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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2023

Spannend, wie ein Agententhriller

Der Spion und der Verräter
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"Der Spion und der Verräter" hat mich total begeistert, denn die Geschichte um Oleg Antonowitsch Gordijewski ist spektakulär und dabei noch größtenteils wahr. Er führte ein Doppelleben als sowjetischer ...


"Der Spion und der Verräter" hat mich total begeistert, denn die Geschichte um Oleg Antonowitsch Gordijewski ist spektakulär und dabei noch größtenteils wahr. Er führte ein Doppelleben als sowjetischer Geheimdienstoffizier des KGB und Doppelagent für den MI6. Das machte ihn, während des Kalten Krieges, zum wertvollsten Spion überhaupt. Dass nicht mal seine Familie etwas wusste, ist unfassbar.

Die Aufmachung des Buches ist hochwertig mit einem Schutzumschlag.
Die gesammelten Schwarz-Weiß-Aufnahmen im Mittelteil des Buches und die letzten Seiten runden diese wahre Geschichte perfekt ab. Der Schreibstil ist mitreißend und fesselnd, die Recherchearbeit beeindruckend. Ben Macintyre hat ein hautnahes Leseerlebnis geschaffen und gekonnt politische Hintergründe eingewoben, ohne die Spannung aus den Augen zu verlieren. Dabei zeichnet er ein sehr genaues Bild von Oleg Antonowitsch Gordijewski, der jetzt in Großbritannien lebt. Das Ergebnis ist faszinierend, absolut packend, in jeder Hinsicht erkenntnisreich und wird jeden glücklich machen, der Spionagegeschichten liebt, die auf historischen Begebenheiten beruhen. Knallhart, hochspannend, unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 29.11.2023

Witz-Bilder für alle Hundstage

Hundstage mit Martin Rütter
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"Hundstage" ist ein farbiger Cartoon von und mit dem Hundetrainer Martin Rütter und seiner Hündin Emma, gezeichnet von Autor und Zeichner Jannes Weber, der auf beinahe jeder Seite eine neue Geschichte ...

"Hundstage" ist ein farbiger Cartoon von und mit dem Hundetrainer Martin Rütter und seiner Hündin Emma, gezeichnet von Autor und Zeichner Jannes Weber, der auf beinahe jeder Seite eine neue Geschichte erzählt.

Es werden kleine Romanzen gezeigt, witzige Pannen und Wahrheiten im Hundealltag, Redewendungen werden aufs Korn genommen und bekannte Sätze wie „Der will nur spielen!“ oder „Der tut nichts!“ werden mal ganz wörtlich genommen. Einige Bildchen zünden sofort, bei manchen muss man überlegen. Dabei kommen alle mit wenig oder gar keinem Text aus. Erfahrungsreichtum mit Hunden ist in jedem Fall hilfreich, aber keine Vorraussetzung. Ingesamt musste ich oft schmunzeln, ein paar haben mich richtig zum Lachen gebracht. Ich würde behaupten, dass hier viele verschiedene Arten von Humor vorkommen, sodass für jeden etwas dabei ist.

Ich habe es bisher oft zur Hand genommen und gern durchgeblättert. Da den Bildern viel Raum gelassen wurde, haben die Illustrationen eine angenehme Größe und das Buch wirkt nicht überladen. Außerdem folgen die Cartoons einem roten Faden. Eingeteilt in fünf Kategorien, finden sich Szenen im Sommer, beim Gassi gehen, Zuhause, beim Training und Kurioses. Das hilft auch beim Wiederfinden. Jedenfalls zeigt sich, wer hier der eigentliche Star ist: Emma natürlich. Ich mag auch die Details (Hundeaugen) und insgesamt den zeitlosen Zeichenstil. Dabei gelingt es Jannes Weber richtig gut, etwas zu zeigen, wie es wirklich ist, ohne Worte anzuprangern und die treffende Pointe in den zweiten Blick zu packen. Bin begeistert!

Veröffentlicht am 29.11.2023

Schlauer und optimistischer werden? Beck lesen!

12 Gesetze der Dummheit
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Neurowissenschaftler Henning Beck präsentiert in diesem Sachbuch Zwölf Denkfehler auf sehr informative und erhellende Weise. Es sind unbewusste Verhaltensmuster die uns von klügeren Entscheidungen abhalten. ...

Neurowissenschaftler Henning Beck präsentiert in diesem Sachbuch Zwölf Denkfehler auf sehr informative und erhellende Weise. Es sind unbewusste Verhaltensmuster die uns von klügeren Entscheidungen abhalten. Muster, die man durchbrechen kann, wenn man sie kennt.

Der persönliche Schreibstil hat mich so überzeugt, dass ich über einen längeren Zeitraum immer mal wieder reingelesen und einiges markiert habe. Der strukturierte Aufbau ist gelungen, und eignet sich gut, das Buch häppchenweise zu lesen. Es gelingt Beck, Wissenschaft anschaulich und vor allem interessant darzulegen. Dabei bleibt er stets sachlich und kompetent. Ein kluges, provokantes und erkenntnisreiches Sachbuch, das aber auch das angenehme Lesen nicht aus dem Blick verliert und genügend Raum für eigenes Denken lässt, ja sogar spielerisch neugierig macht, mehr kritisch zu hinterfragen und Anhaltspunkte für Diskurse bietet. Die Themenwahl ist dabei so umfassend wie aktuell: Klimabilanz, Rentensystem, Energiewende, Soziale Medien, Digitalisierung, Kontrollverlust, Religion und vieles mehr. Lediglich eine abschließende Zusammenfassung hätte es perfekt gemacht.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Sachbuch, um sich und die Welt, besser zu verstehen, sehr verständlich geschrieben, mit hohem Mehrwert für wirksame Veränderungen und mit zuversichtlicher Note. Hier lohnt sich der Kauf.

Veröffentlicht am 11.11.2023

Achtung, Suchtgefahr!

Abscheulichkeiten
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Bitterböse, verstörend makaber und erschreckend fies. Uwe Fröhlichs einundzwanzig abwechslungsreiche Kurzgeschichten entführen in Horrorszenarien des Alltagsdramas - schön verpackt, in einer hochwertigen ...

Bitterböse, verstörend makaber und erschreckend fies. Uwe Fröhlichs einundzwanzig abwechslungsreiche Kurzgeschichten entführen in Horrorszenarien des Alltagsdramas - schön verpackt, in einer hochwertigen Leinenausgabe mit farblich passendem Lesebändchen.

Da ist die unbeholfene Karla, die in »Morbides Treffen« auf ihrer Laufrunde eine schreckliche Entdeckung macht; da ist Jan, der sich in »Hai« nach einem Traumata wieder unter Menschen traut; Eva, die in »See« ihre tägliche Schwimmrunde mit mörderischer Motivation auffrischt; oder Georg, der sich in »Mund zu« über die Radfahrerinnen brüskiert, die keinen Helm tragen, und dem, trotz seines Pflichtbewusstseins, ein böses Schicksal ereilt. Mit durchschnittlich fünf bis dreizehn Seiten lassen sich die Short Stories zu vielen Gelegenheiten weglesen und meistens bleibt es nicht bei einer. »Blindgänger« ist mit nur vier Seiten mein Favorit - kompakt, böse, gezielt schwarzhumorig und unerwartet schockierend. »Asche zu Asche« könnte der Prolog eines ganzen Romans sein und generell gefällt mir die Absurdität der makaberen Geschichten und ihre fantasieanregende Ideenvielfalt. Ob im erholsamen Wald, im Museum oder auf dem Friedhof, das Unfassbare passiert überall, und es geht nie gut aus.

Höllisch gut und perfekt, für den gepflegten Horror Zwischendurch und alle, die es kurz und knackig mögen.

Veröffentlicht am 11.11.2023

Über das Leben und Sterben

Dieses schöne Leben
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"Dieses schöne Leben" erzählt die hoffnungsvolle Geschichte einer ganz besonderen Frau aus der Ich-Perspektive. Die 36-jährige Clover hat ein reines Herz, ist ruhig, mitfühlend und liebte ihren verstorbenen ...

"Dieses schöne Leben" erzählt die hoffnungsvolle Geschichte einer ganz besonderen Frau aus der Ich-Perspektive. Die 36-jährige Clover hat ein reines Herz, ist ruhig, mitfühlend und liebte ihren verstorbenen Großvater sehr. Ihr einziger Freund ist ihr 87-jährige Nachbar, und Einsamkeit ist in New York nicht ungewöhnlich. Für Clover ist der Tod nichts bedrohliches. Sie hat ihre Bestimmung als Sterbebegleiterin gefunden, und dokumentiert sogar die letzten Worte der Sterbenden, als Würdigung und als Inspirationsquelle für sich selbst. Sogar in ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gern mit der Trauer und besucht Death Cafés. Dort lernt sie auch Sebastian kennen, der ihr einen Job bei seiner sterbenden Großmutter Claudia vermittelt.
Clover regt mit ihren Gedanken einfühlsam dazu an, über das (eigene) Ableben nachzudenken und enttabuisiert auf tröstliche Weise den Tod. Außerdem zeigt sie eindrucksvoll, wie individuell die eigene Trauer ist. Wonach Clover sich sehnt ist Liebe und Freundschaft. In dieses Geschichte begegnet sie einigen Menschen, die sich als Lehrer und Freunde herausstellen und auf ungewöhnliche Weise ihr Schicksal beeinflussen. Clover meistert Situationen, die sie vorher vermieden hat und lädt dadurch neue Wunder in ihr Leben ein.
„Das Geheimnis eines guten Todes ist es, ein gutes Leben zu führen.“
Der Roman vereint viele Lebenslektionen über das Finden und Loslassen, Einsamkeit, Reue und Schuldgefühle: Leben ist Gemeinschaft, denn wir sind nie wirklich allein. Tod und Sterben ist ein Teil davon, der das Leben erst wertvoll macht. Es ist unterhaltsam, Clover auf dieser hoffnungsvollen Reise zu begleiten, indem sie sich dem Leben stellt und am Ende ihr Glück findet. Insgesamt ein lesenswerter Roman voller Hoffnung, Liebe und tröstlicher Gedanken, mit enttabuisierenden Wirkung und einem wundervollen Epilog.