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Veröffentlicht am 11.12.2023

Leichte Romanze mit tollem weihnachtlichen Flair

Die Zuckerbäckerin von Cold Creek Valley
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Wer auf der Suche nach einer locker leichten Romanze mit toller weihnachtlich-winterlichem Flair ist, der ist mit der Zuckerbäckerin bestens bedient.

Chiara ist zusammen mit ihrem Freund Gabriel ins Cold ...

Wer auf der Suche nach einer locker leichten Romanze mit toller weihnachtlich-winterlichem Flair ist, der ist mit der Zuckerbäckerin bestens bedient.

Chiara ist zusammen mit ihrem Freund Gabriel ins Cold Creek Valley gezogen und arbeitet an ihrem Traum eine eigene Zuckerbäckerei zu eröffnen. Aber auch ihr Freund Gabriel ist als Arzt viel beschäftigt, sodass es in ihrer Beziehung deswegen kriselt. Als dann ein unerwartetes Ereignis passiert, stellt sich die Frage, ob Chiara und Gabriel wieder zueinander finden können.

Die Zuckerbäckerin bezaubert durch die schönen Beschreibungen der weihnachtlich-winterlichen Aktivitäten und der verschneiten Umgebung, sodass ich toll in Weihnachtsstimmung geraten bin. Daneben konnte mich auch die Liebesgeschichte überzeugen. Diese ist locker leicht, wobei dennoch ein paar Wendungen eingearbeitet wurden, um die Geschichte spannend zu halten. Insbesondere den Konflikt rund um Partner die wenig Zeit füreinander haben, empfand ich als sehr authentisch und toll gelöst. Sowohl Chiara als auch Gabriel konnten mich durch ihre zielstrebige Art überzeugen, und es war toll, dass durch diese Handlungsebene weitere Spannung eingearbeitet wurde. Die Romantik in diesem Buch ist zuckersüß und hat mich mehrmals zum Lächeln gebracht.

Die Aufmachung des Romans gefällt mir richtig gut, sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite sind verspielte winterliche Motive gewählt, wobei ein besonderes Highlight die haptisch spürbaren und glitzernden Schneeflocken und Süßigkeiten sind.

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Veröffentlicht am 21.11.2023

Jil Sander - eine beeindruckende Persönlichkeit, die ihrem Leitbild immer treu blieb

Jil Sander. Eine Annäherung
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„Ich bin dafür eingetreten, dass Frauen als sie selbst wahrgenommen werden, nicht als rückständigen Traditionen verhaftetes Phantasma“

Gut recherchiert wagt sich Maria Wiesner, Journalistin bei der FAZ, ...

„Ich bin dafür eingetreten, dass Frauen als sie selbst wahrgenommen werden, nicht als rückständigen Traditionen verhaftetes Phantasma“

Gut recherchiert wagt sich Maria Wiesner, Journalistin bei der FAZ, an Jil Sanders Person heran. Dass es nicht leicht sein wird, viel Privates über sie herauszufinden, wird gleich im ersten Kapitel klar, denn Sander war es wichtig „die Tür ins Private immer nur einen Spalt zu öffnen“. Wiesner konzentriert sich deswegen auf die Aspekte, die sicher sind, sodass der Hauptfokus auf Jil Sanders Weg zur Modedesignerin liegt. Mich persönlich hat dies nicht gestört, möchte ich keine möglicherweise falschen Vermutungen lesen. Dennoch erfährt man auch manches Privates, z.B. über ihre Herkunft und Ausbildung, Sanders Jahre in den USA, ihren Kunstgeschmack, die eher extravagante Inneneinrichtung ihres Hauses, der Gestaltung ihres Gartens und über ihre Lebenspartnerin Angelica Mommsen.

Nicht zu knapp widmet sich Wiesner den Anfängen der Marke Jil Sander. Sie arbeitet gut heraus, was Sanders Haute Couture und Pret-a-Porter von denen anderer Modemarken unterschied. So wird deutlich, dass auch in den eher schlichter gehaltenen Stücken, viel Handwerkskunst lag, war es Sander doch wichtig, dass sie nur die besten Stoffe nutzte und diese auf die bestmögliche Weise verarbeitet wurden. Ihre Stücke waren zeitlos, liesen sich beliebig miteinander kombinieren. Deswegen gilt Sander als Erfinderin des Zwiebellooks.

Gleichzeitig gelingt es Wiesner, einem die Modebranche eingehend näher zu bringen. Sie erklärt, warum Sander Rückschläge, wie die in der Modeschau in Paris erleiden musste. Dass Sander es zu der Zeit nicht immer einfach hatte, zeigt sich auch daran, dass zu der Zeit extravagante Kleidungsstücke die Haute Couture dominierten. Doch Sander, die erste Frau an der Spitze eines börsennotierten Unternehmens, war eine gute Unternehmerin und hat ihre Marke deswegen bereits früh um Parfüm und Beautyprodukte und später um eine Herrenkollektion erweitert. Was bleibt ist ihre Ideen, dass auch schlichte Teile, schön sein können.

Wiesners journalistischer Schreibstil lässt sich auch beim Wechsel zwischen verschiedenen Themen extrem flüssig lesen.

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Veröffentlicht am 19.11.2023

Unterhaltsam und mit viel Detailliebe erzählt

Der Glanz der Zukunft. Loulou de la Falaise und Yves Saint Laurent
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LouLou de la Falaise wächst unter strenger Obhut bei ihrer Großmutter Rhoda auf, bis sie sich davon zu lösen sucht, indem sie sehr jung mit Desmond FitzGerald heiratet. Desmond legt viel Wert auf irische ...

LouLou de la Falaise wächst unter strenger Obhut bei ihrer Großmutter Rhoda auf, bis sie sich davon zu lösen sucht, indem sie sehr jung mit Desmond FitzGerald heiratet. Desmond legt viel Wert auf irische Werte und einen konservativeren Kleidungsstil. LouLou dagegen zieht sich gerne sehr farbenfroh und ausgefallen an, am liebsten mit Klamotten vom Flohmarkt. Schnell wird klar, dass die Ehe nicht für die Ewigkeit ist. Und so löst sie sich von ihm und geht eigene Wege, bis sie eines Nachmittags zur Teatime eingeladen wird, wo sie Yves Saint Laurent kennenlernt…

Ohne große Erwartungen habe ich „Der Glanz der Zukunft“ begonnen, wurde dann aber durch die Detailliebe und den tollen Schreibstil von Michelle Merly überzeugt. Mit LouLou de la Falaise hat Merly eine Protagonistin gewählt, die wenig bekannt ist, deren Einfluss auf Yves Saint Laurent deswegen aber nicht zu unterschätzen ist.

Zwischen Irland, London, Marokko, New York und Paris lernen wir LouLou besser kennen. Besonders gut gefallen hat mir, dass wir die Entwicklung von LouLou de la Falaise von Beginn an miterleben können. So erleben wir, wie LouLou zu Beginn ihres Lebens insbesondere durch den Einfluss ihrer Mutter und ihres ersten Mannes ihren Modegeschmack und ihre Persönlichkeit nicht so ausleben konnte, wie sie wollte. Deswegen war ich umso beeindruckter von ihrer Entwicklung zu einer von Yves wichtigsten Unterstützern, die am Ende sogar eigenständig für die Pret-a-Porter Kollektion verantwortlich war.

Yves Saint Laurent wiederum war mir zwar vom Name ein Begriff, aber besondere Kenntnisse zu seiner Person hatte ich vor dem Lesen dieses Romans nicht. Beim Kennenlernen von LouLou und Yves wurden viele Details auch zu seiner Person eingearbeitet und seine Entwicklung spielte ab dann durchwegs auch im Roman eine wichtige Rolle. Dadurch konnte ich auch Yves als Persönlichkeit gut kennen und verstehen lernen. Yves Saint Laurent, zunächst schüchternen Designer, entwickelte einzigartige Designs, entsetzte in seiner Einzigartigkeit aber manchmal auch die in der Modebranche wichtigen Personen. Doch auch wenn er einige Rückschlage, auch im privaten Bereich durchleben muss, kam er nach einer Zeit wieder gestärkt daraus zurück.

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Veröffentlicht am 15.11.2023

Sehr persönliche und berührende Geschichte

Simone
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Anja Reich begibt sich in „Simone“ mit uns in ihre eigene Vergangenheit, die eng verknüpft ist mit der von ihrer ehemaligen Freundin Simone. Ehemalig, weil Simone sich das Leben genommen hat. Anja Reich ...

Anja Reich begibt sich in „Simone“ mit uns in ihre eigene Vergangenheit, die eng verknüpft ist mit der von ihrer ehemaligen Freundin Simone. Ehemalig, weil Simone sich das Leben genommen hat. Anja Reich begibt sich nun mit uns auf die Suche nach dem Warum.

Besonders gut gefallen hat mir, wie viel Geschichte in „Simone“ enthalten war. Weil Anja und Simone in Ost-Berlin aufwachsen, ist deren eigene Geschichte auch eng mit der deutschen Geschichte verknüpft und so wird durch das Buch hindurch immer wieder thematisiert, wie das Leben in Ost-Berlin war und welche Auswirkungen die Wende hatte.

Im Zusammenhang mit der Geschichte der Eltern und Großeltern erfahren wir aber auch etwas über das Leben in der Tschechoslowakei und die Auswirkungen des 2. Weltkriegs, insbesondere das Thema Vertreibung von Deutschen wird aufgegriffen. Reich gelingt es, das Thema Vertreibung sehr berührend von den verschieden Seiten zu beleuchten, weswegen es mich länger zum Nachdenken gebracht hat.

Im Zusammenhang mit den Gründen für den Suizid schreckt Reich nicht davor zurück, auch schwierige Fragen zu stellen und führt für die Beantwortung dieser Fragen Gespräche mit Experten. So wird z.B. das Thema Borderline behandelt, aber auch danach gefragt, ob die Wende und deren Auswirkungen auf Simones Leben im Zusammenhang mit ihrem Suizid stehen könnten. Die Umsetzung dessen hat mir gut gefallen, durch die vielen Themen blieb das Buch spannend. Gleichzeitig ist es Reich gelungen, das Thema einerseits mit den Experten auf einer sachlichen Ebene anzugehen, andererseits mit den Gesprächen mit Freunden und Fragen nach der persönlichen Schuld sehr berührend zu erzählen.

Insgesamt ist das Buch durch die vielen Themen, die es aufgreift sehr bereichernd und durch das emotionale Thema gleichzeitig sehr berührend.

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Veröffentlicht am 08.11.2023

Gefühlvolle Liebesgeschichte mit spannendem, toll gelöstem Ende

When The King Falls
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Wer auf der Suche nach einer gefühlvollen Liebesgeschichte ist, die in etwas Fantasy eingebettet ist, dem wird When the King falls vermutlich gefallen.

Florence hat eine Mission. Sie soll Benedict, den ...

Wer auf der Suche nach einer gefühlvollen Liebesgeschichte ist, die in etwas Fantasy eingebettet ist, dem wird When the King falls vermutlich gefallen.

Florence hat eine Mission. Sie soll Benedict, den König der Vampire umbringen, da die Vampire das Volk der Menschen unterdrücken. Damit ihr dies gelingen kann, bringt sie Benedict dazu, sie als Blutbraut auszuwählen. Doch was ist wenn ihren Plan, ihn zu töten, Gefühle durchkreuzen?

Benedict empfand ich durch seine Charakterentwicklung als gut ausgearbeitet. Nimmt Florence zunächst an, er sei ein kaltblütiger, emotionsloser Vampir, so muss sie doch feststellen, dass er sie je mehr Zeit vergeht, ganz anders behandelt. Seine liebevolle und besorgte Art versüßen den Lesespaß.

Florence überzeugt durch ihre Hin-und Hergerissenheit. So bleibt bis zum Ende unklar, ob sie an ihrem Plan, ihn umzubringen festhält oder ob sie sich ganz auf eine romantischen Beziehung mit Benedict einlässt. Die Auflösung dessen hat mir wirklich gut gefallen und ich bin durch das offene Ende nun sehr auf Teil 2 gespannt.

Zu bemängeln habe ich nur, dass die Fantasywelt etwas zu kurz kam und ich mir erhofft hatte, dass wir noch mehr über das Zusammenleben der Menschen und Vampire erfahren würden, um besser zu verstehen, warum ihr einziges Mittel eine Rebellion gegen den König ist.

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