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Veröffentlicht am 24.03.2023

Vom Highlight zum Flop

Dunbridge Academy - Anywhere
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Ich war von Anfang an IN LOVE mit diesem Buch. Es ist nicht das erste der Autorin, das ich lese, deshalb hätte mich der angenehme Schreibstil nicht überraschen sollen, aber irgendwie war ich trotzdem total ...

Ich war von Anfang an IN LOVE mit diesem Buch. Es ist nicht das erste der Autorin, das ich lese, deshalb hätte mich der angenehme Schreibstil nicht überraschen sollen, aber irgendwie war ich trotzdem total positiv überrascht. Ich bin geradezu durch die Seiten geflogen, es war so locker und leicht, trotz der immer wieder auftauchenden kurzweilig ernsten Phasen, wenn es um Emmas Vergangenheit mit ihrem Vater geht, um ihre Zweifel, um ihre Einsamkeit auf der Dunbridge Academy.

Ich mochte echt alles an dem Buch. Vor allem Henry, weil er so durch und durch gut ist, so hilfsbereit und rücksichtsvoll und unsportlich(!). Es gibt kaum einen Moment in diesem Buch, in dem er nur an sich gedacht hat. Und als er einmal aus Wut nicht so toll gehandelt hat, dann war das nicht um Drama zu schaffen, denn Emma hat ihn verstanden. Die beiden haben viel miteinander geredet und nichts in die gesagten oder ungesagten Worte des anderen hineininterpretiert. Zwischen ihnen gab es kein Drama, sie haben sich einfach kennen gelernt und verliebt und das mochte ich so sehr. Ich liebe die Chemie zwischen den beiden.

Ich liebe auch das Setting, das mehr Richtung Jugendbuch als New Adult geht. Ich fand es schön, auch mal so etwas von der Autorin zu lesen, auch wenn mir dann einige Szenen für das Alter der Hauptcharaktere doch zu heiß waren. Aber gut, die konnte ich überblättern, die haben die Handlung für mich überhaupt nicht gestört, das war schon irgendwie okay. Und bis dato die einzige Kritik am Buch, weshalb sollte man das hoch gewichten?

Neben der Lovestory wurde auch die Geschichte zu Emmas Vater weiter vorangepusht und da gab es eine Szene, die mich so getroffen hat. Die mich tief erschüttert hat, worauf mich wirklich niemand hätte vorbereiten können. Ich habe wahnsinnig viele Parallelen zu von mir Erlebtem ziehen können, dass es schmerzhaft war. Ich habe geweint, ich musste das Buch erst mal weglegen, aber ich war zutiefst berührt. Und am nächsten Tag war ich zwar immer noch ein bisschen erschüttert, aber auch irgendwie dankbar. Weil das eine gänzlich neue Leseerfahrung für mich war und ja, sie hat immens weh getan und Dinge aufgerüttelt, von denen ich dachte, sie seien vergraben gewesen. Aber es war irgendwie schön. Ist das nachvollziehbar?

Jetzt stellt sich die Frage: Wieso nur 3 Sterne? Bei diesen Begeisterungsausbrüchen müsste die Bewertung doch höher sein. Die 3 Sterne, diese relativ neutrale Bewertung kommt vom letzten Drittel des Buches.

Ab Seite 316, aka 25. Kapitel war es mit der Liebe vorbei. Sie wurde abgetötet. Denn der Plottwist, der da ins Spiel gebracht wird, ist für mich vollkommen unnötig gewesen. Vollkommen. Ehrlich, ich verstehe jetzt noch nicht, wieso das passieren musste, es hat für mich den Zauber des Buches so richtig gecrasht. Und hat dafür gesorgt, dass der erste Band der Dunbridge Academy für mich von einem Jahreshighlight zu einem 3-Sterne-Buch wurde.
Ich möchte hier natürlich nicht spoilern, was ab Seite 316 passiert. Die Inhaltswarnung im Buch gibt aber ein ganz guten Hinweis darauf. Für mich war es unnötiges Drama, um das Buch gegen Ende noch aufzupeppen. Nur hat da für mich leider nichts gepeppt.

F A Z I T
Dieses Buch war anders als ich es erwartet habe. Und auch wenn mich das letzte Drittel so sehr enttäuscht hat, dass "Dunbridge Academy - Anywhere" kein Highlight mehr sein kann, nehme ich doch etwas von der Handlung mit. Und werde die nächsten Bände bestimmt lesen.


Hier nochmal die Inhaltswarnung (Seite 463):
Tod, Verlust, Trauer und Trauerbewältigung, Substanzmissbrauch und Abhängigkeit.

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Veröffentlicht am 08.03.2023

Munro

Munro
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Die "Immortals after Dark" gehört zu den wenigen Reihen, bei denen ich immer auf eine Fortsetzung aus bin. Regelmäßig überprüfe ich da, ob endlich mal ein neuer Band kommt. Trotzdem hat mich "Munro" dann ...

Die "Immortals after Dark" gehört zu den wenigen Reihen, bei denen ich immer auf eine Fortsetzung aus bin. Regelmäßig überprüfe ich da, ob endlich mal ein neuer Band kommt. Trotzdem hat mich "Munro" dann völlig unvorbereitet erwischt. Plötzlich war die lang ersehnte Fortsetzung da und die Freude meinerseits war groß.

Der Vorgänger von "Munro" erschien 2017 und ist damit eine Ewigkeit her. Ich hätte damit rechnen können, dass ich mich nicht mehr an allzu viel erinnern kann, aber diese Sorge war anfangs noch gar nicht da. Ich dachte wirklich, ich wäre noch voll drin in dieser Reihe. Anfangs wurden dann auch einige Dinge wiederholt. Ein paar Charaktere wurden erklärt und ein paar vorangegangene Handlungsstränge, die in diesem Band wichtig werden.
Ich war erleichtert, denn da ist mir auch erst bewusst geworden, WIE wenig ich noch weiß. Aber ehrlich gesagt, haben diese kurzen Wiederholungen am Anfang der Geschichte überhaupt nicht ausgereicht. Je weiter ich kam und je mehr Charaktere erwähnt wurden, desto verwirrter war ich. Ich konnte mich teilweise nicht einmal mehr an die Hauptcharaktere und Pairings früherer Bände erinnern. Das hat mich echt schockiert. Ich hätte so ein allumfassendes Personenverzeichnis gut gebrauchen können.

Es gibt ein Immortals after Dark-Wiki, auf das ich gerne zurückgegriffen habe. Aber ehrlich gesagt hat auch das noch Fragezeichen zurückgelassen. Fünf Jahre Pause in einer Reihe sind einfach viiiiel zu lange und ich hoffe, die Autorin lässt uns nicht noch einmal so lange warten. (Da tröstet mich die Widmung am Anfang des Buches, für diejenigen, die so geduldig waren, auch nicht besonders drüber hinweg.)


Aber zurück zum Buch:
Den Anfang fand ich super! Ich mag Coles lockeren Schreibstil und den Humor, den sie in die Charaktere und Handlung einfließen lässt. Irgendwie hat es sich doch ein bisschen wie nachhause kommen angefühlt. Ich wusste jedenfalls sofort wieder, warum ich die Bücher der Autorin so mag.

Trotzdem muss ich leider sagen, dass die Sogwirkung, die die Bände der Reihe früher auf mich hatten, leider ausblieb. Und ich kann nicht sagen, ob es daran liegt, dass ich der Reihe vielleicht einfach schon ein bisschen entwachsen bin, oder ob es am Buch an sich liegt. Denn erotische Fantasy ist überhaupt nicht mehr meins. So gar nicht. Aber ich fand die Story hinter den Immortals after Dark immer so interessant, ich mochte die unterschiedlichen Mythianer und wie alles irgendwie miteinander zusammen hing. Deshalb konnte ich über die erotischen Szenen immer ganz gut hinwegsehen oder sie überblättern. Wie gesagt, erotischen Gestaltwandler-Szenen (etc.) bin ich einfach entwachsen. Darauf kommt es mir nicht an. Die Lovestorys mag ich ja trotzdem. Aber die hatte einfach nicht die gleiche Wirkung wie früher auf mich.

Trotzdem möchte ich erwähnen, dass ... okay, nein. Eigentlich will ich es nicht wirklich erwähnen, weil es spoilern würde. Aber so viel: In der gesamten Reihe haben wir ganz unterschiedliche Wesen verfolgt. Es war schon so ziemlich alles dabei. Und natürlich kommen am meisten Lykae und Vampire vor. Allerdings in 90% der Fälle in männlicher Variante. Deshalb fand ich es sehr spannend, in diesem Buch mal etwas anderes zu erleben. Und gleichzeitig fand ich es auch irgendwie befremdlich. Ich kann das nicht ausführlicher erklären, ohne immens zu spoilern.

Das Ende fühlte sich diesmal viel mehr wie ein Ende an. Nicht so offen wie die vorherigen Bände, sondern wie ein Ende-Ende. Ein "Happy ever after"-Epilog-Ende. Da frage ich mich natürlich schon, was das für die nächsten Bände der Reihe bedeutet. Ob die jetzt immer alle fünf Jahre kommen oder die Autorin für sich ein Ende-Ende zumindest für ein Paar geschrieben hat und alle Hintergrund-Handlungen einfach offen lässt. Ich hoffe wirklich nicht.

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Veröffentlicht am 08.03.2023

Die Kunst des Verschwindens

Die Kunst des Verschwindens
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Themen: Trauer, Krebs, Stalking


In »Die Kunst des Verschwindens« geht es, wie der Titel schon verrät, ums verschwinden. Aber erst einmal geht es um Ellen, bekannte Schauspielerin und Hauptdarstellerin ...

Themen: Trauer, Krebs, Stalking


In »Die Kunst des Verschwindens« geht es, wie der Titel schon verrät, ums verschwinden. Aber erst einmal geht es um Ellen, bekannte Schauspielerin und Hauptdarstellerin einer Netflixserie, und um Nico, Fotografin. Die beiden laufen sich mehrmals scheinbar zufällig über den Weg und verbringen die Neujahrsnacht gemeinsam in den Straßen Berlins. Ellen bringt Nico die magischen Momente der Welt näher. Und verschwindet dann auf einmal spurlos. Gefühlt die gesamte Welt sucht nach ihr. Und auch Nico scheint von ihrem Verschwinden besessen zu sein und eine Reise quer durch Europa beginnt.

VON FALSCHEN ERWARTUNGEN
Ich versuche eigentlich immer unvoreingenommen an ein Buch heranzugehen. Und wie gesagt, eigentlich hatte ich gar keine richtigen Erwartungen an »Die Kunst des Verschwindens«. Ich hatte einfach so ein Gefühl, dass das Buch gut werden würde. Und im Zuge dessen hatte ich wohl einfach gedacht, dass das Buch anders sein würde, als es war.

Nach den ersten paar Seiten war ich begeistert. Ich war geflasht von dieser Art zu schreiben und habe Melanie Raabe schon auf die Liste meiner neuen Lieblingsautor*innen gesetzt. Dass ich so schnell, so hin und weg bin, passiert mir wirklich selten. Noch seltener kommt es vor, dass das Buch nach so einem genialen Start eine Vollbremsung hinlegt. Vollbremsung ist vermutlich übertrieben, denn ich fand »Die Kunst des Verschwindens« letztendlich nicht schlecht. Aber nach diesem himmelhochjauchzendem Gefühl des Anfangs bin ich dann doch etwas härter auf dem Boden der Tatsachen aufgeschlagen.

PERSPEKTIVEN
»Die Kunst des Verschwindens« ist aus Ellens und Nicos Sichten geschrieben. Die beiden kennen sich am Anfang der Geschichte noch nicht. Wir erleben, wie Ellen nach Berlin zurückkehrt, wie sie sich auf den Geburtstag ihres Ersatzvaters und guten Freundes freut, wie sie dann aber die Nachricht seines Todes erhält. Gleichzeitig begleiten wir Nico durch ihren Alltag und verfolgen dabei, wie sie wegen ihrer Zivilcourage niedergeschlagen wird.

Dann begegnen sich die beiden immer öfter. Und genau diesen Anfang fand ich super spannend. Wenn man noch nicht weiß, wie die Geschichten der beiden Frauen miteinander verbunden sind. Wie man ihre ersten Begegnungen miterlebt. Dann, und da muss ich ganz ehrlich sein, hat sich das Buch immer mal wieder ein bisschen gezogen. Ich fand es interessant und gleichzeitig war mir das Tempo zu langsam. Die beiden begegnen sich, verbringen Zeit miteinander, gehen ins Museum und so weiter. Aber ich habe die ganze Zeit nur auf das Verschwinden gewartet. Wer verschwindet? Warum verschwindet diese Person? Das war das, was ich in diesem Buch lesen wollte. Und genau das hat auf sich warten lassen.


DAS VERSCHWINDEN
Ellen ist die Person, die verschwindet. Wir erleben den Moment kurz vor dem Verschwinden mit, können diesen aber nicht wirklich deuten, weshalb wir total mitfiebern, was wirklich passiert ist. Wir feuern Nico an, nach Ellen zu suchen, den Hinweisen zu folgen. Und halleluja, ist das spannend!

Zumindest für kurze Zeit. Denn die nächste langatmige Stelle lässt nicht auf sich warten. Und genau das ist mein Problem mit diesem Buch. Die Charaktere fand ich super. Ellen war mir persönlich nicht unbedingt sympathisch, aber ich fand ihren Charakter unglaublich interessant. Gemeinsam mit Nico und den ganzen Geheimnissen, die hinter dem Verschwinden stecken, hatte das Buch so unglaublich viel Potenzial. Und das wurde leider einfach nicht ausgeschöpft.

FAZIT
»Die Kunst des Verschwindens« beginnt absolut genial. Sowohl der Schreibstil als auch die Story legen so einen guten Start hin, dass ich wirklich glaubte, das wird ein Jahreshighlight. Aber dann baut die Handlung leider sehr ab. Ich fand den Spannungsbogen der Geschichte extrem durchwachsen. Es gab einige spannende Momente, wo ich mich sehr aufs weiterlesen gefreut habe. Aber dann gab es auch sehr langatmige Passagen, die ich am liebsten übersprungen hätte. Insgesamt verspricht das Buch mehr als es ist.

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Veröffentlicht am 08.03.2023

Right Here

Right Here (Stay With Me)
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Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, weil es mich beim ersten Leseversuch nicht gefesselt hat. Ich bin jetzt auch ganz froh darüber, es gehört zu haben, denn da konnte ich die Vorlese-Geschwindigkeit ...

Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, weil es mich beim ersten Leseversuch nicht gefesselt hat. Ich bin jetzt auch ganz froh darüber, es gehört zu haben, denn da konnte ich die Vorlese-Geschwindigkeit etwas schneller setzen. Das Tempo der Geschichte ist nämlich so langsam, dass es mich nicht überrascht, dass es mich beim selbst lesen, nicht gecatched hat.

Ein langsamer Spannungsaufbau muss nicht unbedingt etwas negatives sein. Ich glaube, für viele ist auch genau das das Besondere an diesem Buch. Für mich war es aber nicht unbedingt etwas. Ich fand es sehr schön, wie sich Jules und Lucy kennen gelernt haben. Und die Stimmung zwischen ihnen war so schön, weil beide extrem verständnisvoll sind und es nicht um das sexuelle Knistern oder die Spannung oder Anziehung zwischen ihnen ging. Da sind einfach zwei Personen, die sich gut verstehen, die sich sehr mögen, auf einer sehr persönlichen Ebene.

Also einerseits fand ich diese ruhige Romanze total schön, weil sie für mich mehr der Realität entspricht als die Schnelligkeit anderer New Adult-Bücher. Andererseits fand ich es teilweise auch ein bisschen mühsam, weil gefühlt nichts passiert ist. Jules und Lucys Begegnungen waren zwar wirklich schön, aber ich habe sie als absolut nicht spannend oder aufregend empfunden. Und ich glaube, dass diese Emotionen beim Lesen ganz grundsätzlich auch bei langsameren Liebesgeschichten möglich ist.

FAZIT
Alles in allem mochte ich die Nebenprodukte dieser Story mehr als Lucys und Jules Liebesgeschichte, die aber definitiv sehr angenehm und wholesome war. Beide haben immer offen und ehrlich miteinander gesprochen, das »Drama« kam lediglich durch die Lebensumstände der beiden. Ich mochte Lucys Ultimatum zum Eiskunstlauf, auch wenn mir das Thema Eiskunstlaufen an sich ein wenig zu kurz gekommen ist. Ich mochte auch ihr Praktikum in der Parfüm-Firma ihrer Eltern. Nur der Mittelpunkt der Geschichte, die Lovestory, hat mich nicht überzeugt.

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Veröffentlicht am 04.11.2023

Die Macht Ihres Unterbewusstseins

Die Macht Ihres Unterbewusstseins
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Vorweg möchte ich sagen, dass dies nicht mein erster Ratgeber in diese Richtung ist. Ich habe schon “Miracle Morning” von Hal Elrod gelesen, das ein bisschen wie eine Offenbarung für mich war. Dass Affirmationen ...

Vorweg möchte ich sagen, dass dies nicht mein erster Ratgeber in diese Richtung ist. Ich habe schon “Miracle Morning” von Hal Elrod gelesen, das ein bisschen wie eine Offenbarung für mich war. Dass Affirmationen und somit das Unterbewusstsein das Leben verändern können, ist für mich also nichts neues. Ich habe das selbst erlebt, als ich den Miracle Morning eine Weile durchgezogen habe (Morgens eine Stunde mit sich selbst beschäftigen, in dem man schreibt, liest, Ziele visualisiert, sich Affirmationen vorsagt und Sport treibt). Ich bin also grundlegend offen für diese Art der Spiritualität, da ich die Wirkung der Gedanken wie gesagt selbst erlebt habe.

Aber “Die Macht Ihres Unterbewusstseins” treibt das ganze für mich persönlich auf die Spitze. Ich habe das Buch als extrem spirituell und religiös wahrgenommen. Das ging für mich stark über eine Grenze hinaus. Ich kenne Affirmationen in Form von “Morgen früh stehe ich um 5 Uhr mit meinem Wecker auf, ich werde mich energiegeladen fühlen und nicht auf Schlummern klicken. Ich werde sofort aufstehen und gut gelaunt in den Tag starten”. Joseph Murphy allerdings gestaltet seine Affirmationen in Form von Gebeten. Für mich als nicht gläubiger Mensch war das wirklich sehr befremdlich. Ich persönlich mag es auch lieber, mir mit den Affirmationen selbst die Stärke, meine Ziele zu erfüllen, vorzusagen. Und nicht Gott für diese Stärke zu danken.

OVER THE TOP
Zudem waren seine Beispiele für die Macht des eigenen Unterbewusstseins sehr extrem. So gab es zum Beispiel einen Mann, der sich immer wieder in Gedanken rief, dass er seinen Arm dafür geben würde, wenn seine Tochter endlich gesund würde. Bei einem Autounfall verlor der Mann seinen rechten Arm und seine Tochter wurde tatsächlich gesund.

Ob diese Geschichte wirklich wahr ist, sei mal dahingestellt. Solch extreme Beispiele bringen mir Affirmationen und das Manifestieren nicht näher, weil ich sie nicht ernst nehmen kann. Das ist so extrem spirituell und esoterisch, dass es sich nicht in mein Weltbild fügt. Dass das Unterbewusstsein Dinge beeinflussen kann, ist klar. Aber für mich eher im Sinne von: Ich nehme Dinge positiver wahr und führe mir meine Ziele mit Affirmationen und dem Manifestieren ständig vor Augen.

Und wenn du dir selbst immer wieder deine Lebensziele vorsagst und die Erfüllung dieser Ziele vorstellst, dann arbeitest du natürlich automatisch mehr daran. Und diese Art der Affirmation habe ich im Zuge des Miracle Morning festgestellt. Und natürlich können sich diese Dinge absolut magisch anfühlen und man denkt dann auch mal: Wow, das Universum schickt mir Zeichen.

Neidvollen Gedanken nachzuhängen hat verheerende Wirkungen. Sie setzen sich auf diese Weise selbst ins Unrecht […]

Seite 150

NICHT ALLES IST SCHLECHT
Einige Denkanstöße in diesem Buch fand ich aber ganz gut. Beispielsweise, dass man sich in seinen Gedanken nicht an die Vorstellung klammern soll, wie ein Wunsch erfüllt wird. Man soll sich vorstellen, dass er bereits erfüllt ist. Damit konzentrierst du dich nicht auf die Arbeit, sondern die Freude, wenn du es geschafft hast. Außerdem finde ich auch den Ansatz sehr schön, Wünschen mit Dankbarkeit zu begegnen.

Sehr angesprochen hat mich auch die Passage, dass man nicht geringschätzig denken sollte. Weder von sich selbst, anderen oder Dingen. So sollte man zum Beispiel das Wort “stinkreich” vermeiden, weil es negativ konnotiert ist und dem Unterbewusstsein somit eine negative Einstellung zum Geld suggeriert. Passend hierzu folgendes Zitat:

Das Unterbewusstsein hält Ihnen alles vom Leib, was Sie mit Überzeugung ablehnen.

Seite 158

FAZIT
“Die Macht Ihres Unterbewusstseins” ist in der Ursprungsfassung schon etliche Jahrzehnte alt. Auch die Neufassung kann den Eindruck von veralteten Herangehensweisen und Ansätzen leider nicht schmälern. Insgesamt war mir dieses Buch einfach zu religiös und übertrieben spirituell. Auch wenn ich ein paar Denkanstöße mitnehmen konnte, kann ich das Buch nicht unbedingt empfehlen. Ich glaube, da gibt es einige bessere Bücher zu den Themen Unterbewusstsein, Affirmation und Manifestieren.

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