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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2024

Fantastisch!

Sturmjahre
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Der Schotte Keillan Dennon findet nach dem ersten Weltkrieg wieder zu seiner Familie, in den beschaulichen Ort Foxgirth, zurück. Kaum dort angekommen, erweist er sich als Retter und verhilft der hübschen ...

Der Schotte Keillan Dennon findet nach dem ersten Weltkrieg wieder zu seiner Familie, in den beschaulichen Ort Foxgirth, zurück. Kaum dort angekommen, erweist er sich als Retter und verhilft der hübschen Isabella McConallta, die vor einer Zwangsehe flieht, zur Flucht. Als Gentleman kann Keillan die zarten Frau nämlich nicht alleine reisen lassen, und so begleitet er sie in das kopflose Abenteuer. Leider entpuppt sich Isabella als Tochter des Edinburgher Clan-Oberhauptes, dem diese Situation natürlich überhaupt nicht schmeckt. Für den Dennon-Clan ist Keillans Entscheidung somit eine Gefahr und trägt damit Geheimhaltungsstufe eins.

Dass Lia Scott schreiben kann, ist mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen. Ich bin mittlerweile begeisterter Fan der Reihe, durch die ich immer wieder spielend ins Schottland des frühen zwanzigsten Jahrhunderts rausche. Wie immer gibt es in diesem dritten Band ein Wiedersehen mit den Dennon-Geschwistern, allerdings ein vergleichsweise kurzes, denn diese Geschichte spielt sich überwiegend in der Region Fife ab, wohin Keillan Isabella bringt, und nicht inmitten des Dennon-Familiengeschehens in Foxgirth. Diese Zeit der Flucht empfand ich allerdings außerordentlich spannend und intensiv, da Lia Scott den Figuren tief in die Seele schauen musste. Malvina, Isabella und Keillan gaben sich nach außen hin sehr zurückhaltend und mit der Zeit auf vorsichtige Weise halt, so dass sie irgendwann Mut fassten, sich ihrer Zukunft zu stellen. Ich war mehrfach sehr ergriffen von einzelnen Szenen, deren Schlüsselmomente sich tief ins Herz gruben, weil sie so sensibel behandelt wurden und absolut ehrlich und authentisch wirkten. Doch auch brenzlige Situationen blieben nicht aus, die eine andere Art von Spannungsfeld bedienten und dem Roman phasenweise eine ganz andere Dynamik brachten. Ich fand diese Mischung hervorragend, was mich immer wieder voller Neugier das nächste Kapitel ansteuern ließ.

Die schottische Atmosphäre habe ich dieses Mal ein wenig vermisst, was im Grunde aber nicht störte, da die Energie der Selbstfindung in meinen Augen diesen Raum einnahm und das Außen somit etwas überlagerte. Sehr schön fand ich in diesem Zusammenhang Isabellas Entscheidung, ihrem Herzen zu folgen – mit ungewisser Perspektive. Eine Lieblingsfigur hatte ich in diesem Roman aber erstaunlicherweise nicht. Ich fand alle drei Protagonisten hervorragend, deren Charakterzüge sich, meiner Meinung nach, anfangs eher leise zeigten und sich im Laufe der Handlung immer mehr verfestigten.

„Sturmjahre – Die Melodie der Freiheit“ hat mich sprichwörtlich in den Lesesessel gebannt. Hier geschah so viel zwischen den Zeilen, so dass mich das Geschehen ganz vereinnahmte und ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Wer Lia Scotts Bücher noch nicht kennt, sollte dies unbedingt nachholen. Sie ist eine fantastische Erzählerin!

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Veröffentlicht am 28.02.2024

Sympathisch und richtig hilfreich

Einfach gärtnern! Naturnah und nachhaltig
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Für mich war der Griff zu diesem Ratgeber, neben der Thematik, vor allem der einladenden Aufmachung geschuldet, und der sympathischen Ausstrahlung des Verfassers, mitten im eigens erschaffenen Refugium. ...

Für mich war der Griff zu diesem Ratgeber, neben der Thematik, vor allem der einladenden Aufmachung geschuldet, und der sympathischen Ausstrahlung des Verfassers, mitten im eigens erschaffenen Refugium. Ich kannte den RBB-Gartenexperten Horst Mager bisher noch nicht, habe sein Buch aber mit Interesse durchstöbert, denn es nährt nicht nur die praktische Ader von Naturliebhabern, sondern auch die spirituelle. In diesem Sinne lässt er den Leser gleich zu Anfang an sehr persönlichen Gedanken teilhaben und verrät, wie er selbst zur Liebe am Gärtnern fand.

Den kompletten Ratgeber hindurch begleiten schöne, ehrliche Fotografien die Zeilen, passend zum bodenständigen Konzept und somit weg von stilisierten Hochglanzbildern. So hatte ich richtig Freude am Studieren der vielen Kapitel und Informationen, angefangen mit der Vorbereitung und dem Planen eines Schrebergartens, über die richtige Pflanzenauswahl, den Boden, verschiedene Bewässerungssysteme usw., bis hin zur Abhilfe bei Schädlingen. Sehr hilfreich fand ich vor allem die Erklärungen zur Handhabung des Rückschnitts bei verschiedenen Pflanzenarten und die Tipps, welche häufig die jeweiligen Themenkomplexe begleiteten. Dazwischen eroberten zudem sinnvolle DIY-Vorschläge die Seiten, wie beispielsweise die Herstellung von Pflanzenjauche als Dünger. Alles in gut verdaulichen Häppchen arrangiert.

Letztlich kann ich „Einfach gärtnern!“ uneingeschränkt empfehlen. Wer einen Schrebergarten anlegen will, ist mit Horst Magers Erfahrungswerten sicherlich sehr gut beraten. Der Leitfaden wirkt fundiert und verzichtet auf unnötiges Chichi, erscheint jedoch gleichzeitig auf allen Ebenen hochwertig und überfordert nicht. Ein sehr gelungenes Buch, das die gängige Vorstellung des Schrebergartens niederreißt. Einklang mit der Natur ist das neue Modern.

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Veröffentlicht am 16.02.2024

Interessante Protagonisten

Nothing Like You
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Ally und Jax lernen sich unter ungewöhnlichen Umständen auf dem Campus der Universität von Arizona kennen, denn der wichtige Brief, den Ally erwartet, landet fälschlicherweise im Briefkasten von Jax! So ...

Ally und Jax lernen sich unter ungewöhnlichen Umständen auf dem Campus der Universität von Arizona kennen, denn der wichtige Brief, den Ally erwartet, landet fälschlicherweise im Briefkasten von Jax! So bleibt der jungen Studentin nichts anderes übrig, als den smarten Mitstudenten davon zu überzeugen, schnellstmöglich seinen Briefkasten zu leeren. Doch Jax hat derweil andere Probleme, denn sein Abschluss steht auf dem Spiel, obwohl er hart dafür arbeitet. Grund dafür ist seine Legasthenie, von der kaum jemand weiß. Als Ally unverhofft in sein Leben tritt, scheint sich dies allerdings neu zu ordnen.

Mit der Liebesgeschichte um Ally und Jax hat Julia Pelzer, meiner Meinung nach, einen aufregenden und thematisch interessanten Roman in die Buchwelt gebracht. Hier war alles da, was es für unterhaltsame Lesestunden brauchte: Sympathische, nahbare Charaktere, freche Dialoge, prickelnde Spannung und authentische Handlung mit spürbarem College-Flair.

Schön fand ich die Idee von Jax` nicht ganz so alltäglichem Talent für die Fotografie, und dessen Wissen und persönlichen Gedanken dazu, was diesen Charakter deutlich an Originalität verlieh. Zudem hat mir der Umgang mit dem Problem der Legasthenie gefallen. Die Autorin hat Jax` Störung, und deren psychische Auswirkungen, auf unaufdringliche, aber ernstzunehmende Weise in die Geschichte eingearbeitet, ohne auf unnötiges Drama zurückzugreifen. Der Protagonist wirkte dadurch glaubhaft auf mich, seine Entwicklung innerhalb des Romans mutig, trotz der Stolpersteine, die ihm in den Weg gelegt wurden. Glücklicherweise konnte er vertrauensvoll auf echte Freunde setzen, und auf seine Ally, die zwar neu in sein Leben kam, sich aber schnell als das fehlende Puzzleteil zum Glück entpuppte. Der Persönlichkeit von Ally fehlte es, meines Erachtens nach, zwar etwas an Klarheit, aber im Grunde mochte ich auch sie. Bei mir punktete das Mädel durch ihre Zielstrebigkeit und ihren Mumm, ihrer Vergangenheit die Stirn zu bieten, was mir zwar stellenweise etwas zu theatralisch dargestellt wurde, aber im Grunde auf viel Verständnis bei mir traf.

Auch die Handlung gab einiges her. Ich konnte während des Lesens in romantischen und spaßigen Momenten schwelgen, wurde mit fiesen Typen konfrontiert und staunte über so manch mutige und überraschende Entscheidung der Protagonisten. Es war leicht, mich in diese Geschichte einzufinden, denn Julia Pelzer kann sehr gut Nähe zu den Figuren entstehen lassen und die passende Atmosphäre transportieren. Meine Gefühlsantennen sprangen dabei mühelos an. Nichtsdestotrotz hätte ich mir ein etwas weniger abruptes Ende gewünscht, das bei mir eher Fragen aufwarf, als schlüssig auszuklingen.

Insgesamt mochte ich diese Geschichte unwahrscheinlich gern, und daher freue ich mich auf weitere Bücher aus der Feder der Autorin. „Nothing Like You“ hat mich mit seinen interessanten Charakteren an den Lesesessel gefesselt und mich fantastisch unterhalten. Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 07.02.2024

Viel Info und Inspiration

Mein wunderbarer Topfgarten
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In Zeiten, in denen sich viele Menschen wieder mehr Verbindung zur Natur wünschen, kommt dieser Ratgeber gerade recht. Vor allem, wenn man statt Garten lediglich einen Balkon zur Verfügung hat, oder durch ...

In Zeiten, in denen sich viele Menschen wieder mehr Verbindung zur Natur wünschen, kommt dieser Ratgeber gerade recht. Vor allem, wenn man statt Garten lediglich einen Balkon zur Verfügung hat, oder durch außergewöhnliche Pflanzentöpfe auf der Terrasse Akzente setzen will. Daher hat mich dieses Buch sofort angesprochen. Mit Töpfen als „mobile“ Balkonbepflanzung lässt sich nämlich auch die Kreativität ausleben.

Das Buch stellt sich optisch, mit seinem gebundenen Einband und in seiner Gesamtgestaltung, sehr hochwertig dar. Auch die vielen ansprechenden Bilder zu den jeweiligen Beiträgen, machen das Blättern in diesem Ratgeber regelrecht zum Genuss. Aber auch die Informationen kommen hier ganz und gar nicht zu kurz, denn die Autorin weist beispielsweise auf die richtige Auswahl der Pflanzen hin, ergänzt ihre Artikel mit den jeweiligen Pflanzensteckbriefen, oder zeigt was man gegen Schädlinge, aber für nützliche Insekten tun kann. Alles so verständlich, dass sich auch ein Gartenneuling damit zurechtfindet. Zudem wird jede Jahreszeit für sich behandelt, deren entsprechenden Vorzüge optimal für gewünschte Projekte genutzt werden können.

Am besten gefielen mir aber Tina Ullmanns Worte zum Winterschutz für Pflanzen, zu den verschiedenen Erden, aber auch die Tipps zum Ziehen von eigenem Gemüse in Töpfen und Kübeln. Zudem kommt auch die Gemütlichkeit nicht zu kurz, denn ein eigenes Kapitel mit Vorschlägen für eine schöne Beleuchtung der Topfgärten rundet das Gesamtkonzept des Buches ab.

„Mein wunderbarer Topfgarten“ glänzt mit viel Info und Inspiration. Ein gelungener Ratgeber für Anfänger und Könner, wunderbar bebildert und mit persönlicher, warmherziger Note der Autorin gestaltet. Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 11.12.2023

Lesenswert

Kant und das Leben nach dem Tod
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In einem Forst, nahe der A8, wird ein abgetrennter Arm gefunden, der seltsamerweise einige Zeit tiefgekühlt wurde, bevor er den Fundort erreichte. Die Ermittlungen richten sich nun auf etwaige Vermisste ...

In einem Forst, nahe der A8, wird ein abgetrennter Arm gefunden, der seltsamerweise einige Zeit tiefgekühlt wurde, bevor er den Fundort erreichte. Die Ermittlungen richten sich nun auf etwaige Vermisste aus der Münchener Siedlung Hasenbergl, auf Menschen, die im Alter vereinsamt lebten, doch den befragten Anwohnern fiel nichts Ungewöhnliches auf. Als Hauptkommissar Kant erkennt, dass in Hasenbergl weitere Menschen verschwinden, verschärft er seine Untersuchungen zu dem Fall.

Hauptkommissar Kant untersuchte hier eine Mordserie, der mich letztlich ziemlich bedrückte. Still und sauber kommen die Morde daher, zeigen sich dabei aber wahnsinnig grausam und, thematisch gesehen, von höchster Brisanz. Daher mochte ich die Tatsache, dass sich Kant als Ermittler nicht unbedingt in den Vordergrund drängte, so dass genügend Raum zum Erspüren der Szenerie gegeben war. Ich fand dies sehr passend, denn der Hintergrund des Krimis stimmte mich ziemlich melancholisch.

Kants Privatleben blitzte ebenfalls auf und ließ einen weiteren Blick auf dessen Persönlichkeit zu. Hier hätte ich mir allerdings noch etwas mehr an Information und Entwicklung gewünscht, was dem Gesamtbild der Erzählung aber keinen Abbruch tat, denn der Kommissar war mir durch und durch sympathisch. Er erkannte dringliche Situationen im richtigen Moment, führte sein Team klar und zielorientiert und blieb dabei besonnen.

Lesen ließ sich die Geschichte sehr gut, denn der Autor blieb sprachlich natürlich und hielt die Spannung bis zum Ende hin aufrecht. Tatsächlich hatte ich den Täter bis kurz vor der Auflösung nicht auf dem Radar. Vor allem gefiel mir der Blick, mit dem der Autor Täter und Opfer näher beleuchtete – sensibel und knallhart zugleich.

„Kant und das Leben nach dem Tod“ ist meiner Meinung nach ein sehr lesenswerter Kriminalroman, der sich einem eher unbeachteten Problem annimmt, das in seiner Sprengkraft jedoch ziemlich beklemmend einher geht. Ich hatte definitiv eine spannende Lesezeit mit diesem Buch. Daher gibt es eine klare Leseempfehlung von mir!

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