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Veröffentlicht am 22.10.2024

Dröges Drama

Dirty Diana: Das Erwachen
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Mit „Dirty Diana: Das Erwachen“ haben Jen Besser und Shana Feste den Auftaktband zu einer Trilogie vorgelegt. Der Roman basiert wohl auf einem US-Podcast. Das Buchcover gefällt mir richtig gut, ...

Mit „Dirty Diana: Das Erwachen“ haben Jen Besser und Shana Feste den Auftaktband zu einer Trilogie vorgelegt. Der Roman basiert wohl auf einem US-Podcast. Das Buchcover gefällt mir richtig gut, der Titel erinnert an einen Michael Jackson – Song, die Rede von ‚Awakening‘ macht neugierig.

Schauplatz USA:

Die 41jährige Diana hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann – Mann und Kind, eine bürgerliche Existenz, materiell fehlt es ihr an Nichts.
Doch die sexuellen Bedürfnisse der Protagonistin unterscheiden sich von denen ihres Mannes Oliver, sie hat keinen „Spaß“ mehr im Bett. Diana kommt eigentlich aus ärmlichen Verhältnissen, auch durch ihre Heirat hat die Frau, die ihren Mann als junge Künstlerin einst kennenlernte, den sozialen Aufstieg geschafft.
Als Twen beschloss sie aus ihrer versifften, kommunenartigen WG auszuziehen, nachdem die hygienischen Verhältnisse nicht mehr zumutbar waren; während der Wohnungssuche lernte sie ihren Ehemann kennen.
Als auch eine Paartherapie nicht zum Erfolg führt, erinnert sich Diana an ihre heiße Affäre mit Fotograf Jasper. Und ein altes Projekt wird wieder wichtig – die sexuellen Vorlieben von ganz normalen Frauen verewigte Diana auf Band, um sie in Kunst zu verwandeln, Oliver findet allerdings keinen Gefallen an den „pornografischen“ Inhalten. Die Protagonistin beschließt dennoch, dass das Projekt eine Vollendung verdient hat.
Dianas Hintergrund und ihr Werdegang sollen hip und wild sein. Das „unangepasste Künstlerin“ – Trope ist leider furchtbar konventionell konzipiert. Trotz diverser Zeitebenen ist der Roman stilistisch eher simpel angelegt, was bedeutet, dass man ihn theoretisch flott lesen könnte – es gibt aber auch gewisse Längen in der Erzählung. Die Grundidee ist nicht schlecht – das Ganze wirkt in gewisser Weise allerdings sehr „amerikanisch“, die Figurenzeichnung ist nicht besonders filigran, es fehlt insgesamt an Komplexität. Beim Lesen hat man das Gefühl, die Geschichte bereits irgendwo gehört zu haben, und manche Elemente erinnerten mich an die Netflix – Serie „Sex/Life.“ Überraschend fand ich eigentlich nur das offene Ende des Romans. Die Story ist trotz der steamy Szenen irgendwie dröge, Diana ist definitiv keine Edna Pontellier. Aus dem ‚Stoff‘ hätten die Autorinnen viel mehr machen können. Das „Erwachen“ fand ich insgesamt eher langweilig, daher werde ich den Folgeband (und den Finalband) nicht lesen.

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Platter Stil

Ingenium
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Als großer Fan der rätselhaften Romane von Guillermo Martinez („Der Fall Alice im Wunderland“, „Die Oxford-Morde“, just to name a few) wollte ich „Ingenium. Das erste Rätsel“ von Danielle Trussoni unbedingt ...

Als großer Fan der rätselhaften Romane von Guillermo Martinez („Der Fall Alice im Wunderland“, „Die Oxford-Morde“, just to name a few) wollte ich „Ingenium. Das erste Rätsel“ von Danielle Trussoni unbedingt lesen.
Der Klappentext zum Buch hörte sich sehr spannend an, ich war sofort angefixt:
„Seit er sich beim Football schwer verletzte und ein Schädelhirntrauma erlitt, kann der 32-jährige Mike Brink in Sekundenschnelle die komplexesten Rätsel lösen. Als ihn eine Gefängnispsychologin aufgrund seiner besonderen Begabung um Hilfe bittet, willigt er ein: Mike soll die seltsamen Gemälde der verstummten Patientin Jess Price entschlüsseln, die wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Mike macht sich daran, die verstörenden Rätsel zu lösen, die die schweigende Mörderin ihm stellt. Schon bald wird ihm klar, dass Jess von einer verzweifelten Furcht vor einem Verfolger erfüllt ist; eine Erkenntnis, die ihn zu einem Jahrhunderte alten Mysterium führt, das nie von einem Menschen gelöst werden sollte.“
Ein weiteres Argument war die Tatsache, dass der Roman vom Verlag als Thriller angepriesen wurde. Nach der Lektüre muss ich leider sagen, dass meine Erwartungen auf ganzer Linie enttäuscht wurden, da die Geschichte den Fantasypfad einschlägt. Der Genremix ist in meinen Augen nicht wirklich gelungen. Wenn ich von der Handlung eines Buches nicht wirklich überzeugt bin, ist es oft das handwerkliche Können eines Autors oder einer Autorin, das zu einem positiven Gesamteindruck beiträgt. Trussonis platter Stil ist leider nur bedingt mein Fall, auch die Figurenzeichnung war mir nicht filigran genug (der Protagonist mit Inselbegabung und eine weitere Hauptfigur küssen sich schon im ersten Drittel der Geschichte, was unter anderem mit gemeinsamen Traumata erklärt wird). Als Autorin hätte ich den plot definitiv gestrafft, es gibt Wiederholungen und es kommt zu Längen in der story, aber gut, hier kann ein Lektor helfen, so etwas ist nicht die „Schuld“ eines Autors allein.
Fazit:
„Ingenium. Das erste Rätsel“ lässt mich leider unbefriedigt zurück. Trussoni kommt definitiv nicht an einen Martinez heran. Die Konstruktion & auch die Gliederung der Geschichte kann leider nicht überzeugen!

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Veröffentlicht am 07.11.2023

Vier sind sind (k)einer zu viel ?

Three Swedish Mountain Men (Why Choose 1)
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Umschlaggestaltung:

Das Cover ist eigentlich ganz nett, abgebildet sind drei Männer und eine Frau, außerdem Gänseblümchen. Der englische Originaltitel ist auch der Titel der deutschen Ausgabe. Nach der ...

Umschlaggestaltung:

Das Cover ist eigentlich ganz nett, abgebildet sind drei Männer und eine Frau, außerdem Gänseblümchen. Der englische Originaltitel ist auch der Titel der deutschen Ausgabe. Nach der Lektüre ist klar, dass die Protagonisten abgebildet sind und dass die Blumen auf den Namen der Heldin anspielen. Beim Blick auf das Cover denkt man an Chicklit à la Kinsella oder Emily Henry, stellt sich auf eine lustige Lektüre ein, man denkt nicht unbedingt an einen Erotikroman, insofern ist das Cover etwas irreführend.

Inhalt:

Ein traumatisches Erlebnis zwingt die englische Lehrerin Daisy (sie hat sich entschlossen, fortan als Künstlerin zu arbeiten) zur überstürzten Flucht nach Schweden. Eigentlich hat sie ein Zimmer in der Stadt Kiruna gebucht, sie soll jedoch nie dort ankommen, da ihr ein Elch vor’s Auto läuft. Sie wird von einem mürrischen Ranger gerettet, der in einer abgelegenen Hütte mit seinen beiden besten Freunden wohnt. Da sie alle drei Männer heiß findet, bandelt Daisy mit allen an.

Stil & Sprache:

Man kann die Geschichte flott lesen. Jeder Protagonist kommt zu Wort, es gibt also alternierende Erzählperspektiven. Der Stil der Autorin ist simpel, aber flüssig & durchaus unterhaltsam. Ich habe schon Schlechteres gelesen. Allerdings wirkt das Ganze insgesamt eher wie eine Kurzgeschichte (oder wie eine Novelle). Es gibt nicht viele Handlungsorte, dies führt aber nicht zu Monotonie. Die Story ist gut strukturiert, die deutsche Übersetzung ist an einer Stelle jedoch zu wörtlich: „Ich will kein totes Pferd reiten“, das könnte man eleganter tradieren.

Bewertung:

Man muss die Geschichte wohl als eine Art Märchen begreifen. Ich fand das Ganze stellenweise nicht logisch. Welche Frau denkt im Angesicht des Ablebens (Autounfall, drohender Erfrierungstod) an Sex? Für mich macht es auch keinen Sinn, dass eine Frau, die Gegenstand eines Rachepornos ist und die sozusagen den sozialen Tod gestorben ist, sofort wieder an Bettgymnastik denkt. Die Autorin ‚verkauft‘ das Ganze zwar als eine Art Empowerment, richtig Sinn macht es aber nicht, dass Daisy sich sofort wieder in eine Ménage à quatre stürzt (das Ganze wird mit der Abgelegenheit Schwedens begründet, außerdem gibt es ‚strategisch günstige‘ Stürme, die bewirken, dass die Protagonistin Daisy zum Bleiben gezwungen ist, was ihr hervorragend in den Kram passt). Überhaupt Daisy – charakterisiert wird sie von Lily Gold nach dem Motto ‚klein, aber oho.‘ (sie ist 1,50 m groß), sie wirkt stellenweise allerdings wie eine etwas treudoofe Tussi. Die Protagonisten sind arg schablonenhaft gezeichnet, da gibt es den Sonnenschein, den Miesepeter und den intellektuellen Arzt (mit Brille!). Praktischerweise mit diversen ethnischen Hintergründen. Ich fand es etwas seltsam, dass sie als (Halb)schweden keine schwedischen Namen hatten und immer „Babe“ sagten. Beim Zusammentreffen mit ihren Eltern verhielt sich Daisy (eigentlich ist es ihr Pseudonym) etwas respektlos. Die Sexszenen waren nicht unbedingt mein Fall, und insgesamt feiert der Roman die Polyamorie.

Wer’s mag.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Unlogische Prämisse

Cruel Castaways - Rival
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„Sparrow“ von Shen fand ich eigentlich ganz unterhaltsam für Zwischendurch, daher habe ich auch zum ersten Band der „Cruel Castaways“- Reihe gegriffen.

Worum geht’s?

Arya Roth und Nicholai „Nicky“ ...

„Sparrow“ von Shen fand ich eigentlich ganz unterhaltsam für Zwischendurch, daher habe ich auch zum ersten Band der „Cruel Castaways“- Reihe gegriffen.

Worum geht’s?

Arya Roth und Nicholai „Nicky“ Ivanov wachsen gemeinsam auf. Trotz der sozialen Unterschiede verlieben sie sich ineinander – Nics Mutter Ruslana (gebürtig aus Weißrussland) ist das Hausmädchen des Park- Avenue-Tycoons Conrad Roth. Als Ivanov verbotenerweise Arya küsst, setzt ihr Vater alles daran, Nicholais Leben zu zerstören. Jahre später kehrt Nicholai als gemachter Mann & mit neuem Namen nach New York zurück und schwört Rache. Als Conrad Roth der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz bezichtigt wird, sieht der Top-Anwalt Christian Miller (aka Nicky) seine Chance gekommen. Aber er ist immer noch verliebt in seine Jugendliebe, die ihn nicht erkennt, da sie glaubt, er sei in Belarus (oder tot) …
„Rival“ ist eines Enemies-to-Lovers – Liebesroman, aber auch eine Second Chance – Schmonzette. Und irgendwie auch ein „Abbitte“– Retelling, was LJ Shen aber eher schlecht als recht gelingt. Der Anfang des Romans ist spannend, ich mochte auch Ivanovs (der stellenweise als eine Art Aschenputtel oder wie eine Art Oliver Twist präsentiert wird) Ersatzfamilie, seine beiden Kumpels aus dem Internat und Aris loyale beste Freundin. Auch die spritzigen Wortgefechte zwischen Nicholai/Christian und Arya haben mir gut gefallen. Ungefähr ab der Mitte des Romans häuften sich dann aber die plot-holes und die unlogischen Elemente. Papakind Ari kam relativ schnell über die Entfremdung vom Vater (und Mutterersatz Conrad) hinweg & baute ohne größere Probleme eine Beziehung zur über lange Strecken emotional abwesenden Mutter auf. Ich fand es aber total abwegig, dass sie Christian nicht erkannte – seine stahlblauen Augen wurden ständig von der Autorin beschworen, da macht es überhaupt keinen Sinn, dass Arya den Jungen /Mann nicht erkannte, mit dem sie immer zum Grab ihres toten Bruders ging. Und die Autorin konnte sich nicht recht entscheiden, ob Aris Vater ihn als tot oder verzogen bezeichnete. Was denn nun? Nach einem guten Beginn trug Shen bei der Figurenzeichnung viel zu dick auf. Conrad Roth wurde vom liebevollen Vater zur Karikatur eines Schurken, Nicholais Mom zur Rabenmutter. Der Handlungsstrang rund um Ruslana verlief einfach im Sand (vom Osteuropäerinnen – Stereotyp ganz zu schweigen!). Christians amerikanische Ersatzmutter Alice war eine klischeehafte, auf flott getrimmte Mentorin,für die der Leser erkennbar Sympathie empfinden sollte, die Charakterisierung hat aber leider den gegenteiligen Effekt. Ab der Mitte der Geschichte löst Shen die Konflikte schnell auf, und die Handlung besteht aus viel Blabla. Ich hätte am liebsten ein paar Passagen übersprungen. Auch das sensible Thema Belästigung wird mit dem Holzhammer abgehandelt. Ich kann mir die Qualitätsunterschiede im Buch gar nicht erklären, nach einem tollen Einstieg liest sich das Ganze wie schlechte, in einem Rutsch herunter geschriebene Fanfiction. Die Wortgefechte und das banter waren aber klasse. Schade.

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Veröffentlicht am 05.06.2023

Where have the Stars gone

Where have the Stars gone
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„Where have the Stars gone“von Michelle C. Paige ist ein Young – Adult- Roman mit einer Slow Burn Liebesgeschichte. Hier werden also nicht Feinde zu Freunden und es geht auch nicht um die zweite Chance ...

„Where have the Stars gone“von Michelle C. Paige ist ein Young – Adult- Roman mit einer Slow Burn Liebesgeschichte. Hier werden also nicht Feinde zu Freunden und es geht auch nicht um die zweite Chance nach einer Trennung. Der Hauptschauplatz der Geschichte ist Island, so hebt sich der Roman von anderen Vertretern des Genres ab (der Schauplatz ist meist ein anglophones Land, häufig wird ein USA-Traumbild entworfen).
Worum geht’s?
Saga Sólveig Magnúsdóttir (Isländerin, 24) wollte eigentlich mit ihrem besten Freund Ingvi in den Vereinigten Staaten als Musikerin durchstarten. Als Ingvi überraschend tödlich verunglückt, ist Saga verzweifelt. Freunde überreden sie dazu, in Islands Tourismusbranche anzuheuern. So kommt es, dass die Protagonistin Tyler Lawrence (Amerikaner, 27) trifft. Er ist Rockmusiker und vor seiner Schreibblockade in den hohen Norden geflüchtet. Seine Band und das Management erwarten Großes von ihm, doch der sensible, ehemals suchtkranke Musiker droht an den Erwartungen zu zerbrechen. Können Saga und Tyler gemeinsam neuen Lebensmut schöpfen?
Oft liegt ein bestimmtes „Strickmuster“ bei New Adult Romanen vor. Die Autoren bekommen Pseudonyme nebst Mittelnamen verpasst und die englischen Titel sind voller Pathos (man fragt sich, ob wohl englische Muttersprachler solche Titel wählen würden?). Ist es das perfekte Marketing, zugeschnitten auf die Tik-Tok-Generation? Häufig beginnen die Romane mit einer Tragödie, die jungen Erwachsenen müssen diverse Traumata verarbeiten, um schließlich als Liebespaar zu enden. „Where have the Stars gone“ bildet auf den ersten Blick keine Ausnahme. Es gibt (melo)dramatische Szenen, aber auch tolle Landschaftsbeschreibungen, die Lust auf eine Reise in die isländischen Highlands machen. Der Roman ist flüssig geschrieben, aber stilistisch eher simpel angelegt. Das pacing der Geschichte war nicht meins. Ich hätte mir eine nuancierte Figurenzeichnung und überhaupt ein bisschen mehr „Feintuning“ gewünscht. Gut gefiel mir das isländische setting.

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