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Veröffentlicht am 05.11.2025

Zwischen Schreibblockade und Selbstfindung- RosiesWeg zum „Happy Ending“

Happy Ending
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„Happy Ending“ ist der Debütroman von Anne-Marie Varga. Die Autorin lebt in New York und London – und genau in diese beiden Städte nimmt sie uns mit ihrer Geschichte mit.
Im Mittelpunkt steht die erfolgreiche ...

„Happy Ending“ ist der Debütroman von Anne-Marie Varga. Die Autorin lebt in New York und London – und genau in diese beiden Städte nimmt sie uns mit ihrer Geschichte mit.
Im Mittelpunkt steht die erfolgreiche Bestsellerautorin Rosie, die nach einer Psychotherapie dringend Abstand von New York braucht. In London hofft sie, ihre Schreibblockade zu überwinden und endlich mit ihrem neuen Buch zu beginnen, auf das ihr Verlag bereits sehnsüchtig wartet. Doch das Schreiben fällt ihr auch dort schwer – nicht zuletzt, weil sie sich in der neuen Stadt zunächst fremd fühlt und Anschluss sucht. Zum Glück lernt sie Tara kennen, die sie herzlich in ihre Freundesgruppe aufnimmt und ihr sogar einen Job vermittelt. Dumm nur, dass der Barkeeper Gamble, den Rosie in einer Kneipe trifft und eigentlich gar nicht ausstehen kann, Taras Zwillingsbruder ist. Trotz allem fühlt sich Rosie zu ihm hingezogen – und bald wird klar, dass jeder in dieser Runde seine eigene Geschichte und seine eigenen Wunden mit sich trägt. Vor allem Rosie verbirgt lange ein Geheimnis, das sie davon abhält, im Leben, in der Liebe und beim Schreiben wirklich weiterzukommen. Ob sie am Ende ihre Blockade lösen kann – und welche Rolle Gamble und die „Gang“ dabei spielen – bleibt spannend bis zum Schluss.

Der Schreibstil und Rosies Stimme haben mich schon in der Leseprobe begeistert. Rosie denkt laut, hält mit ihren Gefühlen und Gedanken nicht hinterm Berg und zieht den Leser mitten hinein in ihr Gefühlschaos – humorvoll, ehrlich und sehr emotional. Besonders die Dynamik zwischen ihr und Gamble sorgt für Witz und Spannung, zumal ihre Beziehung eigentlich tabu ist, da Tara als Zwillingsschwester ein wachsames Auge auf die beiden hat. Nach und nach zeigt sich jedoch, dass Rosies Flucht nach London tiefere Ursachen hat. Deshalb sollte man kein durchgehend heiteres Buch erwarten – Varga greift auch ernste Themen auf, die der Geschichte Tiefe verleihen.

Der Einstieg hat mir ausgesprochen gut gefallen: Die Figuren sind individuell, lebendig und interessant. Stück für Stück werden ihre Hintergründe und Konflikte offenbart – nur Rosies Vergangenheit bleibt lange im Dunkeln. Das fand ich stellenweise etwas unglaubwürdig, da sich alle anderen öffnen, Rosie aber nicht, und niemand sie damit wirklich konfrontiert. Ihre eigentliche Problematik hat mich am Ende dennoch überrascht – damit hätte ich nicht gerechnet.

Weniger gelungen fand ich die längeren Dialogpassagen, die zur Aufklärung von Rosies Vergangenheit dienen; sie wirkten stellenweise etwas zu ausführlich. Die romantischen Elemente hingegen haben mir sehr gut gefallen. Beeindruckt hat mich auch, dass die Autorin in ihrem Erstlingswerk den Mut hat, ernste Themen wie Depressionen aufzugreifen.

Insgesamt hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht, dennoch habe ich „Happy Ending“ mit Interesse und Freude gelesen. Ein gelungener Debütroman, der Humor, Emotionen und Nachdenklichkeit miteinander verbindet.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 09.11.2023

Ein Winter(alb)traum in Kanada

Wintertraum in Kanada
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Sara und Paul wollen in ihr Traumland Kanada auswandern. Bevor sie diesen Schritt wagen, verbringen sie dort erst einmal ihren nächsten Urlaub und erleben einen regelrechten „Wintertraum in Kanada“. Sie ...

Sara und Paul wollen in ihr Traumland Kanada auswandern. Bevor sie diesen Schritt wagen, verbringen sie dort erst einmal ihren nächsten Urlaub und erleben einen regelrechten „Wintertraum in Kanada“. Sie sind so begeistert davon, dass sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland tatsächlich ihren Umzug dorthin planen und zwar wollen sie ins beschauliche Springfield, in den Ort und die dortige Menschen haben sie sich schon auf ihrer Urlaubsreise verliebt. Als ihr Traumhaus in Springfield mit einem herrlichen Blick auf den Okanagan Lake zum Verkauf steht, schlagen sie sofort zu. Das Glück scheint perfekt zu sein, doch als sie in ihrer neuen Heimat ankommen, scheint sie genau dieses verlassen zu haben, denn ein Unglück kommt nach dem anderen. Das Traumhaus entpuppt sich als absolute Bruchbude und dann stehen zahlreiche Überraschungsgäste vor der Tür, da ist Chaos vorprogrammiert und der einstige Traum scheint zum Albtraum zu werden ...
Dass die Autorin Ruth Bennett das Reisen sehr liebt, wird in diesem Buch mehr als deutlich. Die kanadische Winterlandschaft wird v. a. am Beginn wirklich wundervoll beschrieben, als Leserin konnte ich durchaus nachvollziehen, dass Sara und Paul den mutigen Schritt gewagt haben, dorthin auszuwandern. Das Cover finde ich sehr bezaubernd und durchaus passend zum Inhalt gestaltet: Genau so könnte das Haus, das Sara und Paul beziehen, in die kanadische Landschaft eingebettet sein.
Der Erzählstil an sich hat mir gut gefallen. Das Buch lässt sich schön lesen, etwas störend fand ich die vielen Zeitsprünge und die teilweise nur angedeuteten Geschehnisse. An einigen Stellen hätte ich mir gewünscht, mehr zu erfahren.
Die dargebotene Handlung hat mich allerdings nicht in allem überzeugt. Es sind sehr viele Handlungsstränge integriert, die meiner Ansicht nach nicht alle in der entsprechenden Ausführlichkeit zu Ende geführt worden sind. V. a. im zweiten Teil des Buches passiert einfach zu viel, teilweise ist nicht alles nachvollziehbar für mich, z. B. Pauls Verhältnis zu Larissa. Die vielen Ereignisse führen aber dann doch dazu, dass ich das Buch kaum weglegen konnte, jedoch war ich dann etwas überrascht von dem recht abrupten Ende.
Insgesamt ein solides Buch, bei dem ich mir teilweise mehr Tiefgang gewünscht hätte, aber aufgrund der wunderschönen Einblicke ins winterliche Kanada durchaus geeignet für gemütliche Leseabende in der Adventszeit.

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  • Erzählstil
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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 11.07.2024

Ninas beeindruckende Lebensgeschichte im Vordergrund, aber nicht eine geheimnisvolle Freundschaft wie mit Cover, Titel und Klappentext suggeriert

Die geheimnisvolle Freundin
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Die Geschichte spielt in den 50er Jahren in Abruzzen. Hauptperson ist Nina, die ihre leiblichen Eltern nie kennen gelernt hat und als Findelkind im Waisenhaus lebt, welches von strengen Nonnen geführt ...

Die Geschichte spielt in den 50er Jahren in Abruzzen. Hauptperson ist Nina, die ihre leiblichen Eltern nie kennen gelernt hat und als Findelkind im Waisenhaus lebt, welches von strengen Nonnen geführt wird. Der Leser lernt sie im Alter von etwa vier Jahren kennen und kann anhand ihrer Lebensgeschichte miterleben, wie unglaublich schrecklich sich das Leben in einem Waisenhaus zur damaligen Zeit abgespielt hat. Ziel eines jeden Kindes ist es, am Vorstellungstag von einem kinderlosen Paar entdeckt und von diesen adoptiert zu werden. Im Alter von sieben Jahren trifft sie auf die etwa gleichaltrige Lucia, die nach dem Tod ihrer Eltern ins Waisenhaus aufgenommen worden ist. Nina ist sehr bemüht, dass Lucia den Verlust überwindet. Durch einen besonderen Umstand, bei dem Nina eine Rolle spielt, hat das Waisenkind schließlich das Glück, in eine Familie zu kommen. Nina verbleibt bis zur ihrem Auszug weiter im Waisenhaus. Dank Marcella, einer Leidensgenossin aus dem Waisenhaus, bekommt sie einen Job in einer Tabakfabrik. Sie erlebt hier einen Aufstand der Tabakfrauen mit, sie wirkt mit und entwickelt sich dadurch enorm. Irgendwann tritt Lucia wieder in ihr Leben.

Die Autorin Simona Baldelli war mir bis zur Leserunde nicht bekannt, in meiner Recherche habe ich erfahren, dass sie schon mehrere Frauenromane geschrieben hat und teilweise auch schon Literaturpreise für ihre Werke bekommen hat. Auch in diesem Buch geht es vornehmlich um Frauen, insbesondere um Nina. Die Leseprobe hat mich neugierig gemacht auf deren Leben, das im Waisenhaus ganz und gar nicht glücklich gewesen ist. Es hat mich zutiefst berührt, von den teilweise brutalen und unmenschlichen Zuständen im Waisenhaus zu lesen. Mit dem zweiten Handlungsstrang (Leben als Arbeiterin in der Tabakfabrik), der teilweise etwas seltsam mit dem ersten Handlungsstrang (Kindheit im Waisenhaus) verwoben ist, konnte ich zunächst wenig anfangen, dieser hat mich sogar sehr verwirrt. Natürlich war es sehr aufbauend, mitzuverfolgen, wie Nina in dieser Lebensphase an Selbstbewusstsein gewinnt, jedoch hatte ich mir von diesem Buch aufgrund des Covers, des Titels, des Klappentextes sowie der Leseprobe etwas ganz anderes vorgestellt. Von dem starken freundschaftlichen Band zwischen Nina und Lucia, von welchem im Klappentext gesprochen wird und welches auch das Cover suggeriert, habe ich leider nicht viel mitbekommen, als wahre Freundin entpuppt sich eher Marcella oder auch Carla, aber die können laut Klappentext mit dem Titel „Die geheimnisvolle Freundin“ nicht gemeint sein. Deshalb muss ich zugeben, dass ich aufgrund meiner Erwartungen von dem Buch enttäuscht war. Ich würde mir einen passenderen Titel und Klappentext wünschen und ich glaube damit hätte ich einen ganz anderen Blick auf dieses Buch gehabt.

An sich lässt sich das Buch aber gut lesen, es war spannend und der Erzählstil hat mir also gefallen, etwas störend waren für mich jedoch die Zeitensprünge, die meiner Meinung nach etwas unverhofft kamen. Nicht nachvollziehbar war für mich das Alter von Nina, sie kam mir immer wesentlich älter und reifer vor, als sie tatsächlich gewesen ist. Außerdem lassen sich einige Dinge für mich nicht logisch nachvollziehen, z. B. die „zufälligen“ Begegnungen mit Lucia, die Geschichte um Paola oder auch Schwester Immacolatas Rolle am Ende des Romans. Überhaupt hat die ganze Geschichte einige Versatzstücke, die irgendwie nicht optimal zusammenpassen und zu Ende gebracht worden sind, was ich wirklich schade finde.
Das eigentliche Anliegen der Autorin wird im Nachwort klar und hat mich noch einmal in meiner Meinung bestärkt, dass Titel, Cover und Klappentext einfach nicht gut zum Inhalt passen.

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