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Veröffentlicht am 31.03.2018

Eine Wahnsinnstat - verkraften die Eltern das?

Der Pub der guten Hoffnung
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Eine sehr berührende Geschichte mit sehr viel Einfühlungsvermögen für die Charaktere geschrieben. Hannah und Sam haben "the worstcase" in einem Elternleben erfahren. Ihr Sohn ist Amok gelaufen und hat ...

Eine sehr berührende Geschichte mit sehr viel Einfühlungsvermögen für die Charaktere geschrieben. Hannah und Sam haben "the worstcase" in einem Elternleben erfahren. Ihr Sohn ist Amok gelaufen und hat dabei zwei Frauen und sich selber umgebracht. Nun ist nichts mehr wie es war! Vor allem Hannah leidet schwer. Gegen Sam wenden sich die Eltern seiner Schüler. Sie wollen ihre Kinder nicht vom Vater eines Mörders unterrichtet wissen. Hannah riskiert sogar ihre Ehe, sie will nichts mehr von Sam wissen.Die Kämpfe, die Hannah und Sam durchstehen sind sehr feinfühlig beschrieben, man leidet mit jedem mit. Hannah sucht Hilfe in einer psychatrischen Klinik und Sam nimmt eine Auszeit im Cottage seines Freundes.
Finden sie wieder zueinander?
Zur Geschichte:
Hannah und Sam haben das Schlimmste erlebt.Ihr Sohn ist Amok gelaufen und hat sich und noch zwei Frauen umgebracht.Es gibt viel Leid und viele Fragen. Von ihrer Umwelt werden sie nicht mehr akzeptiert. Hannah sucht Hilfe in einer Klinik und Sam nimmt das Angebot seines Freundes an. Er fährt nach Wales und will im Cottage Abstand gewinnen. Kaum angekommen,fangen die Probleme an. Das Cottage ist belegt! Von wem? Wer sind Hope, Finn und Sian? Was bedeuten sie ihm?Hier kommen jetzt auch die originellen Nebencharaktere dazu. Pat, der Besitzer des Pubs, Gretchen die Bäckereibesitzerin, Miss Molly, Charles und Gabe, ja sogar die demente Lebensgefährtin von Pat wird sehr liebevoll beschrieben.Sam lebt sich gut ein und wird von allen anerkannt. Dann ist seine Zeit herum und er fährt wieder nach Hause, mit dem Gedanken im Kopf, daß Pat seinen Pub aufgeben will.
Er kann tatsächlich Hannah überreden, mit ihm den Pub zu übernehmen. Gelingt ihnen damit ein Neuanfang?
Es wird noch spannend, mutig, liebevoll und zum Schluß werden sie sich richtig heimisch fühlen im Pub der guten Hoffnung!
Eine unbedingte Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 06.03.2018

Mileva und Einstein-ein Leben für die Wissenschaft

Frau Einstein
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Eine Roman-Biographie, die mich süchtig gemacht hat, eine Geschichte die man ruhig mehrere Male lesen kann.
Der Schreibstil ist intensiv, eindringlich, als Leser lebt und leidet man richtig mit.
Die Charaktere ...

Eine Roman-Biographie, die mich süchtig gemacht hat, eine Geschichte die man ruhig mehrere Male lesen kann.
Der Schreibstil ist intensiv, eindringlich, als Leser lebt und leidet man richtig mit.
Die Charaktere sehr schön gezeichnet. Wobei ich bei Mileva nie so richtig wußte, ob ich weinen oder lachen sollte. Klar ist sie stolz auf ihr Wissen und möchte es auch verbreiten, aber so vorbehaltlos an Einstein zu glauben, sich zu erniedrigen!
Einsteins Charakter konnte man ziemlich bald erkennen, er nutzt Mileva eigentlich nur aus. Gut haben mir die Züricher Freundinnen gefallen, vor allem Helene, mit der der Kontakt nie abriß. Auch die Mutter erweist sich als ganz starke Frau! Durch die ganze Geschichte konnte man Milevas Entwicklung von der schüchternen, einzelgängerischen Studentin zur starken Frau zum Schluß, die Einstein das Preisgeld abtrotzt, beobachten.
Zur Geschichte:
1897 in Zürich hat sich Mileva Maric am Polytechnikum eingeschrieben um Physik und Mathematik zu studieren. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten findet sie Freundinnen und ihr Mitkommilitone Einstein sucht ihre Freundschaft. Ihm fällt auch ihre ungeheure Matheintelligenz auf und sie arbeiten bald zusammen, wobei dem Leser eigentlich Mileva als die Klügere und Ehrgeizigere vorkommt. Sie verlieben sich und Mileva wird bald schwanger. Jetzt läuft es einfach nicht mehr. Die Hochzeit wird hinausgezögert. Mileva entdeckt, daß Einstein sie im wissenschaftlichen Bereich hintergeht.Ob und wann sie dann doch heiraten, welches Leben sie führen (das von Bohemiens?) und warum Mileva welches Preisgeld kriegt undnoch so einiges mehr, müssen sie selber lesen.
Ich habe Mileva gern begleitet und werde ihre Geschichte sicher noch einmal lesen.

Veröffentlicht am 27.10.2017

Eine appetitanregende Geschichte vonLiebe und Freundschaft und deritalienischen Küche

Der Duft von Pinienkernen
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Das Buch ist schon von außen die reinste Verführung, der Titel und die wunderschöne italienische Landschaft "zwingen" mich die Geschichte zu lesen.
Emily Bold hat es geschafft eine wundervolle Komposition ...


Das Buch ist schon von außen die reinste Verführung, der Titel und die wunderschöne italienische Landschaft "zwingen" mich die Geschichte zu lesen.
Emily Bold hat es geschafft eine wundervolle Komposition von Liebe, Freundschaft und italienischer Kochkunst zu schreiben. Die Hauptdarstellerinnen, ich kann sie mir richtig vorstellen, besonders Greta mit ihren italienischen Wurzeln. Christoph ist hervorragend herausgearbeitet. Ich mag ihn, wie er sich so langsam ins Herz, von wem bloß?. stiehlt. Bei der ganzen Kocherei möchte man am liebsten selber mitmachen, mitriechen und mitessen.Das Buch ist auf jeden Fall unterhaltsam geschrieben, läßt einen mittendrin sein und ich habe seitdem den Wunsch nach einer kulinarischen Auszeit in Italien.
Greta und Katrin, zwei dicke Freundinnen, haben eine Nudelbar in München. Das wäre alles ganz gut, bis Greta einen Fehler macht. Welchen? Katrin kündigt die Freundschaft, die Nudelbar und die Wohnung auf. Greta bereut es bitter und hat jetzt aber eine andere Möglichkeit. Ein Herr Frischmann bietet ihr an ein italienisches Kochbuch zu erstellen, inclusive einer Reise nach Italien. Der Fotograf wird ihr gestellt. Los geht es in Venedig. Greta lernt viele Leute kennen, ihre Geschmacksknospen öffnen sich tollen, neuen Eindrücken uhnd sie lernt schwarzen Reis kennen. Der Ausflug nach Verona bringt sie auch persönlich ein kleines Stück weiter. Auch Nino hilft ihr zu erkennen, was falsch gelaufen ist bei r ihr. Christoph Schilling der Fotograf ist ganz begeistert von den Fotos und von Greta. Die nächste Station ist Bologna. Wieder hat sie Glück, sie kommt in einer kleinen Familienpension unter und wird zum kurzzeitigen Familienmitglied, kochen eingeschlossen. Sie lernt Bologna lieben, Pasta herzustellen und Daniele den Olivenbauern kennen.Gleichzeitig freut sie sich auch auf die nächste Fotosession mit Christoph. Ihre täglichen Karten an Katrin, mit der Bitte um Vergebung sendet sie weiterhin. Beim Fotoshooting merken beide, Christoph und Greta, daß sie eine gewisse Nähe, Verbindung fühlen. Greta fühlt sich zusehends unsicher, was will Christoph, kann sie Timos und Danieles Wunsch erfüllen. Bei einem gemeinsamen Ausflug kommen sie sich sehr nahe. Dann muß Christoph nach Rom und lädt sie ein mitzukommen. Hier erreicht sie die Nachricht, daß Tante Aurora gestorben ist und sie unbedingt nach Gallipoli in Apulien kommen soll. Sie fühlt sich aber mehr und mehr von Christoph angezogen und möchte in Rom bleiben. Schließlich landet sie doch in Apulien, wo ihre Tante ihr ein Haus vererbt hat. Auch hier wieder lernt sie einiges über sich und ihr Leben und muß entscheiden, ob sie das Haus behalten will. So kontaktiert sie ein letztes Mal, Katrin, die verspricht ihren Bruder, der Anwalt ist, zu schicken. Inzwischen versetzt ihr christoph einen Schock, er soll für einen Auftrag nach Indien. Greta ist entsetzt, weiß aber wieder nicht richtig zu antworten auf Christophs Frage, ob er ihr fehle. Dann kommt Frank, der Anwalt an und hat jemanden im Gepäck. Dreimal dürfen sie raten! Es folgt ein Schlagabtausch und eine zögerliche Annäherung. Dann kommt Christoph für neue Bilder. Schafft es Greta über ihren Schatten zu springen, Nähe zuzulassen und ihrem Glück zu trauen?
Das müssen, sollten sie selber lesen.
Als I-Tüpfelchen gibt es hinten auf der Innenseite des Klappendeckels ein wunderbares Rezept!

Veröffentlicht am 03.10.2017

Spannende Familiengeschichte, mit Mauerfall und Geheimnis

Preiselbeertage
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Der Titel und das minimalistische Cover haben mich schwer gereizt und auf der Innenseite geht es gleich weiter, ein Rezept zum nachbacken "Schwedische Kanelbullar".. Der Text auf dem Klappdeckel klingt ...

Der Titel und das minimalistische Cover haben mich schwer gereizt und auf der Innenseite geht es gleich weiter, ein Rezept zum nachbacken "Schwedische Kanelbullar".. Der Text auf dem Klappdeckel klingt interessant.
Jetzt ran an´s Buch!
Ich habe ein sehr interessantes, tiefgehendes, schwedisches, deutsch-deutsches Buch mit einer schwierigen Familiengeschichte und einem Geheimnis gelesen. Es ist hauptsächlich die Geschichte von Ina und ihrer Tochter Ariane und der ereignisreichen Zeit 19 86-Mauerfall in der DDR. Die Autorin versteht es dem Leser, die Geschehnisse der damaligen Zeitsehr eindringlich anhand der Geschichte von Ina, Jörg und Ariane nahe zubringen. Man mag es garnicht glauben, durch eine Republikflucht, die so nie stattgefunden hat, werden Ina und Ariane auseinandergerissen und die Eltern von Ina haben die Wahl, entweder ihre Tochter oder die Enkelin.So bricht der Kontakt auf Jahre ab. Es ist immer noch unglaublich, welche Methoden in der damaligen DDR herrschten!!
Zur Geschichte:
Ariane, die in Leipzig in der Nähe ihrer Großeltern lebt, muß nach Schweden fahren. Jörg, ihr Vater ist plötzlich verstorben. Sie hat ein bißchen Bedenken, einerseits liebt sie Schweden und die Preiselbeermarmelade ihrer Mutter, andererseits fühlt sie sich in Leipzig, bei ihren liebevollen Großeltern wohl. Zu ihrer Mutter hat sie kein besonderes Gefühl, sie weiß nicht so recht wie sie ihr begegnen soll. Die Beerdigung und die kurze Zeit danach dient dem gegenseitigen Abtasten. In Söderby gibt es aber auch noch Jolante und Viggo, bei denen sie sich schnell wohlfühlt. Ihr Vater hat den beiden Schwestern ein Manuskript hinterlassen. Laut Ina, der Mutter hat es das nie gegeben. Ariane entscheidet sich vorläufig nach Schweden in das Sommerhaus ihres Vaters zu ziehen, vielleicht taucht das Manuskript ja hier auf.In der Einsamkeit kommen sie und Viggo sich näher. Darf das überhaupt sein? Warum versteht sich Ariane mit ihrer Mutter nicht so gut, mit ihrer Schwester, dafür umso besser? Viele Fragen tauchen auf! Manche kriegt
sie schnell gelöst, aber Ina, auf die Vergangenheit angesprochen, macht zu, gibt keine Auskünfte. Ariane erlebt eine schöne Zeit in Schweden und wir dürfen Schweden ein bißchen näher kennenlernen. Zusammen mit Viggo fährt sie nach Gränna, der Stadt der Zuckerstangen und auch die Schilderung des Elchparks ist so toll, man fühlt sich mit dabei.
Ja und dann ändert ein Weihnachtsfest alles!
Taucht das Manuskript auf? Spricht Ina endlich über die Vergangenheit? Erfährt Ariane endlich allesüber ihre Mutter und sich?Jolante ist auch sehr glücklich! Viggo gehört dazu und auch wieder nicht!
Ein Tipp, lest es selber! Eine Topempfehlung

Veröffentlicht am 17.09.2017

Spannend, aber nicht reißerisch, mit originellem Ermittler

Ermordung des Glücks
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Das war mein zweiter Ani, aber der erste mit Jakob Franck. Zu Anfang mußte ich kämpfen, aber der eigenartige Schreibstil hat mich dann doch gefangen. Sprachlich klasse! Natürlich hab ich auch mehroder ...

Das war mein zweiter Ani, aber der erste mit Jakob Franck. Zu Anfang mußte ich kämpfen, aber der eigenartige Schreibstil hat mich dann doch gefangen. Sprachlich klasse! Natürlich hab ich auch mehroder weniger einen "normalen" Krimi erwartet, den man in einem Rutsch liest. In dieser Geschichte wird man so richtig entschleunigt, was hauptsächlich an der bedächtigen und tiefgehenden Ermittlungsarbeit von Franck liegt. Das braucht alles seine Zeit.Interessant, was er aus den "Verdächtigen" herauslocken kann. Er hat eine nahezu grenzenlose Geduld im Ermitteln, muß unbedingt das letzte, vieleicht vergessene, wichtige "Fitzelchen" finden. Sein eher unbedarftes Aussehen, ganz das Gegenteil von einem rasant auftretenden Kriminaler oder Polizisten, hilft ihm sicher auch, das zu ihm leichter Vertrauen gefaßt wird. Andersrum verhilft ihm auch sein bisheriges Leben, unter anderem die gescheiterte Ehe, sich besser auf die Verdächtigen, die Tatbestände einzulassen.
Schön find ich, daß es ein Müchen-Krimi ist und man vor Augen geführt kriegt, daß in den Vororten nicht längst alles heile Welt ist.
Den dritten Fallvon Jakob Franck werde ich mit Sicherheit lesen.
Zur Geschichte:
Eines Abends muß JakobFranck, den Eltern von Lennart Grabbe die Nachricht bringen, daß ihr Sohn ermordet aufgefunden wurde. Er galt seit 34 Tagen als vermißt. Eine Bombe hätte nicht schlimmer einschlagen können. Seine Mutter ist vollkommen verstört. Ein intelligenter Junge, guter Fußballspieler, kommt abends nicht heim und sein Handy hat er daheim liegen lassen.Jakob Franck versucht den Eltern beizustehen. Ihre Ehe gehtvollkommen in die Brüche, mit der Mutter ist nicht mehr zu reden, nichtmal der eigene Bruder wird angehört. Da die Sonderkommission nichts wesentliches herausgefunden hat, bittet Jakob Franck an, aufseine Art zu den Ermittlungen beizutragen. Er bringt erstaunliches heraus! Mehrere Leute haben Geheimnisse,genauso auch Tanja und Max, die Mutter und derOnkel, es gibt einen Nachbarn, der schon als Spanner unterwegs war und noch einige mehr.Es stellen sich viele Fragen, nicht zuletzt die wichtigste: wer kann der Mörder sein? Menschlich schön und irgendwie anrührend, daß Franck immer wieder zu seiner geschiedenen Frau kann.
"Dann hörte Jakob Franck auf zu denken, denn er hatte eine Nähe zu bewohnen"!
Ich denke, der Schlußsatz ist so passend und höchst literarisch!