersten Tag auf dem Internat, als sie ihn sieht: Daniel Grigori, den unglaublich attraktiven Jungen, von dem sie sicher ist, dass sie ihm schon einmal begegnet ist. Daniel jedoch behauptet, sie nicht zu kennen – er scheint sie sogar zu hassen und weicht ihr aus, wo immer er kann. Doch immer wenn Luce etwas Schlimmes widerfährt, ist er zur Stelle. Mehrfach rettet er ihr Leben. Allmählich kommen die beiden sich näher, und da erst erfährt Luce, welches Geheimnis sie beide umgibt: Daniel ist ein gefallener Engel, dazu verdammt, für immer auf der Erde umherzuwandern. Luce aber ist dazu verdammt, alle siebzehn Jahre wiedergeboren zu werden, sich jedes Mal aufs Neue unsterblich in Daniel zu verlieben – und den Tod zu finden, sobald sie sich näherkommen …



Über die Autorin:

Lauren Kate wuchs in Dallas auf, arbeitete einige Zeit in einem New Yorker Verlag und zog dann nach Kalifornien, wo sie Creative Writing studierte, bevor sie zu schreiben begann. Ihre romantische Fantasyserie über den gefallenen Engel Daniel und seine große Liebe Luce wurde weltweit zum Bestseller.

Mehr Informationen zu Lauren Kate erfahrt ihr auf ihrer Homepage.



Mein Fazit und meine Rezension:

Lucinda steht kurz vor ihrem 17. Geburtstag als ein schreckliches Unglück sie aus ihrem gewohnten Umfeld reißt: der Tod eines Freundes. Da man ihre Unschuld nicht beweisen kann, ihre Schuld aber ebenfalls nicht, wird Lucinda von ihren Eltern auf das Internet Sword & Cross geschickt - einem Internet für schwer erziehbare Jugendliche. Dort trifft Lucinda - genannt Luce - nicht nur auf die schräge Arriane, die sie unter ihre Fittiche nimmt und ihr zeigt wie in Sword & Cross "der Hase läuft", sondern auch auf die schüchterne Penn und viele weitere künftige Mitschüler. Einer von ihnen hat es Luce aber besonders angetan: der geheimnisvolle und attraktive Daniel Grigori - der vom ersten Tag seine Abneigung gegenüber ihr offenbart. Das sind ja schöne Aussichten! Gäbe es da nicht Cam, den düsteren, aber ebenfalls gut aussehenden und faszinierenden Jungen, der ihr auf geheimnisvolle Art und Weise den Kopf verdreht. Und als ob das nicht genug wäre, treiben sich da immer noch die Schatten in ihrem Umfeld herum, die stets darauf lauern, dass Luce einen Menschen näher an sich heran lässt, um dann - gnadenlos - zuzuschlagen. Doch Luce war noch nie sicherer als an diesem Internat, denn Daniel ist nicht nur attraktiv und geheimnisvoll, sondern immer zur Stelle, wenn man ihn braucht und das hängt an seiner Berufung- denn Daniel ist einer der "gefallenen Engel" ...

Luce hatte bis jetzt kein leichtes Leben. Wer denkt, das Leben eines Jugendlichen wäre schwer, der sollte nicht mit ihr tauschen wollen! Denn Luce umgibt ein dunkles Geheimnis, nur hat sie keine Ahnung, was genau es ist. Die dunklen Schatten verfolgen sie schon, seitdem sie ein Kind war. Mit Medikamenten haben ihre Eltern versucht, sie von ihnen zu befreien, bis Luce irgendwann keine Schatten mehr "gesehen hat" - um all den Medikamenten zu entkommen. Doch dann trifft es sie wirklich hart, denn Luce wird in einen tödlichen Vorfall entwickelt, dem sie auf wundersame Weise unversehrt entkommt. Ein Grund mehr für den Richter und die weiteren Beteiligten anzunehmen, dass sie an allem Schuld war. Welche Bürde soll ein junges Mädchen aber tragen können? Ich war verwundert als ihre Eltern sich dazu entschieden haben, Luce in das Internat Sword & Cross zu stecken - einer Besserungsanstalt für Jugendliche, die - der Beschreibung der Autorin nach - eine alte und zerfallene Militärakademie ist und einem Gefängnis gleicht. Die Schüler werden dort alle vereinheitlicht - sollen schwarze Kleidung tragen, um nicht aufzubegehren und einem streng getakteten Tagesablauf verfolgen, um nicht aus der Gewohnheit ausbrechen zu können. Bereits während dem Lesen ist es mir eiskalt den Rücken runter gelaufen. Luce gehört da meiner Meinung nach überhaupt nicht hin!

Doch dann trifft sie dort auf Daniel Grigori, den sie von Beginn an zu kennen scheint - obwohl sie ihm (zumindest in diesem Leben) noch nicht begegnet ist. Und auch er macht im ersten Moment keinen guten Eindruck: weder auf Luce, noch auf den Leser! Aber man ahnt, dass sich da etwas anbahnen könnte, nur ist wirklich die Frage: wie? Einige Seiten später wissen wir es Geduld ist eine Tugend und wir erfahren den Beginn einer wundervollen Liebesgeschichte, die sich schon über mehrere tausend Jahre hinweg hinzieht - aber auch einer Liebesgeschichte, die tragischer nicht enden könnte: stets muss der Junge seine geliebte zu Grabe tragen bis er 17 Jahre später erneut auf sie trifft, um sie zu verlieren.

Der Klappentext verrät schon einiges von der Geschichte und ich konnte mir auch nicht so recht vorstellen, wie die Autorin diese umsetzen möchte. Zu Beginn war es auch etwas langatmig und man ist auf der Stelle getreten, doch irgendwann ging es dann los und das Ganze nahm regelrecht an Fahrt auf.

Daniel Grigori, der gefallene Engel, der Engel, der sich nicht entscheiden konnte zwischen seinem Gott und Luzifer - der Engel, der sich für die Liebe zu einer Frau entschieden hat und damit auf alle Ewigkeit verdammt wurde und viele weitere Engel mit sich riss - ist hier eine Schlüsselfigur für uns Leser. Anfangs ist es schwierig etwas über ihn oder dessen Vergangenheit bzw. sein Leben zu erfahren, da er sich uns allen gegenüber verschließt, doch irgendwann fügt sich alles zusammen und ist schlüssig. Mir hat hierbei insbesondere der religiöse Aspekt gefallen, der wunderbar mit vielen historischen Ereignissen in Verbindung gebracht wurde.

Wenn ihr jetzt denkt, ich verrate euch zu viel, dann täuscht ihr euch! Denn das, WAS ich euch verrate, habt ihr bereits dem Klappentext entnehmen können ;) Ich verrate euch aber keine Schlüsselszenen, keine Kämpfe, keine Gefahrensituationen oder andere Situationen, in die sich Luce immer wieder bringt. Nein! Denn ihr sollt selbst entscheiden, ob ihr das Buch lesen möchtet und ob euch diese Geschichte gefällt.

Aber weiter gehts, denn wir haben noch mehr Charaktere zu beleuchten, die eine Hauptrolle inne haben: Cam, ein weiterer gefallener Engel, ebenfalls gut aussehend, geheimnisvoll und anziehend. Luce kann sich zwischen den beiden Engeln nicht so wirklich entscheiden und doch wissen wir, dass es nur einer der Beiden in ihre Lebensgeschichte geschafft hat und es auch, wegen ihr verflucht zu werden. Cam ist in dieser Geschichte eine Art Antiheld - er ist düster, er tut Verbotenes ohne erwischt zu werden und ist trotzdem für Luce da und sehr aufmerksam. Ihm kommt definitiv die Rolle des "Bad Boy" zu - und sie steht ihm ausgesprochen gut!

Dann gibt es noch die weiteren Mitschüler von Luce: Arriane, Gabbe, Roland, Penn und Molly. Jeder auf seine Art verwirrend, aber auch einzigartig. Welche Rolle die einzelnen Personen aber in der Geschichte spielen, möchte ich euch nicht verraten. Das sollt ihr schon selbst herausfinden. (Einen kleinen Überblick über die Charaktere der Bücher findet ihr hier.)

Zunächst dachte ich wirklich, man könnte in dieser Geschichte einen "Abklatsch" von Twilight sehen - der Böse, der Gute und das Mädchen. Doch hier ist es anders aufgezogen, hier erhält man noch einen religiösen Hintergrund und eine Geschichte, die es in sich hat. Lauren Kate hat mich mit ihrem ersten Band der Trilogie nicht enttäuscht und - obwohl ihr Werk 445 Seiten umfasst - konnte ich es keinen Moment aus der Hand legen, ohne zu überlegen, wie es wohl weitergehen mag. Das tragische Schicksal von Luce, Daniel und Cam ist in meinem Gedächtnis hängen geblieben und so ist es für euch bestimmt auch nicht verwunderlich, wenn ich mir jetzt schnell Band 2 und 3 zulege ;)

Alle Fantasy-Fans werden definitiv auf ihre Kosten kommen, aber sie sollten sich keinesfalls auf eine Twilight-Geschichte oder eine magische Welt von Harry Potter einstellen ... hier trifft man eher auf einen Hauch von "Gods Army" I bis III ...

Veröffentlicht am 30.07.2017

Keine leichte Sommerlektüre, aber eine tolle Geschichte!

Piniensommer
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EINE SIZILIANISCHE LIEBE VOLLER SEHNSUCHT UND SCHMERZ

Stella und Nicola fühlen sich seit Kindertagen zueinander hingezogen. Obwohl ihre Familien alles getan haben, um ihre Liebe zu zerstören, ...

Zum Inhalt:

EINE SIZILIANISCHE LIEBE VOLLER SEHNSUCHT UND SCHMERZ

Stella und Nicola fühlen sich seit Kindertagen zueinander hingezogen. Obwohl ihre Familien alles getan haben, um ihre Liebe zu zerstören, ist diese über die Jahre nur noch stärker geworden. Während Stella unbedingt Architektin werden möchte, ist Nicola leidenschaftlicher Apnoetaucher. Tag für Tag steigt er in die gefährlichen Tiefen des blauen Meeres hinab und genießt die Musik der Stille. Die beiden Liebenden träumen von einem selbstbestimmten Leben. Doch dann schlägt das Schicksal völlig unerwartet zu ...



Über die Autorin: 

Stefanie Gerstenberger, 1965 in Osnabrück geboren, studierte Deutsch und Sport. Sie wechselte ins Hotelfach, lebte und arbeitete u. a. auf Elba und Sizilien. Nach einigen Jahren als Requisiteurin für Film und Fernsehen begann sie selbst zu schreiben. Ihr erster Roman "Das Limonenhaus" wurde von der Presse hoch gelobt und auf Anhieb ein Bestseller, gefolgt von "Magdalenas Garten", "Oleanderregen", "Orangenmond" und "Das Sternenboot". Die Autorin wurde mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet und lebt mit ihrer Familie in Köln.

Mehr über die Autorin erfahrt ihr auf ihrer Homepage. 



Mein Fazit und meine Rezension: 

Wir steigen ein in ein Sizilien der 60er Jahre. Stella und Nicola kennen sich seit Kindertagen und immer mehr erwacht in beiden das Gefühl von Zuneigung, welches in Liebe mündet. Doch die beiden Liebenden haben es nicht leicht, denn zwei Familien agieren gegen sie und möchte sie auseinander reißen. So sehen sie sich nicht nur gegenüber der angespannten politischen Lage in ihrem Land und den normalen Probleme des Erwachsenwerdens gegenüber, sondern auch ihrer Familien. Und dann geschieht auch noch ein tragisches Unglück, das Stellas Leben aus den Fugen hebt ... 

Stella ist eine junge Frau und wurde einst von ihrer Familie verstoßen. Ihre Tante hat sich ihrer angenommen und sie zu einer liebenvollen, aber auch starken Frau großgezogen. Stella weiß, was sie will und steht für ihre Rechte ein. 

Dann gibt es da noch Nicola. Ein Draufgänger, der seinen Charme richtig einzusetzen weiß und dem die Schule eigentlich egal ist. Nicola ist das genaue Gegenteil von Stella - weswegen sich beide wohl so perfekt ergänzen. Beide haben sich nach der Schule für ein Studium der Architektur eingeschrieben und möchten damit beginnen, doch Nicola kommt immer wieder zu seiner Leidenschaft, das Apnoetauchen, zurück.

Während der Geschichte erleben wir Leser, was es heißt, erwachsen zu werden, sich gegen seine eigene Familie zu stellen und trotzdem weiter seinen Träumen zu folgen. 

Das Buch "Piniensommer" baut auf den ersten Band "Das Sternenboot" auf. Aber, keine Sorge! Auch, wenn ihr Band 1 nicht gelesen habt, könnt ihr sehr gut in Band 2 einsteigen! Ich selbst kenne Band 1 (leider) auch nicht, werde das aber zu gegebener Zeit definitiv ändern! Die Geschichte der beiden Liebenden Stella und Nicola hat mich zutiefst berührt. Stella ist eine junge Frau, die den Leser einfach mitreißen kann. Sie liebt, sie lacht, sie weint - sie lebt einfach und gibt niemals auf. 

Nicola hingegen hätte ich gerne des Öfteren an den Schultern genommen und ihn ordentlich geschüttelt ... aber gut, er ist ein junger Mann, der sein Leben ebenfalls leben will, sich mehr auf sich selbst bezieht und seinen Charme einfach einzusetzen weiß. Ab und an habe ich mir gewünscht, dass Stella doch noch einen Anderen findet, doch, nachdem ich das Buch beendet habe, weiß ich, dass es keinen Besseren für sie gegeben hat! Stella und Nicola passen einfach zusammen, gehören zusammen und müssen zusammen sein. 

Stefanie Gerstenberger hat mich mit ihrer Geschichte mit ins entfernte Sizilien vergangener Tage genommen. Ich habe viele wunderschöne Landschaften gesehen, die Mentalität der Sizilianer kennen gelernt und bin einer tragischen Liebe begegnet. Auch, wenn es sich letzten Endes um keine leichte Sommerlektüre handelt, so erleben wir einen wunderschönen Sommer - einen Sommer, den ich nur weiterempfehlen kann. (Im Übrigen: die erzählte Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, was das Ganze natürlich noch intensiver gestaltet!)