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Veröffentlicht am 13.11.2023

Chinesische Spurensuche

Du hast mir nie erzählt
1

Die Geschichte von Wiz Wharton erzählt von einer Spurensuche in England und Hongkong. Diese spielt in zwei Zeitebenen.

Yook-Lin wurde als junge Frau nach England geschickt. Es ist eindrücklich, wie sie ...

Die Geschichte von Wiz Wharton erzählt von einer Spurensuche in England und Hongkong. Diese spielt in zwei Zeitebenen.

Yook-Lin wurde als junge Frau nach England geschickt. Es ist eindrücklich, wie sie sich von einer unsicheren und von der eigenen Wertlosigkeit überzeugten Person zu einer tatkräftigen, starken Persönlichkeit entwickelt. Leider stirbt sie mit nur 33 Jahren bei einem Unfall. Sie hinterlässt einen Ehemann und zwei Töchter.

Jahre später erben die Töchter eine grosse Summe unter der Bedingung, sich kurzfristig nach Hongkong zu begeben. Lily, die jüngere der beiden, nimmt die Herausforderung an und verbindet sie mit der Suche nach den Wurzeln ihrer Mutter.

Wiz Wharton schreibt, sie habe ein Tagebuch ihrer Mutter gefunden und deshalb die Idee für diesen Roman gehabt. Leider merkt man es der Geschichte an: Der erste Teil ist unzusammenhängend und die Charakterisierung der Akteure fehlt gänzlich. Während Sook-Yin bald erfassbar wird, fehlt mir das bei Lily und ihrer Schwester. Erst gegen Ende des Romans wird deren Charakter einigermassen verständlich. Für mich leider zu spät, um die Schwestern gern haben zu können.
Betreffend Schreibstil: Oft sind die Sätze sehr lang. Da häufig Vergleiche und Beschreibungen in chinesischem Stil gemacht werden, lohnt es sich, gewisse Abschnitte zweimal zu lesen.

Die Idee zu diesem Roman ist gut, die Umsetzung leider weniger.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Enttäuschend

Das Schattenhaus
1

Ava, Kochbuchautorin, Alkoholikerin und von Schuldgefühlen zerfressen, mietet ein altes Kapitänshaus an der Küste von Maine. Die Vormieterin hat das Haus überstürzt verlassen. Ava macht sich auf die Suche ...

Ava, Kochbuchautorin, Alkoholikerin und von Schuldgefühlen zerfressen, mietet ein altes Kapitänshaus an der Küste von Maine. Die Vormieterin hat das Haus überstürzt verlassen. Ava macht sich auf die Suche nach ihr, um ihr liegengelassene Dinge zurückzugeben. Der wichtigere Teil der Geschichte dreht sich aber um das Haus und die unheimlichen Vorkommnisse in seinen Mauern.
Ich mag die Bücher von Tess Gerritsen sehr. Ihr Schreibstil ist fesselnd und flüssig, die Beschreibungen von Orten bildhaft und die Hauptpersonen gut charakterisiert. «Das Schattenhaus» ist jedoch atypisch und hat mich enttäuscht. Es überrascht mit einer unglaubwürdigen Dämonengeschichte und SM-Spielen, Geisterjägern und einer Nebenhandlung mit der Suche nach einer vermissten Frau.
Mein Fazit: Flüssig zu lesen, aber unglaubwürdig und enttäuschend. Ein schwacher Tess Gerritsen!

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Hält nicht, was es verspricht

Das verborgene Kind
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Die Kurzfassung tönt interessant und vermittelt, dass es um die Geschichte einer Spurensuche geht. Leider hält der Text nicht, was der Titel verspricht.

Die Geschichte über verschiedene Mitglieder einer ...

Die Kurzfassung tönt interessant und vermittelt, dass es um die Geschichte einer Spurensuche geht. Leider hält der Text nicht, was der Titel verspricht.

Die Geschichte über verschiedene Mitglieder einer Patchwork Familie schleppt sich teilweise zäh dahin. Mir fehlt der rote Faden, es kommt keine Spannung auf. Der Schluss ist für mich leider auch nicht befriedigend.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Spurensuche in der Karibik

Tabak und Schokolade
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Der Protagonist findet nach dem Tod der Mutter ein Fotoalbum aus der Zeit, die sie in Trinidad/Tobago verbrachte. Die abenteuerliche Mutter brach als junge Frau aus der Enge eines grösseren Ortes im schweizerischen ...

Der Protagonist findet nach dem Tod der Mutter ein Fotoalbum aus der Zeit, die sie in Trinidad/Tobago verbrachte. Die abenteuerliche Mutter brach als junge Frau aus der Enge eines grösseren Ortes im schweizerischen Wynental aus. In London verliebte sie sich in einen Trinidader mit indischen Wurzeln, heiratete ihn und gebar einen Sohn. Die junge Familie wanderte nach Trinidad aus. Die Ehe ging schnell in die Brüche, doch Mutter und Sohn blieben noch einige wenige Jahre auf der Insel, bevor sie in die Schweiz zurückkehrten. Mit dabei war auch ein anderer Trinidader, ein angehender Arzt, mit dem die Mutter eine neue Familie gründete.
Das Album vertieft im Protagonisten den Wunsch, seine Familiengeschichte zu erforschen. Er reist nach Trinidad und lernt die verschiedenen Zweige seiner väterlichen Familie kennen. Dieser Teil des Buches ist interessant, erfährt der Leser doch viel Wissenswertes über die Kolonialgeschichte und das Leben in Trinidad.
Im dritten Teil befindet man sich wieder in der Schweiz. In den kurzen Kapiteln erzählt der Protagonist vom schweizerischen Leben, teils ab den 1960er Jahren, teils aus dem Leben seiner Grosseltern. Es ist schwierig, die verschiedenen Zeiten auseinander zu halten, der Autor mischt sie ziemlich durcheinander und malt so ein Bild der Schweiz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (zum Teil mit Hilfe von Jeremias Gotthelf, der von 1797-1854 lebte!), das so definitiv nicht stimmt. Er schlägt einen larmoyanten Ton an, die Erzählungen sollen Mitleid erheischend sein und berücksichtigen die damaligen Begebenheiten in keinster Weise. Leider lässt mich das auch fragen, wieviel Einseitigkeit in seinen Beschreibungen der trinidadischen Geschichte stecken.
Traurig ist, dass der Protagonist nicht mit seiner Herkunft und seinem Leben im Reinen ist. Er rechnet in dieser Geschichte mit seiner ganzen Familie ab. Er lässt jeden schlecht dastehen, von der Mutter mit ihrem angeblichen Janusgesicht, über den ungeliebten Stiefvater, die geldgierigen Geschwister, den neuen Freund der Mutter, der diese zwar hingebungsvoll pflegt, aber SVP Mitglied ist, bis zu der ganzen Schweiz, die Andersartigkeit verachtet und fremde Mensch nur ausgenutzt habe. Einzig die Grosseltern kommen einigermassen gut weg.
Biografie oder Roman? Das wird leider nicht klar. Offensichtlich erzählt der Autor aus seinem eigenen Leben, das Buch wird aber als Roman verkauft. Die fantasievollen Charakterisierungen und die Beschreibung der Gedankengänge weiterer Personen passen zu einem Roman, die Geschichte soll dennoch biografisch wirken. Die Erzählweise ist ziemlich chaotisch, die kurzen Abschnitte springen in der Zeit und bei Personen hin und her, was den Lesefluss ziemlich erschwert. Es ist schwer verständlich, was mir der Autor mit diesem Buch sagen will. Er wirkt auf mich verbittert, wie er zu einem Rundumschlag gegen seine Familie und gegen die Schweiz ausholt. Zu gerne würde ich wissen, was die ebenfalls gemischtrassigen Geschwister zu alldem sagen würden!

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