Profilbild von herbstatmosphaere

herbstatmosphaere

Lesejury Profi
offline

herbstatmosphaere ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit herbstatmosphaere über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2025

Eine gelungene Mischung aus Rache, Biologie und Feminismus!

Plant Lady
0

3.5
Das Buch habe ich innerhalb kürzester Zeit inhaliert und das ist für mich eigentlich immer ein gutes Zeichen. Im Prinzip folgen wir der Protagonistin Yu-Hee, die Inhaberin eines Pflanzenladens in Sejin ...

3.5
Das Buch habe ich innerhalb kürzester Zeit inhaliert und das ist für mich eigentlich immer ein gutes Zeichen. Im Prinzip folgen wir der Protagonistin Yu-Hee, die Inhaberin eines Pflanzenladens in Sejin ist und dabei immer wieder in ihrem Leben auf Männer stößt, die sie furchtbar behandeln. Yu-Hee kümmert sich um diese Männer auf ihre eigene diabolische Weise und beseitigt sie alle nacheinander. Aber Yu-Hee bleibt nicht alleine, denn auch andere Frauen kommen zu ihr und berichten ihr von deren gewalttätigen Vätern, Freunden, etc. Yu-Hee will diesen Frauen beistehen, gerät dabei jedoch ins Visier eines Polizisten.
Für mich war das ein wirklich gelungenes Buch. Zwischen die einzelnen Morde fließt immer wieder Wissen über die verschiedensten Pflanzen mit ein und so bekommt das Buch eine ganz einzigartige Atmosphäre. Der Schreibstil ist nüchtern und man muss sich die Gefühle schon zwischen den Zeilen herauskramen, aber das hat für mich gut zum Buch gepasst. Es hätte aber gerne länger sein dürfen, ich empfand es als ein wenig zu kurz, um richtig in die Geschichte abtauchen zu könnnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2025

Eine epische Reise

Der Aufstieg Thions
0

Besonders epische Fantasy ist eines meiner Lieblingsgenres, daher wollte ich mir Thions Reise nicht entgehen lassen. Die Autoren haben wahnsinnig viel Arbeit hineingesteckt und deshalb sollte man auch ...

Besonders epische Fantasy ist eines meiner Lieblingsgenres, daher wollte ich mir Thions Reise nicht entgehen lassen. Die Autoren haben wahnsinnig viel Arbeit hineingesteckt und deshalb sollte man auch den Codex Yi zu diesem Buch parat haben. Der Codex ergänzt das Worldbuilding und liefert einige wichtige Erklärungen, die man ohne Codex missen würde.

Positiv empfand ich den Schreibstil, der zwar nicht unbedingt einfach ist, aber genau damit perfekt zur Atmosphäre beiträgt. Es ist eine eher altertümliche Sprache und hat mir gut gefallen. Auch Thions Weg im Generellen habe ich gerne mitverfolgt und die Kampfszenen konnte ich mir bildlich gut vorstellen. Es war spannend, wobei mir gerade ab der Hälfte irgendwie gar nicht mehr so klar war, worauf das Buch eigentlich hinaus möchte.

Meine Probleme hatte ich so mit den verschiedenen Protagonisten, insbesondere mit Thion. Gefühle, Gedanken oder ein Innenleben gibt es hier nämlich nicht und die Protagonisten bleiben dadurch ziemlich blass. Der Autor erklärte das damit, dass man die Geschichte aus Sicht einer Art Kamera, die über Thion schwebt, liest, die natürlich sein Innenleben nicht mit aufnehmen kann. Das widersprach dann trotzdem dem Geschriebenen, weil es im Laufe des Buches ab und zu schon Äußerungen zu Thions Gefühlswelt gab. Die waren für mich jedoch einfach nicht wirklich greifbar. Besonders bei dem "Helden" der Geschichte hätte ich eiin Innenleben aber wichtig gefunden, auch weil wir neben Thion kaum andere relevante Protagonisten haben, denen wir folgen. Auch Beziehungen unter den Protagonisten oder gar Freundschaften blieben für mich blass und unnahbar.

Insgesamt steckt in dem Multiversum sehr viel Arbeit, ich bin aber eher eine character-first Leserin und das fehlte mir hier einfach. Wer darauf aber verzichten kann, ist bei diesem Buch definitiv an der richtigen Stelle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2025

Spannender Thriller mit ein paar Schwächen

Die Festung
0

"Die Festung" ist ein wirklich spannender Thriller, der mich gut unterhalten konnte und vor allem in der letzten Hälfte ans Buch gefesselt hat.

Das Positive:

Einige aus der Leserunde fanden das Buch ...

"Die Festung" ist ein wirklich spannender Thriller, der mich gut unterhalten konnte und vor allem in der letzten Hälfte ans Buch gefesselt hat.

Das Positive:

Einige aus der Leserunde fanden das Buch nicht wirklich spannend, dem muss ich jedoch widersprechen. Es war zwar kein Thriller, bei dem zack, zack immer das Nächste passierte und vor Actionszenen platzt, aber das hat meiner Meinung nach auch ganz gut zum Buch gepasst. Die Protagonisten waren allesamt recht unterschiedlich und nach anfänglichen Namensschwierigkeiten konnte ich mir irgendwann doch jeden merken. Das Buch regt außerdem stark zum Nachdenken an, weil es sich v.a. mit dem Thema Reality-TV auseinandersetzt: Würde man als Zuschauer erkennen können, wenn ein solches Format echt und nicht fake ist? Es ging auch viel darum, welche Kommentare und Posts die Zuschauer zur Sendung verfassten und das war so realitätsnah dargestellt, dass ich kaum einen Unterschied zu echten Kommentaren/Posts sehen konnte. Die zu lösenden Rätsel auf der Festung waren im Buch mit erwähnt, d.h. man konnte sich selbst an den Rätseln versuchen und die waren teilweise ganz schön schwierig. Chapeau an den Autor, dass er sich sowas ausdenken kann!

Das Negative:

Ohne zu spoilern, kann ich kaum so richtig erklären, was mich gestört hat. Ich fasse mich mal so vage wie möglich: Das Ende war irgendwie sehr unausgeglichen: die interessanten Stellen viel zu kurz und die erklärenden Passagen viel zu ausschweifend, das Pacing war manchmal merkwürdig und Teile der Auflösung haben mich nicht wirklich überrascht. Das Thema Religion wird hier relativ wichtig und das fand ich anstrengend, weil's mich persönlich einfach nicht interessiert und ich das Thema satt habe. Die Protagonisten waren zwar alle sehr verschieden, aber es wurde auch sehr auf Klischees und manchen Äußerlichkeiten herumgeritten, das war irgendwann ziemlich lästig. Die Umgebung wurde mir manchmal zu wenig beschrieben, ein paar mehr Anhaltspunkte wie das Ganze dort aussehen sollte, wären schon gut gewesen.

Alles in allem ein spannender Thriller mit einigen Schwächen. Ich würde das Buch trotz meiner Kritikpunkte weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.06.2025

Kurzweiliger Thriller

Der Stau
0

Mich hat das "locked-room" Szenario hier sehr angesprochen und im Prinzip liefert das Buch auch genau das, was im Klappentext angepriesen wird. Ich fand die Geschichte spannend geschrieben und vor allem ...

Mich hat das "locked-room" Szenario hier sehr angesprochen und im Prinzip liefert das Buch auch genau das, was im Klappentext angepriesen wird. Ich fand die Geschichte spannend geschrieben und vor allem sehr kurzweilig, das Buch hätte ich locker an einem Tag durchlesen können. Ich hatte beim Lesen so meine Theorie was den Mörder betrifft, die war dann am Ende auch leider richtig (war aber mehr Glück als Verstand, ich hatte "so ein Gefühl" wer es gewesen sein könnte).
Für meinen Geschmack gab es zu viele Namen, die ich bis zum Schluss immer wieder durcheinandergebracht habe und das hat mir ab und zu das Lesevergnügen genommen. Auch habe ich manche Schlussfolgerungen einfach nicht verstanden, auch nach mehrmaligem Lesen. Die Auflösung am Ende war zwar gut durchdacht, aber stellenweise wirr erklärt und irgendwie ein bisschen langweilig.
Zusammengefasst war es ein solider Thriller mit Luft nach oben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.11.2023

Besser als erwartet!

Die Einladung
0

Früher war ich ein großer Fitzek-Fan, das wandelte sich mit der Zeit leider stark. Die Wendungen waren mir zu unglaubwürdig, die Enden zu übertrieben dargestellt und ließen mich teilweise nur noch mit ...

Früher war ich ein großer Fitzek-Fan, das wandelte sich mit der Zeit leider stark. Die Wendungen waren mir zu unglaubwürdig, die Enden zu übertrieben dargestellt und ließen mich teilweise nur noch mit den Augen rollen. Ab und an wage ich mich aus Nostalgie-Gründen doch wieder an einen Fitzek. "Die Einladung" hat mich allein schon aufgrund des Settings angesprochen und so wagte ich den Schritt erneut und kann nur sagen, dass ich überrascht wurde.

Die Protagonistin Marla scheint zu Beginn recht normal, man bekommt im Laufe des Buches aber immer wieder ein neues Bild von ihr und merkt, dass hinter der Protagonistin ein wenig mehr steckt, als in der Geschichte zunächst verraten wird. Ich habe Marla recht gerne begleitet und fand auch die anderen Protagonisten ganz okay ausgearbeitet. Sie waren zwar allesamt "Schubladen-Menschen" aber das hat mich nicht wirklich gestört, weil es hier nicht um die Charaktere und deren Entwicklung ging, sondern eben um die Handlung. Die Handlung ist spannend und stellenweise konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Der Anfang war ein wenig langsamer und irgendwie holprig, weil ich keinen Zugang zur Geschichte fand. Als Marla dann aber endlich in der Hütte angekommen ist, änderte sich das auch. Trotz aller Spannung ist es nicht Fitzeks spannendste Werk, da habe ich schon stärkere Pageturner von ihm gelesen.

Das Ende ist typisch Fitzek: 20 Wendungen und man konnte sich nichts davon zusammenreimen, weil nichts Sinn ergibt. Und trotzdem hat mir dieses Buch besser gefallen als andere Vorgänger. Das Ende war konstruiert, das hatte ich auch erwartet, aber trotzdem irgendwie schlüssig. Ich habe den Protagonisten die Handlung abgekauft und das ist es, was mir sonst oft bei Fitzek fehlt. Ich musste nicht so mit den Augen rollen wie sonst und ob die Geschichte nun in der Realität so passieren könnte, sei dahingestellt. Bei Büchern sollte das meiner Meinung nach keine wichtige Rolle spielen, solange man den Protagonisten alles abkaufen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere