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Veröffentlicht am 17.12.2023

Ein Gefühlscocktail

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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Kuldesh Shamar wird tot aufgefunden. Er war ein Freund Stephens und hat dem Donnerstagsmordclub noch bei seinem letzten Fall geholfen. Ehrensache, dass der nun dem Mord an Kuldesh aufklären wird.

Eigentlich ...

Kuldesh Shamar wird tot aufgefunden. Er war ein Freund Stephens und hat dem Donnerstagsmordclub noch bei seinem letzten Fall geholfen. Ehrensache, dass der nun dem Mord an Kuldesh aufklären wird.

Eigentlich ist der Fall bei Chris Hunter und Donna De Freitas gelandet, aber beide werden davon abgezogen, und ihnen Jill Regan vom NCA (National Crime Agency) vor die Nase gesetzt. Sogar sein Büro muss Chris für Jill räumen. Sollen er und Donna nun Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim die Ermittlungen überlassen? Nein, er und Donna werden auch ermitteln, und da sie das nicht offiziell machen, muss auch nicht alles so rechtskonform sein, wie sonst.

Dieser Roman ist ein Cocktail von Gefühlen, man driftet vom Lachen ins Weinen, dann ist man wieder vor Spannung fast atemlos oder kann die Entwicklung der Geschichte kaum fassen. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten, war aber auch emotional sehr eingebunden.

Mittlerweile ist das Stammcharakterensemble ja deutlich größer als man beim ersten Fall noch vermuten konnte. Nicht nur die Vier vom Donnerstagsmordclub und die beiden Polizisten gehören dazu, mittlerweile werden auch Lebenspartner:innen deutlich mehr einbezogen, und auch die Gegenseite fühlt sich mehr oder weniger zugehörig, wie Connie Johnson, die zwar nun im Gefängnis sitzt, dadurch aber nicht wesentlich eingeschränkt wird. In diesem Band gibt es zudem ein mögliches neues Mitglied des Clubs, ich würde mich zumindest darüber freuen käme Bob dazu. All diese Charaktere erhalten ihre eigenen Perspektiven, aber nicht nur sie, sondern auch die – möglichen – Antagonist:innen werden bedacht, und sind, man kennt das schon aus der Reihe, gar nicht so unsympathisch, aber natürlich schon heftig kriminell.

Richard Osman gelingt es gut, viel Humor in den Roman zu packen, dessen Geschichte eigentlich gar nicht so humorvoll ist. Aber alleine Joyce Tagebuch ist wieder herrlich zu lesen. Dazu gibt es Szenen, die so vor britisch schwarzem Humor strotzen, dass man es kaum glauben kann, wie ein „nettes“ Treffen (fast) aller Ermittelnden mit allen Verdächtigen.

Neben dem Hauptfall müssen sich Joyce und ihr Club um einem Love-Scam-Fall widmen, auch hier wird aus dem eigentlich ernsten Thema etwas herrlich absurdes.

Wie der Autor im Nachwort schreibt, müssen wir auf einen weiteren Fall ein bisschen warten, aber es wird wohl, zum Glück, einen geben. Richard Osman schreibt zwischendurch an einer neuen Reihe, auf die ich schon gespannt bin. Aber noch gespannter bin ich darauf, Joyce und die anderen aus dieser Reihe wiederzutreffen, zumal nach diesem Band, der für mich der bisher beste einer sehr guten Reihe ist.

Der vierte Band der Reihe ist wieder richtig gut, für mich der bisher beste. Emotional ist er eine wahre Achterbahnfahrt, aber auch der Fall hat es in sich und wird gut aufgelöst. Ich empfehle die Reihe uneingeschränkt weiter.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2023

Ein Schatz!

Fast verschwundene Fabelwesen. Die sagenhafte Expedition des Konstantin O. Boldt
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Immer mehr Fabeltiere verschwinden, und so startet Konstantin O. Boldt 1862 eine Expedition durch ganz Europa, um diesen nachzuspüren. Begleitet wird er von mehreren Teilnehmern, die alle ein passendes ...

Immer mehr Fabeltiere verschwinden, und so startet Konstantin O. Boldt 1862 eine Expedition durch ganz Europa, um diesen nachzuspüren. Begleitet wird er von mehreren Teilnehmern, die alle ein passendes Spezialgebiet haben, u. a. einem Mythoethnologen, einer Freischützin und einem Magier.

Das Buch ist sehr wertig aufgemacht und bietet bereits optisch viel. Groß (ca. 27 x 22 cm) und schwer (ca. 1 kg), mit einem sehr schönen Cover, einem Lesebändchen und sehr vielen Illustrationen konnte es mich schon beim ersten Hineinblättern überzeugen.

Die Geschichte ist in Tagebuchform aufgemacht und wird vor einem gut recherchierten historischen Hintergrund erzählt. Die Mischung aus realer Welt und den phantastischen Wesen ist gelungen und wirkt fast real.

Die Wesen sind zum Teil allseits bekannte, wie Einhörner, Basiliken oder Drachen, aber auch unbekannte, die zum Teil auf einer regionalen Legende basieren, wie das Hötzelstier oder der Alp-Luachra. Von den unbekannten gibt es recht viele, was das Buch für mich zusätzlich interessant gemacht hat.

Die Charaktere treten neben all den Wesen in den Hintergrund, was ein bisschen schade ist, denn einige scheinen doch einen recht interessanten Hintergrund zu haben, wie Soeur Madeleine, von manchen erfährt man ein bisschen mehr als von anderen.

Besonders gut gefallen haben mir die Illustrationen, die in verschiedenen Formen daher kommen, Skizzen, Karten, Zeichnungen, „Fotos“ usw., zum Teil „benutzt“ aussehend, und z. B. einen Teetassenrand oder Schmutzflecken haben. Das macht das Ganze noch authentischer. Die Illustratiorin Elif Siebenpfeiffer hat einen sehr guten Job gemacht. Neben den Illustrationen sind auch die Schriften vielfältig, eine schön geschwungene Handschrift aber macht es einem leider schwer, sie zu lesen, vor allem da sie sehr klein gedruckt ist.

Aber auch die Geschichte an sich gefällt mir, sie legt nach und nach an Spannung zu, nicht nur wegen der Fabelwesen, die Expedition hat auch mit manchem Unbill zu kämpfen. Neben der spannenden Geschichte regt das Buch aber auch zum Nachdenken an. Soll man Fabelwesen gefangennehmen und einsperren oder lieber in ihrer natürlichen Umwelt beobachten. Eine Frage, die auch in der realen Welt bezogen auf Tiere eine Rolle spielt. Sind gefährliche Tiere/Fabelwesen schützenswert oder sollte man sie lieber vernichten, und damit womöglich Menschenleben retten? Auch diese Frage kann man in die reale Welt übertragen. Auch Themen wie Umweltverschmutzung und Vernichtung von Lebensraum werden angesprochen. Der Autor hat u. a. Internationalen Naturschutz studiert, das merkt man.

Dieses Buch ist ein Schatz, es erzählt nicht nur eine spannende Geschichte, sondern bietet auch einen optischen Genuss. Sehr empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 03.12.2023

Sehr lesenswert

Das Ei aus Obsidian
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Der Gnom Vill gehört zu einer Gruppe Drachenjäger, doch für ihren neuen Auftrag sollen sie keinen Drachen töten, sondern nur finden, ein rosafarbener Drache wurde nämlich gesehen und die Wissenschaftlerin ...

Der Gnom Vill gehört zu einer Gruppe Drachenjäger, doch für ihren neuen Auftrag sollen sie keinen Drachen töten, sondern nur finden, ein rosafarbener Drache wurde nämlich gesehen und die Wissenschaftlerin Ginger Flass möchte diesen gerne beobachten. Leider ist der Auftrag gefährlicher, als er sich anhört.

„Das Ei aus Obsidian“ ist der zweite Spinoff-Roman der Drachenreiter-Reihe des Autors. Ich habe alle bisher veröffentlichten Romane gelesen, und freue, wieder in diese Welt eintauchen zu können. Matthias Lange gelingt es immer wieder, interessante Charaktere zu erstellen, neben dem rosafarbenen Drachen, der im Laufe des Romans noch eine größere Rolle spielt, mochte ich den Gnoll Konz sehr gerne, der sich auf einer Heldenreise befindet, und große Möglichkeiten sieht, wenn er sich Vill und seinen Gefährten anschließt. Auch Vill ist ein sympathischer Charakter, trotz seines Berufes, der hier noch einiges dazulernen muss.

Der Antagonist ist ebenfalls ein interessanter Charakter, der einige Rätsel mitbringt. Weniger mochte ich einen weiteren Charakter der Gegenseite, der einfach nur ein widerlicher Mensch ist und mich mehr als einmal frösteln ließ.

Matthias Lange weiß auch zu überraschen. Längst nicht alles ist so, wie zunächst vermutet, aber das macht den Roman nur noch spannender als er schon ist. Das Ei spielt, man kann es sich schon denken, eine zentrale Rolle, aber auch hier darf man sich überraschen lassen. Neben spannenden Abschnitten gibt es auch sehr berührende und auch humorvolle, immer passend, nie aufgesetzt wirkend.

Ich hoffe sehr, einige der Charaktere in weiteren Geschichten wiederzutreffen.

Matthias Lange konnte mich wieder überzeugen, mehr noch, dieser Roman ist meiner Meinung nach sein bisher bester, ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, es gibt gelungene Charaktere, eine spannende Geschichte und viele Emotionen. Gerne empfehle ich ihn Genrefans weiter.

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Veröffentlicht am 02.12.2023

Vielversprechender Start der neunten Staffel

Buffy The Vampire Slayer (Staffel 9)
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Nach den Ereignissen in der achten Staffel hat sich viel verändert. Buffy ist in eine WG gezogen und kellnert wieder. Bei der Einweihungsfeier ihrer neuen Wohnung geht es drunter und drüber – und Buffy ...

Nach den Ereignissen in der achten Staffel hat sich viel verändert. Buffy ist in eine WG gezogen und kellnert wieder. Bei der Einweihungsfeier ihrer neuen Wohnung geht es drunter und drüber – und Buffy hat am nächsten Tag einen Blackout. Was ist nur passiert an diesem Tag, und hat das etwas mit der schockierenden Neuigkeit zu tun, die Buffy am Ende dieses Bandes erhält?

Die neunte Staffel startet mit vielen Überraschungen, nicht nur Buffy muss sich an die „neue“ Welt gewöhnen. Ihre Freunde sind ihr gegenüber zudem sehr kritisch eingestellt, und auch Buffy selbst fühlt sich nicht richtig wohl. Und auch die gestrandeten Dämonen müssen irgendwie und von irgendetwas leben. Ausgerechnet jetzt scheint auch noch ein Serientäter unterwegs zu sein.

Der Break, den das Ende der letzten Staffel ausgelöst hat, ist für uns Fans gar nicht einmal so schlecht, und es gibt auch wieder mehr Humor, wie ich finde. Ich persönlich feiere natürlich auch, dass Spike geblieben ist, er ist halt mein Lieblingscharakter.

In einer zweiten Geschichte hat die erste Jägerin wieder einmal einen Auftritt. Und natürlich gibt es auch wieder eine sehenswerte Covergalerie.

Der erste Band der neunten Staffel hat eine interessante Grundlage gelegt, ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 29.11.2023

Ein weiterer sehr lesenswerter Roman der Reihe

Der Totengräber und der Mord in der Krypta (Die Totengräber-Serie 3)
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Wien, 1895: In der Krypta des Stephansdoms wird eine männliche Leiche gefunden. Der Tote war ein Freund des Oberpolizeirats Moritz Stukart. Dieser beauftragt Leopold von Herzfeldt mit den Ermittlungen. ...

Wien, 1895: In der Krypta des Stephansdoms wird eine männliche Leiche gefunden. Der Tote war ein Freund des Oberpolizeirats Moritz Stukart. Dieser beauftragt Leopold von Herzfeldt mit den Ermittlungen. Da der Tote erst kürzlich eine Séance gestört hatte, gibt es bald Gerüchte, ein Geist habe ihn getötet, diese werden von bei der Presse aufgetauchten Fotographien unterstützt. Auch auf einem von Julia Wolf am Tatort angefertigten Foto scheint ein Geist zu sehen zu sein.

Das Mädchen Anna, das der Totengräber Augustin Rothmayer bei sich aufgenommen hat, hat derweil andere Sorgen. Immer wieder verschwinden obdachlose Kinder, angeblich hat der Nachtkrapp sie geholt. Auch ein Junge aus reichem Haus ist seit einiger Zeit verschwunden, doch für Leos ermittelnden Kollegen, Paul Leinkirchner, ist klar, der Junge ist von zu Hause weggelaufen.

Leopold hat neben seinem verzwickten Fall noch andere Probleme, seine Mutter besucht ihn in Wien und freundet sich mit einem berühmten englischen Schriftsteller, der zudem der Spiritistenszene zugeneigt ist, an, und Julia trifft sich mit einem Journalisten.

Der dritte Band der Reihe hat mich wieder von Anfang an in seinen Bann gezogen. Ich mag diese Reihe einfach sehr, auch wegen ihrer Charaktere, wobei bei mir ganz vorne Augustin Rothmayer steht, der an einem neuen Buch schreibt, natürlich wieder thematisch passend, und aus dem es, wie in den Vorgängern, einige Zitate zu lesen gibt. Um ihn musste ich mir dieses Mal aber auch richtige Sorgen machen. Gut gefallen hat mir, dass Anna eine größere Rolle erhält, und zeigt, dass sie nicht nur Köpfchen hat, sondern auch unerschrocken ist. Interessante Charaktere sind auch der bereits erwähnte britische Schriftsteller und Julias Journalistenfreund, beide haben ihren Anteil an den Ermittlungen.

Oliver Pötzsch wusste mich wieder einmal von vorne bis hinten zu fesseln, er schreibt packend, bildhaft, und lässt auch immer wieder Humor einfließen. Die beiden Fälle sind interessant und spannend, ich habe die Charaktere gerne begleitet und konnte auch gut mit ihnen mitfühlen. Leo, Julia, Anna und Augustin sind schon so etwas wie gute Bekannte, es ist immer schön, sie wiederzutreffen, und ihre persönliche Entwicklung mitzuerleben. Auch hier tut sich im Privaten manches, und ich bin gespannt, wie das sich auf die weiteren Bände auswirken wird.

Die Ermittlungen lassen auch den Leser:innen Raum für eigene Überlegungen, die Fälle werden am Ende nachvollziehbar gelöst, einer davon bringt eine Auflösung à la Hercule Poirot im Beisein aller Verdächtigen und sonst Beteiligten mit sich.

Abgerundet wird der Roman durch eine Karte, ein Personenverzeichnis, ein Glossar und das lesenswerte Nachwort des Autors.

Die Reihe mochte ich von Anfang an sehr und das hat sich auch bisher nicht geändert, im Gegenteil. Wer gerne gut recherchierte historische Kriminalromane liest sowie gut gezeichnete und etwas eigene Charaktere mag, ist hier auf jeden Fall richtig – absolute Leseempfehlung von mir.

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