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Veröffentlicht am 13.12.2023

Ein wenig zu viel

Run For Love
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Luca mag ihr Leben so wie es ist. Sie hadert weder mit ihrer Figur, noch ihrem Job, den sie gerne macht und unternimmt viel mit ihrer besten Freundin. Als sie diese vor einem übergriffigen Mann beschützt ...

Luca mag ihr Leben so wie es ist. Sie hadert weder mit ihrer Figur, noch ihrem Job, den sie gerne macht und unternimmt viel mit ihrer besten Freundin. Als sie diese vor einem übergriffigen Mann beschützt und ihm eine blutige Nase verpasst, bekommt sie nicht nur eine Anzeige, sondern muss auch noch Sozialstunden in einem Jugendsportverein ableisten. Und dabei ist Sport nun wirklich nichts für sie, zumal sie auch mit dem Leiter, der ein durchtrainierter Sunnyboy ist, nichts anfangen kann. Aber was, wenn alles anders ist ?

Vorwort:
Vielen Dank an NetGalley und Ullstein Buchverlage für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies beeinflusst nicht meine Meinung.

Meine Meinung:
Als ich das Cover sah, wurde ich sofort neugierig auf das Buch. Den pinken Hintergrund finde ich schön knallig und er harmoniert auch toll mit den restlichen Farben. Die beiden Figuren assoziiere ich durchaus mit Luca und Noël, auch wenn ich es etwas komisch finde, dass sie keine Augen haben, aber das scheint ja ein Trend zu sein. Dennoch finde ich es sehr ansprechend und auch der Klappentext macht echt neugierig auf die Geschichte.

Allerdings konnte diese mich nicht so ganz überzeugen, was vor allem an ihrer unsympathischen Hauptfigur lag. Schon anfangs irritierte mich Lucas Art doch etwas, auch, wenn es mir gefiel, wie selbstbewusst sie war. Allerdings gab es, abgesehen von der Situation, die zu ihren Sozialstunden führte, einige Momente, wo ich mit ihrem Verhalten haderte. In meinen Augen verhielt sie sich unfair, nahm vieles sehr persönlich und reagierte unangemessen, wenn es sich nicht um sie drehte. Ehrlich gesagt fand ich sie sehr anstrengend. Sie verurteilte andere Menschen, wenn diese nach dem Aussehen gingen, handelte dann aber genauso oberflächlich und voreingenommen. Hier möchte ich aber auf die positive Entwicklung von ihr hinweisen. Mir gefiel es, dass sie dann doch vieles einsah und zum Ende hin eine richtig tolle Entwicklung hinlegte, die ich authentisch und nachvollziehbar fand. Sie reflektierte ihr Verhalten und ging auf die Menschen zu. Ich konnte sie irgendwo auch immer ein wenig verstehen, weil ich ähnlich ticke und genauso meine Probleme mit der Figur habe und ich mich doch in einigen Situationen wiederfand. Aber dennoch machte sie es einem sehr schwer, sie und ihre Geschichte zu mögen.

Das lag auch daran, dass die Geschichte sehr überladen wirkte. Die vielen Themen, die angesprochen wurden, fand ich absolut wichtig und es war auch an sich super, dass die Autorin sie einbaute, aber weniger wäre so viel mehr gewesen, weil ich mich erschlagen fühlte. Es ging um Fat Shaming, Body Positivity, Feminismus und einigen Themen mehr. Und eigentlich sind das Themen, wo ich mich freue, wenn sie behandelt werden, aber es war einfach zu viel auf den vorhandenen Seiten. Da löste sich dann ein Drama ganz schnell auf und zack, stand das nächste bevor, sodass man auch keinen Moment Ruhe hatte und die Figuren sich kaum entwickeln konnten.

Den außer Luca bekamen die anderen Charaktere kaum Raum und wirkten eher wie Randfiguren. Vor allem bei Noël fand ich dies sehr schade, da er ich ihn von Anfang doch gut leiden konnte und ich seine ruhige Art mochte. Zwar teilte er auch gerne mal aus, aber dann auch verdient. Genauso wie Lucas beste Freundin Charlie, die ich sehr bodenständig und authentisch fand. Wirklich schade, dass die beiden nicht mehr Seiten bekamen.

Die Liebesgeschichte zwischen Luca und Noël fand ich zwar ganz gut, aber es war schon etwas irritierend, wie diese von null auf hundert losging und leider wenig Chemie beeinhaltete, auch, wenn sie gut zusammenpassten.

Der Schreibstil ließ flüssig lesen und gefiel mir durchaus, da die Autorin sehr bildhaft und interessant schrieb. Ich mochte die lockere Art, aber es gelang ihr auch, ernste Momente zu gestalten. Allerdings gab es auch etwas viel Drama und ein paar Längen.

Fazit:
Ich finde es etwas schwierig, dieses Buch zu bewerten, da mir sehr gefiel, welche Themen die Autorin hier ansprach. Aber ich konnte trotz der Gemeinsamkeiten keine wirkliche Bindung zu der Hauptfigur aufbauen und fand ihr Verhalten oft irritierend und nicht angemessen. Zudem war es etwas zu viel auf den vorhandenen Weise, was zu einigen Längen führte und leider bekamen die Nebenfiguren nicht den Raum, den ich mir für sie gewünscht habe. Aber ich fand das Ende echt super und möchte auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen. Von mir gibt es:

3 von 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2023

Miss Gilmore

Glück ist da, wo man es hinträgt
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Als ihr Bruder Simon nach einem schweren Sturz ihre Hilfe braucht, zögert die alleinerziehende Katharina keinen Moment und kümmert sich um seine Event-Agentur und die wartenden Aufträge. Allerdings ruft ...

Als ihr Bruder Simon nach einem schweren Sturz ihre Hilfe braucht, zögert die alleinerziehende Katharina keinen Moment und kümmert sich um seine Event-Agentur und die wartenden Aufträge. Allerdings ruft dies gemischte Gefühle in ihr hoch, da sie dazu zu ihrem Elternhaus auf das heimische Gut zurückkehren und sich dann auch noch mit Leonard herumschlagen muss, der alles verkörpert, was sie hasst. Leider entpuppt er sich als wahre Stütze und lässt sie mehr fühlen, als sie möchte.

Meine Meinung:
Wollen wir erst einmal auf das wunderschöne Cover zu sprechen kommen, in das ich mich augenblicklich verliebte ? Es ist so schön ! Ich bin nun wahrlich kein Fan von Rosatönen, aber hier passt die Kombination mit Grün und Lila mehr als perfekt. Ich mag die kleinen Details sehr und finde es echt schön. Es mag auch etwas kitschig wirken, harmoniert aber sehr gut und ist wahrlich ein Eye-Catcher.

Die Geschichte gefiel mir durchaus, allerdings war es mir doch so manches Mal echt zu drüber und ich fühlte mich etwas erschlagen von dem Kitsch, den Dramen und dem "Gilmore-Girls" Feeling, wo man merkte, dass nicht nur Katharina ein riesiger Fan davon war.

Anfangs brauchte ich ein wenig, um reinzukommen, da man relativ unmittelbar in das Geschehen geschubst wurde, aber das passte für mich, da es nicht zu viele Informationen waren und man sich doch ganz gut an die Charaktere gewöhnen konnte. Ich bewunderte Katharina für ihre Stärke und die enge Beziehung zu ihrer Tochter, die für sie alles war. Sie hatte es nicht immer leicht, weil sie früh schwanger wurde und das Kind alleine aufzog, biss sich aber dennoch durch. Aber es gab hier schon ein paar Dinge, die mich störten und sie verhielt sich nicht immer unbedingt ihrem Alter entsprechend.

Als sie sich nun für ihren bettlägrigen Bruder Simon um das Gut, sowie um die Aufträge seiner Event-Agentur kümmern sollte, war ich sehr gespannt, wie sie es meistern und welche Rolle noch Leonard spielen würde. Katharina war Chaos pur und das merkte man in einigen Situationen, bei denen ich mir dachte, dass es mir das genauso passieren würde. Ich fand sie deswegen sympathisch und konnte doch einige Dinge nachempfinden. Ihr Podcast "Frau Gilmore" war anfangs auch recht interessant und ich mochte ihre direkte Art, aber nach dem guten Start verlor es sich für mich immer mehr und da konnten auch die Verweise zu der bekannten Serie nicht mehr viel retten. Im Gegenteil, am einem bestimmten Punkt fand ich die Anspielungen sogar recht nervig und ich hätte es besser gefunden, wenn die Ausschnitte aus ihrem Podcast kürzer und weniger vorgekommen wären, da sie nicht nur den Lesefluss unterbrachen, sondern später auch nicht mehr wirklich interessant wirkten. Alle paar Seiten wurde auf die bekannte Serie angespielt und das war mir irgendwann echt zu viel, da auch die Entwicklung der Geschichte darunter litt.

Es stockte öfters und die ganzen kleinen Dramen, sowie Irrungen und Wirrungen konnten mich dann nicht mehr wirklich fesseln. Daran änderte auch die Liebesgeschichte zwischen Katharina und Leonard nicht viel, die ich zwar durchaus ganz niedlich zusammen fand, mich aber nicht wirklich unterhielen. Ich spürte durchaus eine gewisse Anziehung zwischen den beiden und vielleicht habe ich da zu viel erwartet, aber eine richtige Chemie konnte ich bei ihnen nicht feststellen, was ich etwas schade fand. Generell ging mir ihre Romanze bei den ganzen Dramen und dem Kitsch unter und spielte eher eine Nebenrolle.

Ab ungefähr der Hälfte verlor mich die Geschichte auch so langsam, da sie auf der Stelle trat und die ganzen Dramen und Wendungen mich nicht unterhielten. Mir war es etwas zu viel; zu dramatisch, zu soapig. Zwar fand ich das Ende wieder ganz süß, aber insgesamt war es eher durchwachsen.

Die Charaktere gefielen mir ganz gut, aber ich bin nicht mit jedem warm geworden und fand einige Nebencharaktere auch etwas drüber. Katharina und Leonard mochte ich durchaus gerne, allerdings hätte er gerne mehr Raum haben dürfen, da er manchmal eher wie ein Statist, anstatt wie eine Hauptfigur agierte. Und Katharina wirkte in vielen Situationen eher wie ein Teenager als wie eine erwachsene Frau und hatte doch einige Vorurteile.

Der Schreibstil las sich die meiste Zeit recht flüssig, nur zum Ende war deutlich die Luft raus und ehrlich gesagt war er mir doch so manches Mal etwas zu kitschig und soapig. Ich mag Dramen durchaus auch gerne, aber weniger wäre mehr gewesen.

Fazit:
Es gab einige Momente, die mir sehr gut gefielen und ich konnte mir alles gut bildhaft vorstellen, allerdings gefielen mir der Kitsch und die Dramen nicht so gut. Die Verweise zu der bekannten Serie waren anfangs interessant, störten aber später den Lesefluss und der Podcast bekam in meinen Augen auch zu viel Beachtung. Die Liebesgeschichte war in Ordnung und unterhielt mich, allerdings spürte ich kaum Chemie zwischen dem Paar und fand es etwas schade, dass Leonard eher wie eine Nebenfigur wirkte. Insgesamt ist es eine gute Geschichte, die mich durchielt. Von mir gibt es:

3 von 5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2023

Auf den Spuren der Bestie

Ich träumte von einer Bestie
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Fleurs Welt ist das Internet und die sich bietende Anonymität. Nähe und Offenheit schrecken sie ab, sie ist eher für sich. Ihr Job als Datenforensikerin biete ihr im Gegensatz zur realen Welt Sichterheit ...

Fleurs Welt ist das Internet und die sich bietende Anonymität. Nähe und Offenheit schrecken sie ab, sie ist eher für sich. Ihr Job als Datenforensikerin biete ihr im Gegensatz zur realen Welt Sichterheit und Geborgenheit. Als ihr Vater stirbt und sie die Wohnung ihrer verhassten französischen Großmutter erbt, muss sie nach Frankreich reisen und sich ihrer Familiengeschichte stellen, welche mehr als ein dunkles Geheimnis für sie bereithält und sie für immer verändert.

Meine Meinung:
Nina Blazon hatte ich bereits in meiner Jugend mal versucht, bin aber mit ihrem Stil damals nie ganz warm geworden. Aber nachdem ich die Leseprobe zu "Ich träumte von einer Bestie" las und mich beinahe augenblicklich in die Geschichte verliebte, wollte ich es noch einmal unbedingt versuchen, denn schließlich hat sich auch mein Lesegeschmack in den letzten Jahren verändert und ich freute mich sehr darauf.

Das lag auch dem Cover, was ich wunderschön und absolut treffend finde. Es ist schlicht und doch auch voller kleiner Details, die es hervorheben. Das Gesicht der Person ist durch die Blumen beinahe schon unkenntlich gemacht worden und einzig ein Auge sticht klar hevor. Der dunkelblaue Hintergrund bekräftigt den ersten Eindruck.

Und auch die Geschichte konnte mich anfangs sehr begeistern. Ich liebte die beinahe schon kühle Atmosphäre, die gerade dann umso mehr unter die Haut ging, weil sie gleichzeitig auch so viele Emotionen offenbarte. Die Autorin blancierte geschick mit dem Schicksal ihrer Hauptfigur und man fragte sie die meiste Zeit, wer denn nun Fleur wirklich war, die im Internet unter unzähligen Nicknames auftrat und selbst Menschen im realen Leben nicht immer ihren richtigen Namen sagte.

Ich fand es zunächst sehr spannend, sie auf ihrem Weg zu begleiten und fühlte ihre Emotionen, als wären es meine eigenen. Ihre Wut, ihr Unglauben und ihre Verwirrung waren die meiste Zeit nachvollziehbar und auch ihre Ablehnung und ihren Hass auf die französische Seite ihrer DNA waren verständlich. Mich schockierte es, was sie als Kind erleben musste und nachdem man erfuhr, was mir ihr geschehen ist, verstand man viele ihrer Gefühle noch besser. Die Reise in die Vergangenheit, die nicht nur ihre gegenwärtige Familiengeschichte umschloss, sondern auch weit in die Geschichte zurückging, zu den Angriffen der Bestie und sogar noch davor, waren absolut packend und interessant.

Aber leider verlor mich das Buch auch immer wieder. Denn abseits von ihrer Suche und der Entdeckung der Geheimnisse kamen viele Längen vor und es las sich recht zäh. Einige Elemente wurden unnötig in die Länge gezogen oder regten einfach nicht mein Interesse an. Sei es ihre Bekanntschaft mit Tomé, die melodramatische Art ihre Bruders Max, der beinahe klammernd wirkte oder ihre Arbeit als Hackerin, die leider im Sande verlief. Grundlegend war es interessant, wurde aber einfach zu wirr mitienander kombiniert und langweilte eher. Nur zum Schluss fand es zu alter Stärke zurück und überzeugte noch etwas in den letzten Zeilen.

Mit den Charakteren wurde ich nur bedingt warm. Anfangs mochte ich sie wirklich sehr, weil sie mich sehr neugierig auf ihre jeweiligen Leben und Schicksale machten, aber diese Begeisterung legte sich dann auch. Ich fand sie dann doch etwas anstrengend und haderte vor allem mit einigen Nebenfiguren. Sie wirkten alle recht feindselig und hart und das irritierte mich irgendwie.

Fleur mochte ich am meisten, weil ich gewisse Züge von ihr auch bei mir wiederfand und ihre Angst vor Nähe und Offenheit verstehen konnte. Allerdings fand ich sie manchmal auch etwas egoistisch und unüberlegt, bwz. reagierte sie nicht mit klarem Kopf.

Ihren Bruder Max fand ich etwas anstrengend, weil er sich melodramtisch und theatralisch verhielt und unangenehm werden konnte, wenn es nicht nach seinem Willen ging. Einzig der Stiefvater überzeugte mich durch seine ruhige und verständnisvolle Art.

Der Stil gefiel mir besser als damals, weil er gerade durch diese gewisse Kühle und das Verträumte überzeugte, aber sich manchmal auch recht zäh und wirr las. Vieles wurde in die Länge gezogen und konnte mich nicht mehr fesseln. Aber ich mochte die poetische Note, die sich durch das ganze Buch zog.

Fazit:
Es war einen Versuch wert und ich fand das Buch grundlegend auch sehr spannend und interessant, aber abseits von den Nachforschungen über ihre Ahnen und die Bestie konnte es mich leider kaum überzeugen. Ich wurde mit den Charakteren nicht wirklich warm und fand einige recht anstrengend. Der Stil gefiel mir noch am ehesten, auch wenn er sich zeitweilig recht langatmig und wirr las, aber ich liebte die poetische und malerische Art.

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Veröffentlicht am 03.12.2023

Wenn man zu viel auf einmal mächte....

Highland Hope 3 - Eine Destillerie für Kirkby
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Shona hat ihren Traum verwirklicht und eine Whiskey-Brennerei eröffnet, die sie genauso sehr liebt wie ihr Alpaka Nessie. Als dieses bei der Eröffnungsfeier versehentlich Alkohol zu sich nimmt, läuft es ...

Shona hat ihren Traum verwirklicht und eine Whiskey-Brennerei eröffnet, die sie genauso sehr liebt wie ihr Alpaka Nessie. Als dieses bei der Eröffnungsfeier versehentlich Alkohol zu sich nimmt, läuft es betrunken vor das Auto des Tierarzt Kendrick, der natürlich mehr als sauer ist. Aber nach und nach kommen sie sich über ihre Leidenschaften zu Tieren und Highland Dance immer näher, bis das Schicksal einige Überraschungen für sie parat hat und sie auf die Probe stellt.

Vorwort:
"Highland Hope - Eine Destillerie für Kirkby" von Charlotte McGregor ist der dritte Band und vorletzte Band ihrer "Highland Hope" Reihe und dreht sich um das jüngste Kind von Marlin und dem neuen Tierarzt. Es ist als Taschenbuch sowie als e-book erhältlich. Zum besseren Verständnis sollte der Reihenfolge nach gelesen werden.

Meine Meinung:
Wie habe ich mich nach Band zwei so gefreut, wieder nach Kirkby und zu seinen tollen Bewohnern reisen zu dürfen. Shona fand ich in den vorherigen Bänden schon sehr interessant und auch auf eine nähere Begegnung mit Kendrick war ich echt gespannt. Beide sind auf den ersten Blick recht unterschiedliche Charaktere und ich freute mich auf ihre Geschichte. Insgesamt ist der Band auch in Ordnung, aber ich bin enttäuscht darüber, wie wenig Charme er besaß und es eigentlich voll am Thema vorbeilief. Und dabei machen gerade das Cover, was die Destillerie und ein wenig Landschaft von Kirkby darstellte, und der Klappentext echt Lust darauf.

Ich dachte, dass die Destillerie von Shona mehr im Fokus stehen würde, aber bis in ein paar mickrigen Szenen und der Eröffnungsfeier tauchte diese so gut wie gar nicht mehr auf und wurde von all den Pferden, Lamas, Alpakas, Hunden, anderen Tieren, sowie diverser Themen völlig an den Rand gedrängt. Und das fand ich so schade, da es doch eigentlich ein sehr interessantes Thema war. Leider spürte ich auch keine richtige Leidenschaft dafür von Shona und habe da mehr erwartet. Zwar wurden gelegentlich ein, zwei Probleme oder Ideen angesprochen, aber ansonsten war es wohl nicht relevant für die Geschichte, die sich auch generell recht schleppend las und mich oft langweilte.

Vieles zog sich und die ganzen Dramen rund um die Pferde, Kendricks aktuelle Situation und die Beziehung zwischen ihm und Shona waren mir manchmal echt zu viel und vor allem zu überdramatisch. Zwar fand ich den Handlungsstrang mit den Trainingspferden und ihrem Onkel interessant, aber es nahm für mich zu viel Raum ein harmonierte nicht mit den anderen. Ich hatte keine wirkliche Freude beim Lesen und konnte einige Reaktionen und Aktionen der Charaktere nicht ganz verstehen. Auch spürte ich kaum Chemie zwischen dem Paar und fand es irritierend, wie die große Liebe von null auf hundert zelebriert wurde. Ihre erotischen Szenen waren durchaus sinnlich und gefielen mir besser als bei den Vorgängern, aber abseits davon verstand ich nicht so ganz, was sie aneinander so toll fanden.

Das lag auch daran, dass ich mit Shona und Kendrick als Charaktere nicht so viel anfangen konnte. Zwar gefiel es mir, dass Shona nach ihrer wilden Zeit endlich mal Verantwortung übernahm und an sich arbeiten wollte, aber nach dem guten Start fand ich sie die meiste Zeit unsympathisch und nervig. Klar, sie ist noch jung und hatte es auch nicht immer leicht in ihrer Familie, aber ich fand ihre Ausbrüche und ihr Gejammer echt anstrengend. Sie wollte keine Ratschläge oder Tipps und stellte sich gleich immer als das arme Opfer hin. Da war ich echt immer auf der Seite ihrer Familie, die in meinen Augen recht hatte und es absolut nicht böse oder bevormundend meinte. Zwar konnte ich Shona zum Teil auch verstehen, fand ihr Verhalten aber echt unfair. Schön war es aber, wie sie sich für die Tiere stark machte und für sie kämpfte.

Ich weiß nicht so ganz, warum mir Kendrick nicht so gut gefiel, aber irgendwie besaß der Mann kein Profil für mich. Zwar bekam er an sich genügend Raum in der Geschichte, aber selbst, wenn es sich um ihn mal drehte, ging es nur um seine Arbeit oder die privaten Probleme mit seiner Familie, die mich echt wütend machten und irritierten. Ich habe echt kein Problem damit, wenn das thematisiert wird, aber für mich passte es einfach gar nicht hier rein und harmonierte nicht mit den anderen Handlungssträngen. Es wurde einfach zu dramatisch und nervte mich irgendwann auch. Kendrick konnte man abseits davon nicht wirklich kennenlernen und mir blieb nur im Gedächtnis, dass er Tiere liebt und gerne tanzt, das war´s.

Nur die meisten Nebencharaktere gefielen mir echt gut und diese retteten auch das Buch. Ich habe mich so gefreut, wenn Marlin, Isla, Jon, Alex, Colleen, sowie Collum, Hailey und Kristie ihre Momente hatten und teilweise mehr Raum bekamen. Dann hat es mir wieder richtig Spaß gemacht und konnte wieder einiges gut machen. Nur Jonah und sein Team machten mich echt wütend und ich fand es so heftig, wie die sich benahmen.

Der Schreibstil machte mir dieses Mal auch keine richtige Freude. Zwar las er sich durchaus flüssig, allerdings stockte es manchmal und las sich eher schleppend. Ich spürte auch meine geliebten Highlands nicht mehr so wirklich und hatte ein wenig Schwierigkeiten, mir alles gut vorzustellen. Es wirkte trotz der Seitenzahl oft gehetzt und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin einfach so viele Themen wie möglich rein zupacken, anstatt ein paar davon gut auszubauen.

Fazit:
Ich finde es echt schade, wie wenig mir der dritte Band gefallen hat. Nachdem mich die anderen sehr gut unterhalten konnten und mir viel Spaß machten, stehe ich nun ein wenig ratlos da. Was war das ? Zu viele Themen, kaum Gefühl und zwei Hauptcharaktere, zu denen ich keine richtige Verbindung aufbauen konnte. Es hatte gute Momente, aber ansonsten war es eher langweilig und einzig Marlin und Co. konnten vieles wieder gut machen. Ich werde noch Band vier lesen und hoffe, wieder die alte Magie zu spüren, die ich hier sehr vermisst habe.

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Veröffentlicht am 05.11.2023

Das nüchterne Potrait einer beeindruckenden Frau

Astrid Lindgren
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Schweden 1929: Astrid ist endlich wieder mit ihrem Sohn Lasse vereint, auch wenn das Leben als alleinerziehende Mutter sie vor einigen Herausforderungen stellt. Als sie später ihre große Liebe Sture heiratet, ...

Schweden 1929: Astrid ist endlich wieder mit ihrem Sohn Lasse vereint, auch wenn das Leben als alleinerziehende Mutter sie vor einigen Herausforderungen stellt. Als sie später ihre große Liebe Sture heiratet, scheint alles perfekt. Nur die Geschichten über ein mutiges Mädchen mit roten Haaren und zwei Zöpfen in ihrem Kopf lassen sie nicht los, wie auch andere, sodass sie den Mut fasst und sie an einen Verlag schickt. Der plötzliche Erfolg verändert sie nicht, aber privat kriselt es bei ihr.

Vorwort:
"Astrid Lindgren: Ihr Leben ist voller Kindheit, in der Liebe muss sie nach dem Glück suchen" ist ein biografischer Roman aus der Feder von Susanne Lieder, die in vielen Genres Bücher schreibt.

Meine Meinung:
Astrid Lindgren ist seit meiner Kindheit eine meiner absoluten Heldinnen, nicht nur wegen ihrer zahlreichen und fantasievollen Bücher, die mich auch heute noch begleiten, sondern auch, weil sie eine sehr starke Frau war, die sich immer treu blieb. Ich habe bereits ein paar Dokumentationen über sie gesehen und war immer sehr beeindruckt von ihrem Mut, ihrem Starrsinn und ihrer kosequenten Haltung. Sie blieb immer authentisch und verbog sich für niemanden. Als mir dann der biografische Roman von Lieder in die Hände fiel, war ich sehr gespannt auf ihre Darstellung Lindgrens.

Das Buch las sich wirklich sehr flüssig und obwohl es für mich ein eher unbekanntes Genre ist, kam ich sehr gut durch die Seiten und nahm gespannt an Astrids Leben teil, dass viele Schicksalsschläge bereit hielt und nicht immer einfach war. Es begann 1929 als Astrid wieder ihren Sohn Lasse zu sich nahm und endet 1958 mit der Hochzeit ihrer Tochter Karin. Und auch, wenn es mich derweilen durchaus packen konnte und ich es spannend fand, war es mir auch zu nüchtern. Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe, aber vielleicht ist auch das Genre einfach nichts für mich.

Mich erreichte die Geschichte nicht ganz wie erhofft. Zwar fand ich es sehr interessant, wie Lindgren zum Schreiben kam, wo sie Inspirationen für ihre Ideen fand und wie es ihr Leben beeinflusste, aber es gab viele Stellen, die mich einfach nicht interessierten oder die sich für mich zogen. Irgendwie gelang es mir nicht, eine richtige Bindung zu den Figuren aufzubauen und fühlte mich eher auf Distanz gehalten, anstatt mittendrin zu sein.

Das lag auch an dem Schreibstil, der sich zwar flüssig lesen ließ, aber auch recht nüchtern und trocken blieb. Die erhofften Emotionen kamen bei mir kaum an und das fand ich sehr schade, da Lindgren es nicht leicht in ihrem Leben hatte.

Fazit:
Eine durchaus interessante Romanbiografie über eine beeindruckende Frau, dass sich durchaus flüssig und interessant lesen ließ, mich aber zu sehr auf Distanz hielt und mich vor allem emotional kaum packen konnte. Ich weiß nicht, ob das Genre einfach nichts für mich ist oder der Stil. Aber dennoch hatte es auch viele interessante Stellen, die mich übezeugten.

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