Wer bist du, wenn es nicht in Ordnung ist, du selbst zu sein?
Vom Mond aus betrachtet, spielt das alles keine Rolle Facts
Spannend: 2/5
Spicy:1/5
Traurig:2/5
Harmonisch:3/5
Düster:1/5
Lustig:5/5
Lieblingszitate
Wenn man nichts sagt, wird man gemocht, aber aus den falschen Gründen.
Erster Satz
Ich stehe ...
Facts
Spannend: 2/5
Spicy:1/5
Traurig:2/5
Harmonisch:3/5
Düster:1/5
Lustig:5/5
Lieblingszitate
Wenn man nichts sagt, wird man gemocht, aber aus den falschen Gründen.
Erster Satz
Ich stehe frierend in der Wanne.
Charaktere
Sally
Unsere feinfühlige Protagonistin, die lernen darf, sich selbst zu lieben und wieder zu sich selbst zu stehen. Sie lebt in aufbrausenden Familienverhältnissen während der Corona-Zeit mit einer Mutter, die ihre Gefühle nicht oder nur abgekühlt auszudrücken weiß.
Leni
Ist der Lieblingsmensch von Sallys Mutter und zieht vorübergehend bei ihnen ein. Auch sie ist in schwierigen Verhältnissen mit einer Menge Traumata aufgewachsen, die sie nicht offenbart. Sie scheint der Schlüssel zu Sallys neu entfachter Selbstachtung zu sein…
Gesamteindruck
Wer bist du, wenn es nicht in Ordnung ist, du selbst zu sein?
Sally ist vieles, aber nicht mehr die Entscheiderin ihres Lebens. Wir begleiten sie bereits im ersten Satz durch ihre Gedanken - und glaub es mir, sie sind wirr. Sie beschäftigen sich mit allem, nur nicht mit ihr selbst. Ich durfte das Buch in einer Leserunde der Lesejury lesen und es gab einige Kommentare, die in etwa lauteten: „Es passiert einfach nichts“. Richtig, genau darum ging es: Wenn wir permanent in unseren Gedanken bei anderen hängen, dann verpassen wir die Gelegenheit, unser Leben zu erschaffen. Der Schreibstil war besonders, provokativ und passte unglaublich gut zum Thema des Buches.
Ja, provokativ. Wir lernen eine Familie kennen, die gemeinsam Gras anbauen. Mehr muss ich glaube ich nicht sagen.
Die Diskussionen der Lesrunde fokussierten sich vor allem auf gesellschaftliche Themen: Handelt Sallys Mutter richtig? Was lösen ihre Aussagen bei Sally aus? Wie hätte Sally reagieren sollen? Selten ging es um die Geschichte selbst (Was hat Lenis Auftauchen zu bedeuten und wie wird Sallys Beziehung zu ihr aussehen?) oder um Anne Freytags Schreibstil.
Und das ist ein verdammt gutes Zeichen, denn es weist darauf hin, dass das Buch in uns allen etwas ausgelöst hat: Widerstand, Wut, Verzweiflung, … Es hat etwas bewegt.
Allein das Ende des Buches schien mir etwas zu einfach und linear… Aber da möchte ich gar nicht spoilern, und diese Kritik gibt keinen Ausschlag auf meine Bewertung, weil der Schreibstil bis dahin durchweg meisterhaft war.
Fazit
Ein vollkommen anderes, meisterhaft geschriebenes Buch darüber, weshalb wir uns selbst achten sollten, wie wir das schaffen und warum alle Opfer auch irgendwie Täter sind - und andersherum.