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Veröffentlicht am 09.02.2024

Deportation aus der Sowjetunion

Das Philosophenschiff
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Die Hundertjährige, ehemalige Stararchitektin Anouk Perleman-Jacob möchte einem Schriftsteller Ausschnitte aus ihrem Leben erzählen. In kurzen, täglichen Treffen wird über die Gegenwart gesprochen, es ...

Die Hundertjährige, ehemalige Stararchitektin Anouk Perleman-Jacob möchte einem Schriftsteller Ausschnitte aus ihrem Leben erzählen. In kurzen, täglichen Treffen wird über die Gegenwart gesprochen, es wird eingekauft, Essen gekocht, getrunken und über die Abwesenheit des Autors von seiner Frau berichtet. Im Mittelpunkt über die Vergangenheit von Anouk steht ihre Deportation aus der Sowjetunion mit einem sogenannten Philosophenschiff. Im Jahr 1922, Anouk war 14 Jahre alt, beschloss Lenin, alle unliebsamen Intellektuellen aus dem Land zu entfernen. Wer Glück hatte landete auf so einem Schiff, andere wurden ermordet. Dass sich Lenin selbst auch auf diesem Schiff befunden haben soll ist reine Fiktion, viele andere Personen, von denen in der Geschichte erzählt wird, gab es jedoch. Anouk stammte aus einem gutbürgerlichen Milieu, sie wuchs in einem großen Haus mit Personal auf, sie genoss eine gute Bildung. Bis die Revolution ihr Leben veränderte. Im Gegensatz zu ihrem Vater, der sich nur ein Leben in der alten Heimat vorstellen konnte, lernte Anouk schnell die Vorzüge und Möglichkeiten im kapitalistischen Westen schätzen. Ihre Wege führten sie nach Berlin, in die USA und nun nach Österreich.
Die russische Geschichte ist interessant, ohne eigene Vorkenntnisse kann man der Handlung des Romans jedoch nur schwer folgen. Die Episoden sind in immer wechselnden Zeitebenen und -orten erzählt, viele Personen werden vorgestellt, die man nicht immer richtig zuordnen kann. Der Schreibstil gefällt mir gut, die Handlung hingegen ist zu verworren.

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Veröffentlicht am 22.01.2024

Glaube an Übersinnliches

Die geheime Gesellschaft
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Im Jahr 1873 reist Lenna Wickes von London nach Paris um bei der berühmten Vaudeline D´Allaire Okkultismus und Geisterbeschwörung zu erlernen. Eigentlich glaubt sie nicht daran, da sie jedoch den Tod ihrer ...

Im Jahr 1873 reist Lenna Wickes von London nach Paris um bei der berühmten Vaudeline D´Allaire Okkultismus und Geisterbeschwörung zu erlernen. Eigentlich glaubt sie nicht daran, da sie jedoch den Tod ihrer jüngeren Schwester Evie aufklären möchte, die sich sehr intensiv mit dem Übersinnlichen beschäftigt hat, nimmt sie an einer Seance teil. Sie merkt, dass dabei seltsames mit ihr passiert. Noch bevor sie weitere Lehrstunden besuchen kann wird Vaudeline von Mr Morley zur Aufklärung des Mordes am Präsidenten der Seance Society nach London gerufen. Bereits seit längerem gab es Gerüchte um unredliche Machenschaften der nur von Männern besuchten Society. Vaudeline, die sich bei ihren Seancen hauptsächlich um ungeklärte Todesfälle und die Suche nach den Mördern verschreiben hat, will mit der talentierten Lenna helfen. Lenna bemerkt schnell das ihre Schwester Evie sich Zugang zu diesem exquisiten Club verschafft hat. Musste sie deshalb sterben?
Das victorianische Zeitalter wird sehr gut beschrieben, der Wunsch der Menschen mit ihren Verstorbenen in Kontakt zu treten und der Glaube an Übersinnliches, die unterdrückte Rolle der Frauen. Auch unerfüllte oder nach damaligem Glauben unanständigen Liebesgeschichten sind Bestandteil des gut geschriebenen, jedoch reichlich langatmigen historischen Romans.

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Veröffentlicht am 08.12.2023

elizabethanisches London

Das Vogelmädchen von London
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In London im Jahr 1601 verdient die 16-jährige Shay ihr Geld mit Botengängen. Ihre Mutter ist früh gestorben und ihr Vater blind. Sie gehört dem Volk der Aviscutarier an, Menschen, die in den Bäumen leben, ...

In London im Jahr 1601 verdient die 16-jährige Shay ihr Geld mit Botengängen. Ihre Mutter ist früh gestorben und ihr Vater blind. Sie gehört dem Volk der Aviscutarier an, Menschen, die in den Bäumen leben, mit den Vögeln sprechen und die Zukunft vorhersagen können. Als Shay nach der Befreiung von Käfigvögeln vor ihren Häschern über die Dächer Londons flieht trifft sie den etwa gleichaltrigen Nonesuch, der Rollen im Blackfriars Theater spielt. Das Talent der jungenhaften Shay wird schnell erkannt und genutzt. Das Theater, in dem viele Jungen leben wird von herrschaftlichen Männern auch für sexuelle Dienstleistungen aufgesucht. Den aus armen Verhältnissen stammenden Jungen bleibt nichts anderes übrig als dem Willen des Theaterdirektors zu folgen. Bis Nonesuch und Shay ein eigenes Theater gründen. Diese Aktion bleibt vor Königin Elizabeth nicht geheim, sie sucht den Kontakt mit Shay.
Wir erfahren ein wenig über das London zur Zeit der Pest, über das Schicksal der einfachen und armen Bevölkerung, über Ausbeutung, Hunger, Leid, Versklavung und über das Theaterwesen der damaligen Zeit. Die Berichte über die Vogelmenschen sind mehr sehr weit hergeholt, der Anteil Fantasy ist in dem Roman sehr hoch. Ich hätte mir mehr historische Details gewünscht. Es gibt spannende Momente doch insgesamt ist mir das Buch zu langatmig geschrieben.

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Veröffentlicht am 08.12.2023

problematische Reisegesellschaft

Mord im Christmas Express
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Der Nachtzug von London nach Fort Williams hat Verspätung, so erreicht die inzwischen pensionierte Polizistin Roz ihn noch. So muss schnellstens zu ihrer Tochter Heather, bei der die Wehen verfrüht eingesetzt ...

Der Nachtzug von London nach Fort Williams hat Verspätung, so erreicht die inzwischen pensionierte Polizistin Roz ihn noch. So muss schnellstens zu ihrer Tochter Heather, bei der die Wehen verfrüht eingesetzt haben. Schon vor dem Einstieg in den Schlafwagen fallen ihr Meg und Grant aus, sie Influencerin, er ein Reality Star, die alles über sich in ihrer Umgebung und in den öffentlichen Medien über verbreiten. Grant verhält sich abwertend und grob seiner Partnerin gegenüber. Außer dem Zugpersonal fahren u. a. der Staatsanwalt Craig mit, der bei Roz Gefühle auslöst, eine Familie mit Problemen, eine Gruppe junger Menschen, die Konkurrenten für eine Quizshow sind, die ältere Mary mit ihrem Sohn und einem Kater und ein blinder, ungepflegt wirkender Passagier, den nur Roz bemerkt.
Man spürt von Beginn an, das diese Reisegesellschaft Probleme mit sich bringt, der Prolog beschreibt bereits den Tod von Meg. Bis zur Hälfte des Buches werden langatmig die Personen in Zug charakterisiert und deren Geschichten und Beweggründe der Reise beschrieben. Nach dem Entgleisen des Zuges auf verschneiter, abgelegener Gegend in Schottland und dem Auffinden der toten Meg nimmt die Handlung an Fahrt auf und wird spannender. Roz versucht den Täter zu entlarven und an diesen Ermittlungen mit immer neuen Hinweisen nehmen wir teil.
Der Krimi plätschert gemächlich dahin, mit einigen interessanten Wendungen. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, auch wenn es am Ende sehr pathetisch zu geht.

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Veröffentlicht am 08.12.2023

was geschah damals wirklich?

Nur eine Lüge – Zwei Familien, eine tödliche Verbindung
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Es soll eine große und perfektenHochzeit werden zwischen Emily Brandt und William Nihlzen. Die beiden kennen sich bereits aus Kinderzeiten, William war der beste Freund und Fußballrivale von Emilys älteren ...

Es soll eine große und perfektenHochzeit werden zwischen Emily Brandt und William Nihlzen. Die beiden kennen sich bereits aus Kinderzeiten, William war der beste Freund und Fußballrivale von Emilys älteren Bruder Erik. Die Freundschaft der beiden endete vor acht Jahren bei einem Autounfall, seit dem sitzt Erik im Rollstuhl. Nach ihrer Schulabschlussfeier haben beide betrunken eine Spritztour unternommen, William ist gefahren, seine Folgen des Unfalls waren ein Gedächtnisverlust und eine Gefängnisstrafe. Die Familien, die auch durch die Fußballleidenschaft viel gemeinsam unternommen hatten, sind inzwischen zerstritten, die Ehe der Brandt wurde geschieden, Eriks Mutter Annika wurde Alkoholikerin.
Nun treffen sie sich bei der Hochzeit wieder, bei der weder Erik noch Annika teilnehmen wollten. Ausgerechnet William, der an dem Unglück Schuld hat, soll nun zur Familie gehören. Aber trägt er wirklich die Schuld? Irgendetwas wurde damals vertuscht und Erik will mit dem Wissen so nicht weiterleben. Nach der Hochzeitstorte eskaliert die Situation, es gibt einen Toten.
Die Geschichte wird spannend erzählt, aus unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten und In verschiedenen Zeitebenen. Jedoch ist für mich die Handlung nicht immer schlüssig und nachvollziehbar.

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