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Horatia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2023

Literatur kindgerecht und humorvoll

Stolz und Vorurteil
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Frei nach dem Klassiker Jane Austens wird die Geschichte à la Disney erzählt.
Als Bilderbuch konzipiert, für Kinder und auch für Fans der Disney Comics von Micky & Donald.

Der Text ist auf den Seiten ...


Frei nach dem Klassiker Jane Austens wird die Geschichte à la Disney erzählt.
Als Bilderbuch konzipiert, für Kinder und auch für Fans der Disney Comics von Micky & Donald.

Der Text ist auf den Seiten relativ kurz gehalten, kindgerecht in leichtverständlichen Worten und mit vielen Zeichnungen unterlegt.

Die Geschichte wird sehr humorvoll erzählt und interessant finde ich, daß dabei die jeweiligen Figuren auch ihre typischen "Disneyschen" Eigenheiten aus den Comics beibehalten, aber trotzdem die Geschichte glaubhaft machen.

Bsp. der bekannte Geiz des Dagobert alias Mr. Bennet, die Tollpatschigkeit Donalds als Mr. Duckley, dem Verehrer von Daisy.
Auch Pluto bekommt seinen Auftritt.

Alles in allem liebevoll gemacht und so haben nicht nur die Kleinen etwas davon, sondern auch die Erwachsenen, die das Vergnügen haben, das Buch vorlesen zu dürfen.
Und gleichzeitig werden die Kinder so vorsichtig an Literatur herangeführt und neugierig gemacht, vielleicht später einmal die Originale von Jane Austen lesen zu wollen.

Fazit
Ein sehr schön aufgemachtes Bilderbuch, das die Geschichte von Stolz und Vorurteil in einfachen Worten und viel Humor und vielen Zeichnungen erzählt.
Zudem haben auch Eigenarten der Disneyfiguren ihren Platz.
Eine schöne Vorlesegeschichte auch um Kindern Literatur näher zu bringen.

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Lübecker Mädchenpensionat um die Jahrhundertwende

Das Pensionat am Holstentor: Frühlingstöchter
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Das Buch habe ich gestern beendet und es gefällt mir gut.

Es ist der erste Teil eine Dilogie, die Ende des 19.Jahrhundert, im Übergang zum 20. Jahrhunderts in einem Mädchenpensionat spielt.


Eine Art ...

Das Buch habe ich gestern beendet und es gefällt mir gut.

Es ist der erste Teil eine Dilogie, die Ende des 19.Jahrhundert, im Übergang zum 20. Jahrhunderts in einem Mädchenpensionat spielt.


Eine Art Wohlfühlbuch, das für meinen Geschmack zwar ein wenig „liebesromanlastig“ ist, aber doch relativ dezent. Insofern machte das Lesen und mitfiebern mit den Charakteren Spaß.

Eleonore von Jagow, genannt Nora wird von ihrem Bruder Henry , der momentan das Gut, auf dem sie leben, leiten muß, da sein Vater in Italien weilt und seine Mutter krank danieder liegt, auf ein Pensionat in Lübeck geschickt.


Die Arbeit, alleinige Verantwortung für das Gut und die Aufsicht über seine sehr lebhafte Schwestern überfordern ihn langsam. So entscheidet er, ihr dort noch gute Erziehung zukommen zu lassen.

Nora reagiert entsetzt, muß sie doch so ihren Jugendfreund, den Stallburschen Karl verlassen – gewöhnt sich aber dann doch sehr schnell an das Pensionat, da sie schnell Freundinnen trifft und in ihrer neuen Lehrerin Gesche Petersen, eine engagierte und anregende Frau trifft.


Die Hauptpersonen sind hier besonders Nora, Gesche und auch Henry. Auch Fanny, eine Mitschülerin, rückt später ein wenig mehr in den Fokus.

Nur Agnes und Lotte, die beiden weiteren Freundinnen der verschworenen Gemeinschaft der „Frühlingstöchter“, bleiben noch etwas blaß. Ich kann mir vorstellen, daß sie im zweiten Teil dann eine größere Rolle spielen könnten.


Herrlich beschrieben ist die Leiterin des Pensionats, Dorothea Eggers in ihren – für heutige Verhältnisse – sehr antiquierten Ansichten, unter denen die Frauen damals zu leiden hatten.

Nichts wurde ihnen zugetraut, Bildung versagt, da man der Ansicht war, das würde den Frauen nur schaden.

Erzogen wurden sie als nette Anhängsel für Männer, die nur schön und still zu sein hatten. grusel

Erfrischend „moderner“ dagegen kommen Gesche und auch Nora daher, die beide das Glück hatten, anders aufzuwachsen. In weniger engen Konventionen.


Gesche als Kind eines Kapitäns immer mit auf Reisen um die Welt – Nora dank relativer Freiheiten auf dem Gut, da Vater und Mutter meist abkömmlich waren.

Gesche versucht ihren Schülerinnen mehr Selbstbewußtsein und den hohen Wert von Bildung zu vermitteln, ihre Wißbegierde anzuregen.


Mir gefiel das Setting des Pensionats, vor allem das Lübecks, wenn bekannte Gegenden dort beschrieben wurden, wie sie damals aussahen.

Auch die Figuren mochte ich sehr gern, besonders Gesche und Nora und auch Fanny, die zurückhaltende.


Das Buch hat zwar ein offenes Ende, aber kein störendes abruptes im Spannendsten endendes – eher eine Art „natürliches“ Ende eines Abschnitts, der später fortgeführt werden soll.

Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen und zum hineintauchen in die damalige Zeit.

Ich kann es empfehlen und bin doch sehr gespannt auf den nächsten Teil der wohl im Oktober 2023 erscheinen soll.


Fazit

Ein schöner erster Teil der Dilogie um das Pensionat am Holstentor.

Die Erzählung über die Zeit um 1899 in einem Mädchenpensionat im wunderschönen Lübeck.

Die Sorgen und Nöte der Frauen und Mädchen damals.


Liebesgeschichten fehlen natürlich auch nicht, sind aber zum Glück nicht das ausschließliche Hauptthema.

Ein schönes Wohlfühlbuch, um ein wenig in vergangene Zeiten abzutauchen.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Fräulein Alma vom Amt ermittelt wieder

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus
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Ich habe es gerade zugeklappt und bin wieder begeistert.
Ich denke mal, bei mir ist es das Flair, das diese Reihe verbreitet.
So sympathische Protagonisten, in einer Zeit, die so fortschrittlich daherkommt, ...

Ich habe es gerade zugeklappt und bin wieder begeistert.
Ich denke mal, bei mir ist es das Flair, das diese Reihe verbreitet.
So sympathische Protagonisten, in einer Zeit, die so fortschrittlich daherkommt, noch vor dem großen Supergau der Braunhemden. Eine gemütliche, aber weltoffene Kurstadt und das Gefühl, dabei zu sein.

Seit dem letzten Fall sind zwei Jahre vergangen, Alma, noch immer ein "Telephonfräulein", an den Schalthebeln der Telephonzentrale in Baden-Baden, der Kurstadt.

Diesmal ist die Stadt vom Ägypten Fieber befallen, die Ausgrabungen von Howard Carter liegen gerade einmal 1,5 bis 2 Jahre zurück, Baden Baden hat das Thema zum Motto des Jahres 1924 gemacht, um seine Kurgäste zu unterhalten.

Alma stolpert wieder in einen Kriminalfall, nicht dank ihrer Arbeit, aber als der Freund ihrer besten Freundin des Mordes an dem Tenor der städtischen Aida-Aufführung bezichtigt wird, wird sie wieder aktiv und macht sich an die Ermittlungen.

Auch liebgewonnene Figuren sind wieder mit dabei, sei es das "Wölkchen", die Freundin Almas, der angehende Mediziner und Almas Cousin Walther und natürlich Ludwig Schiller, mittlerweile nicht mehr Kommissarsanwärter, sondern Kommissar.
Und natürlich - eine meinen Lieblingsfiguren, die Witwe Meier, Wirtin von Alma & Emmi, die darf nicht fehlen.
Auch neue Protagonisten halten Einzug, sowohl im Positiven, als auch im Negativen.

Der Fall schleppt sich diesmal zwar ein klein wenig hin, wird zum Ende hin aber spannend und deckt die tragischen Hintergründe auf interessante Art auf.

Mir persönlich gefällt ja gerade das Gesamte der Bücher, nicht alleine der Kriminalfall, sondern das tolle Zusammenspiel der Figuren, die Beschreibung von Almas Arbeit, die es ja schon lange nicht mehr gibt.
Das Baden Baden der Zeit, die Filme und Schauspieler, die damals die Klatschblätter bevölkerten - das gesamt Zeitkolorit eben.

Insofern ist den Autorinnen wieder ein gelungener zweiter Teil der Reihe gelungen.
Auch der Humor kommt nicht zu kurz, für mich halt auch immer ein wichtiges Kriterium.
Der Schreibstil ist ebenfalls flüssig und so richtig schön zu lesen.

Nun heißt es warten, bis dann der dritte Teil erscheint.

Fazit
Ein gelungener zweiter Teil der Reihe um das Fräulein vom Amt, das sich wieder kriminalistisch betätigt und auf Mörderjagd geht.
Sympathische Protagonisten und wunderbares Zeitkolorit entführen die Leser ins Baden Baden des Jahres 1924.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Mordsspannend

The Dark
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Mörderspannend, so in einem Satz beschrieben.
Ich hab einfach durchgelesen bis in die Nacht, da ich nicht aufhören konnte.
Ein Setting, das so richtig geeignet ist für einen wunderbar spannenden Thriller ...

Mörderspannend, so in einem Satz beschrieben.
Ich hab einfach durchgelesen bis in die Nacht, da ich nicht aufhören konnte.
Ein Setting, das so richtig geeignet ist für einen wunderbar spannenden Thriller - in dem die Protagonisten an einem Ort sind, von dem sie nicht wegkönnen.

Kate, eine Ärztin, hat lange als Notärztin gearbeitet, gerade einen sehr großen Schicksalsschlag hinter sind, da kommt die Bewerbung als Ärztin auf eine Antarktis Station zu fahren, gerade recht.
Auf der Eisstation macht sich die Sommercrew fertig, abzureisen, so daß nur noch die Wintercrew vor Ort bleibt. Dreizehn Wissenschaftler, die die Station und die Untersuchungen am Laufen halten sollen.

Die Station wird wunderbar beschrieben. Man kann sich so richtig vorstellen, wie es dort im ewigen (wer weiß, wie lange noch) Eis im antarktischen Winter aussieht, sich die extreme Kälte anfühlt im unendlich wirkenden Eis die Stadion relativ gemütlich wirkt in ihrer Umgebung.
Sieht die Station vor sich, in der für die Mitarbeiter gut gesorgt ist, was Freizeit - die allerdings eher knapp bemessen ist - Vergnügen, Essen und Sicherheit angeht.

Kate erfährt, daß ihr Vorgänger, der Arzt Jean Luc im Eis verunglückt ist.
Anfangs fällt es ihr nicht so leicht, sich in die Gemeinschaft zu integrieren, doch nach einigen Wochen hat sie sich eingelebt.
Dann bricht der Winter an, der überhaupt keine Sonne mehr durchläßt, es wird merklich angespannter auf der Station. An der ewigen Dunkelheit draußen haben alle Teilnehmer zu knabbern.
Die Spannungen verschärfen sich mit der Zeit, es gibt Streitereien. Ein Teilnehmer versucht sogar Kate zu überzeugen, daß Jean Luc kein Unfall ereilt hat, sondern ermordet wurde...


Das Buch wird aus Kates Sicht erzählt, in Ich-Erzählweise, was das Ganze noch eindringlicher wirken läßt
Die langsam steigenden Spannungen sind spürbar, man sieht die Figuren vor sich, wie sie jeweils agieren.
Mit den Spannungen der Crew steigt auch die Spannung des Romans. Stetig, immer weiter.
Man fiebert regelrecht mit Kate und den anderen mit

Gerade auch das eingeschlossen sein im Eis, das nicht mal so eben nach Hause fahren können, macht einen Großteil der packenden Handlung aus.
Das zwangsweise Zusammensein müssen der Teilnehmer, kaum Rückzugsmöglichkeiten zu haben, macht es klaustrophobisch spannend.

Die Personen sind relativ gut dargestellt, Kate ist sympathisch, allerdings gibt es auch Momente, in denen ich sie hätte schütteln können.
Einiges an ihrem Verhalten ist jetzt nicht unbedingt das, was ich von einer Ärztin erwarte und hat mich dann ab und an ein wenig auf die Palme gebracht - aber so ist sie wenigstens kein langweiliger Charakter.

Die Kapitel sind nicht sehr lang, jeweils mit Datum überschrieben, was auch die Orientierung sehr leicht macht.

Für Thrillerfans doch sehr empfehlenswert, nicht zu blutig, aber fesselnd durch die fest begrenzte Umgebung und das Verhalten der dort agierenden Menschen.



Fazit
Ein packender Thriller, der im Eis der Antarktis spielt, die dort lebenden Personen fordert, in einer sehr unwirtlichen Umgebung zu arbeiten und eine stetige , ansteigende Spannung bis zum Finale aufweist.

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Veröffentlicht am 21.10.2022

Tiffany erklärt wunderbar humorvoll die Welt

Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat
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Tiffany ist ein kleines freches Mädchen, die mit ihren Eltern, zwei Geschwistern und Oma & Opa zusammen lebt.
An diesem Tag möchten die Frauen der Familie einen Wellness Tag einlegen und so muß sich Papa ...

Tiffany ist ein kleines freches Mädchen, die mit ihren Eltern, zwei Geschwistern und Oma & Opa zusammen lebt.
An diesem Tag möchten die Frauen der Familie einen Wellness Tag einlegen und so muß sich Papa um Tiffany und ihren Bruder kümmern.
Papa ist sehr froh und hofft, endlich einmal in Ruhe lesen zu können.
Denkste - kaum hat er 3 Sätze gemütlich im Garten lesen können, schon kommt Tiffany zu ihm und zeigt ihm die Bescherung, daß der Flur und das Badezimmer unter Wasser stehen.
Und das nur, weil einfach das Wasser aus der Wanne flutscht, wenn man darin schaukelt.

Papa, Bruder Max und Opa müssen dann zusehen, wie sie das Malheur wieder hinbekommen, bevor die Frauen zurück sind.
Dabei wird es lehrreich und lustig.
Tiffany erklärt dem Leser, was Ironie und Überironie bedeutet, anhand von dem, was ihr Bruder Max so von sich gibt und was das mit Angela Merkel zu tun hat.
Ebenso wird erklärt, welchen Vorteil ein Haifischbecken im Keller haben könnte.

Das Ganze wird aus Sicht Tiffanys mit viel Humor berichtet.
Schon das erklären von Wellness und Sauna bringt den Leser direkt zum Lachen. - Zitat: "Sauna nennt man es, wenn man sich - aus Tiffany nicht ganz ersichtlichen Gründen - eine Viertelstunde mit nackten Fremden in einen viel zu heißen Raum einschließt, um nicht zu sprechen."

Das Buch ist herrlich humorvoll geschrieben, nebenbei lernen die Kinder noch so einiges - auch wenn es für noch relativ kleine Kinder eventuell noch nicht ganz so einfach zu verstehen sein wird.
Aber beim mehrmaligen Vorlesen oder erstem selber lesen wird sich der Hauptteil der Geschichte den Kindern doch erschließen.
Die Sprach ist kindgerecht humorvoll, aus Kindersicht beschrieben.

Die Zeichnungen auf jeder Seite sind ebenfalls gelungen und unterstreichen den Humor wunderbar.

Empfehlen würde ich dann aber doch eher für Kinder ab 8, 9 Jahren - ansonsten beim Vorlesen, die doch noch schwer verständlichen Stellen einfach gleich erklären.


Fazit
Ein witziges sehr humorvolles Buch über das Phänomen, wie das Wasser aus einer Wanne herausschwappt, das Zimmer unter Wasser setzt und es trotzdem noch Spaß machen kann, die Bescherung zu beseitigen. Dabei noch einiges lernt und viel lachen kann, wenn Tiffany aus ihrem Leben mit der Familie erzählt.

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