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Veröffentlicht am 12.11.2023

Sachbuch und Bildband zusammen vereint

Polarlichter
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Klappentext:

„Ein magischer Natur-Bildband, der Sie staunen lassen wird



Seit jeher fasziniert das farbenprächtige Himmelsschauspiel der Polarlichter die Menschen. Der Naturfotograf Bernd Römmelt war ...

Klappentext:

„Ein magischer Natur-Bildband, der Sie staunen lassen wird



Seit jeher fasziniert das farbenprächtige Himmelsschauspiel der Polarlichter die Menschen. Der Naturfotograf Bernd Römmelt war in allen Anrainerstaaten der Arktis - Alaska, Nordkanada, Grönland, Island und Skandinavien - unterwegs, um das beeindruckende Naturphänomen über Bergen, Seen, Gletschern und Wäldern zu fotografieren. In über 150 atemberaubenden Bildern zeigt er das ständig wechselnde Farbenspiel der Aurora Borealis und erklärt in persönlichen Texten die Faszination dieses ergreifenden Naturschauspiels, um das sich viele Mythen und Legenden ranken. Magische Momente, die das Nordlicht lebendig erfahrbar machen. Zusätzlich erhält der Leser Tipps für das Fotografieren in den Polarnächten des hohen Nordens.“



In diesem Bildband dürfen wir Leser voller Pracht die Schönheit und Einmaligkeit der Polarlichter bestaunen. Naturfotograf Bernd Römmelt hat es wieder mehr als geschafft, die unnachahmliche Schönheit der Natur mit der Kamera einzufangen. Er ist bekannt auch als „Jäger des Lichts“ (gleichnamiger Bildband ebenfalls beimVerlag Knesebeck erschienen) und macht dem alle Ehre. Hier in diesem Buch geht er nicht nur auf den Mythos Polarlicht ein sondern auch auf die Wissenschaft sowie die Forschung, heißt: es werden neben atemberaubenden Fotografien auch interessante und kurzweilige Texte zu finden sein. einige Bilder sind doppelseitig angeordnet, andere harmonisch in den jeweiligen Text mit eingebaut. Die Farbenspielerei, das Licht an sich, eben genau den richtigen Moment zu treffen, genau das hat Bernd Römmelt hier wieder geschafft.

Optik und Haptik sind hochwertig aufgemacht, der feste, glänzende Einband hat eine feste Bindung für die Buchseiten. Diese sind von festem und griffigem, leicht mattiertem Papier. Für meine Begriffe ist die Buchgröße von 22.6 x 2 x 27 cm etwas zu winzig gewählt. Auch ist die Bezeichnung Bildband nicht ganz richtig. Wie bereits oben erwähnt, finden sich reichlich Texte hier wieder. Das Buch ist eher Sachbuch als Bildband aber dennoch jede investierte Minute wert! Genau dafür vergebe ich 4 von 5 Sterne!

Veröffentlicht am 12.11.2023

4 sehr gute Sterne!

Das Flüstern der Feigenbäume
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Klappentext:

„Im Jahr 1974 befindet sich das idyllische Zypern kurz vor dem Bürgerkrieg. Eine Taverne, betrieben von einem schwulen Paar, ist der einzige Ort, an dem sich der Grieche Kostas und die Türkin ...

Klappentext:

„Im Jahr 1974 befindet sich das idyllische Zypern kurz vor dem Bürgerkrieg. Eine Taverne, betrieben von einem schwulen Paar, ist der einzige Ort, an dem sich der Grieche Kostas und die Türkin Defne treffen können. Der prachtvolle Feigenbaum im Innenhof der Taverne ist Zeuge ihrer glücklichen Begegnungen und stillen Abschiede. Der Feigenbaum ist auch da, als der Krieg ausbricht und Menschen auf der ganzen Insel spurlos verschwinden.

In der Gegenwart steht der Baum im Garten von Kostas und seiner 16-jährigen Tochter Ada in London. Ada weiß nichts von ihrer Heimat, Kostas hüllt sich in Schweigen, wenn es um seine verstorbene Frau Defne geht, Adas Mutter. Nur die Wurzeln des Baums stellen noch eine Verbindung dar zu dem, was geschehen ist. Doch Ada forscht nach: Was verbirgt sich hinter dem Schweigen ihres Vaters? Warum musste ihre Mutter sterben? Während sie die dunklen Schatten ihrer Familie ausleuchtet, erwartet die Feige im Garten den kältesten Wintereinbruch seit Jahrzehnten.“



Diese Mal mein Fazit zu allererst: ein äußerst besonderes, lesenswertes Buch, welches tief unter die Haut geht, wenn der Leser einmal richtig drin ist. Ausgefeilte Charaktere und ein einmaliges Flair lassen diese Geschichten im Kopf der Leserschaft Realität werden! 4 von 5 Sterne hierfür.

Das Buch wurde immer hochgelobt und mir des öfteren bereits empfohlen. Als ich dann endlich damit begann es zu lesen, war die Neugier groß und auch die Erwartungen. Ich muss zugeben, mit der Geschichte Zyperns mich nur bedingt beschäftigt zu haben. Anhand dieses Buches hatte sich das während des Lesens der Geschichte rund um Defne und Kosta geändert und ich muss klar sagen: ohne Vorwissen ist man hier etwas verloren. Selbstredend kennt man die „Spaltung“ zwischen türkischem und griechischem Teil aber welche Gesichter sie jemals hatte, wissen wohl nur die Wenigsten von uns. Wir befinden uns hier also Mitte der 1970er Jahre und es herrscht Bürgerkrieg. Der Zypernkonflikt ist der große Wendepunkt unserer Protagonisten Defne und Kosta. Beide lieben sich und treffen sich immer wieder am Feigenbaum und dann geschieht das, wovor beide mehr als Angst hatten: Gräueltaten der beiden Lager eskalieren. Man fiebert mit beiden Personen mit, kann sich sehr gut in sie hineinversetzen, auch wenn der sprunghafte Schreibstil den Leser gehörig fordert nichts zu überlesen, und hat das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Der bereits benannte Feigenbaum ist der rettende Anker. Seine Symbolträchtigkeit ist enorm. Nicht nur als erotisches Sinnbild ist dieser zu betrachten (in der griechischen Antike bereits so eingeordnet) sondern ist er auch Orakelbaum. Selbst Dante hat diesen Baum bereits als Metapher für das Gute bezeichnet…Anbei mal ein Zitat welches alles wohl treffend auf den Punkt bringt: „…Der Feigenbaum ist wie jeder Baum Symbol des großen Weiblich-Mütterlichen, der Materie der Welt, des unbewussten Wachstums und der geistigen Entwicklung als Leben spendendes wie auch Tod bringendes Prinzip. Mit seiner Üppigkeit der dichten, wohlgeformten Blättern und nahrhaften, süßen Früchten zog er, als Baum des Paradieses, der nur in der mediterranen Wärme wächst, jedoch seit dem Altertum vielfältige Projektionen auf sich in Zusammenhang mit Fruchtbarkeit, Lebenskraft, Geschlechtstrieb und verschiedener erotischer Aspekte. Im Feigenbaum vereinigen sich das männliche und weibliche Prinzip (das Feigenblatt als das männliche Geschlecht, die Frucht als Hodensack- die Frucht als die weibliche Geschlecht, Vulva oder als Brüste). Da alle wilden Feigen eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) mit Feigenwespen haben, die die Befruchtung herbeiführen, kann die Feige auch als Symbol für das Zusammenleben zweier unterschiedlicher Wesen verstanden werden, die aufeinander angewiesen sind.“ (Quelle: https://symbolonline.eu/index.php?title=Feige). Wenn wir nun also unsere Geschichte weiter betrachten, ist klar zu erlesen, die Liebe der Beiden ist wahre Liebe aber es gibt Hindernisse. Das wohl schönste Resultat ihrer Liebe ist Tochter Ada. Diese forscht, verständlicher Weise, in den alten Wunden der Familie. Kosta verschweigt (einerseits verständlich aber auch sehr egoistisch) alles dazu und es soll sein persönlicher Schutzschirm sein. Man folgt Ada, ja, und erliest so das tragische Bild einer Familie, welches definitiv bewegt. Autorin Elif Shafak hat eine Art modernes Märchen erschaffen, das einerseits Geschichte aber eben auch eine emotionale Liebesgeschichte erzählt. Die Liebe ist hier ebenso wie der Feigenbaum der rote Faden der Story. Wie gesagt, hatte mich der Schreibstil und auch ab und an der Ausdruck etwas mehr Mühe gekostet der Geschichte zu folgen. Mein besonderes Highlight: das Flüstern der Feigenbäume! Der Buchtitel erfährt hier definitiv seine Bestimmung! Es gab so einige Figuren, so einige Entdeckungen, so einiges an Liebe. Vielleicht war es manchesmal einfach für mich zu viel aber mehr als 4 sehr gute Sterne sind es nicht in meinen Augen.

Veröffentlicht am 11.11.2023

Beeindruckende Geschichte!

Alles haben
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Klappentext:

„Rimini im Juni, kurz bevor die Touristen kommen. Sandro kehrt in seine Heimatstadt zurück, um seinen Vater Nando zu besuchen. Die Mutter Caterina ist seit ein paar Jahren tot, und ein Freund ...

Klappentext:

„Rimini im Juni, kurz bevor die Touristen kommen. Sandro kehrt in seine Heimatstadt zurück, um seinen Vater Nando zu besuchen. Die Mutter Caterina ist seit ein paar Jahren tot, und ein Freund hat ihm gesagt, der Alte sei nachts ständig unterwegs.

Vater und Sohn könnten kaum unterschiedlicher sein. Nando, pensionierter Eisenbahner und passionierter Tänzer, führt ein bescheidenes Dasein. Sandro ist ein Werbetexter ohne Ideen, aber mit jeder Menge Geldsorgen. Allen, die ihm begegnen, stellt er eine Frage, auf die er selbst keine Antwort hat: Wo wärst du mit einer Million Euro auf dem Konto und ein paar Jahren weniger auf dem Buckel?

Zwischen den beiden stehen unausgesprochene Verletzungen und Schuldgefühle. In knappen, gerade in ihrer Nüchternheit beeindruckenden Szenen zeigt Marco Missiroli die wortkargen Versuche der beiden Männer, sich anzunähern. Er erzählt von Tanz, Trauer, lebenslangen Träumen, von der Faszination des Kartenspiels und den Momenten, in denen man alles haben - oder alles verlieren kann.“



Autor Marco Missiroli hat „Alles haben“ verfasst. Der Einstieg in die Geschichte ist recht flott: Italien, Rimini um genauer zu sein, und Sandro hat Sorge um seinen Vater. Die Sorge ist nicht unbegründet und schnell steht fest, er weiß nicht alles über seinen Vater da die eigenen Probleme scheinbar doch größer waren und die Sicht auf das Wichtigste verdeckt haben. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein aber auf den letzten Metern seines Vaters kommen sich beide näher. Es stellt sich die Frage, was einen wirklich glücklich macht. Alles haben? Der Buchtitel ist hier sehr treffend. Braucht es alles um glücklich zu sein? Lebensglück? Genau das erfährt Sandro aber auch Vater Nando. Beide sehen was Glück und eben „Alles“ bedeuten kann und jeder hat andere Sichtweisen dazu. Der Weg zu diesen Fragen und Antworten war für beide schwer. Autor Missiroli hat einen besonderen Ton und Ausdruck gewählt wie wir Leser die beiden Personen erlesen. Wir bleiben außen vor und sind stille Beobachter.

Hier und da hätte ich mir gern mehr Gefühl und Emotionen gewünscht. Oft erschien mir die Geschichte zu steif aber dennoch hatte sie ihren Reiz! Fest steht jedenfalls: alles haben heißt nicht glücklich sein und das Glück hängt nicht von „alles haben“ ab. Jeder wird sein Glück anders empfinden und das ist doch das Wichtigste! 4 sehr gute Sterne hierfür!

Veröffentlicht am 04.11.2023

Sehr interessant! 4 Sterne!

Zeiten der Besinnung
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Klappentext:

„Er selbst erfuhr unfassbares Leid, überlebte mehrere Konzentrationslager und verlor seine Familie: Trotz dieser Schicksalsschläge war Viktor Frankl Zeit seines Lebens ein Menschenfreund, ...

Klappentext:

„Er selbst erfuhr unfassbares Leid, überlebte mehrere Konzentrationslager und verlor seine Familie: Trotz dieser Schicksalsschläge war Viktor Frankl Zeit seines Lebens ein Menschenfreund, der es verstand, jede Krise zu meistern.



Der Begründer der Logotherapie verwendete in seiner therapeutischen Arbeit gerne Gleichnisse aus dem Alltag, um die Bedeutung der Selbsttranszendenz für die Fähigkeit, Lebenssinn zu finden, aufzuzeigen. Elisabeth Lukas, seine bekannteste Schülerin, hat für dieses Buch die eindrücklichsten Gleichnisse zusammengetragen und kommentiert.



- Viktor Frankl: Geschichten und Inspiration, zusammengestellt von einer Wegbegleiterin des berühmten Psychologen



- Das Grundprinzip der Logotherapie: Wie begegnen wir dem Leben als Befragte, nicht als Fragesteller?



- Die wichtigsten Gleichnisse, mit denen Viktor Frankl Werte vermittelte, neu aufgelegt und kommentiert



- Was kurze Geschichten für die Persönlichkeitsentwicklung bedeuten: Eine Handreichung



Kraft schöpfen mit den Büchern von Viktor Frankl: Die Gedanken einer inspirierenden Persönlichkeit



»Viele Erkenntnisse, die in Frankls Schriften stecken, sind von zeitloser Gültigkeit, ja, aktueller denn je.« – Elisabeth Lukas.



Mit ihren kenntnisreichen Ergänzungen verdeutlicht sie, wie relevant das Denken des Begründers der sinnzentrierten Psychotherapie heute ist. Die bibliophil ausgestattete Buchreihe aus dem Benevento Verlag macht Viktor Frankl für ein neues Publikum greifbar, das sicherlich ebenso von seinen Gleichnissen lernen wird wie frühere Generationen.



Lebenskrisen meistern, anstatt an ihnen zu verzweifeln: Die Worte Viktor Frankls zeigen Wege auf, wie Mut und Hoffnung nicht verloren gehen!



Ein äußerst interessantes und lesenswertes Buch zum Thema Schmerzbewältigung jeglicher Art sowie Selbstfindung- und Achtung. Der Schreibstil ist flüssig und verständlich. Fachthemen werden sehr gut erklärt und verständlich für den Leser rübergebracht. Die Thematik werden alle Logotherapeuten in ihrer Ausbildung sicherlich behandeln, hier wird es aber der breiten Masse greifbar gemacht. Viktor Frankl macht mit seinen Erfahrungen und daraus resultierenden Möglichkeiten Mut und Kraft. Jeder muss dies nur für sich anwenden wie er es eben kann.

4 sehr gute Sterne hierfür!

Veröffentlicht am 04.11.2023

4 Sterne!

Die Erfindung des Lächelns
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Klappentext:

„Die aufregende Jagd nach der verschwundenen Mona Lisa im Paris der Belle Époque - ein historischer Roman voller Intrigen, Kunst und Kultur!



Als der Pariser Louvre am 22. August 1911 seine ...

Klappentext:

„Die aufregende Jagd nach der verschwundenen Mona Lisa im Paris der Belle Époque - ein historischer Roman voller Intrigen, Kunst und Kultur!



Als der Pariser Louvre am 22. August 1911 seine Pforten öffnet, fehlt im Salon Carré ein Gemälde: Leonardo da Vincis »Mona Lisa«. Sofort versetzt der Polizeipräfekt seine Männer in höchste Alarmbereitschaft, lässt Straßen, Bahnhöfe und sogar Häfen sperren. Doch es ist zu spät. La Joconde ist verschwunden. Juhel Lenoir von der Pariser Polizei soll es finden – und die Welt schaut ihm dabei zu …



Commissaire Lenoir lebt in der aufregendsten Stadt der Welt – und bekommt den schwierigsten Auftrag, den er sich vorstellen kann: das Bild zu finden, das die Welt betört. Wen hat die »Mona Lisa« so sehr bezirzt, dass er nicht mehr ohne sie leben konnte? Auf seiner Jagd trifft der Ermittler auf den Maler Pablo Picasso und den Dichter Guillaume Apollinaire, die Ausdruckstänzerin Isadora Duncan und ihren Guru, den Satanisten Aleister Crowley, die Musiker Igor Strawinsky und Claude Debussy, die brutalen Anarchisten der Bonnot-Bande und Frankreichs größten Detektiv, Alphonse Bertillon, den »lebenden Sherlock Holmes«. Wer von ihnen ist in die Geschichte des verschwundenen Bildes verwickelt?



Die Suche nach der »Mona Lisa« führt durch das Paris der ausgehenden Belle Époque, durch Künstlercafés auf dem Montmartre, in die Opéra Garnier, zu dekadenten Grandes Fêtes im Bois de Boulogne und in absinthgetränkte Spelunken an der Place Pigalle. Dieser historische Roman ist gleichzeitig Detektivroman und Gemälde einer Ära, in der Paris das Zentrum der Welt war.“



Autor Tom Hillenbrand erzählt uns hier die wahre Geschichte rund um den Kunstraub des Gemäldes „Mona Lisa“. Zum einen ist die Geschichte wahr, ja, aber er entspinnt hier ein Netz aus möglichen Dieben, Räubern und Verdächtigen das einem als Leser nur so der Kopf raucht. Was davon wiederum wahr ist, wissen wir bis heute nicht wirklich! Hillenbrand nimmt uns gekonnt mit an die Hand ins Jahr 1911. Das Flair der damaligen Zeit in Frankreich ist unbeschreiblich und vernebelt einem die Sinne in jede Richtung. Wir tauchen nicht nur in den Kriminalfall ein, sondern auch in die Kultur von damals. Absinth floß in Strömen und die Clubs, Spelunken und Etablissements lebten in einer eigenen Welt die so manchen Menschen mitriss. Dass da die Macht des Bildes „Mona Lisa“ ihren kompletten Zauber entfalten konnte, steht außer Frage. Sie vernebelte die Sinne eines Mannes so extrem, dass er sie besitzen wollte. Der Raub war auf unerklärliche Weise geschehen und die Welt suchte nach dem Kunstwerk! Das dabei reichlich Verdächtige ins Visier der Gendarmerie kommen, ist klar, aber das es so viele berühmte Menschen werden war nicht klar! Hillenbrand nimmt hier mehr als eine Handvoll Verdächtige auf und der Leser muss alle Sinne und Gedanken bei sich haben beim lesen um nicht den Überblick zu verlieren. Ich muss gestehen, mir war es hier und da zu viel und wie gesagt, dadurch der Geschichte sinnig zu folgen war schwer aber man beachte die damalige Zeit! Da wiederum hat Hillenbrand alles gegeben was vielleicht hätte sein können! Die Zeit damals war verraucht, verrucht und nichts war wie es schien und genau darauf will Hillenbrand hinaus! Und nur weil wir einen sehr guten Ermittler haben und Paris eine DER Weltstädte der damaligen Zeit war, heißt das nicht, das nichts unmöglich hätte sein können!

Der Roman hat ein besonderes Flair in jeglicher Hinsicht und ja, er liest sich zwar anstrengend aber dennoch unterhaltsam und spannend sowieso. Auch wenn wir heute wissen was damals bei dem Kunstraub alles passiert ist, so wissen wir immer noch zu wenig darüber. Die „Mona Lisa“ verzaubert uns Besucher und Kunstkenner heute noch und ist immer noch Objekt der Begierde aber fest steht, Tom Hillenbrand hat ein verzwicktes und vernebeltes Werk über den Raub um 1911 geschaffen, welches ein Zeitzeugnis einerseits und eine Träumerei andererseits aufzeigt. Dafür vergebe ich 4 sehr gute Sterne!