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Veröffentlicht am 27.11.2023

Gute Idee, schwach umgesetzt

Sieben. Spiel ohne Regeln
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Was willst du sein? Opfer oder Täter? Dieser Klappentext beschreibt die Geschichte sehr gut. Lincoln muss mit seinen Eltern nach Oxford ziehen, wo er das erste Mal in seinem Leben auf eine richtige Schule ...

Was willst du sein? Opfer oder Täter? Dieser Klappentext beschreibt die Geschichte sehr gut. Lincoln muss mit seinen Eltern nach Oxford ziehen, wo er das erste Mal in seinem Leben auf eine richtige Schule gehen muss. Dort steht der Sport im Mittelpunkt und, ihr ahnt es, Lincoln ist nicht besonders sportlich. Schon am ersten Tag wird er ganz unten in der Nahrungskette eingestuft und wird zum Opfer. Drei lange Jahre seiner Schulzeit wird er von seinem Mitschülern aufs grausamste gemobbt und auch die Lehrkräfte schreiten nicht ein.

Während der Zeit auf der Schule, Osney, war ich immer hin und her gerissen. Klar ist, dass Mobbing nicht geht und derart grausam, wie es hier passiert schon dreimal nicht. Problematisch ist, dass Lincoln unglaublich unsympathisch ist, was es dem Leser nicht so einfach macht, Mitgefühl mit ihm zu empfinden. Irgendwie schaute ich eher distanziert auf das Geschehen, statt echter Gefühle zu entwickeln. Das fand ich ein bisschen schade. Andererseits sagte Floras später auf der Insel einen sehr wahren Satz: Nur weil man das Opfer ist, heißt das nicht, dass man sympathisch ist. Und ja, auf Lincoln trifft das leider zu.

Die Geschehnisse auf der Insel konnten mich schon irgendwie in ihren Bann ziehen. Nicht immer erschien mir alles ganz logisch. Klar ist die Gruppe so aufgebaut, dass Lincoln derjenige ist, der in der Schule gute Noten hat und viel liest und die anderen eher nicht ganz so helle. Aber dass sie tatsächlich die gesamte Zeit über nicht darauf kommen, dass Lincoln mit seiner zerbrochenen Brille bzw. den Gläsern das Feuer macht, das halte ich dann doch für unglaubwürdig. Dass man mit Glas Sonne bündeln und Feuer entzünden kann ist nun nicht so eine bahnbrechend geheime Information. Lincolns macht rührt nämlich genau daher, dass er etwas hat und kann (Feuer machen), was die anderen dringend benötigen, wenn sie nicht verhungern und erfrieren wollen. Hätten sie es gewusst, wäre die Dynamik eventuell eine ganz andere geworden, denn es wäre für die Gruppe ein Leichtes gewesen, Lincoln die Gläser abzunehmen. So, wie die Jungs der Gruppe gestrickt sind, hätten sie ihn theoretisch auch foltern können, um die Information aus ihm heraus zu pressen. Aber sie tun einfach nichts, ergeben sich ihrem Schicksal. Das halte ich für sehr unglaubwürdig.

An Lincoln hat die Autorin sehr gut dargestellt, wie aus einem Opfer ein Täter wird. Lincoln handelt die gesamte Zeit über unglaublich unbarmherzig. Das fand ich tatsächlich sehr spannend, denn ich halte es durchaus für glaubwürdig. Er wurde so lange von den Mitschülern aufs Schlimmste gemobbt, dass ich es durchaus für glaubwürdig halte, dass er die Gelegenheit nun ergreift, sich zu rächen.

Insgesamt fehlt mir leider auch die Moral von der Geschichte. Sie endet relativ abrupt und wir erfahren nur noch, dass alle Personen, außer Lincoln und Flora wieder in ihr altes Leben und ihre alten Verhaltensmuster zurück gefallen sind. Wie das von Statten ging und wieso sie so rein gar nichts aus dieser Zeit auf der Insel gelernt haben, das erschließt sich leider nicht. Hier hätte die Autorin sich durchaus noch einige Seiten Zeit nehmen dürfen, um die einzelnen Charaktere näher zu beleuchten.

Der Schreibstil von M. A. Bennett ist flüssig und lässt sich gut lesen. Sie schreibt sehr bildhaft, so dass ich keine Probleme hatte, mir die sieben Mitschüler und die Insel vorzustellen. Sie zieht den Leser in die Geschichte und das war es irgendwie auch, was mich hat dran bleiben lassen.

Die Geschichte war recht schnell sehr vorhersehbar, allerdings muss man auch sagen, dass das Lesealter ab 14 Jahren angegeben ist. Vielleicht erschließen sich die Zusammenhänge für einen jungen Leser nicht ganz so schnell. Die Auflösung hat mich dann auch nicht überrascht, wobei ich aber sagen muss, dass die Idee durchaus sehr gut war.

Insgesamt vergebe ich 3 Federn.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2023

Mir fehlte ein bisschen die Moral der Geschichte

Sieben
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Was willst du sein? Opfer oder Täter? Dieser Klappentext beschreibt die Geschichte sehr gut. Lincoln muss mit seinen Eltern nach Oxford ziehen, wo er das erste Mal in seinem Leben auf eine richtige Schule ...

Was willst du sein? Opfer oder Täter? Dieser Klappentext beschreibt die Geschichte sehr gut. Lincoln muss mit seinen Eltern nach Oxford ziehen, wo er das erste Mal in seinem Leben auf eine richtige Schule gehen muss. Dort steht der Sport im Mittelpunkt und, ihr ahnt es, Lincoln ist nicht besonders sportlich. Schon am ersten Tag wird er ganz unten in der Nahrungskette eingestuft und wird zum Opfer. Drei lange Jahre seiner Schulzeit wird er von seinem Mitschülern aufs grausamste gemobbt und auch die Lehrkräfte schreiten nicht ein.

Während der Zeit auf der Schule, Osney, war ich immer hin und her gerissen. Klar ist, dass Mobbing nicht geht und derart grausam, wie es hier passiert schon dreimal nicht. Problematisch ist, dass Lincoln unglaublich unsympathisch ist, was es dem Leser nicht so einfach macht, Mitgefühl mit ihm zu empfinden. Irgendwie schaute ich eher distanziert auf das Geschehen, statt echter Gefühle zu entwickeln. Das fand ich ein bisschen schade. Andererseits sagte Floras später auf der Insel einen sehr wahren Satz: Nur weil man das Opfer ist, heißt das nicht, dass man sympathisch ist. Und ja, auf Lincoln trifft das leider zu.

Die Geschehnisse auf der Insel konnten mich schon irgendwie in ihren Bann ziehen. Nicht immer erschien mir alles ganz logisch. Klar ist die Gruppe so aufgebaut, dass Lincoln derjenige ist, der in der Schule gute Noten hat und viel liest und die anderen eher nicht ganz so helle. Aber dass sie tatsächlich die gesamte Zeit über nicht darauf kommen, dass Lincoln mit seiner zerbrochenen Brille bzw. den Gläsern das Feuer macht, das halte ich dann doch für unglaubwürdig. Dass man mit Glas Sonne bündeln und Feuer entzünden kann ist nun nicht so eine bahnbrechend geheime Information. Lincolns macht rührt nämlich genau daher, dass er etwas hat und kann (Feuer machen), was die anderen dringend benötigen, wenn sie nicht verhungern und erfrieren wollen. Hätten sie es gewusst, wäre die Dynamik eventuell eine ganz andere geworden, denn es wäre für die Gruppe ein Leichtes gewesen, Lincoln die Gläser abzunehmen. So, wie die Jungs der Gruppe gestrickt sind, hätten sie ihn theoretisch auch foltern können, um die Information aus ihm heraus zu pressen. Aber sie tun einfach nichts, ergeben sich ihrem Schicksal. Das halte ich für sehr unglaubwürdig.

An Lincoln hat die Autorin sehr gut dargestellt, wie aus einem Opfer ein Täter wird. Lincoln handelt die gesamte Zeit über unglaublich unbarmherzig. Das fand ich tatsächlich sehr spannend, denn ich halte es durchaus für glaubwürdig. Er wurde so lange von den Mitschülern aufs Schlimmste gemobbt, dass ich es durchaus für glaubwürdig halte, dass er die Gelegenheit nun ergreift, sich zu rächen.

Insgesamt fehlt mir leider auch die Moral von der Geschichte. Sie endet relativ abrupt und wir erfahren nur noch, dass alle Personen, außer Lincoln und Flora wieder in ihr altes Leben und ihre alten Verhaltensmuster zurück gefallen sind. Wie das von Statten ging und wieso sie so rein gar nichts aus dieser Zeit auf der Insel gelernt haben, das erschließt sich leider nicht. Hier hätte die Autorin sich durchaus noch einige Seiten Zeit nehmen dürfen, um die einzelnen Charaktere näher zu beleuchten.

Der Schreibstil von M. A. Bennett ist flüssig und lässt sich gut lesen. Sie schreibt sehr bildhaft, so dass ich keine Probleme hatte, mir die sieben Mitschüler und die Insel vorzustellen. Sie zieht den Leser in die Geschichte und das war es irgendwie auch, was mich hat dran bleiben lassen.

Die Geschichte war recht schnell sehr vorhersehbar, allerdings muss man auch sagen, dass das Lesealter ab 14 Jahren angegeben ist. Vielleicht erschließen sich die Zusammenhänge für einen jungen Leser nicht ganz so schnell. Die Auflösung hat mich dann auch nicht überrascht, wobei ich aber sagen muss, dass die Idee durchaus sehr gut war.

Insgesamt vergebe ich 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 31.05.2023

Leider der schwächste Band der Reihe, aber ich freue mich, dass es weiter geht

Der verlorene Sohn. Ein Orphan X Thriller von Gregg Hurwitz
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Insgesamt fand ich, dass die Geschichte sich ein bisschen zog. Wir erfahren sehr viel über Evans Vergangenheit. Wir erfahren endlich, wie er es geschafft hat, in das Orhan Programm aufgenommen zu werden. ...

Insgesamt fand ich, dass die Geschichte sich ein bisschen zog. Wir erfahren sehr viel über Evans Vergangenheit. Wir erfahren endlich, wie er es geschafft hat, in das Orhan Programm aufgenommen zu werden. Gregg Hurwitz beleuchtet Evans Kindheit. Auch lernen wir seine Mutter kennen, die leider extrem wehleidig daher kommt. Ich fand Veronica total unsympathisch. Auch wenn ich ihre Beweggründe Evan wegzugeben nachvollziehen konnte, haben sie mir nicht gefallen. Wie anders wäre Evans Leben verlaufen, wenn sie sich um ihn gekümmert hätte?

Evan muss sich in diesem Band mit sehr vielen Gefühlen auseinandersetzen. Auch wenn er das über die letzten Bände durch Mia und Peter und auch ein bisschen durch Joey schon ein bisschen gelernt hat, so war das eine ganz schön harte Sache für ihn. Das merkte man sehr. Ich hatte das Gefühl, dass seine Gefühle ihn nachlässig machen. Er ist in diesem Band in Situationen geraten, die ihm normalerweise leicht gefallen wären, zu meistern. Dass er so große Schwierigkeiten hat, mit den ihm gestellten Aufgaben umzugehen fand ich anstrengend.

Joey gefällt mir immer besser. Wie sie ihr Leben meistert finde ich Klasse. Sie ist schlagfertig und schlau. Schön fand ich, zu sehen, wie ihre Beziehung zu Hund wächst. Das tut ihr unglaublich gut. In diesem Band kam auch Orphan V mal wieder vor. Ich mag die Frau sehr. Da würde ich mir tatsächlich erhoffen, dass sie vielleicht eine größere Rolle in den nächsten Bänden bekommt. Ich vermute aber mal, dass das nicht der Fall sein wird. Dafür könnte ich mir aber vorstellen, dass Joey langsam mehr Aufträge bekommt. Gregg Hurwitz bereitet sie gut vor und Joey ist sowas von bereit, Evans Nachfolge anzutreten.

Neu aufgetreten ist in diesem Band Andrew Duran. Was es mir Andrew auf sich hat, das müsst ihr selbst herausfinden. Was ich aber sagen kann ist, dass mir Andrew irgendwie imponiert hat. Er ist ganz unten angekommen. Zwischendurch lässt er sich auch immer mal wieder zu sehr hängen. Insgesamt zeigt er aber, dass er noch Lebenswillen besitzt und bereit ist, sich wieder hoch zu arbeiten. Ich fand, dass er, auch wenn er zwischendurch ein bisschen weinerlich daher kam, doch irgendwie was hat, was ihn sympathisch machte. Ich bin gespannt, ob wir von Andrew nochmal wieder was hören werden.

Die Szenen zwischen Evan und Joey gefallen mir ausnehmend gut. Man merkt, dass da eine stabile Beziehung aufgebaut wurde. Die Wortgefechte haben Witz und Joey lässt sich von Evan nicht die Butter vom Brot nehmen. Evan steht es gut zu Gesicht, dass er in Joey jemanden gefunden hat, die es zu beschützen lohnt und die über sein Leben Bescheid weiß. In seiner Beziehung zu Mia und Peter macht es mich immer ein bisschen traurig, dass er Mia nicht die Wahrheit sagen kann.

Insgesamt muss ich sagen, dass mir dieser Band nicht so gut gefallen hat. Mir war das ein bisschen zu viel; zu viele Gefühle, zu viel Traurigkeit bei Evan. Das passte für mich nicht so gut zu ihm. Ich hoffe, dass er im nächsten Band wieder etwas weniger weich daher kommt. Die Gefühle haben ihn einfach zu nachlässig gemacht und das passt für mich nicht zig dem gut trainierten Orhan. Andererseits zeigte es eben auch, warum den Orphans eigentlich Gefühle abtrainiert werden sollten. Gut, dass Evan Jack hatte, der auch im Programm aufgepasst hat, dass Evan seine Menschlichkeit bewahrt.

Der Schreibstil von Greg Hurwitz ist gewohnt bildhaft. An einer Stelle musste ich wieder mal eine Seite überspringen. Folterszenen beschreibt der Autor zwar genial, aber für mich doch ein bisschen zu doll. Das halte ich nicht aus.

Ich vergebe 3 Sterne und freue mich auf den nächsten Band. Denn auch, wenn mir dieser Band nicht so gut gefallen hat, es ist und bleibt einfach eine geniale Reihe.

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Veröffentlicht am 17.01.2023

Schöner Roman, aber mit wenig Tiefgang

Fischbrötchen und Schokoküsse
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Auch wenn es sich um Band 4 handelt, ist das Buch in sich abgeschlossen, so dass man es auch für sich lesen kann.

Protagonistin der Geschichte ist Marina, genannt Mari, die mit 25 Jahren bisher noch ...

Auch wenn es sich um Band 4 handelt, ist das Buch in sich abgeschlossen, so dass man es auch für sich lesen kann.

Protagonistin der Geschichte ist Marina, genannt Mari, die mit 25 Jahren bisher noch sehr behütet bei ihren Eltern lebt. Als sie urplötzlich ihren Job verliert und ihre Eltern ihr eröffnen, dass es Zeit ist, auszuziehen, da geht es für sie gleich ein Mal durch die gesamte Republik. Von München an die Ostsee, genauer gesagt in die Nähe von Eckernförde. An ihrem neuen Arbeitsort trifft sie auf den Neffen der Chefin, Tim-Ove. Es kommt, wie es kommen muss, sie verliebt sich unsterblich in ihn, obwohl er sie unmöglich behandelt.

Ich hätte mir für Mari ein bisschen mehr Tiefe, ein bisschen mehr Entwicklung gewünscht. Das Potential dazu hat sie, das ist immer wieder durchgeblitzt. Leider nimmt die Autorin sich nicht die Zeit und damit Mari nicht an die Hand, um dem Leser zu zeigen, dass mehr in ihr steckt, als ein kleines Mädchen, das bisher von Mutti verwöhnt wurde und nicht auf eigenen Beinen stehen kann. Total schade!

Tim-Ove war mir zu undurchsichtig. Ich fand ihn von Anfang an unmöglich und kann die Anziehungskraft zwischen den beiden Protagonisten nicht wirklich nachvollziehen. Trotzdem war es lustig, zu lesen, wie die beiden sich anzicken und dann doch wieder voneinander angezogen werden. Die Liebesgeschichte zwischen Mari und Tim-Ove zu verfolgen hat mir durchaus Spaß gemacht.

Die Geschichte ist nett und lässt sich schnell lesen. Natürlich gibt es ein kleines Drama um das Gut, auf dem Mari ihre neue Anstellung erhält. Dieses wird aber schnell abgehandelt. Zum schnell, für meinen Geschmack. Um nicht zu Spoilern kann ich euch hier nicht mehr verraten, aber aus meiner Sicht macht sich die Autorin es hier mit der Auflösung und den Reaktionen darauf viel zu einfach. Ansonsten hält das Buch einige lustige Momente bereit, die mich wirklich haben schmunzeln lassen.

Der Schreibstil von Jane Hell ist locker leicht, einem Sommerroman angemessen. Es kommen keine Längen auf. Ich fühlte mich tatsächlich wie im Sommer an der Ostsee und konnte mir den Strand und die Figuren gut vorstellen. Vom Schreibstil her habe ich die Geschichte sehr genossen. Die Autorin schafft es einfach, einen in den Sommer zu entführen. Ich hatte sogar das Gefühl, den Sand unter meinen Füßen zu spüren.

Ob ich dir das Buch empfehle, das kommt ein bisschen darauf an, was du suchst. Suchst du einen seichten Sommerroman, der dich an die Ostsee entführt und bei dem man nicht nachdenken muss, sondern ihn einfach wegschmöckern kann, dann bist du hier genau richtig. Suchst du eine Sommergeschichte, die auch ein bisschen Tiefe bereit hält und in der die Protagonisten eine Entwicklung durchmachen, dann würde ich nicht dazu raten, zu diesem Buch zu greifen.

Von mir gibt es solide 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.11.2022

Schwächer als ihre anderen Bücher

Weihnachtsreise zum Nordlicht
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Leider hat mich die Geschichte ein bisschen enttäuscht. Wie wir es gewohnt sind, wir die Geschichte abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dieses Mal nehmen und Christy, Robyn und Alix mit ...

Leider hat mich die Geschichte ein bisschen enttäuscht. Wie wir es gewohnt sind, wir die Geschichte abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dieses Mal nehmen und Christy, Robyn und Alix mit an ihre Seite. Irgendwie konnte mich keine der drei Frauen so richtig fesseln. Sie blieben alle ein bisschen fern und so ganz konnte ich ihre Verhaltensweisen nicht durchschauen. Weihnachten kommt quasi nicht vor, was ich extrem schade fand. Gerade das Setting in Lappland hätte sich doch für ein wunderschönes, stimmiges Weihnachtsfest angeboten. Leider wird das Fest aber zur Nebensache. 

Christy ist die Figur, die über die Geschichte die Fäden zusammen hält. Sie ist mit Alex befreundet und mit Robyn verwandt. Christy konnte ich noch am ehesten verstehen. Wobei mir ihre Wandlung dann aber zu schnell von statten ging.

Alix konnte ich gar nicht richtig greifen. Sie scheint mit die in sich zerrissenste Figur zu sein. Das wiederum machte sie glaubwürdig. Bei Alix hatte ich einfach das Gefühl, dass sie nicht aus ihrer Haut heraus kann.

Bei Robyn hatte ich das Gefühl, dass wir sie gar nicht wirklich kennenlernen. Sie blieb für mich sehr blass und obwohl sympathisch, doch ein bisschen unnahbar.

Überhaupt nicht schlüssig war mir die Beziehung von Christy und Alix zu Christys Mutter. Einerseits wird sie als liebevoll dargestellt, die den Mädchen eine schöne Zeit bereitet, andererseits scheint sie mir sehr streng und unnahbar gewesen zu sein. Ich bekam einfach kein stimmiges Bild von dieser Figur, was es mir schwer machte, Alix und Christus Kindheit nachzuvollziehen. Dies braucht man aber wiederum, um zu verstehen, warum die Frauen sich heute so verhalten, wie sie es eben tun. Schwierig….

Der Schreibstil ist gewohnt bildhaft, so dass man sich die Landschaft, den Schnee und die Figuren allgemein ganz gut vorstellen kann. Zum Ende hin gefiel mir die Geschichte dann auch ein bisschen besser. Die Figuren bewegen sich aufeinander zu und man konnte so etwas wie verzeihen und einen Neuanfang spüren. Das hat mir dann doch gut gefallen.

Dieses Buch fand ich insgesamt aber ausnahmsweise mal nicht ganz so stark, wie sonst die Bücher von Sarah Morgan. Ich vergebe 3 Sterne.

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